Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Müll-Kriminalität

Hadmut
8.6.2014 19:03

Seit ich hier in Berlin wohne, beobachte ich ein seltsames Phänomen.

Normalerweise merke ich das ja gar nicht, weil ich tagsüber arbeiten bin. Ab und zu mal ist man aber doch unter der Woche mal zuhause. Und dabei ist mir mehrfach aufgefallen, dass irgendwelche Leute an den Müllcontainern, sowohl am Papiermüll, als auch am normalen Müll, stehen und angestrengt darin herumwühlen.

Anfangs dachte ich, das wäre irgendein Nachbar, den ich noch nicht kenne, dem versehentlich was reingefallen wäre. Als ich aber mehrfach auf solche Leute getroffen bin, habe ich die mal angesprochen.

Da gab es welche, die meinten, es wäre für einen „guten Zweck” – sie müssten mit Altpapier eine Kindergartenfeier finanzieren.

Dann war da einer, der mich völlig ignoriert habe. Egal, wie ich den angesprochen habe (anfassen wollte ich den auf gar keinen Fall), der hat sich so verhalten, als wäre ich gar nicht da, nur ein Geist.

Dann war da einer, der mir Vorwürfe machte. Warum ich ihn nicht kenne. Alle hier würden ihn kennen. Dass Alle nicht Alle sei, wenn ich ihn nicht kenne, brachte den nur zusätzlich auf die Palme. Die Polizei habe ihm das erlaubt, hier zu suchen. Äh, was denn zu suchen? Ach, sagt er, natürlich Computertastaturen und solche Dinge.

Ich habe mal Nachbarn drauf angesprochen. Das Problem sei bekannt, meinten sie, das seien Banden, die systematisch den Müll filzen. Wie genau das Geschäftsmodell aussähe, sei nicht ganz klar, aber man werde sie nicht los.

Ist aber natürlich auch ein rechtliches Problem. Denn soweit ich weiß, hat man Sachen, die man in den Müll wirft, aufgegeben, und sie sind dann Eigentum des Müllabfuhrunternehmens, da müssten also die einschreiten. Für die aber wäre da das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu schlecht.

Gerade habe ich im ZDF bei Terra-Express einen Bericht über ein anderes Problem in Berlin (und zunehmend auch in anderen Städten) gesehen: Wilde Altkleidercontainer.

Da stellen einfach irgendwelche Leute illegal, auf fremde Grundstücke und ohne Hinweis darauf, wer dahintersteckt, Altkleidercontainer in die Stadt, und leeren die dann bei Nacht und Nebel. Die Städte, insbesondere wohl Berlin, sind damit überfordert, dagegen vorzugehen. Einem Grundstückseigentümer war es nach über einem Jahr endlich gelungen, die Dinger entfernen zu lassen, aber ein paar Tage später standen wieder welche da.

Angeblich bringen Altkleider ein Mehrfaches dessen, was Altpapier bringt (bezogen auf das Gewicht).

Schon erstaunlich, was für Geschäftsmodelle sich da herausbilden.


35 Kommentare (RSS-Feed)

Carsten
8.6.2014 19:21
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Die gibt’s bei uns in Prenzlauer Berg auch, kommen so ein- bis zweimal die Woche. Suchen meist nach Pfandflaschen, Kleidung oder Altmetall. So wie die aussehen wirken sie allerdings auf mich eher so, als ob bittere Armut dahintersteckt und weniger irgendwelche kriminellen Machenschaften. Papier bringt momentan pro kilo um die vier Cent, Altkleider auch unter zehn Cent/kilo… Wer das sammelt muss schon sehr verzweifelt sein.


derdieBuchstaben zählt
8.6.2014 19:22
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Computerschrott, wie Flaschensammeln?

http://www.ebay.de/sch/i.html?_sacat=0&_from=R40&_nkw=computerschrott&_nkwusc=compoterschrott&_rdc=1

So kann Deutschland sich wenigstens an der Computerei beteiligen, als Rohstofflieferant. 🙂


Emil
8.6.2014 19:31
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Sowas kenne ich hier vom Sperrmüll. Da fahren am Abend vor der Abfuhr osteuropäische Kleintransporter durch die Gegend und sammeln ein, was noch halbwegs brauchbar ist. Ein großer Parkplatz in der Nähe ist das Zwischenlager; da wird der Krempel abgestellt und später kommen dann zusätzlich noch LKWs, um die Beute abzutransportieren. Manchmal bleibt auch was stehen, wenn sie nicht alles unterkriegen.

