Ansichten eines Informatikers

Lanz gegen Wagenknecht: Lanz hat Recht!

Hadmut
23.1.2014 22:12

Nachdem mir gerade einige übel nahmen, dass ich zu der Lanz-Wagenknecht-Affäre geschrieben habe ohne es gesehen zu haben, nun ein Update, nachdem ich es gesehen habe:

Markus Lanz hatte eindeutig Recht und richtig agiert. Die Petition und das Mediengezeter sind verfehlt und unbegründet.

Ich hatte gerade etwas Zeit, weil ich Abendessen gekocht und gegessen habe und dabei meinen Wohnzimmerfernseher sehen kann. Und nachdem gerade nichts Gescheites im Fernsehen kam und ich neuerdings einen Fernseher habe, der direkt auf die ZDF Mediathek zugreifen kann, habe ich mir diese Sendung gerade mal angesehen.

  1. Ich verstehe die Aufregung nicht, nicht mal ansatzweise. Für Talk-Show-Verhältnisse war das im unteren Viertel auf der Dissenz-Skala. Da habe ich schon viel schlimmere Sendungen erlebt, in der die Leute alle durcheinander reden. Nur beschwert sich offenbar keiner mehr, wenn Frauen moderieren oder Frauen durcheinander reden. Oder Männer untereinander. Lanz hat ein paarmal nachgehakt, aber das war nichts, was ich mir überhaupt gemerkt hätte, wenn’s nicht diesen Trubel gegeben hätte.

    Völlig aufgebauscht und weit übertrieben.

  2. Es wird immer so getan, als hätten alle die arme SarahSahra Wagenknecht bedrängt und nicht ausreden lassen. Wenn man sie Sendung aber vom Anfang an schaut, fällt einem auf, dass Wagenknecht selbst damit angefangen hat, dem Journalisten Hans-Ulrich Jörges ständig ins Wort zu fallen, in zu unterbrechen, gleichzeitig mit ihm zu reden, obwohl er das Wort hatte, und ihn mit ihrer Kettensägenstimme zu übertönen. Das schlechteste und unverschämteste Benehmen hatte eindeutig Wagenknecht, die von allen das Rederecht anderer am wenigsten respektiert und am meisten dazwischengeredet hat. Die hat so eine richtig unverschämte rotzfreche Art, die Rede anderer zu stören und unverständlich zu machen, wenn die was sagen, was ihr nicht passt.

    Warum erwähnt das niemand?

  3. Die Hauptachse dieses Disputes war nicht Lanz-Wagenknecht, sondern Jörges-Wagenknecht. Lanz hat sich sogar oft herausgehalten.

  4. Nach den Zeitungsberichten hatte man den Eindruck, Lanz hätte Wagenknecht nicht zu Wort kommen und keinen Satz zu Ende reden lassen. Das stimmt nicht. Die hat sogar sehr viel geredet, lange Strecken ungestört, und sie redet wie ein Wasserfall.

  5. Lanz hat sich nicht gerade geschickt angestellt, aber Wagenknecht nervt auch massiv und erzwingt das regelrecht, dass sie so behandelt wird.

  6. Ich fand das völlig richtig, dass Lanz da reingehauen hat. Vielleicht nicht den Stil, aber dass er es getan hat und die Intensität waren völlig richtig. Im Gegenteil, ich hätte die noch stärker angegriffen, wenn ich Moderator gewesen wäre.

    Wagenknecht hat einen unterträglichen Schwafelstil. Sie reagiert nicht auf Fragen, beantwortet nichts, und missbraucht das Gespräch nur, um ihre Phrasen zu dreschen so nach dem Motto „Jetzt bin ich dran”. Das ist auch eine Art von Unverschämtheit gegenüber dem Gesprächspartner, wenn man das völlig ignoriert, was andere sagen, und nur Monologe wie von einer kommunistischen Kanzel herunterpredigt.

  7. Wagenknecht redet – wie immer – nur Mist daher. Die strotzt da vor leeren Phrasen und benutzt – wie der Journalist Jörges richtig feststellte – eine ziemlich dreckige Rhetorik, mit der man die meisten Bürger täuschen kann, nämlich indem sie offensichtlich richtige (aber bedeutungslose oder -arme) Aussagen trifft, zu denen man leicht zustimmt, und dann immer huckepack irgendeinen ideologischen Unsinn mit draufpackt, den die Leute dann mitschlucken wie das Kind, dem man die bittere Medizin in süßer Marmelade versteckt.

  8. Auffällig war auch, dass Wagenknecht – wie immer – wieder nur hole Phrasen drischt und die Linke als das allein Seligmachende hinstellt, aber zu keiner einzigen Frage konkret sagt, wie man es machen soll und was sie eigentlich vorhaben. Das Lafontaine-Prinzip: Großes Maul, zu nichts ne Lösung oder einen konkreten Vorschlag. Deshalb ist der ja damals auch als Minister gleich wieder abgehauen, weil er da plötzlich was machen sollte.

    So war das völlig richtig, dass Lanz da reinfragte, ob sie nun für oder gegen den Euro sind. Denn Wagenknecht hat nur gezetert, aber nie gesagt, was sie eigentlich wollen oder machen würden, wenn sie an der Macht wären.

    An anderer Stelle hat sie – wie immer – behauptet, dass unsere Regierung so völlig schlecht und miserabel ist, gleichzeitig aber gibt sie zu, dass Deutschland in Europa am stärksten dasteht, so schlecht also dann doch nicht sein kann. Diesen sehr offenkundigen Widerspruch übertüncht sie, indem sie so unaufällig im Nebensatz sagt, dass wir hier in Deutschland „Glück hätten”. Lanz beißt rein und fragt, mehrmals, was daran eigentlich das Glück sein soll, worin sie das den Anteil des „Glücks” sieht. Eigentlich gut gemacht, denn das war ja wieder eine der leeren Schwafeleien Wagenknechts.

    Und wenn man richtig hinschaut und zuhört, hat Lanz damit auch Erfolg. Wagenknecht kommt total ins Schwimmen und kann das überhaupt nicht beantworten, versucht sich dann über die Lautstärke und die Themenflucht zu retten. Lanz hakt nach und lässt sie nicht los. Völlig richtig, das zu tun. Es wird sofort sichtbar, dass Wagenknecht nur hohle Phrasen schwingt, aber nichts konkret begründen oder ausführen kann. So richtig vorgeführt.

Ich halte die Aufregung und die Petition nicht nur für unbegründet. Viel schlimmer: Ich halte sie für einen Angriff auf die Medien- und Pressefreiheit. Denn gar zu offenkundig ist, worum es hier geht: Leute persönlich anzugreifen und unter Druck zu setzen, die sich wagen, linke Propaganda in Frage zu stellen.

Ich habe das ja auf der Jahrestagung von Netzwerk Recherche erlebt, wie aggressiv und intensiv man da einen Journalisten angegriffen hat, der das linke Massentheater in Frage stellte. Richtig unter Druck gesetzt und persönlich angegriffen.

Dasselbe erleben wir hier. Lanz stellt Wagenknechts Geschwafel in Frage, Wagenknecht bricht sofort ein, Lanz wird dafür an den Pranger gestellt, eingeschüchtert und abgesägt. Ein Frontalangriff auf die Pressefreiheit. Und fast die ganze Presse macht dabei auch noch mit. Wieder so eine #Aufschrei-Aktion, um die Bevölkerungsmeinung zu manipulieren.

Ich kann jedem nur dringend empfehlen, dafür Sensibilität und Aufmerksamkeit aufzubauen, und insbesondere den Printmedien nicht mehr alles zu glauben.

127 Kommentare (RSS-Feed)

Frauenhaus - Von Frauen. Für Frauen.
23.1.2014 22:25
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Sehe ich das richtig? Das ist dein achter Artikel heute?

Wow, Hadmut. Respekt.


Bertram
23.1.2014 22:29
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@ Netzwerk Recherche

Haben Sie über diesen Vorfall schon einmal geschrieben oder kann man darüber nachlesen, villeicht gar sogar diesen als Video sehen?

Würde mich sehr sehr interesssieren wie das im Detail abgelaufen ist. Da tritt nämlich der Problemdrache an den Tag aus seiner Höhle! 😉 Das würde ich gern sehn und studieren.


Hadmut
23.1.2014 22:31
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@Betram: Ja, ich glaube ich habe damals was drüber geschrieben.

Videos gibt’s da nicht, obwohl das im Norddeutschen Rundfunk, gleich um die Ecke von der Tagesschau stattfand. Die achten sehr darauf, was man auf Video zu sehen bekommt und was nicht.


maSu
23.1.2014 22:30
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Und genau aus dem Grunde gucke ich solche Sendungen gar nicht erst:
Die Leute fallen sich dauernd ins Wort, kommen dennoch nie auf den Punkt und am Ende wird immer gejammert und geschrien. Und das alles bei einem Informationsgehalt, der meistens leider nicht über die magische Null hinaus kommt.

Aber zur Petition: Ich bin da ganz unaufgeregt. Sollen doch Millionen unterzeichnen, völlig egal. Die BILD-Zeitung kann da viel mehr Leute mit viel weniger Gründen aufregen. Es wird sie immer geben, diese Leute, die dann vor Wut schäumen.

Wer zu Lanz in die Sendung geht, der kennt das Format und weiß dass es da um reine Selbstdarstellung geht. Also wer sich hinterher beschwert, dass das eigene Ego gelitten habe, der hätte das Gehirn vorher einschalten sollen und zuhause bleiben sollen 😉


Carsten Steinmeier
23.1.2014 22:37
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Da bleibt doch nur die Frage nach einer Gegenpetition, denn die sind ja derzeit auch in mode


Andy
24.1.2014 0:02
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Eine Bitte: könntest Du vielleich in Zukunft wenn Du Dich auf vorherige Blogeinträge von Dir beziehst oder “ein Update abgibst” irgendwo in der Einleitung einen kleinen Link dahin setzen? Wäre toll.


Hadmut
24.1.2014 0:03
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Werd ich tun. Mach ich eigentlich auch fast immer.


Peter
24.1.2014 0:18
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“behauptet, dass unsere Regierung so völlig schlecht und miserabel ist, gleichzeitig aber gibt sie zu, dass Deutschland in Europa am stärksten dasteht, so schlecht also dann doch nicht sein kann.”

Kommt darauf an, was man als schlecht definiert.
Ich verfolgen zur Zeit nur nebenbei das Thema Wirtschaft.
Kann also durchaus sein, dass ich falsch liege.
Es sieht für mich aus, dass Deutschlands durch Lohndumping
einen Wettbewerbsvorteil im Ausenhandel erreicht und
primär dadurch besser dasteht.
Die Divergenzen bei den Lohnstückkosten zwischen den Ländern ist also zu groß.

Lohndumping bedeutet in dem Kontext,
dass der Lohnzuwachs geringer ist
als Produktivitätszuwachs + Inflation
(was für alle schlecht ist,
da dies bedeutet dass in Zukunft die Nachfrage fällt).

Lohndumping ist für andere Länder nicht zwingend schlecht,
da dies prinzipiel durch den Wechselkurs abgefangen werden kann.
Wenn ich dass richtig verstehe müsste,
die deutsche Währung aufwerten.

Allerdings ist Deutschland teil der europäischen Währungs Union,
was dazu führt, dass der Wechselkurs es nicht abfängt,
da die anderen Länder als ‘Gegengewichte’ fungieren.
Dadurch werden die anderen Länder geschädigt, da in Wirklichkeit quasi der ‘deutsche’ Euro einen anderen Wert hat als der
‘italienische’ Euro, diese aber gleich behandelt werden
(der deutsche Euro ist quasi unterbewertet?).

