Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Eine Korrelation ist noch keine Kausalität

Hadmut
29.4.2014 21:15

Once again…


15 Kommentare (RSS-Feed)

maSu
30.4.2014 10:45
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Naja, evt. sind viele der Kinder, die mit 10 Jahren bereits “dick” bezeichnet wurden auch evt. wirklich einfach nur dick und ändern nichts daran?

Die Forscher können ja mal ausrechnen, wieviel kcal durch den Satz “du bist dick!” zugeführt werden… müssen ja zehntausende sein!


maSu
30.4.2014 11:58
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Nachtrag: Mit “Du bist dick” könnte man ja glatt den Hunger in der Welt besiegen!


Weil ich ein Mädchen bin.
30.4.2014 13:16
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Wieder mal so ein Artikel bzw. Studie bei der nur “Mädchen” wichtig sind und kein Hinweis darauf ob dies auch bei “Jungen” zutrifft.

Man müsste Janet Tomiyama mal fragen ob das auch z.B. für “Du bist blöde” gilt 🙂


lda 1
30.4.2014 19:34
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Ob “Du bist so superduper Klug” oder “Du bist ja ein richtiger Weltherrscher” auch klappen?
Gleich mal paar Kinder in die Welt setzen und testen 😛


HF
30.4.2014 20:44
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> auch z.B. für “Du bist blöde” gilt.
Da bin ich mir fast sicher.
Voodoo-Zauberpriester beherrschen noch ganz andere Kunststücke.


Claus
30.4.2014 22:02
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Es gibt durchaus Studien, die den Verdacht nahe legen, dass eine recht sichere Methode, Erwachsene mit Essstörung zu erhalten, in der Beeinflussung der Ernährung der Kinder liegt, z.B., weil die Eltern die Kinder zu dick oder zu dünn finden.

Mit “Du bist blöde” erreicht man m.E. Ähnliches, denn irgendwann wird es geglaubt. Ich habe viele Leute in Mathematik scheitern sehen, die einfach nur fest davon überzeugt waren, dass sie “das nicht können”.

Aber dazu kenne ich keine Studie …


Missingno.
30.4.2014 22:16
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Das erklärt natürlich, warum ich nicht zunehme. Ich werde schon immer als dünn bezeichnet.
Gilt jetzt auch der Zusammenhang zwischen Spam-Mails und Penislänge?


TV
1.5.2014 1:23
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Hm, und das noch in USA?-seltsam, die sind doch alle nur Gerippe 😉 Jetzt wissen wir halt woran es liegt, da hat die Nahrungsindustrie, Werbung und Agrarpolitik damit absolut nichts zu tun, es sind die, die einem Kind am nächsten stehen daran schuld, wenn sie auf die junge Psyche so draufhauen.


toff
1.5.2014 6:22
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Wir sind leider sozial, d.h. widerlichen Effekten wie ruppenzwang oder Selbstwertabhängigkeit durch Vergleich mit oder Anerkennung von Peers ausgesetzt – weitgehend schutzlos ausgesetzt, vor allem in jungen Jahren.

Asozial im wahrsten Sinne des Wortes zu sein, wäre daher gar nicht so übel – wenn man es denn könnte, denn wir sind genetisch auf Sozialverhalten bestimmt. Wenigstens kann man antisozial und damit rational sein, um sich den niederträchtigen und niederdrückenden, ja oft vernichtenden (Teenagerselbsmorde sind reichlich) sozialen Effekten wenigstens bewußt zu entziehen.

Wie extrem das Leben des Einzelnen von der Behandlung durch andere im Sozialverband (Herde,Rotte, Schulklasse,…) bestimmt wird, zeigt u.a. diese Studie:

http://slatestarcodex.com/2014/04/26/stop-confounding-yourself-stop-confounding-yourself/

The study took some British kids in 1958, sorted them by how much they got bullied, and checked how they did forty years later. In fact, the frequently bullied kids had nearly twice as much psychiatric disease, were twice as likely to attempt suicide, were twice as likely to drop out of high school, and even had double the unemployment rate. Worse physical health, worse cognitive function, less likely to get married, et cetera, et cetera.

So let’s take another look at those confounders we supposedly controlled for. Where’s height? You think short kids are bullied more often than tall kids? I do. Height is closely related to career success, to attractiveness to the opposite sex, increased happiness and self-esteem, and decreased psychological morbidity. This is something every bully knows intuitively, but which the Takizawa study didn’t think of and therefore couldn’t control for.