Das ganze scheint ziemlich professionell organisiert zu sein.


TRANS-AM
8.6.2014 20:16
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Das sieht für mich so aus, als das Pfandflaschensammler neue Beschaffungsorte finden möchten. In dem Bereich wird mittlerweile um die Hotspots mit körperlicher Gewalt gekämpft, wahrscheinlich sind das Ausweichbewegungen.
Um das ganze Thema Pfandflaschen und Wegwerfmentalität hat sich mittlerweile eine ganze Industrie aufgebaut,- auf der einen Seite solche Sozialromantik-Initiativen wie die hier:https://www.facebook.com/pfand.gehoert.daneben?fref=ts

Auf der anderen Seite die verhandelten Pseudo-Alternativ Getränkehersteller die ihren Kunden mit dem Kauf der Produkte auch noch eine “soziale” Entsorgungsform bieten möchten.
Typisch in dem Bereich ist, das diese Initiativen üblicherweise von grossen Werbern wie Jung von Matt unterstützt werden. Man bekommt da recht schnell den Eindruck, das es den Protagonisten eher darum geht in den ganzen gentrifizierten Stadtteilen in Berlin keine sichtbare Armut zu erleben. Genau aus dem Grund hängen hier mittlerweile auch diese peinlichen Werbe-Pfandkisten von Lemonaid. Pfandsammler beziehen übrigens so gut wie immer Hartz4, wobei ich mir ziemlich sicher bin das diese den Zusatzverdienst garantiert nicht abrechnen.


Heinz
8.6.2014 21:04
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> Die Städte, insbesondere wohl Berlin, sind damit überfordert, dagegen vorzugehen.

> Einem Grundstückseigentümer war es nach über einem Jahr endlich gelungen, die Dinger entfernen zu lassen, aber ein paar Tage später standen wieder welche da.

Haben die die Telefonnummer des Schrotthändlers nicht?


O.
8.6.2014 23:45
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Armutsproblematik.
Bei uns wurde sogar der Müll eingezäunt.
Einige Wochen davor hatten die Müllcontainer gebrannt.
Vermutlich entweder Brandstiftung oder ein rauchender Idiot hat seine Kippe da rein fallen lassen, beim Container durchsuchen.

Ab und zu gibt es auch Leute, die den ach so tollen Zaun übersteigen und da trotzdem drin rum wühlen.
Hätten die mal überdachen sollen 😉

Einerseits ist es schade, wenn Zeug weg geworfen wird, das andere Leute noch gebrauchen können. Andererseits finde ich es auch etwas nervig, wenn da ständig Leute im Müll rum wühlen.

Für meinen Papierkram habe ich jedenfalls einen Schredder…

Vermutlich tragen manche Leute gefundene Klamotten selber, oder versuchen die auf dem Flohmarkt noch anzubieten. Bei weg geworfenem Elektronikzeug haben die viell. sogar Glück und finden etwas, das noch funktioniert.


Unschland
9.6.2014 0:10
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Der WDR hatte darüber unlängst einen Bericht im Lokalfernsehen
http://programm.ard.de/TV/wdrfernsehen/servicezeit-reportage/eid_281119853272048?list=now
Vom NDR findet sich unter “Die Altkleider-Lüge” auf youtube eine Doku dazu.


Hans Georg
9.6.2014 1:51
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WO ist das problem, wenn arme Leute versuchen irgendwie mit irgendwas etwas Geld zu machen oder ein paar Euro mehr als Hartz IV zu haben:
Wer sich ueber so etwas ereifert, der weiss nicht was Hunger ist und sollte besser den Mund halten und sich ueber seine Meckerei schaemen.


Hadmut
9.6.2014 2:09
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@Hans Georg:

> Wer sich ueber so etwas ereifert, der weiss nicht was Hunger ist und sollte besser den Mund halten und sich ueber seine Meckerei schaemen.

Ach herrje. Da kommt schon wieder die Political Correctness mit ihrer Zensur und ihren Meinungsverboten.