Anders gesagt: Deutschland häuft sich im Ausenhandel ein Bilianz Überschuss an (sogar ziemlich stark), während sich das Ausland verschuldet (Zwangsweise, da Nullsummenspiel).

Abgesehen davon ist die deutsche Situation zwar besser,
aber denoch nicht gut. Die Arbeitslosigkeit geht nicht zurück,
der Wirtschaftwachstum basiert quasi nur auf dem Export
(insgesamt nur 0,4% letztes Jahr) und die Investionsquote ist in Deutschland im Vergleich zur EU sehr niedrig.

Gleichzeitig sehe ich von der Regierung
kein Konzept zu Verbesserung der Lage, während
es genug Anzeichen gibt, dass Eurpa auseinander Bricht.
Meiner Auffassung nach eine schlechte Leistung.


Hadmut
24.1.2014 0:24
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Mag ja sein, aber erstens ist das nicht das Thema hier und damit hier verfehlt. Denn es geht darum, was Wagenknecht gesagt bzw. nicht gesagt hat. Es geht nicht darum, dass Du ihr zu Hilfe springst und jetzt hier sagst, was ihr nicht eingefallen ist.

Gelbe Karte. Das Thema hier ist die Talkshow von Lanz und die Petition, nicht was die Regierung falsch macht.


Gerd
24.1.2014 2:24
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Die Petition ist doch wieder einmal die Standard-Methode, wie die Linke (nicht nur die Partei) mit Kritikern und Widerspruch umgeht: mobben, einschüchtern, verbieten, Berufsverbot.

Ekelhaftes Volk von Neostalinisten.


Fry
24.1.2014 5:08
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Ob man nun auf Lanz rumhackt oder auf Wagenknecht, ich glaube, da macht man so oder so nichts falsch.


Martin
24.1.2014 7:29
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Kann mich da nur vollinhaltlich anschließen. Ist schon ewig schade, das die DDR nicht so 10-15 Jahre weiterbestanden hat und dann richtig zusammengekracht ist. Und wenn wir die Leutchen den Dreck dann nicht mit üppigen Gaben in kürzester Zeit hätten vergessen lassen, dann würden die Wagenknechts, Gysis etc. keine Rolle spielen.

Btw: Die einzige Unterhaltung, die ich mir mit Frau Wagenknecht gerne ansehen würde, fängt mit dem Satz: “Haben Sie noch ein paar letzte Worte, Frau Wagenknecht?” an.


Peter Suxdorf
24.1.2014 7:31
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Ich glaube nicht, daß es hier primär um die linke Rote geht, bestenfalls geht es sekundär um Lanz. Hier bricht meiner bescheidenen Meinung nach etwas vom Zaun, was schon lange im “Volk” brodelt. Es ist die Es-reicht-jetzt-Stimmung. Ich habe mir die Sendung in Auszügen angeschaut. Prinzipiell versuche ich die Absichten, mit Hilfe des Ferrnsehens, mein Resthirn auf Einzellerniveau schrumpfen zu wollen zu vermeiden, aber hier blieb nichts anderes übrig, um mitreden zu wollen.

Ich gebe gerne zu, daß ich die Petition mitgezeichnet habe, wohl wissend, daß – wie jede andere Petition – sie keinen Erfolg hat, wohl wissend, daß es brennendere Themen gibt und wohl wissend, daß ich auf den Zug gen Einzeller aufgestiegen bin, aber es ist ein Akt der Verzweiflung, um darzustellen, daß das selbstverständliche Einverständnis oder die einverständliche Selbstverständlichkeit ein Ende hat, um Geld gezwungenermaßen aus meinem Portemonaie zu ziehen. Für eine Dienstleistung, die keine ist.

Von mir aus können die sich gegenseitig im Fernsehen die Köppe einschlagen, nur will ich diesen Driss nicht mehr bezahlen. Punkt.


anonym
24.1.2014 7:48
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es geht bei der Medienschelte mitunter auch gegen Frauen – wenn diese die falsche Meinung außer (Eva Hermann)


Norbert
24.1.2014 8:32
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Die Petition ist natürlich unsinn. Ich kann es schlicht nicht nachvollziehen!

Ansonsten widerspreche ich hier dem Hadmut. Man beachte nur einmal, wen der Herr Lanz mit “wir” meint. Er meint die Deutschen. Wir Deutsche leben aber nicht allein in Europa. Ich wünschte mir, er hätte mit “Wir” uns Europäer gemeint. Frau Wagenknecht hat nämlich Recht. Die deutsche Politik vernichtet Arbeitsplätze in Europa. Das waren keine hohlen Phrasen.

Ich glaube, so ganz allgemein fehlt in unserer Gesellschaft die Bereitschaft, sich mit den Argumenten des politischen Gegners auseinanderzusetzen.


Hadmut
24.1.2014 9:30
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@Norbert: Und was soll das mit dem Streit und der Petition zu tun haben? Darum ging es doch gar nicht.

> Ich glaube, so ganz allgemein fehlt in unserer Gesellschaft die Bereitschaft, sich mit den Argumenten des politischen Gegners auseinanderzusetzen.

Genau das hat Lanz versucht und genau das versucht die Linke zu verhindern: Dass man sich mit ihren Behauptungen näher auseinandersetzt. Die hat man zu glauben ohne drüber nachzudenken.


Michael
24.1.2014 8:44
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Die Wagenknecht ist schon optisch unerträglich anzusehen. Scheinbar reicht so ein billiges Propaganda-Niveau für das Stimmvieh völlig aus – das ist eher beängstigend. Man muß die Bürger in den Schulen usw. nur genug indoktrinieren, dann wählen die jeden Idioten.


Joey
24.1.2014 9:29
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Sorry, aber der Lanz gehört ausgebremst. Wenn ihm ein Gast gegen den Strich geht, fällt er ihm immer ins Wort, ein CDUler aber hingegen darf sein leeres Gesülze immer brav zu ende schwafeln. Das ist mir auch schon in anderen Sendungen aufgefallen (Plasberg), hier wird ganz klar Meinungsbeeinflussung zugunsten der amtierenden Parteien betrieben. Ein Grund mehr die ÖRs auf ein Demokratisch verträgliches Niveau runter zu fahren. Das ganze Thema hat mit der Wagenknecht in meinen Augen gar nix zu tun, hier schlägt dein Genderfrauenradar unberechtigt an, Hadmut.


wirsing
24.1.2014 9:56
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“Mag ja sein, aber erstens ist das nicht das Thema hier … Gelbe Karte” LOL hier widerspricht sich der Meister wieder selbst, sonst heult er immer rum wenn keine Details und Erklärungen angegeben werden und wenn doch wie hier ‘ist das nicht das Thema’ – LOL. Danisch lass die Finger von (Volks-)Wirtschaftsthemen davon hast du wirklich gar keinen Schimmer und blamierst dich jedesmal sobald du das Thema auch nur berührst. Merkst du deine eigene Argumentationsunlogik nicht selbst, sonst stellt du dich auch nicht so tölpelhaft an.


Hadmut
24.1.2014 10:31
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@wirsing:

Höchst aufschlussreich. Ging der Streit nicht vorgeblich um den Gesprächsstil und nicht die Standpunkte?

Oder ist das alles doch nur Vorwand und in Wirklichkeit geht es darum, nicht-linke Journalisten abzuschießen? Wird Lanz gar nicht wegen des Stils, sondern weil er linke Ansichten in Frage stellt, abgesägt? Anders könnte ich mir Deine Kommentare nicht erklären.


john
24.1.2014 9:59
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“Lanz raus aus meinem Rundfunkbeitrag.” Dem ist, ganz unabhängig von dieser dämlichen Talkshow, voll zuzustimmen. Ein Kostgänger weniger.


Heratos
24.1.2014 10:38
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Ganz eine ganz simple, kurze Frage:
Kann es sein, dass du eine Abneigung gegen Links besitzt?


Hadmut
24.1.2014 11:39
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@Heratos:

> Kann es sein, dass du eine Abneigung gegen Links besitzt?

Ja. Seit dem Studium, als linke Spinner die ganze Universität mit ihrer Ideologie terrorisiert haben.

Mein Abneigung bezieht sich dabei gar nicht mal primär auf die Inhalte, sondern in erster Linie auf die Methoden und den Verbreitungsstil, die für massiv undemokratisch und unvertretbar halte. Insbesondere die fiese Rhetorik, die Umdefinition von Begriffen, die Desinformation und Informationsfälschung, die Sprachveränderung, die Zensur und die ständige Manipulation gehen mir auf den Wecker.

Aber ich habe die Abneigung nicht nur gegen Links, sondern jede ideologisch betriebene Politik, egal in welche Richtung. Gegen Rechts genauso. Nur fällt mir bei den Linken immer wieder dieser manipulative, demagogisch-zensurbasierte Stil auf, und dass das häufig auch mit Betrug, Schwindel und Korruption einhergeht. Wenn man demokratisch ist, kann man sowas gar nicht akzeptieren.


Johanna
24.1.2014 10:48
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@Joey: Regen Sie sich ab! Was soll denn bitte dieses “demokratisch verträgliche Niveau” sein, welches Sie fordern? Dass es genügend Linke Journalisten in öffentlich-rechtlichen Redaktionen gibt, scheint Sie gar nicht zu stören?

Das es Frau Wagenknecht ist, die anderen ständig ins Wort fällt, habe ich in Kommentaren zu anderen Artikeln bereits erwähnt – lange vor dieser Sendung. Was mich vielmehr verwundert ist die Tatsache, dass sich politisch links orientierte Menschen ernsthaft darüber wundern, dass es in Adenauers Herz-Jesu-Sender eine durchaus beachtliche Anzahl von Redakteuren und Moderatoren gibt, die der bürgerlichen Mitte (z.B. Herr Lanz) oder gar konservativen Rechten zuzurordnen sind und ihre Sendungen entsprechend gestalten.

Wahrscheinlich kennen jüngere Leute den Begriff “Herz-Jesu-Fernsehen” aber gar nicht mehr. Was Sie, Joey, fordern ist nicht ein “demokratisch verträglicheres Niveau”, sondern eine im Kern ausschließlich linke Ausrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Lanz gehört nicht ausgebremst. Im Gegenteil braucht es mehr Personen wie Lanz – vor allem solche, die das jornalistische Handwerk besser beherrschen als er. Dann wäre der ÖR auch wieder ausgeglichener.