Given extraordinary results, like being bullied at age seven making you 25% less likely to be married at age fifty,


Holger
1.5.2014 10:16
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So ganz trifft die Kritik hier nicht zu. Die Sueddeutsche zieht hier Schlüsse, die die Forscher bislang nur vermuten:

“Die Forscher vermuten, dass diese Zuschreibung,das sogenannte Label, die verheerende Wirkung auf den Hüftspeck entfaltet.”

Die Kritik müsste als eher die Sueddeutsche wegen verzerrter Berichterstattung treffen (once again, of course)


Peter
1.5.2014 11:15
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Ich denke diese Forschung hat Potenzial für einen Nobelpreis.

Irgendwo auf der Welt eine Hungersnot. Die Mädchen kann man retten. Man muss Ihnen nur sagen, das Sie dick sind.
Die Krankenkassen werden Millionen einsparen. Magersüchtige Mädchen, kein Thema mehr. Sag Ihnen einfach, das Sie dick sind und schon kann man sich die Therapiekosten sparen.

Wenn das die Weltgemeinschaft weiter erforscht und auf andere Bereiche ausdehnt. Das hat was.
In der Tierproduktion. Weibliche Tiere bekommen vor der Geschlechtsreife suggeriert, sie seien dick.
In der Forstwirtschaft. Ein junges Bäumchen erhält in jungen Jahren die Info das es dick sei und man bewirkt dadurch ein enormes Dickenwachstum.

Dagegen ist das finden des Heiligen Gral’s oder des Stein der Weisen kalter Kaffee.


Emil
1.5.2014 11:57
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Ich dachte immer, das sei umgekehrt. Wenn Mädels meinen, dass sie zu dick sind, führt das unweigerlich zur Bulimie und sie sind hinterher rappeldürr.


Hadmut
1.5.2014 12:48
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> Ich dachte immer, das sei umgekehrt. Wenn Mädels meinen, dass sie zu dick sind, führt das unweigerlich zur Bulimie und sie sind hinterher rappeldürr.

Dachte ich auch immer. In der Schulklasse hatten wir eine, die von einigen als „Fette Klunte” verspottet wurde. Die hat sich dann irgendwann auch nur noch von einem halben Apfel und einem Löffel Joghurt ernährt und ist total abgemagert.


Manfred P.
1.5.2014 12:57
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Ich bin schon beeindruckt, und zwar sehr. Der menschliche Stoffwechsel ist eine so dermaßen komplizierte Geschichte und hängt von so vielen Einflussfaktoren ab, dass ich Stunden bräuchte, um nur all die aufzuzählen, die mir spontan einfallen, also z.B. Zusammensetzung der Ernährung, Hormonhaushalt, Körperbau, Bewegungsaktivität, Zusammensetzung der Darmflora, psychologische Einflüsse, …….

Und jetzt soll ein Zusammenhang ermittelt worden sein zwischen “Du bist dick” und Körpergewicht…

Was für ein Scheiß, also ehrlich.

Kapieren die denn nicht, dass man die anderen Parameter entweder konstant halten oder deren Auswirkungen kennen muss, um den Effekt eines einzelnen Parameters bestimmen zu können?

In der Praxis geht das nicht. Deswegen kann man eigentlich nicht viel geben auf die meisten Ernährungsstudien.


Andreas
3.5.2014 15:36
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Mädchen haben schon seit 100 Jahren bessere Schulnoten als Jungen
“Jungen sind in der Schule besser in Mathematik und wissenschaftlichen Fächern, Mädchen eher in Sprachen. Das ist ein Vorurteil, nach Erkenntnissen von kanadischen Wissenschaftlern, galt das auch früher kaum. Schon fast ein Jahrhundert lang hätten Mädchen, wenn man die gesamte Schulzeit und nicht nur einzelne Tests betrachtet, besser als die Jungen abgeschnitten. Damit würde auch die in manchen Männerkreisen zirkulierende Vorstellung einer seit einiger Zeit entstandenen Benachteiligung der Jungen durch eine zunehmend von Frauen und Lehrerinnen geprägte feminine Kultur in den Bereich der Phantasie verwiesen.”

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41632/1.html

Die Studie http://psycnet.apa.org/psycinfo/2014-15035-001/ ist nur gegen Bares erhältlich.