Mit der Argumentation könnte man jeglichen Diebstahl usw. rechtfertigen. Jeden Einbruch, jeden Metalldiebstahl usw.

Hieß es nicht kürzlich noch zu NSA, Volkszählung usw., dass wir eine Privatsphäre bräuchten?

Habe ich nicht irgendwo auch das Recht, dass Dinge, die ich wegwerfe, und auf denen u. U. mein Name steht (ja, ich habe zwei Aktenvernichter, aber nicht die Zeit, wirklich alles und jeden Paketaufkleber da durchzujagen) wirklich dort landen, wo ich es bestimmt habe, nämlich auf dem Müll?

Das ist mal wieder so eine von den Argumentationen, die ich überhaupt nicht leiden kann: Kein Inhalt, kein Standpunkt, keine Argumentation, keine Begründung, sondern nur ein links-aufgeladenes Magic Buzzword: „Hunger”.

So ein Buzzword soll dann als Joker und Trumpf gegen jegliche Meinung gelten, und jedem die Äußerung verbieten, der anderer als der Zwangsmeinung ist. Sowas kann ich gar nicht ab.

Davon abgesehen stecken hinter dem Wertstoffdiebstahl in Berlin organisierte Banden. Die haben keinen Hunger. Und so sahen die auch nicht aus. Die suchen auch keine Lebensmittel. Und wer mir sagt, dass er das Papier aus dem Container klaut, um damit eine Feier in einem Kindergarten zu finanzieren, der macht das auch nicht wegen „Hunger”.

Woher willst Du überhaupt wissen, warum die das machen? Du warst ja nicht mal dabei.

Und wo das Problem ist?

Erstens in dem Müll, den die bei Wühlen vor die Container schmeißen.

Zweitens in dem zusätzlichen Volumen, dass die verursachen, weil sie beim Wühlen sperrige Dinge hochkant stellen. Ich hatte schon mehrfach Abfälle in der Wohnung halten müssen, weil die Mülltonnen so absurd schlecht befüllt waren, dass nichts mehr reinging, obwohl viel Luft war. Das sind auch meine Müllgebühren, die ich zahlen muss.

Drittens wünsche ich nicht, dass Dinge aus meinem Haushalt irgendwo in der Gegend rumfliegen.

Viertens betrachte ich es als Belästigung, wenn ich an die Mülltonne – die ich immerhin bezahle – nicht oder nur mit Schwierigkeiten drankomme, weil Leute drin wühlen, die sich auch nicht vertreiben lassen.

Fünftens beruht die Kalkulation von Müllabfuhrkosten auch darauf, dass auch Wertstoffe dort ankommen.

Sechstens will ich nicht, dass sich Leute, die ein eher opportunistisches Verhältnis zu Privatbesitz haben, sich hier rumtreiben. Berlin gehört zu den Städten mit der höchsten Einbruchsquote.

Siebtens sind wir hier nicht im Krieg und nicht im Ghetto. Nicht mal in Berlin muss man alle Reste von Zivilisation aufgeben.

Achtens kommen die Leute oft organisiert und mit Bussen aus Osteuropa. Willst Du mir erzählen, dass Leute die weite Reise durch halb Europa daherkommen, weil sie Hunger haben?

Schleich Dich!


Andy
9.6.2014 2:44
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>> Nicht mal in Berlin muss man alle Reste von Zivilisation aufgeben.

Nach meinen dortigen Besuchen und allem was ich so lese würde ich Dir an Der Stelle widersprechen wollen.


whocares
9.6.2014 10:16
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@emil:
> Sowas kenne ich hier vom Sperrmüll.

Sowas gabs auch im letzten Jahrtausend in den Ruhrgebietsstädten und daher wurde der Sperrmüllabfuhrtag hierzulande dann auch politsch unkorrekt als “türkischer Feiertag” bezeichnet. Seitdem die Kommunen auf “Sperrmüllabholung-on-demand” umgestellt haben, hat sich das weitgehend gegeben. Seitdem ist das eher ein Problem, das der Sperrmüllberg, den man am Abend herausgestellt hat, nicht schrumpft, sondern im Gegenteil über Nacht sogar deutlich anwächst.