RedHead
24.1.2014 11:15
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@Peter: Ich würde einingen deiner Punkte zustimmen und ich würde noch noch viel mehr drauf hauen. Aber so wie ich das sehe (und im Moment glaube ich da Hadmut, weil ich die Sendung selbst nicht gesehen habe), hat Frau Wagenknecht all diese Dinge nicht gesagt, sondern lediglich Phrasendrescherei betrieben. Das ist hochgradig unprofessionell. Ich sehe mich ja selbst als sehr links und für mich sieht es klar so aus als hätte die Merkelclique dafür gesorgt, dass Griechenland immer weiter im Chaos versinkt nachdem die Souveränität des griechischen Volkes aufgehoben wurde (Papandreou wurde damals zum Rücktritt gedrängt, als er die Griechen über das “Hilfspaket” abstimmen lassen wollte). Davon profitiert durchaus die deutsche Wirtschaft (faule Kredite deutscher Banken an die Griechen werden getilgt, deutsche Waffen werden immernoch an Griechenland verkauft etc.), damit hat die CDU auch letztes Jahr sehr erfolgreich Wahlkampf zur Bundestagswahl gemacht (“Für eine Starke Wirtschaft. CDU”) und dabei keineswegs gelogen. Wer aber nicht davon profitiert sind die deutschen Arbeiter (genauso wenig die griechischen), die den Mist finanzieren müssen und dies letztendlich durch sinkende Reallöhne tun (ich verkürze an dieser Stelle stark, das ist mir klar). Genau hier würde ich von einer linken Politikerin erwarten, mal so richtig drauf zu hauen (mit Argumenten, nicht mit Phrasen) und darauf hinzuweisen, dass eine funktionierende Wirtschaft zwar sehr wichtig ist, aber die Arbeiterklasse gefälligst auch beteiligt werden soll. Eine linke Politikerin, die das nicht selbst auf die Reihe bekommt, wenn sie auch noch Fragen geliefert bekommt die genau darauf abzielen ist unfähig. Wenn das so lief wie Hadmut beschrieb, dann hätte Wagenknecht eigentlich dankbar für die Stichworte sein müssen.
Mir graut es vor solchen Linken, aber auch vor deren Anhängern. Aber in unserer Demokratie sind es eben solche Populisten, die Wählerstimmen ziehen und das ist sicher kein rein linkes Problem.


euchrid eucrow
24.1.2014 11:41
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@martin
ja,ja, schon klar. der westen hat das feuer vor zwanzig jahren in den osten gebracht und alles östlich der elbe hat voller demut im staub zu liegen.


beeblebrox
24.1.2014 11:42
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… der ÖR-Berg kreiste mal wieder und gebar eine Maus – bzw. eine Petition.
Also ich finde es immer wieder beachtlich wie es die traditionellen Massenmedien, allen voran die ÖR es schaffen um sich selber zu drehen und den Eindruck zu vermitteln, als seien sie das Zentrum des Universums.

Worum geht’s:
Um eine recht unwichtige Unterhaltungssendung im Spätabendprogramm mit einem zugegebenermaßen wenig eloquenten – um nicht zu sagen langweiligen Moderator und eine sehr viel sprechende, aber nicht viel sagende Oppositionspolitikerin.

Offenbar verlief nach Ansicht einiger Anhänger der Oppositionspolitikerin diese Talkshow nicht so, wie man sich das vorstellte, wodurch sich einige bemüßigt sahen eine Petition gegen den Moderator zu starten.

Zur gleichen Zeit

– sterben täglich Menschen in Syrien an Hunger und Folter,
– schlagen sich in Kiew die Leute die Köpfe ein,
– verabschiedet sich die EU auf Druck der Wirtschaft von ihren Klimazielen
– treiben völlig außer Kontrolle geratenen Geheimdienstler ihre Spielchen,
– verpulvern unfähige und/oder korrupte Politiker und Beamte Steuergelder in Milliardenhöhe für fragwürdige Prestigeprojekte,
– boykottieren hoch bezahlte Lobbyisten mit allen Mitteln jegliche EU-Regelung zum Daten-, Verbraucher- und Umweltschutz,
– setzen Schattenbanken wie Blackrock und Konsorten alles daran zunächst den Euro und schließlich die europäischen Sozialsysteme erst sturmreif zu schießen und schließlich zu beerdigen.

.. währenddessen hierzulande über eine völlig niveau- und belanglose Talkshow gestritten wird.

Wer dabei nicht an gezielter Massenverdummung denkt, dem ist nicht mehr zu helfen.


Morph
24.1.2014 11:46
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Ich habe mir den Ausschnitt ebenfalls zu Gemüte geführt und auch im Hinblick auf frühere Sendungen finde ich den Lanz einfach schrecklich. Ständig quatscht er überall rein, hört sich selbst gerne reden, lässt niemandem ausreden und stellt ständig blöde zwischenfragen und versucht sein Gegenüber auf das eine oder andere Extrem festzunageln.

Dies ist meine Beobachtung unabhängig von den Gesprächspartnern oder Meinungen die diese vertreten. Er hat auch gute momente wo er jemanden etwas erklären lässt. Aber mich stört es grauenhaft wenn er eine Frage stellt und dann möchte man gerne die Antwort hören, doch nach den ersten 2 Silben stellt er schon wieder eine Frage oder quatscht dazwischen ala “Was verdient man da?”.

Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen Moderatoren die hinterfragen und bissig nachfragen, jedoch mag ich den Stil von Lanz gar nicht und auch generell kann ich solchen Talkshows wenig abgewinnen. Da werden komplexe Themen gemischt und alle in Mundgerechten 30 Sekunden Portionen abgearbeitet, jemanden ausführen zu lassen ist beinahe unmöglich. Mir misfällt einfach diese Gesprächskultur die hier gezeigt wird mit einem Moderator der in meinem Augen nicht dafür geeignet ist.


derherold
24.1.2014 11:54
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@Peter,”Es sieht für mich aus, dass Deutschlands durch Lohndumping
einen Wettbewerbsvorteil im Ausenhandel erreicht und
primär dadurch besser dasteht.
Anders gesagt: Deutschland häuft sich im Ausenhandel ein Bilianz Überschuss an (…), während sich das Ausland verschuldet (…).

Die Arbeitslosigkeit geht nicht zurück,
der Wirtschaftwachstum basiert quasi nur auf dem Export
(…) und die Investionsquote ist in Deutschland im Vergleich zur EU sehr niedrig.”

Gut, daß Sie diese Meinung äußern. Da kann ich weiterhelfen und aufklären:

a) Die Löhne der “Exportindustrie” sind die höchsten Industriearbeitslöhne in Europa. “Das” Ausland, das sich (gegenüber Deutschland) verschuldet, ist hauptsächlich GB, USA. Innerhalb der Eurozone sind deutsche Exporte und Importe nahezu ausgeglichen !

b) Lohndumping findet statt … aber im Bereich wenig qualifizierter Arbeit, daman sonst nicht weiß, wie die vom weltoffenen Bildungssystem produzierten Arbeitskräfte beschäftigt werden sollen. “Die (Export-)Industrie” hat damit am wenigsten zu tun.

c) Der “Pro-Kopf-Handelsüberschuß” in Dänemark, Schweden und NL ist doppelt so hoch wie in Deutschland.

d) Wenn ich micht irre, fordern weltoffene Funktionäre starke Einwanderung und die Linke widerspricht nicht. Infolgedessen muß Ihre Meinung zum Thema Arbeitslosigkeit falsch sein.

e) Die industriespezifischen Investitionen (=Ausrüstungsinvestitionen) sind in D. genauso hoch wie im EU-Mittel. Die geringere Gesamtinvestition(squote) beruht auf den geringeren Bauinvestitionen, was nach der Überinvestitione in Ostdeutschkand und der Zerschlagung der sog. Eigenheimzulage 2005 nicht überrascht.


derherold
24.1.2014 12:07
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“deutsche Waffen werden immer noch an Griechenland verkauft”

Ich frage mich, wie man sich nach den Erfahrungen der letzten Jahre immer noch von den kleinen demagogischen Spielchen unserer korruoten Presse hereinlegen lassen kann.

Es könnte ja auffallen, daß im Zusammenhang mit “Waffen für Griechenland” seit vier Jahren keine absoluten Zahlen vorgelegt werden.

Wie wäre es denn damit: Die deutschen “Waffenxporte” sind volkswirtschaftlich völlig bedeutungslos. Griechenland hat im wesentlichen eine Fußsoldaten-Armee und praktisch keine eigene “Rüstungsindustrie”.

Seit 1990 hat sich in Griechenland der Anteil der Militärausgaben am Staatshaushalt halbiert … was man gestern noch als “Friedensdividende” beeichnete. Wo da ein “Rüstungswettlauf” stattfinden soll, ist schleierhaft.

Ach ja, die “deutschen U-Boote” der Süddeutschen Z. (und angeschlossener Presseorgane) werden in Griechenland gebaut: Hellenic Shipyards unweit Athens.


Hadmut
24.1.2014 12:11
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@derherold und andere:

Könnt Ihr bitte hier mal alles rauslassen, was nicht mit dem Thema des Blog-Artikels zu tun hat? Tragt Eure politischen Bekenntnisse woanders aus.


Michael
24.1.2014 12:51
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Tja. Ein kompetenter Linke hätte vieler Leute Weltbild kaputt gemacht.
Wie hätte Hadmut reagiert, wenn sie z.b. eine europaweite Land Value Tax oder gleiche Energietarife für alle gefordert hätte? Aber das geht ja nicht, dann würde am TV ja echte Politik gemacht!


Hadmut
24.1.2014 13:02
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@Michael:

> Ein kompetenter Linke hätte vieler Leute Weltbild kaputt gemacht.

Aber vielleicht wäre ein Kompetenter auch gar nicht erst Linker gewesen.

> Wie hätte Hadmut reagiert, wenn sie z.b. eine europaweite Land Value Tax oder gleiche Energietarife für alle gefordert hätte?

Das Problem ist ja nicht, was sie gefordert hat, sondern dass sie alles vermied, was konkret war. Die beschränkt sich da allein auf Vorwürfe und irgendwelche Theorien. Das hat ja Lanz so auf die Palme gebracht, dass sie partout nicht sagen wollte, was genau sie eigentlich fordert. Denn dann hätte sie einen greifbaren Standpunkt gehabt. Sie vermeidet es aber, irgendwas zu sagen, was sie konkret tun wollen. Sowas zu fordern, wie Du vorschlägst, wäre ja ein Riesen Fortschritt, weil man dann mal wüsste, was die eigentlich wollen, und darüber diskutieren könnte.


Geisterkarle
24.1.2014 13:11
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Ich hab noch nicht genug Alkohol zu Hause, dass ich mir die Sendung auch mal antue, möchte aber zu einem der Punkte (2.), den du bringst etwas sagen:

Zuerst mal “blöde” gesagt: Nur weil die Wagenknecht anscheinend andere Leute unterbricht gibt das nicht automatisch das Recht, sie dann auch zu unterbrechen.
Davon abgesehen ist ein Unterschied zwischen ihr und Lanz: Sie ist Gast, er der Gastgeber; und damit ist er auch Moderator! Es ist vielleicht zu viel verlangt, aber ein guter Moderator hält die Diskussion am laufen und hält sich aber am besten raus! IMHO.

Wenn sich die Gäste gegenseitig ins Wort fallen kann man dass in einer hitzigen Diskussion noch als “Taktik” empfinden. Als Moderator müsste man da aber natürlich eingreifen, wenn das überhand nimmt! Hat er das? Oder “einfach” wie obig halt selber angefangen sie zu unterbrechen?
Wenn ich das richtig verstanden habe, hat dieser Hans-Ulrich Jörges ja auch fröhlich unterbrochen; aber dieser ist/war auch Gast und “darf” das. Das sich Lanz dann anscheinend hier auf dessen Seite gestellt hat ist aber einfach ein No-Go; vor allem da er ja auch während der Sendung mit seiner Meinung – die “leicht” entgegen Wagenknecht ist/war – kokiert hat! Wie gesagt: Das ist für einen Moderator in einer Politiksendung nicht tragbar!

Letztlich muss man ja sagen, dass es jetzt nicht wirklich einer Petition bedurft hätte, um die Erkenntnis zu gewinnen, dass Lanz für so ein Format völlig untauglich ist… das wussten alle mit mehr Hirn, wie 3m Feldweg, schon davor!

Aber naja, wie war das mit dem Sack und man trifft immer den richtigen … in der Runde wohl ohne Probleme nachvollziehbar!


derherold
24.1.2014 13:17
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Entschuldigung.


Kunter
24.1.2014 13:30
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Ich möchte ausdrücklich keine politsche Wertung abgeben.
Inhaltlich muss ich hier Morph zustimmen. Der Herr Lanz scheint einfach intellektuell nicht in der Lage gute Gespräche zu führen. In dieser Sendung war es besonders dümmlich.