Die große Pest hier sind die “Klüngenkerls” – früher hatte man die slber herangerufen, wenn man Schrott loswerden wollte, mittlerweile kommen die Schmutzfüße ungefragt aufs Grundstück und raffen alles wie die Elstern…


euchrid eucrow
9.6.2014 11:30
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dieses phänomen kenn ich auch. als ich noch in erfurt gewohnt habe, sind die sperrmüllhaufen in der nacht auf wundersame weise um ein vielfaches in höhe und breite gewachsen. in strausberg bei berlin hingegen, dauerte es keine zwei stunden und vom eigentlichen haufen war nur noch ein kläglicher rest übrig. es wurde schon vermutet, das die stadtwirtschaft den polnischen schrottsammlern tipps gibt, wo es was zu holen gibt.

zum elektroschrott: es gibt seit einigen jahren anleitungen im netz, wie man daraus bspw. das gold extrahieren kann, welche chemikalien dazu verwendet werden und wie vorgegangen wird.
http://www.youtube.com/results?search_query=gold+computerschrott


Hans Georg
9.6.2014 14:33
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Zitat: “Ach herrje. Da kommt schon wieder die Political Correctness mit ihrer Zensur und ihren Meinungsverboten.”

Leidest du unter Verfolgungswahn ?

Mitunter schreibst du einfach nur manipulierende Scheisse.
Wo habe ich von Zensur geschriebn und wo habe ich deine Meinung verboten. Das ist von dir schlicht gelogen (verleumderisch sogar) um meine Kritik an den Meckereien in eine bestimmte miesse Ecke zu schieben. Bah was fuer ein Charakter.
Es ist ja immer noch ein gewaltiger Unterschied ob jemand MUELL nimmt oder Eisen stielt. Diffenierung ist aber wohl zuviel Kopfarbeit oder wie?
Und ja, ich habe lange genug in Berlin gelebt (25 Jahre) um das mitzubekommen. In Neu-Koelln ebenso wie in SO 36 (falls dir das ueberhaupt ein Begriff sein sollte) und in Marienfelde.
Und deinen letzten Satz, „Schleich dich“ zeugt von einer selten rotzige nEinstellung einer Kritik gegenueber. Auf so eierachtung muesste ich ebenso reagieren wie etwa mit „Also, verpiss dich an deinen Computer und luege nicht „.
Du ganz allein bist es der schon Zensur ausgeuebt hat


Hadmut
9.6.2014 14:41
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@ Hans Georg:

> Leidest du unter Verfolgungswahn ?

Nein. Für den werde ich hauptberuflich bezahlt. Aber ich leide unter Trollen im Blog.

> und wo habe ich deine Meinung verboten.

Zitat: „…und sollte besser den Mund halten…”

> Das ist von dir schlicht gelogen (verleumderisch sogar)

Ich kann hier nicht verleumden, weil ja jeder selbst sieht, was Du geschrieben hast. Bewertungen dessen stehen mir frei.

> Mitunter schreibst du einfach nur manipulierende Scheisse.

Und warum liest Du sie dann?


Hans Georg
9.6.2014 14:37
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Noch eines, was den Hunger betrifft: Und ja, ich habe genuegend Sinti und Roma und Russen in Berlin erfahren die – anders als du – Hunger hatten und sich an der Tafel etwas zu essen holten. Also rotz das nicht so veraechtlich in den Dreck, sondern hab ein bisschen Respekt vor dem Elend anderer Menschen. Und wenn du deine Dokumente in den Muell wirfst, zerreiss sie vorher wie ich das auch tu und tausend andere ebenso.
Du weisst wohl viel ueber Technik aber verdammt wenig ueber die Welt.


Hadmut
9.6.2014 14:42
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> Du weisst wohl viel ueber Technik aber verdammt wenig ueber die Welt.

Ah ja. „Wissen” wird nur dem zugestanden, der die politisch korrekte Einheitsmeinung vertritt.


Hans Georg
9.6.2014 14:39
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Die Tippfehler schenk ich dir.


EBecker
9.6.2014 15:35
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Nicht nur in so großen Städten wie Berlin, auch in wesentlich kleineren. Da finden sich dann eines Tages vor jeder Tür einer Straße Plastikeimer, die laut Etikett von einem gemeinnützigen Verein aufgestellt wurden, in die man Altschuhe/-Kleider/-sonstwas geben soll, was letztlich einem guten Projekt zugute kommt. Laut Etikett.

Der Name der Organisation auf dem Etikett klingt so ähnlich wie eine etablierte (statt “Weisser Ring” eine andere Farbe) und die Telefonnummer ist eindeutig von einem Handy. Nicht gerade seriös.

Social Engineering, damit die Leute noch das Sortieren übernehmen.

Wie ist es mit den Schrottsammlern in den anderen Städten, haben die auch eine Lautsprecheranlage, mit der sie Metall erbitten?

@Hadmut: “opportunistisches Verhältnis zum Eigentum” – schöne Wortwahl!


techniknoergler
9.6.2014 16:01
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@Carsten:

” Papier bringt momentan pro kilo um die vier Cent, Altkleider auch unter zehn Cent/kilo… Wer das sammelt muss schon sehr verzweifelt sein.”

Und damit vermutlich kein Empfänger deutscher Sozialleistungen. Niemand kann mir Erzählen, dass es sich da lohnen würde für 4 cent/kilogramm Altpapier zu sammeln.

Entsprechend organisierte Banden aus Osteuropa erscheinen mir da viel realistischer. Damit sich das lohnt muss man ausreichend organisiert sein um große Mengen möglichst effizient zu transportieren und zu verticken. Und selbst dann ist es wenig. Um da mit dem organisierten Diebstahl nennenswert Kaufkraft zu erzielen, muss man vermutlich in Osteuropa wohnen. Unorganisierte Sozialleistungsbezieher aus Deutschland, die als Einzelaktuere ohne Organisation damit nennenswert Geld verdienen wollen – ausgeschlossen.

Wer einem erzählen will, das wäre materielle Armut aus Deutschland, der möchte das Phänomen für seine eigene Agenda uminterpretieren.


Pete
9.6.2014 17:22
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Andere Frage, wo koennte ich denn als “Kleinsammler” Altpapier verkaufen? Z.B. den Inhalt meiner “Gruenen Tonne”, der vielleicht bei guter Fuellung gut fuer einen Euro ist. Altpapier ist wohl tatsaechlich etwas fuer organisierte Banden, fuer kleine Mengen sind die Transportkosten zum Kaeufer hoeher als der Erloes.


Sebastian
9.6.2014 19:04
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@Hans Georg
Hallo Hans Georg, ich bin einer von den oft verpönten öffentlichen Dienst Mitarbeiter in einer Landkreisverwaltung. Man kann über den Sozialstaat viel zu Recht meckern. Von zu viel Sozialleistungen für die “Betrüger” über zu wenig bezahlbaren Wohnraum bis hin zu geringen Regelsätzen. An allem ist sicher ein bisschen (oder auch ein bisschen mehr) Wahrheit dran. Aber bei einem bin ich mir sicher: In Deutschland muss wirklich niemand im Müll wühlen, um den Hunger zu bekämpfen. Jeder hat Anspruch auf Hilfeleistung. Ob nun obdachlos oder kurzfristig Arbeitsloser oder sogar Asylbeantragende.
Wie Hadmut schon sagte, glaube ich nicht, dass in den Containern nach was brauchbarem gesucht wird, von dem man sich Essen kaufen kann. Aber selbst wenn, rechtfertigt das die Handlung noch lange nicht, denn es gibt wirklich viele Probleme in unserem Sozialstaat, aber hungern muss wirklich niemand! Zumindest, wenn er die Geldleistungen nicht für Rauschmittel oder auch Sky bzw. Handyverträge ausgibt. Bei ersterem wäre vielleicht zusätzliche medizinische Hilfe notwendig, bei zweiterem rechtfertigt dies keinesfalls Müllplünderei oder einfaches Mitleid erregen wollen. Ausgewogene Ernährung, etc. ist ne andere Sache und auch traurig, aber hungrig muss echt keiner sein!


Georg_B
9.6.2014 20:58
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@ Helmut “Meinungsverbot”

Die wirst langfristigfristig nicht drum rumkommen diese momentane sog. “Linke” bis aufs Blut zubekämpfen, bevor sie Dir den Dolch in den Rücken stoßen. Solche aalglatten Links-Faschisten mit ihrem “Ich hab doch gar nichts gesagt… Man wird das wohl noch sagen dürfen!” …beschreibt nur das Problem.