RedHead
24.1.2014 13:34
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OK, dann zurück zum Thema:
http://taz.de/Nach-TV-Interview-mit-Wagenknecht/!131637/

Interessant finde ich folgendes:
„Allein durch die Konstellation – also, eine Frau gegen zwei Männer – entstand zwangsläufig der Eindruck: Das ist jetzt unfair. …”

Lanz macht also in seiner Entschuldigung einen auf Feminist und stellt Frauen als minderbemittelte Diskussionspartner dar, die man mit Samthandschuhen anfassen müsse.
Und schonwieder ärgere ich mich, dass ich das Gehalt von solchen Leuten bezahle.


Hadmut
24.1.2014 13:36
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> und stellt Frauen als minderbemittelte Diskussionspartner dar, die man mit Samthandschuhen anfassen müsse.

Darauf läuft’s mit der Petition und den ganzen Presseberichten aber doch hinaus. Oder?


RedHead
24.1.2014 13:51
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> Darauf läuft’s mit der Petition und den ganzen Presseberichten aber doch hinaus. Oder?

Leider ja. Das heißt, dass sich in der Konsequenz auch nichts an der Diskussionskultur verbessern wird. Nur Frauen werden gegen Kritik immer mehr immunisiert. Weitere Konsequenz: Wer Politik machen will (egal welche), schickt am besten Frauen vor, um die Positionen zu vertreten, dann muss man sich erstens nicht die Mühe machen, Argumente zu liefern und es ist zweitens die einzig effektive Abwehrstrategie, wenn der politische Gegner auch eine Frau vorschickt. Ein gewaltiges Kaspertheater!


nicht links
24.1.2014 13:51
Kommentarlink

Hallo Hadmut,

nachdem alle darüber reden habe ich mir die Sendung mal angesehen. Ich teile deine Sichtweise nicht.

Lanz fällt Wagenknecht ständig ins Wort und versucht sie ständig auf irgendeinen Schwachsinn, den sie nicht zu verantworten hat, festzunageln.

Er bohrt nur bei ihr, aber nicht bei ihrem politischen Gegner, ist also parteiisch und hat damit als Moderator versagt.

Ob das seine Rausschmiss berechtigt weiß ich nicht.


Kunter
24.1.2014 14:10
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@ nicht links
Es berechtigt seinen Rausschmiss. Er könnte aber einen neuen Nachmittagstalk im Stil von RTL und co bekommen.


Luc
24.1.2014 14:14
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Hallo Hadmut,

wenn du tatsächlich interessiert bist an einer Auseinandersetzung direkt zum Thema will ich es gerne versuchen. Ich halte deine These, dass Lanz sich im Großen und Ganzen korrekt verhalten hätte und Wagenknecht die Demagogin war für sachlich grob falsch.

Eins vorweg. Es geht mir nicht um Wagenknecht. Ich schalte immer mal wieder zu Lanz rein, weil ich ihn für einen durchaus fähigen Boulevard-Journalisten halte, und die Gästeauswahl abseits des politischen Milieus oft kurzweilige Unterhaltung verspricht. Was aber schon länger immer wieder auffällt, ist die unverhohlene Voreingenommenheit, mit der Lanz politischen Gästen begegnet. Denn er beschränkt sich bei diesen Gästen nicht auf sein Metier, das Boulevard, sondern versucht sich, nur eben völlig unsachlich und teils billigst populistisch, an politischem Journalismus. das beschränkt sich im Übrigen nicht auf linke Politiker, auch Bernhard Lucke von der AfD ist er z.b. mit peinlichsten Franz-Joseph-Wagner-Methoden begegnet. Wenn es um Politik geht ist Lanz der personifizierte alles-soll-so-bleiben-wie-es-ist-ich-will-nicht-soviel-nachdenken-Bürger, der sich an seinem 90er-Jahre Weltbild vom alles besiegenden Neokapitalismus festhält.

Niggemeier (der auch gern mal ziemlich daneben liegt, ja) hat das für meine Begriffe in seinem Artikel zur hier fraglichen Show treffend zusammen gefasst. Unabhängig davon, wie man inhaltlich zu linken Wirtschaftsthesen steht zeichnete sich Lanz’ Moderation doch sichtbar dadurch aus, eine sachlich-inhaltliche Debatte erst gar nicht aufkommen zu lassen (“Euro – rein oder raus?”, “was verdienten Sie denn so im Europa-Parlament?” usw usf.). Wer sich die Sendung anschaut muss doch direkt feststellen, dass Lanz Wagenknecht nicht ein einziges Mal ausreden lässt und insbesondere die Qualität seiner Einwürfe ein journalistischer Witz waren – er hat sie ja gerade nicht sachlich sauber bei unkorrekten Statements unterbrochen, sondern seine Einwürfe waren affektiv-emotional und so gut wie nie auch nur theoretisch geeignet, etwas sachliches beizutragen.

Dass sich Wagenknecht und Jörges gegenseitig ins Wort fallen kann man nicht Wagenknecht anlasten wie du es oben tust, das ist gang und gäbe in solchen Sendungen. Nicht normal ist, wenn der Moderator da munter, einseitig und unsachlich mitmacht, das ist der Punkt.

Und ganz ehrlich, “Wagenknecht strotzt vor leeren Phrasen”, das ist doch Blödsinn. Ich denke du schätzt die Frau völlig falsch ein. Sie hat einen Doktortitel in VWL und nein, die Arbeit ist inhaltlich absolut hochwertig. Sie ist deinem Antrieb, Dinge zu hinterfragen sogar sehr ähnlich, sie setzt sich darin u.a. kritisch mit einer ganzen Reihe von wackeligen Grundannahmen verschiedener Wirtschaftstheorien auseinander. Als sie kurz nach der Verteidigung ihrer Doktorarbeit bei Barwassers “Pelzig hält sich” zu Gast war und dieser sie “Frau Dr. Wagenknecht” nannte, sagte sie: nein bitte nicht, ich bin erst Dr. wenn meine Arbeit veröffentlich wurde. Man kann ihr viel vorwerfen, aber “leere Phrasen” ganz sicher nicht, ohne das konkret auszuführen.


Hadmut
24.1.2014 14:22
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@Luc:

Ich stimme Dir insoweit zu, als ich die Probleme, die Du ansprichst auch sehe, aber nicht nur bei Lanz. Mir gehen diese Talkshows generell auf den Wecker, und man müsste die Kritik in gleicher Weise auf alle anwenden. Macht man aber nicht, weil die meisten Talkshows von Frauen gemacht werden und das deren Domäne ist. talkshows allgemein rauszuwerfen würde den Frauenanteil wieder senken.


Gerd
24.1.2014 14:28
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Es geht auch nicht primär um den Lanz. Der ist einfaches Mittelmass, aber natürlich nicht der einzige im Öffentlichen Fernsehen.

Es geht darum, dass die Linken ein Exempel statuieren wollen, das ihnen erlaubt, in Zukunft die Leute rauszumobben, die es wagen, Widerspruch zu äussern. Nur darum geht es in dieser “Petition”. Die wollen einschüchtern und drangsalieren.


derherold
24.1.2014 14:37
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“Wagenknecht strotzt vor leeren Phrasen”, das ist doch Blödsinn. Ich denke du schätzt die Frau völlig falsch ein. Sie hat einen Doktortitel in VWL und nein, die Arbeit ist inhaltlich absolut hochwertig.”

Das ist völlig richtig. Wagenknecht strotzt vor leeren Phrasen. Mir als VWLer rollen sich die Fußnägel auf.

W. äußert sich in ihrer politischen Agitation zu Finanz-, Arbeits-, Bankenpolitik. Das nennt man “Makroökonomie”.

Der Professor, der ihr die Promotion verschafft hat, ist aber Mikroökonom. W. hat in einem VWL-Feld promoviert, von dem sie zuvor nicht den Hauch eines Schimmers hatte und von dem sie in Vorträgen und Veröffentlichungen nicht einmal ansatzweise spricht bzw. schreibt.

Um ein BWL-Beispiel zu wählen: Das ist so, als ob ein Musikwissenchaftler sich zu Marketing-Themen äußert und seine Expertise durch eine Dotorarbeit im Personalwesen nachweist.

Daraus kann ein jeder seinen eigenen Schluß ziehen.


Luc
24.1.2014 14:46
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@Hadmut: Da hast du wiederum recht, dass es jetzt Lanz trifft ist zwar nicht unverdient, aber natürlich nur ein ganz kleiner Teil des großen Problems öffentlich-rechtliche politische Meinungsbildung. Dass die ihr Geld unabhängig davon bekommen, was sie inhaltlich zustande bringen, sieht man immer mehr Sendungen direkt an, die Schwemme der unsauber gemachten und tendenziös moderierten “politischen” Talkshows sind sicher das beste Beispiel. Wirklich wundern kann das eigentlich auch niemand. Im statistischen Mittel befördert ein System, in dem das Einkommen unabhängig von allem auf jeden Fall eintrifft, eben eher Hierarchien abseits von reiner Kreativität und Leistungsfähigkeit. Aber solange es keine gute Alternative gibt, werden wir den Staatsfunk auf absehbare Zeit wohl nicht loswerden.


lars
24.1.2014 15:52
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Ist die Petition von einem Privat- oder von einem Parteimenschen erstellt worden ?

Natürlich rückt es die Partei Die Linke nicht in ein gutes Licht wenn ein Parteimitglied so handelt – dennoch sollte man zwischen der Partei und deren Mitgliedern unterscheiden.

Ich halte diesen gesamte Petitionszirkus um Lanz für unsäglicher Unsinn aber man könnte dies als Ventil für viele Probleme sehen.

Die allgemeine Kritik an solchen Gesprächsrunden (parteiisch, unbrauchbar um Standpunkte vorzubringen und zu erklären) halte ich für
berechtigt. Ebenso zähle ich mich auch zu den Leuten die den Grundbeitrag (nennt sich das jetzt so ?) für viel zu hoch halten und mit einem Großteil der Verwendung der daraus erhaltenen Geldmitteln unzufrieden bin.


dukeman
24.1.2014 17:50
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Lanz und Jörges sind Sahra Wagenknecht ständig ins Wort gefallen, haben diese Frau bedrängt. Haben sie mit ständigen Scheinargumenten angegriffen. Eine Diskussion wäre richtig gewesen. Rede und Gegenrede. Die Körperhaltung und die Gestik waren sehr negativ. Zu bedenken ist auch, dass es sich bei Frau Wagenknecht um eine Wirtschaftskundige handelt. Journalisten sind keine Wirtschaftsexperten. Das müssen sie auch nicht sein.


dukeman
24.1.2014 18:06
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Welche Sendung hat eigentlich der kommentierende Hadmud Danisch gesehen? In der ZDF-Mediathek kann die Lanz-Sendung vom 16.01.14 angeschaut werden. Die ersten 30 Minuten genügen. Dann bitte noch mal kommentieren. Möglichst ohne Vorbehalte.


Hadmut
24.1.2014 18:22
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Genau die Sendung vom 16.1.


dukeman
24.1.2014 18:09
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Wie meinen Sie das: “wenn ein Parteimitglied so handelt” Worin bestand die Handlung?


dukeman
24.1.2014 18:38
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Auch Prof. Lucke und weitere Personen sind von Herrn Lanz diffamiert worden. Es wird Zeit, dass das ZDF sich von diesem Herrn verabschiedet.


Hadmut
24.1.2014 18:41
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Gibt’s dazu irgendwelche näheren Angaben oder soll man das jetzt einfach so glauben?


Luc
24.1.2014 18:54
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Gerd
24.1.2014 19:00
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Der Lanz hat sich jetzt entschuldigt.

Erbärmlicher geht es wohl kaum. Wie damals bei den stalinistischen Schauprozessen werden die Leute gezwungen, Abbitte zu leisten. Sonst ist der Job weg.

Dieses Land wird immer radikaler.


Luc
24.1.2014 19:16
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@derherold: Sie sagen also: Wagenknecht äußert sich makroökonomisch, ihr Doktorvater ist aber Mikroökonom, und deshalb ist ausgeschlossen, dass sie von Makroökonomie überhaupt Ahnung haben kann!! (Tatsächlich hat Helmedag nur einen Lehrstuhl für Mikroökonomie und beschäftigt sich schon lange auch mit Makroökonomie, aber das nur am Rande).

Und das finden Sie schlüssig argumentiert?


dukeman
24.1.2014 19:20
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Eine magere Entschuldigung. Unglaubwürdig. Herr Jörges, sein Kumpan, hat sich nicht “entschuldigt”. In einem Video bei Stern.de setzt er seine Angriffe fort. Uneinsichtig und unbelehrbar.


Hadmut
24.1.2014 19:23
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Klar. „Uneinsichtig und unbelehrbar” sind immer die anderen, wenn sie sich nicht der eigenen Meinung anschließen.


Ron
24.1.2014 19:23
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Die Frau Wagenknecht ist mir ja reichlich unsymphatisch seitdem ich sie in einer Talkrunde mit Kurt Biedenkopf, Hans-Joachim Vogel und Klaus Kinkel gesehen habe. Was hat die da rumgepoltert und wurde von den Herren inhaltlich einfach vorgeführt – und provozieren ließen die sich auch nicht, schade aber auch für sie.

Mich würde aber mal interessieren was einige der Schreiber hier zum Diskussionsstil eines Michel Friedmann sagen. Dagegen ist Lanz doch ein zahmes Lämmchen.


Hadmut
24.1.2014 19:25
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> eines Michel Friedmann

Komisch, an den habe ich heute ein paar Mal denken müssen, denn der hat ja ganz anders zugebissen, allerdings auch etwas systematischer und organisierter als Lanz.


dukeman
24.1.2014 19:27
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Lanz und Jörges haben eins bewirkt, was sie vermutlich nicht wollten: Einen sehr großen Solidarisierungseffekt mit Sahra Wagenknecht.


Hadmut
24.1.2014 19:34
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@dukeman:

> Einen sehr großen Solidarisierungseffekt mit Sahra Wagenknecht.

Kann das sein, dass Du den gerade herbeireden willst? Deine Propaganda ist arg aufdringlich. Kleiner Social Media Agent der Linken?


Luc
24.1.2014 19:28
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@Gerd: Man muss tatsächlich aufpassen (aber das betrifft die Medien und nicht die Petition an sich), die Berichterstattung über die Petition nicht zum Scherbengericht gegen Lanz hochzuschreiben.

Von einer Petition kann man nie erwarten, dass sie sofort, eins zu eins, umgesetzt werden möge, und das ist auch nicht der Sinn der Erfindung. Sie ist ein Mittel um Unmut über Themen zu kanalisieren, mit dem realistischen Ziel, beim Petitionsempfänger eine Debatte anzustoßen bzw. mitzugestalten. Am Ende stehen immer Kompromisse, welcher Art auch immer.

Deswegen ist es auch gefährlich, das Ding jetzt so hochzujazzen. Wenn Lanz und vor allem das ZDF sich die durch die Petition zum Ausdruck gebrachte Kritik zu Herzen nimmt und Lanz an seiner Moderation arbeitet, wird sich der Unmut für die allermeisten Menschen (jenseits der paar unvermeidlichen Betonköpfe) schnell wieder legen. Das Problem ist aber, dass seine “Entschuldigung” über dwdl überhaupt keine Einsicht erkennen lässt. Sein einziges Argument, warum so viele die Wagenknecht-Sendung kritisch sehen, ist doch allen Ernstes die “zwei-Männer-gegen-eine-Frau”-Karte, das sähe, klar, eben fies aus, könne er verstehen. Er hat entweder nicht kapiert, worum es wirklich geht, oder er versucht sich auf Kosten Wagenknechts (ich hab nix falsch gemacht, sie war halt leider ne Frau) aus der Affäre zu ziehen.Das ist die einzige tatsächlich noch existierende Frauenfeindlichkeit, und sie kommt natürlich aus dem Lager, das auch fleißig für Quoten redet.


Luc
24.1.2014 19:32
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Hadmut: Komisch, an Freidmann habe ich heute ein paar Mal denken müssen, denn der hat ja ganz anders zugebissen, allerdings auch etwas systematischer und organisierter als Lanz.

Das ist sicher der entscheidende Unterschied. Friedmann war krawallig, aber immer oder jedenfalls meistens zur Sache. Scharf im Ton, sachlich im Inhalt.


Luc
24.1.2014 19:46
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@Hadmut: “sehr groß” kann ich nicht beurteilen, aber dukeman hat sicher insofern recht, dass sich viele, die mit Wagenknecht nicht grundsätzlich sympathisieren, in dieser konkreten Sache auf ihre Seite stellen (ich bin selbst das beste Beispiel). Einen Mehrwert hat diese Feststellung aber wohl nicht, denn was heißt hier schon “solidarisieren” – nur deshalb die Linken wählen wird wohl kaum einer. Wobei man Wagenknecht das Zeug zur Ikone vielleicht sogar zusprechen muss. Albrecht Müller formuliert auf den nachdenkseiten: sie “strahlt ins bürgerliche Milieu hinein”.


dukeman
24.1.2014 19:52
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Der sogenannte shitstorm hat bewirkt, dass mehr als 175 000 Unterstützer unterzeichneten. Das ist eine sehr große Menge. Würde es sich um Angela Merkel handeln, wären es vermutlich mehrere Millionen, welche unterzeichnet hätten. Das sage ich als Konservative und Euro-Kritische.


dukeman
24.1.2014 20:06
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Mir geht es nicht darum, die politischen Ansichten von Sarah Wagenknecht zu beurteilen. Es geht um die Art und Weise, wie Moderatoren und Journalisten mit Politikern umgehen. Ich vermisse den Respekt. Eine Diskussion ist für mich: Rede und Gegenrede. Auf Leute einzuprügeln, lehne ich ab. Egal, um welche politische Coleur es geht.


derherold
24.1.2014 21:28
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@Luc, ich weiß nicht, ob das zu sehr abschweift. Ich versuche es zu erklären:
Wenn eine ehem. Literaturstudentin sich zu makroökonomischen Themen äußert – und selbst das selten außerhalb von Platitüden, die sich eher nach “fanatisierter Soziologiestudentin” anhören – dann kommt sie wohl kaum darauf, sich als Dissertationsthema ein mikroökonomisches Thema auszusuchen.

Und schon gar nicht etwas wie mikroökonomische Haushaltstheorie mit Budgetentscheidungen. Das fürchtet jeder Geisteswissenschaftler wie das Weihwasser.

Es kann sich aber jeder ganz unvereingenommen auf “youtube” das “Pleisweiler Gespräch” mit Wagenknecht aus dem Jahre 2011 anhören und sich selbst fragen, ob da jemand spricht, der “Ahnung” von VWL hat.

Ich habe – eher aus Zufall – seit der Jahrtausendwende immer wieder mit Texten, Vorträgen von Frau W. “zu tun” gehabt und ich kann dort weder “Ahnung”, noch irgendeinen besonderen “scharfen Intellekt” erkennen.


derherold
24.1.2014 21:36
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“Albrecht Müller formuliert auf den nachdenkseiten: sie “strahlt ins bürgerliche Milieu hinein”.”

Sry, manchmal weiß man nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll !

Ausgerechnet der Flachdenker Müller rklärt also, daß Neostalinismus “in das bürgerliche lager” hineinstrahlt. Bei aller anzunehmenden Dekadenz des bürgerlichen Lagers finde ich diese Vorstellung angsichts ihrer Begeisterung für Ulbricht und Mauerbau höchst erheiternd.

Ich habe mehrere Jahre in Ostdeutschland gelebt und meine PDS-(nennen wir es durchaus so)-Kontakte waren eher entsetzt. Wagenkencht galt/gilt als westdt. Medienkonstrukt und es wurde von ernstzunehmenden Funktionären gemutmaßt, FAZ&Co. würden sie als eine Art “stalinistische Zeitbombe” platzieren, um die (im Osten tatsächlich eher bürgerliche) PDS zu diskreditieren.

Man könnte sich doch einmal fragen, warum ausgerechnet die “rote Sahra” so eine Begeisterung beim kapitalistischen Medienestablishment auslöst. Wie gesagt: Intellektuelle Schärfe kann es beim besten Willen nicht sein.


WikiMANNia
24.1.2014 23:23
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> … Frauen als minderbemittelte Diskussionspartner, die man mit Samthandschuhen anfassen müsse.
Also Eva Herman hat Johannes B. Kerner auch nicht mit Samthandschuhen und die ist auch eine Frau. Da stand es sogar vier gegen eine! Da haben auch keine linken Gutmenschen Petitionen losgetreten. Daran merkt man, dass es um die Meinungsfreiheit und die Fairness gar nicht ankommt, sondern – wie Hadmut Danisch richtig anmerkt – linke Propaganda soll nicht hinterfragt werden. Aber nichtlinke Meinungen dürfen mit Nazikeulen etc plattgemacht werden, jederzeit. Und ich wüsste nicht, dass sich bis heute irgendwer bei Eva Herman entschuldigt hätte.

http://wikimannia.org/Eva_Herman


david
24.1.2014 23:39
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Bei all den oberflächlichen und kleingeistigen Analysen, die nur die Dimensionen links vs. rechts oder Meinungsfreiheit vs. diskriminierende Hexenjagd kennen (und sich darüber streiten ob nun Lanz oder Wagenknecht dringende Protektion von Amnesty International benötigen….wie lächerlich!) dreht sich mir der Magen um, ich gehe darauf gar nicht erst weiter ein.

Den entscheidenden Punkt hat kaum jemand, und am wenigsten Hadmut Danisch verstanden. Georg Diez hat ihn gut auf den Punkt gebracht:

Denn das war der Kern, das Motiv, das eigentlich Verstörende an dem Auftritt von Markus Lanz – die Art und Weise, wie er sein Denken als das Denken der Mehrheit und als das einzig vernünftige und mögliche und wahre Denken präsentierte, alles auf die Spitze getrieben in der bekenntnishaften und zwanghaft wiederholten Quatschfrage an Sarah Wagenknecht: Für Europa oder gegen Europa, sind Sie für oder gegen Europa, sagen Sie schon, im Ernst, ernsthaft, kommen Sie schon, für oder gegen Europa!? Was sich anhörte wie: Sind Sie für uns oder gegen uns? Machst du mit oder bist du ein Verräter?

Was sich hier zeigt, ist ein aggressiver Konformismus, der das Programm und das Denken dieses Senders durchzieht

Es ist im Kern genau das, was Danisch bekämpft, und wofür ich ihm höchsten Respekt zolle. Schade, dass er dies hier nicht erkannt hat.


euchrid eucrow
25.1.2014 0:46
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@david
gedacht schon, aber nicht geschrieben. die beiden großen sendeanstalten haben sich in den letzten jahren einige gute formate eiverleibt, die man danach nicht mehr wiedererkannt hat. plasberg mit hart aber fair beispielsweise war, als das noch im dritten lief, unheimlich bissig mit interessanten themen. nachdem die zensurmaschine der ard dem plasberg die zähne gezogen hat, kommt nur noch wischiwaschi-weichspüler-scheißchen.
der mdr hatte mal eine sendung, die war nicht nur interessant sondern auch lustig. die kam von irgendeiner treppe vom leipziger hbf. der ganz normale michel kam dort zu wort in feinsten sächsischen, sachsen-anhaltischen oder thüringer dialekt. gibts nicht mehr! war wahrscheinlich zu bürgernah und die themen zu unliebsam um sie vor einer breiten öffentlichkeit zu diskutieren.


derherold
25.1.2014 8:24
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Diez schreibt wie ein DDR-Apparatschik. Peinlich.