Der Bürgerkrieg wird kommen. 2020 sagt die NSA.

Und Herr Anders Breivik wird ganz sicher nicht seine 21 vollen Jahre Haft absitzen! 😉 Wir werden noch darum betteln, dass er unser neuer Führer wird! Bitter? Ironisch? Sakastisch? Wahr.


Hans Georg
9.6.2014 21:16
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Kind Gottes, weisst du in deinem Wahn nicht mehr was du sagst?
“Ach herrje. Da kommt schon wieder die Political Correctness mit ihrer Zensur und ihren Meinungsverboten. ”

Von Meinungsverbot oder Zensur habe ich kein Wort gesagt, auch nicht von “politisch korrekt”.Nirgendwo geschrieben du duerfest nicht schreiben was du willst.

Du allein bist es die diesen Scheiss im eignen Hirn verzapft und das dann anderen Leuten unterstellst und sie zusaetzlich als Troll beschimpfst. Pfui Deibel was fuer ein mieses Verhalten!

Darauf habe ich mich bezogen. Auf deine verleumderische Unterstellung.

Und jetzt geh mir aus der Sonne….


Hadmut
9.6.2014 21:32
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> Und jetzt geh mir aus der Sonne…

Da verwechselst Du was. Du musst schon selbst hier wegbleiben.


Fakt ist
10.6.2014 2:37
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Hadmut Danisch ist ein wesentlich größerer Asozialer, als alle Flaschensammler in Deutschland zusammen.


Georg_B
10.6.2014 3:05
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@ Hans Georg

Nicht wissen was man sprach, ist ja noch schlimmer!

Nicht glauben das man ein Faschist ist leider geil!

Nicht verstehen das der Weg zur Hölle stets mit guten Vorsätzen geplastert ist… eines Erwachsenen Menschen nicht würdig!

Gratulation! Sie sie unzurechnungsfähig, menschenverachtend und ein Schlächter – wenn man sie nur lässt. D.h. die Umstände passen.

Man kennt das ja… also JA DAS ALLES HABEN SIE LAUT UND DEUTLICH GESAGT!


Johanna
10.6.2014 9:30
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@Carsten: “So wie die aussehen wirken sie allerdings auf mich eher so, als ob bittere Armut dahintersteckt und weniger irgendwelche kriminellen Machenschaften.”

In der Fußgängerzone sind auch immer verlumpte und humpelnde arme alte Frauen unterwegs und betteln. Wenn man die zufällig mal aus dem Auto aussteigen sieht, sind die eigentlich ganz ordentlich gekleidet und ganz gut zu Fuß.

Alle paar Jahre steht ein netter Mensch vor der Türe und sammelt für eine angebliche Behindertenwerkstatt. Damit es eindrucksvoller aussieht, wird meist eine weitere Person im Rollstuhl in der Einfahrt auf der Straße vor dem Bordstein platziert. Wenn man die zufällig mal aus dem Auto aussteigen sieht, kann diese Person ganz gut laufen und den Rollstuhl selber aus dem Kofferraum holen.

Die Wirkung ist erwünscht. Sie muss aber nicht immer mit der Wirklichkeit übereinstimmen. (Was aber nicht heißt, dass es manchmal doch so ist, wie es aussieht.)

@Hans Georg: “WO ist das problem, wenn arme Leute versuchen irgendwie mit irgendwas etwas Geld zu machen oder ein paar Euro mehr als Hartz IV zu haben:”

Ist ein Totschlagargument. Die Annahme, jeder Flaschen- oder Müllsammler sei grundsätzlich von Armut betroffen und/oder auf Sozialleistungen angewiesen, ist zunächst einmal zu belegen. Dann kann man losschimpfen.

In allen genannten Fällen gilt nämlich: Einzelne Personen betteln (sammeln Altpapier oder Flaschen) aus Armut, aber bei weitem nicht alle. Betrugsmaschen, die auf der (scheinbaren) Not anderer beruhen, sind weit verbreitet und aufgrund des “Wie-kannst-du-nur-sowas-sagen-Reflexes” oft auch sehr erfolgreich.