“Aggressiver Konformismus” … gegenüber der (ehem. ?) Vorsitzenden der Kommunistischen Plattform mit ihrem Faible für totalitäre Diktaturen. lol


Herrmann
25.1.2014 9:16
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Oh, der öffentlich-rechtliche Zwangsrundfunk hat die Stalinistin nicht mit Samthandschuhen angefasst.

Böse, böse! So war das ja nicht gedacht.


bembel
25.1.2014 9:17
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> Schade, dass er dies hier nicht erkannt hat.
Das hat mich am meisten an seinem Artikel überrascht, dass er dieses dummdreiste abgekartete Szenario nicht erkannt hat und dann auch noch dem Lanz zuspricht.Aber da war ja das Linke Schreckgespenst zu Gast, da setzt dann schon mal das Resthirn aus, da darf man dann alles gutheissen, dummdreiste Fragen, Brüllaffengäste wie der Jörges der nur zu einem Zweck eingeladen war.
Als Lanz vor der Bundestagswahl überproportional viele FDP-Gäste zu gast hatte sah das immer ganz anders aus denen ist der meterweise in den Arsch gekrochen, die hat er nie nach ihrem Gehalt gefragt (ist eh der Witz, der ZDF-Beamtenversorgte Lanz), oder wie die zu Europa stehen, bei denen hat er sich oft so plump angebiedert, Sätze in deren Sinne zu Ende geführt dass es denen selbst peinlich war wie er sich an die ranwanzte.
Der Höhepunkt war auch als das Publikum zu den Ausfüjrungen von SW klatschte und Lanz noch beleidigt kommentierte im sinne von “ja das war ja klar dass das populistische Statement gut ankommt”.
Wie geistig degeneriert muss man sein um diese miese Show noch gutzuheissen?

Danisch, Thema verfehlt, setzen sechs.


Hadmut
25.1.2014 9:59
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> Danisch, Thema verfehlt, setzen sechs.

Solche Billigstrhetorik erfährt hier im Blog äußerste Geringschätzung. Denn du sagst nichts aus, sondern pöbelst nur.

Und wieder das, was mich an Linken so stört: Diese konzertierte Blogbepöbelung, wenn irgendwo eine abweichende Meinung auftaucht. Diese aggressive Meinungsprügelei auf Leute mit anderer Meinung, so wie man gerade auch diese Petition veranstaltet.


Gerd
25.1.2014 10:45
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> Brüllaffengäste wie der Jörges

Klingt ganz wie “Ratten und Schmeissfliegen”. Neo-Stalinist und Neo-Nazi in vertrauter Terminologie.


bembel
25.1.2014 10:59
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Seltsam bei Lanz erkennst du die Billigstrhetorik nicht, die wird sogar noch bejubelt. Du bist echt auf einem Auge blind.


Anon
25.1.2014 11:27
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Sehe ich das richtig? Wird hier tatsächlich eine Lanze für Lanz gebrochen?
*scnr*


Hadmut
25.1.2014 11:50
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> Sehe ich das richtig? Wird hier tatsächlich eine Lanze für Lanz gebrochen?

Nein. Eine gegen dieses Political Correctness Theater, bei dem einer nach dem anderen an den Pranger gestellt und abgeschossen wird.


Herrmann
25.1.2014 11:33
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Ist wohl die unbefriedigte Erwartung, dass der Lanz mit den Heroen aus dem eigenen politischen Lager nicht kuschelt.
Ein Michel Friedman setzt auch nach, unterbricht die Leute, kramt sogar deren Privatleben hervor und hält es gegen die politischen Ideale der Gäste. Kein Skandal, sondern Programm.


Heratos
25.1.2014 11:48
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Danke für deinen klaren Kommentar bezüglich deiner offensichtlichen Abneigung gegen Linke.

Bestätigt mich in meiner Ansicht, dass alle Kritiker der Petition eines eint: die Verabscheuung des linken Spektrums.

Ziemlich enttäuschende Vorstellung.

Hier hat jemand, der sich seine Rationalität nicht durch persönliche Abneigungen vernebeln lässt, den tieferen Sinn der Petition erkannt:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/das-undemokratische-zdf-markus-lanz-und-sahra-wagenknecht-a-945361.html


Hadmut
25.1.2014 11:59
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> Bestätigt mich in meiner Ansicht, dass alle Kritiker der Petition eines eint: die Verabscheuung des linken Spektrums.

Freut mich zu hören, dass meine Ansicht als so gewichtig angesehen wird, dass sie gleich für alle gilt.

Aber ich erinnere daran, dass sich meine Verabscheuung vornehmlich auf die Methoden und nicht Meinungen bezieht. Ich halte vor allem die Art und Weise, in der das linke Spektrum seine Standpunkte durchzusetzen versucht, für völlig unvertretbar und nicht akzeptabel.

Dazu gehörst auch Du. Denn Du stellst es ja – wie so viele Linke – als nicht tolerabel hin, nicht linker Meinung zu sein. Und diese Form der Intoleranz ist für mich nicht akzeptabel. Geht gar nicht.


WikiMANNia
25.1.2014 12:14
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> Eine gegen dieses Political Correctness Theater …
Seltsam, dass das noch mal extra betont werden muss.
Wie ich meine, geht das klar aus dem Eingangstext hervor …


derherold
25.1.2014 12:29
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“Aber da war ja das Linke Schreckgespenst zu Gast, da setzt dann schon mal das Resthirn aus, …”

Richtig, das mit dem Resthirn stimmt.

Zur Erinnerung: Wir leben in einem kapitalistischen, neoiberalen (für Linke=faschistischen) Staat. Und der hofiert nun ausgerechnet eine Wagenknecht.

Warum tut dieser Staat mit seinen Medienorganen das ? Warum wurde eine W. von der FAZ stärker protegiert als von NeuesDeutschland ?

Die Entscheidung, der armen, bedrängten Wagenknecht soviel TV-Zeit einzuräumen, trifft nicht die Linkspartei, sondern treffen die deutschen Mediengewaltigen.

Was könnte der Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten sein ?


Anon
25.1.2014 14:45
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> Nein. Eine gegen dieses Political Correctness Theater, bei dem einer nach dem anderen an den Pranger gestellt und abgeschossen wird.

@Hadmut: *Eigentlich* sollte das ein Wortwitz werden. Lanz, Lanze. So ungefähr. Ein Schenkelklopfer quasi. Denn halt nicht :-/


Hadmut
25.1.2014 14:46
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Die Schenkelklopfer solltest Du vielleicht noch üben…


Pacman
25.1.2014 15:48
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@Hadmut: Wo ist Deine übliche Sachlichkeit eigentlich in dem Beitrag?

Zu 2.: […] und ihn mit ihrer Kettensägenstimme zu übertönen.”

Warum der persönliche Angriff?

Zu 5.: “Lanz hat sich nicht gerade geschickt angestellt, aber Wagenknecht nervt auch massiv und erzwingt das regelrecht, dass sie so behandelt wird.”

Lanz hat also nichts falsches getan, aber selbst wenn er etwas falsches getan hätte, hätte die Wagenknecht es also regelrecht erzwungen?
Nach der Logik sind Frauen auch selbst schuld wenn sie vergewaltigt werden, weil sie zu offenherzige Kleidung getragen haben.

Zu 6.: “Ich fand das völlig richtig, dass Lanz da reingehauen hat.”

Reingehauen ist eine interessante Wortwahl.

Zu 7.: “Wagenknecht redet – wie immer – nur Mist daher.”

Warum diese haltlose Verallgemeinerung? Redet sie auch Mist daher wenn man sie nach der Uhrzeit oder dem Wetter fragt?

Zu 8.

Also wenn Frau Wagenknecht nicht – “wie immer” – nur Mist redet, drischt sie also – “wie immer” – nur hohle Phrasen.
Gibt es eigentlich auch nicht hohle Phrasen? Wie redet man gleichzeitig immer Mist und drischt hohle Phrasen?
Und warum ist sie unfähig für ein Minister Amt, bloß weil Lafontain es ist? Warum muss sie überhaupt fähig für ein Ministeamt sein, wenn doch klar ist dass die Linke auf Bundesebene in absehbarer Zukunft niemals Regierungsverantwortung bekommt?

Alles in allem, hat Dein Beitrag in seiner Stimmung (und Stimmungsmache) mehr Ähnlichkeit mit den Ansichten die du in deinem Blog eigentlich die meiste Zeit (zurecht) angreifst.
Persönliche Angriffe anstatt guter Argumente, Stimmungsmache anstatt Analyse und Codewörter anstatt sachlicher Sprache.

Schade.


Luc
25.1.2014 16:29
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@derherold: Wenn Hadmut es trotz zunehmendem OT zulässt können wir gerne exemplarisch über das Pleisweiler Gespräch mit Wagenknecht diskutieren, das würde mich tatsächlich interessieren. Die Statements, die sie dort macht, sind in der Formulierung nicht fürs reine Fachpublikum, aber das kann man ihr schwerlich vorwerfen. Aber wo genau und warum kann man ihr anhand dieses Auftrittes grobes Unverständnis makroökonomischer Zusammenhänge nachweisen? Ich kann es beim besten Willen nicht erkennen.

Falls Sie Lust dazu haben noch eins vorweg. Ich halte es für ausgesprochen problematisch, jemand seinen akademischen Werdegang als pauschales fachliches Disqualifikationsargument vorzuhalten (Gender Studies ausgenommen). Dass Wagenknecht nach einem Magister in Philosophie eine wirtschaftswissenschaftliche Doktorarbeit schreibt, ist nicht alltäglich, aber ohne weiteres möglich und selbstverständlich kann sie trotzdem über großes Sachwissen verfügen. Anknüpfungspunkt können nur ihre konkreten Aussagen sein. Wenn Sie der Meinung sind, das Pleisweiler Gespräch biete Stoff für eine fundierte Kritik, sehe ich das zwar nicht, aber man lernt ja nie aus. Morgen ist Sonntag, ich würde mir die Zeit nehmen.


Manfred Pimmelmann
25.1.2014 17:51
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Ein Informatiker sollte in der Lage sein zu abstrahieren.

Es geht hier nicht um Wagenknecht oder Lanz. Solche Dinge passieren ja nicht nur der Wagenknecht, sondern auch Bernd Lucke oder Arnulf Baring.

Der Konsens ist:
“Der Euro ist ganz toll.”
“Die EU ist ganz friedliebend.”
“Die EU-Kommission ist das demokratischste, was es überhaupt in der Geschichte der Demokratie je gegeben hat.”

Wagt es jemand, diese Glaubenssätze mal an der Realität zu messen und Fragen zu stellen, dann wird jene Person auf’s Übelste attackiert und je nach Bedarf zur Stalinistin-Leninistin, oder aber auch zum überzeugten Nationalsozialisten gestempelt.

Ich habe vielleicht einen etwas altmodischen Begriff von demokratischer Debatte. Man kann ja eine These auch mal zur Diskussion stellen und dann mit Argumenten widerlegen. Wer die besseren Argumente hat, sollte keine Angst vor der Diskussion haben.

In Deutschland haben wir mit der DDR eine Währungsunion gemacht. Wir haben 16 Bundesländer und 3 zahlen in den Länderfinanzausgleich ein und 13 kassieren. Und natürlich boomt im Osten die Wirtschaft so dermaßen krass, dass sogar die Chinesen blass vor Neid werden.

Aber auf europäischer Ebene, so die Euro-Befürworter, ist das natürlich ganz anders und würde nie passieren. Griechenland ist eine reine Fiktion und nie mussten irgendwelche Bail-outs nach Griechenland fließen.

Mal ‘ne Frage in die Runde hier: Wer von Euch hat in der Volksabstimmung zur Euro-Einführung 1999 dafür gestimmt?

Und wen habt Ihr in die EU-Kommission gewählt, die durch ihre Beschlüsse unseren Bundestag zwingen kann, alles in geltendes nationales Recht umzusetzen?

Achso, da war doch was.

Und noch zum “Stuss” der Militarisierung (Jörges hat seine Bildung scheinbar aus den Hitler-Tagebüchern):

http://www.eurogendfor.org

The European Gendarmerie Force (EUROGENDFOR) is a Multinational Police Force, established by treaty, operational, pre-organized, robust and rapidly deployable, constituted only by elements of police forces with military status.

Man kann ja durchaus dafür sein, darum geht es nicht.

Ich fühle mich nur sehr unbehaglich dabei, wie mit Leuten umgegangen wird, die solche Dinge mal zur Sprache bringen.

Würde man mich in der Manier eines Roland Freislers fragen, ob ich gegen oder für Europa bin:

Ich bin für europäische Partnerschaft, Frieden und gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung. Aber muss ich auch für Vorratsdatenspeicherung und Transatlantische Freihandels-Kungeleien sein? Muss ich für die Lobbykratie sein?

Bin ich radikaler Populist, wenn ich für ein demokratischeres Europa bin?

Lanz hat NICHT recht. Alles demokratische Länder, schon klar. Aber was ist demokratisch daran, wenn Sachen in der Kommission ausgekungelt werden und diese dann nur noch von den Parlamenten abgenickt werden, ohne jede Diskussion?

PS. Ich bin weder Linker, noch ein Fan von Wagenknecht, noch Anhänger des Gender-Schwachsinns.


Herrmann
25.1.2014 22:20
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Den Stalinisten-Stempel kriegt man nicht für eine lauwarme EU-Schelte. Den kriegt man für die ewige Lobhudelei (Marxismus und Opportunismus) auf die Stalinzeit. So einfach ist das.

Nota: für wie blöde und autistisch halten die vielen linken Empörungsdrohnen den Rest der Gesellschaft eigentlich, dass man die Wagenknecht noch so deppert über den Klee lobt?


Ein paar Anmerkungen möchte ich gerne los werden.

Erstens: Lanz hat diese Unart zu unterbrechen und Fragen, die das Gegenüber nicht beantworten will zigmal zu stellen nicht erst seit gestern. Jeder, der in seine Sendung kommt sollte das wissen.

Zweitens: Als Lanz Brüderle oder andere häufig unterbrochen hat, gab es keinen #Aufschrei. Der kam erst bei einer linken Frau. Dies führt zu der Annahme, dass es nicht um die Sache geht sondern um (Gender-)Politik.

Drittens: Früher hat man das, was einem nicht gefiel, entweder nicht konsumiert oder man hat dann nicht öffentlich die Betroffenheits-Polemik herausgeholt. Heute muss man alles, was man selbst meint zu leben, auf alle anderen Menschen übertragen. Toleranz gegenüber Andersdenkenden – Fehlanzeige. Alles muss gleich gemacht werden, am besten so gleich wie man selbst das haben will. Ich mag Volksmusiksendungen nicht. Meine Konsequenz ist nicht zu fordern, dass alle diese Meinung teilen müssen sondern ich schau sie mir einfach nicht an.

Fazit: Mich kotzt diese Intoleranz, dieser Hass auf Andersdenkende und diese Pseudo-Betroffenheit maßlos an.


ThomasA
26.1.2014 9:28
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@derherold: Falls H. Danisch trotz OT gestattet, möchte ich mich dem Vorposter Luc inhaltlich gerne anschließen; bin sehr gespannt, vielen Dank!


derherold
26.1.2014 13:28
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Das mache ich gerne. Mal sehen, wann ich heute dazu komme.

Ein Kleiner Hinweis: Es ist ein Unterschied, ob ich “Ahnung” habe und “aus dramaturgischen Gründen” Falsches sage … z.B. wenn ein G. Gysi aus der Bitterfekd- und Wismut-Partei bei Reden im Bundestag seine Begeisterung für Umweltschutzstandards verkündet (pures comedy-Gold)… oder ob ich nur wenig “Ahnung” habe und es durch Polit-Phrasen ersetze.


Luc
26.1.2014 15:55
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@derherold: Sicher, dass ist der entscheidende Unterschied. Ich würde nur Wagenknecht eben in die Dramaturgie-Ecke stellen und nicht in die Dilettanten-Ecke, da unterscheiden wir uns offensichtlich.


derherold
26.1.2014 17:07
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Nö, das sehe ich anders.
Es ist eben nicht so, daß Sie “vergröbert”, um ein Nicht-Fachpublikum zu erreichen: Sie hat einige Dinge einfach nicht verstanden.

Man achte auf die Wortwahl. Sie hat noch nicht einmal den -für einfache Leute auch herunterzubrechenden- Fachjargon “drauf”. Und das zu einem Zeitpunkt, wo sie der Legende nach bereits seit sechs Jahren(!) Wirtschaftsforschung betrieben hat.

…und eben, ohne während des gesamten Vortrages inkl. Diskussion, ihren Forschungsgegenstand auch nur zu streifen.

Ich mache es in einer Stunde etwas ausführlicher.

… und entschuldige mich jetzt schon beim Blog-Inhaber. 😉


derherold
26.1.2014 18:39
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Entschuldigung, es wird doch bis zum Montag dauern. Ich habe mir noch einmal kurz das unfaßbare Gelaber der “Pleisweiler Gespräche” quer reingetan und brauche jetzt ein bißchen Erholung.

(Am besten mit einer halben Flasche Wodka.)


jd.
27.1.2014 16:02
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Ich habe die Sendung gesehen, und ich habe die Petition unterzeichnet. Der Tropfen, der das Faß für mich zum Überlaufen gebracht hat, war, daß Herr Lanz Frau Wagenknecht bei ihrem Versuch, die Frage, ob Euro oder nicht Euro, “differenziert” zu behandeln, ständig dazwischenfuhr mit der “Nachfrage”: “Ja oder Nein?”. In völliger Unanerkenntnis, daß es vielleicht doch auf die Ausgestaltung einer Währungsunion ankommen könnte. Verwunderlich finde ich hier, daß Hadmut diese forcierte und bedingungslose Schwarz-Weiß-Malerei auch noch gutheißt.
Was den Herrn Jörges betrifft, finde ich, daß seine Art zu Argumentieren nach seinen Maßstäben mindestens ebenso unredlich war wie die von Frau Wagenknecht, wobei Frau Wagenknecht als Politikerin von vorneherein eine bestimmte Richtung und bestimmte Interessen vertritt (und jeder das weiß), Herr Jörges als “Journalist” aber eigentlich der Objektivität verpflichtet sein sollte und für sich explizit in Anspruch nahm. Auch im Sprachduktus – aufgeregt, anklagend, vorwurfsvoll, polternd – hat er sich nicht gerade positiv hervorgetan.


Hans 63
27.1.2014 16:20
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@hadmut

Mit ihrem Artikel begeben sie sich auf das argumentative Niveau von Lanz und Jörges. Sie polemisieren gegen Frau Wagenknecht nicht mit Fakten, sondern mit Unterstellungen und persönlichen Angriffen.
Keiner zwingt sie, sich mit den politischen oder ideologischen Ansichten Frau Wagenknechts identifizeren zu müssen, aber bei Vorhaltungen wie “Kettensägestimme, unverschämt, rotz frech, redet wie ein Wasserfall, redet Mist daher, dreckige Rhetorik, leere Phrasen oder
ideologischer Unsinn”, sollten sie sich selbst an die eigene Nase fassen, denn mit sachlicher Kritik, geschweige denn mit analytischen Erkenntnissen hat auch ihr geistiges Ejakulat wenig zu tun.

Über weniger Intelligenz, makroökonomischen Sachverstand und Arroganz, als sie, verfügt Frau Wagenknecht ganz bestimmt nicht.


Hadmut
27.1.2014 16:36
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Oh ja. Wagenknecht ist der güldene Engel und alle, die sie nicht gut und heilig finden, sind fiese Kröten. Und wenn Wagenknecht anderen dazwischenredet, sind die selbst schuld, weil sie sich das nicht untertänig gefallen lassen.


dustbunny
27.1.2014 16:57
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@derherold

… (Am besten mit einer halben Flasche Wodka.)

Passt prima zum Markus-Lanz-Trinkspiel.


derherold
27.1.2014 17:50
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“Der Tropfen, der das Faß für mich zum Überlaufen gebracht hat, war, daß Herr Lanz Frau Wagenknecht bei ihrem Versuch, die Frage, ob Euro oder nicht Euro, “differenziert” zu behandeln, ständig dazwischenfuhr mit der “Nachfrage”:

Genau, der Lanz, der soll nach Bautzen. Es war – wie die Sahra ja auch immer sagt – nicht alles schlecht in der DDR !

“Über weniger Intelligenz, makroökonomischen Sachverstand …verfügt Frau Wagenknecht ganz bestimmt nicht.”

Apropos, daß Wagenknecht nicht nur nicht besonders intellektuell ist, sondern trotz Hilfe (Helmedag ?) eben keinen “Sachverstand” hat, kann man wie o.g. bei dem “Pleisweiler Gespräch” studieren.

Da sind vor allem zwei Elemente kennzeichend:
a) Das ständige Verwenden von Füllwörtern und Floskeln, weil sie einfach nicht weiß, wie sie etwas einzuordnen und zu bewerten hat und

b) die unfaßbaren Vergleiche und Fehler, die ihr unterlaufen … die jemandem mit “Ahnung” auch in demagogischer Absicht eben nicht passieren. Merke: Als Kluger kann man sich dumm stellen, umgekehrt ist das schwieriger !


derherold
27.1.2014 18:09
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Kennzeichnend für die intellektuelle und eben auch “wirtschaftswissenschaftliche” Hilflosigkeit sind bei Wagenknecht Formulierungen (eines schriftlichen vorbereiteten Vortrags !), die eher kindlich erscheinen, da ihr der “Begriffsapparat” fehlt.

“Unternehmen sagen, sie haben keine Mittel…”, “auch der Staat hat nicht viel Geld” und “diese Zahlen” (die sie nicht benennt), “das ist richtig Geld, was reingeholt werden könnte” (ohne mitzuteilen, was “richtig” Geld ist und warum sich ausgerechnet sozialistische Regierungen bisher weigern sollten, das “reinzuholen”)

Denn “ich will das nicht ausführlich machen” aber da gibt es lt. Wagenknecht “richtig produktive Kapazität”.

Dann stellt sie fest, “daß wir hier (hier ?) zunehmend einen Trend haben” (welchen ?) und “wenn man sich das (?) anguckt”, dann “trifft das, was ich auch so sehe”.

Schließlich ist das “auch ganz klar, wie ich finde” (aber eben nicht belegen oder auch nur benennen kann), denn hier haben wir “auch so ein Beispiel, wenn man das so sieht”.


derherold
27.1.2014 18:31
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Man muß sich dann auch die Tränen aus den Augen wischen, wenn sie absurde Vergleiche bzw. Vorwürfe macht, die eben mit ihrer Vita und der Geschichte ihrer Partei hanebüchen wirken müssen.