Und natürlich kann dem kaum eine Behörde beikommen. Sie dürfen es auch nicht: Weder in meiner Nachbarschaft noch in der Fußgängerzone oder an anderen Orten in der Stadt möchte ich ständig von einer Horde bestehend aus Ordnungsamt, Polizei und privaten Wach- und Sicherheitsfirmen beobachtet werden. Generalprävention ist verboten, so dass es bei der (hoffentlich gezielten) Verfolgung von Einzelfällen bleibt. Und in meiner Nachbarschaft möchte ich auch nicht hinter hohen Mauern oder Zäunen wohnen oder erst mal einen Tresor aufschließen müssen, nur um an die Mülltonnen zu kommen.


TR
10.6.2014 10:35
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von altkleiderspenden sollte man sowieso abstand nehmen. das zeugs wird nach afrika verschifft und dort so billig vertickt, daß niemand mehr bei ortsansässigen schneidern kauft. mit einer gutgemeinten spende schwächt man also die ansässigen handwerker und treibt das land sommit noch mehr in die abhängigkeit. hab ich zumindest mal so gehört.


Ruru
10.6.2014 10:48
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@Sebastian: Da muss ich Dir leider widersprechen, dass in Deutschland niemand mehr verhungern muss. Psychisch Kranke sind durch die Hartz IV Routine schon mehrfach dem Hungertod ausgeliefert worden, eine echte Sozialhilfe gibt es ja nicht mehr. Es gibt da einige dokumentierte Fälle (z. B. in Worms ich such das gerne raus). Meine (psychisch erkrankte) Schwester hat sich durch einen Suizid vor dem Hungertod “gerettet”.

Mit einer Kürzung auf den Satz “0 €” kann das sehr schnell passieren, gerade wenn sich die Kunden des Jobcenters aufgrund von Krankheit nicht (mehr) wehren können.

Das ist aber alles OT. Diese Menschen schaffen es meistens auch nicht mehr, Müllcontainer zu durchwühlen.


CountZero
10.6.2014 11:31
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@Hans Georg:
aus Ihrem ersten Kommentar:

Wer sich ueber so etwas ereifert, der weiss nicht was Hunger ist und sollte besser den Mund halten und sich ueber seine Meckerei schaemen.

aus einem späteren Kommentar:

(…) wo habe ich deine Meinung verboten. Das ist von dir schlicht gelogen (verleumderisch sogar) um meine Kritik an den Meckereien in eine bestimmte miesse Ecke zu schieben.

Ich bewundere Ihre Fähigkeit, dem OP ‘Diskussions-‘Formen zu unterstellen, die allein Sie selbst in den Thread eingeführt haben.

Ihr erster Kommentar dient offensichtlich allein dazu, Hadmuts Beobachtungen und Bewertungen ‘in eine bestimmte miesse Ecke zu schieben.’ (orthographische Fehler aus dem Original übernommen) und als unmoralisch darzustellen. Diesen Rhetorik-Kniff der Berufsempörten dann im nächsten Kommentar dem OP vorzuhalten, anstelle Argumente auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu diskutieren, finde ich – in Ermangelung eines besseren Begriffes – wirklich spektakulär.


CountZero
10.6.2014 11:34
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@Hans Georg

(…) der weiss nicht was Hunger ist (…)

Demnach wissen Sie es also? Wo und wann durften Sie für wie lange in welcher Form ‘Hunger’ erleben?


Klaus
10.6.2014 11:35
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Im Süden von Berlin, wo die Ein- oder Mehrfamilien-Häuschen alle einen kleinen Garten haben, fahren Polen hin und her und nehmen die Säcke mit Gartenabfällen mit. Meist zu den Zeiten (die sie offenbar kennen), zu denen der Rasen gemäht wird. Eines Samstags kam ein Pole, dem ich half, die sechs oder sieben Garten-Säcke unseres Hauses in seinem dicken schwarzen BMW-Pkw (!) unterzubringen. Die anderen Male ist’s immer ein Kleinlieferwagen: kaum haben wir wieder ein, zwei dieser Säcke an die Straße gestellt, schwupps, sind sie schon weg, wenn wir ‘ne Viertelstunde später mit den nächsten vollen Säcken ankommen.


Peinlichkeitsradar
12.6.2014 10:33
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Manchmal weiss ich nicht ob du dich absichtlich so.. äh… geistig schlicht stellst oder es wirklich bist? “Was machen Sie da?” Bist du gestern erst aus dem Knast gekommen dass du von solchen Müllsammlern noch nie was gesehen und gehört hast? Und dann noch die informatikerdumme Belehrung über “alle”. Umgangssprache vs. Logikseminar sind halt zwei paar Schuhe, wenn man zu lange in letzterem Sitz kann sowas wie bei dir passieren, oder kleinen Erstsemestern die jetzt stolz wie Oskar jeden darauf hinweisen müssen dass ‘alle’ hier formal falsch ist. Solche kindischen Nervensägen beweisen damit dass sie überhauptnichts begriffen haben aber mit ihrem zur Schau gestellten “Ich weiss was!” nur auf den Sender gehen und gar nicht merken peinlich sie sind.

Da klettert eine arme Sau im Müllcontainer rum, dann kommt so ein weltfremder Danisch an, fragt dummes Zeug und hält noch einen Logikvortrag und “anfassen wolltest du den auf ar keinen Fall”.

Danisch wieder bis zum Hals im Fettnapf und merkt überhaupt nichts.


Hadmut
12.6.2014 19:54
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@Peinlichkeitsradar: Schwachsinniger Troll!

Wie man so vermessen eine Situation beurteilen können will, bei der man nicht dabei war, ist mir schleierhaft. Wie man darauf dann aber noch solche Beschimpfungen aufbauen kann, dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Bleibt die Erkenntnis, dass hier wieder mal die Meinungskontrolle zuschlagen will, die jede Abweichung von der Political Correctness persönlich angreift und sich dabei hinter Pseudonymen versteckt. Widerlich.

> Bist du gestern erst aus dem Knast gekommen dass du von solchen Müllsammlern noch nie was gesehen und gehört hast?

Nein. Ich habe bisher in zivilisierten Gegenden gewohnt. Und zwar in verschiedenen Gegenden Deutschlands. Und es in mittlerweile auch fast 50 Jahren noch nie erlebt, dass jemand den Privatmüll von Wohnhäusern durchstöberte, um daraus zu klauen. Es ist ein Trugschluss (und deshalb untervertretbare Diffamierungsrhetorik, dass so etwas nur im „Knast” nicht vorkäme. Es ist ein spezifisches Problem mancher Gegenden.

> Und dann noch die informatikerdumme Belehrung über “alle”.

Zur Information: Der hat versucht, mich zu belehren, nämlich darüber, dass er der wäre, den hier alle kennen, und es ihm alle gestattet haben. Was das mit einer „informatikerdummen Belehrung” zu tun haben soll, wenn man sich selbst davon ausnimmt, (die anderen Nachbarn kannten den übrigens auch nicht, es war also eh gelogen), ist mir schleierhaft. Muss man solche Lügen einfach akzeptieren um nicht „informatikerdumm” zu sein? Und ich habe auch niemanden getroffen, der ihm das erlaubt haben will. Das war also nicht „umgangssprachlich”, das war einfach nur gelogen. So einfach. Und man muss nicht Informatiker sein, um etwas gegen Lügen zu haben.

> Solche kindischen Nervensägen beweisen damit dass sie überhauptnichts begriffen haben

Was genau müsste man denn begriffen haben?

> Da klettert eine arme Sau im Müllcontainer rum,

Schon wieder falsch. Der stand nicht im Müllcontainer. Der stand davor und hat mit einem langen Greifwerkzeug darin herumgestochert. Das war auch keine arme Sau, sondern ein professioneller Wertstoffdieb. Da kann man mal sehen, was Du alles an falschen Unterstellungen aufbaust, um andere Leute zu beschimpfen und zu diffamieren.

Dumm wie Holz, Unterstellungen nach Weltbild und Zwangsideologie, mit Dreck werfen und hinter Pseudonymen verstecken. Unterste Kategorie. Kanalratten des Internet.


emannzer
15.6.2014 18:47
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Tja, Berlin ist halt Müll (Polemik)

Ich mochte diese Stadt noch nie und und werde sie und auch niemals mögen. Aber eines ist mal klar: sie (die Garbedge-Worker) werden dort herum-stochern, bis nicht mehr zu finden ist. Und anschließend das große Wehklagen vorantreiben und anfeuern.

Zum Artikel: Ähnliches erlebt man auch in anderen Städten. Und meistens muss man das auch noch ertragen sollen …