Das (einst junge) SED-Mitglied der Braunkohlen-DDR hat (über Nacht) ihre Liebe zur “Energiewende” und zur “dezentralen Stromversorgung” entdeckt.

Tapfer erklärt sie, daß die Beseitigung von potentiellen Schäden an Atomkraftwerken schließlich nicht Unternehmen, sondern “der Staat” übernehmen müsse … als ob die AKW nicht “staatlich” gebaut worden wären und dies nicht auch für die katastrophalen, multi-millardenscheren Schäden in der Bitterfeld-DDR galt (AKW Greifswald, Abraumkegel aus dem Uranbergbau, Teersee von Zechau, etc.)

“Extrem repressiv” ist HartzIV, “Druckmaßnahmen” sind entsetzlich … zumindest kommt man nicht in das Gefängnis, was denen drohte, die von Wagenknechts SED als “arbeitsscheu” (DDR-Rechtsbegriff) oder “Prostituierte” (bis 1979) identifiziert wurden.

Daß das Investmentbanking “quants” (mathematisch Ausgebildete) einsetzt, eklärt sie zur Verschwendung. Die bei “Großbanken” eingesetzten (studierten) Maschinenbauingenieure seien nicht produktiv und mit ihnen (vielleicht ein Dutzend) könnte die “Energiewende schon viel weiter” sein.

Was sich für Wagenknecht “plausibel” anhört, wird ausgesprochen und behauptet … Helmedag (oder wer auch immer) ist nicht, in der Lage, die Unsinigkeit mancher Behauptung abzustellen.

Der (bundes-/gesamt-)deutsche Export(vize)weltmeister liefert “keine gute Qualität”, ist nicht “innovativ” genug und “investiert” zu wenig. Das könnte man besser machen, wenn nur endlich Sahra Wagenknecht die Kontrolle über die “Unternehmensverfassung” bekommt, Unternehmen “ab einer bestimmten Größe” (welche ?) enteignet und endlich, endlich “langfristig investiert”.

Das ist nett: Die Trabant-DDR wirft Porsche- und BMW-Deutschland schlechte Qualität und mangelnde Innovationen vor.


euchrid eucrow
27.1.2014 23:16
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agent provocateur @derherold
du kannst aufhören


Hans 63
28.1.2014 3:48
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Das größte Beharrungsvermögen im Universum hat die eigene Meinung.
Naturgemäß sind alle Abweichler von dieser stupide Dampfplauderer, hohle Phrasendrescher und intolerante, polemische Unsinnsverbreiter.
Beweis: Die Postings in diesem Forum.


derherold
28.1.2014 10:03
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Wenn Wagenknecht “Konzerne” und “große Unternehmen” für Minijobs und “eine Lohndumping-Strategie” verantwortloich macht, will ich das gerne als “populistisch” bezeichnen. Auch ihr wird es nicht entgangen sein, daß “Konzerne” selten auf Minijobber Wert legen und es dort die am stärksten ausgebauten Betriebsräte und Arbeitnehmerrechte in der privaten Wirtschaft gibt.

Sie hat sie sicherlich irgendwo gelesen, daß mit Hilfe von “Aktienrückkauf” der Aktienkurs gesteigert wird. Es erscheint ihr plausibel … nur ist es leider falsch, da mit Ausnahme von Siemens deutsche Aktiengesellschaften davon so gut wie keinen Gebruach davon gemacht haben.

Daß bis 2008 die Ausschüttung (und ggfs. Rückholung) von Gewinnen geringer besteuert wurde als die Thesaurierung (“Gewinne sollten im Unternehmen verbleiben”) ist ihr unbekannt.

Sie weiß nicht, daß die sog. Abgeltungssteuer zusätzlich(!) zu den Steuern im Unternehmen gezahlt wird. Die mit glühenden Wangen und voll von ihrer eigenen Bedeutung getragenen Analyse, Arbeitnehmer würden in Deutschland höher besteuert als die Bezieher von Unternehmensgewinnen ist selbstverständlich falsch.


derherold
28.1.2014 10:19
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Aber es gibt ja noch die ganz großen Würfen, die ganz großen Visionen:
Unternehmen in der Hand der Arbeiter, die keine Gewinne machen, sondern alles für Investitionen ausgeben (“und vielleicht eine kleine Rücklage”) haben weder in der DDR, noch in der jugoslaw. Arbeiterselbstverwaltung funktioniert.

Aber es gibt ja nicht nur das DDR-Motto “Ruinen schaffen ohne Waffen”, ihr Gastgeber Albrecht Müller war auch emsig bemüht, alles verrotten zu lassen.

Bis Anfang der 70iger gab es die “goldene Regel”, daß nahezu 1/3 aller Ausgaben für Bildung Investitionen sein sollte. Bau- und Ausrüstungsinvestition.
Aber Müller&Co. sind dann den SED-Weg gegangen und haben die Kasse geplündert: Gehälter, Pöstchen und Beförderungen für Freunde und Parteigenossen haben die kommunale Investitionsquote auf ein Drittel reduziert; der Anteil von Investitionen an den Bildungsausgaben beträgt nur noch 12-15%.

Wie sehr “der Staat” in seiner “Daseinsvorsorge” geht und “langfristige Investitionen” vornimmt, sieht man derzeit in Sachsen-Anhalt. Durch die Reduzierung der Solidaritätszahlungen muß gespart werden. Allerdings nicht bei den Gehältern im öffentlichen Dienst.
Die Landtagsfraktionen sind sich einig, daß der Investitionshaushalt zerschlagen und in den folgenden Jahren halbiert wird.

… aber warum sollte man über die Realität ins Grübeln kommen ?


derherold
28.1.2014 10:47
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Nun einmal zu den Zahlen.

Steueraufkommen 2004: 442 Mrd. Euro
Steueraufkommen 2013: 620 Mrd. Euro.

Mehreinnahmen von 180 Mrd. Euro p.a.; Mehreinnahmen seit 2004 ca. 900 Mrd. Euro, d.h. fast 1 Billion Euro Steuereinanhmen zusätzlich nennt man im Wagenknechtschen Kosmos “der Staat hat kein Geld”.

Wo Dr. Sahra ihre Zahlen herhat, ist mir schleierhaft. Man kann sich jederzeit auf den Seiten der Bundesbank (Rubrik: VGR) informieren.

“Fast 5 Billionen Geldvermögen” … genauer gesagt 4,6 Bio. und ein Drittel davon sind Versciherunsgansprüche (vor allem LV), fast die Hälfte sind kfr. Gelder, die wohl kaum von den Reichen stammen.

Entwicklung von Arbeitnehmeentgelte
2007 1.187 Mrd. Euro 2008 1.229 Mrd. 2009 1.233 Mrd. 2010 1.270 Mrd. 2011 1.325 Mrd. Euro 2012 1.377 Mrd. 2013 1.417 Mrd.

Unternehmergewinne und Kapitaleinkünfte
2007 690 Mrd. Euro 2008 660 Mrd. 2009 579 Mrd. 2011 686 Mrd.
2012 676 Mrd. Euro 2013 695 Mrd.

Während die das Wachstum der Lohneinkünfte jährlich durchschn. um 2,5-3,5% stieg; sind die Profite der Ausbeuter und Rentiers auf dem Stand von 2007.

Steigerung der Tarifverdienste der Gesamtwirtschaft:
2007: 1,2%; 2008: 2,7%; 2009: 2%; 2010: 1,6%; 2011: 1,8%; 2012: 2,7%.

Vielleicht sind das ja die Gründe für die Wiederwahl Merkels.


ThorstenV
28.1.2014 15:39
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“Sie weiß nicht, daß die sog. Abgeltungssteuer zusätzlich(!) zu den Steuern im Unternehmen gezahlt wird.”

Was heißt da zusätzlich? Der AN, der Kapitaleinkünfte hat, zahlt dafür auch “zusätzlich”: Für dem Lohn die Lohnsteuer und für das Kapital die Abgeltung.

“Die mit glühenden Wangen und voll von ihrer eigenen Bedeutung getragenen Analyse, Arbeitnehmer würden in Deutschland höher besteuert als die Bezieher von Unternehmensgewinnen ist selbstverständlich falsch.”

So so. Nämlich sind die (Höchst)-Steuersätzeder Einkommenssteuer und für kapitaleinkünfte derzeit?


Hans63
28.1.2014 17:47
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@derherold

sie handhaben das Zahlenmaterial ähnlich präzise, wie das StBA die Zahlen der Arbeitslosen. Von wem werden sie bezahlt?


derherold
28.1.2014 18:33
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@Thorsten, warum sollte der AN, “der Kapitaleinkünfte” hat, nicht zusätzlich zahlen ?

Hat Torsten S. sein Gehalt, wird es mit den Steuersätzen der Lohnsteuer veranlagt. Hat er noch “Kapitaleinkünfte” aus seiner Beteiligung als Ausbeuter bei der Gier&Raffke AG, zahlt er für diese(!) Einnahmen Abgeltungsteuer … zusätzlich zu der bereits vorgenommenen Besteuerung auf Gier&Raffke-Ebene.

Liegt sein Steuersatz (da Torsten S. zwar Großkapitalist aber eben auch Hungerlöhner bei Lohndruck&Billiglohn GmbH), kann er die Besteuerung seiner tatsächlichen (Lohnsteuer-)Besteuerung anpassen.

Wo ist da das Problem ?

Die Einkommen-Steuersätze liegen da, wo die Lohnsteuersätze liegen. Die Versteuerung der Kapitaleinkünfte setzt ein, NACHDEM bereits Körperschaftsteuer+Gewerbesteuer (plus Soli) gezahlt worden sind.

Früüüüher war das anders, da war die Versteuerung der Kapitaleinkünfte höher !!!
Ja, aber da gab es auch sog. Steuergutschriften für Kapitalisten mit geringerer Steuerlast.

Masterfrage:
Wenn durch die Steuersenkungen für Kapitalisten/Ausbeuter/Rentiers diese nun Mega-Schotter einfahren, warum ist dann das Steueraufkommen aus der Einkommensteuer gestiegen ?
(An den steigenden Gewinnnen kann es, s.o., nicht gelegen haben)

ESt 2006: 17,5 Mrd. Euro 2012: 37,3 Mrd. Euro


scharfblick
28.1.2014 20:29
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Jaja derHerold legt die zeitliche Skala immer dort wo sie am besten passt, gähn immer die gleiche plumpe Tour. Du musst noch viel üben um uns zu verarschen.


derherold
29.1.2014 9:12
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@Hans63, 90% der Mitglieder der ParteiDerStaatsbediensteten stehen auf der Lohnliste des staatlichen Verwaltungsapparates.

Ich hätte gerne die eine oder andere Zahlung für meine tollen Ausführungen (Ich würde auch dem Blog-Inhaber etwas abgeben !). Ich bin für jede Überweisung offen !

@schafsblick, ich bin gerne bereit, jede Zahl zu diskutieren. Immer her damit !


techniknoergler
29.1.2014 15:57
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@Hadmut:

“Insbesondere die fiese Rhetorik, die Umdefinition von Begriffen, die Desinformation und Informationsfälschung, die Sprachveränderung, die Zensur und die ständige Manipulation gehen mir auf den Wecker. ”

Ich glaube das ist der Grund warum ich schnell von linken Gruppen abgeschreckt war: Insbesondere die Umdefinition, Manipulation und persönlichen Angriffe. Doch warum kann die Linke das so gut? Weil linke Menschen überdurchschnittlich stark Experten für Medien, Rhetorik und ähnliches werden. Natürlich fehlt dann die inhaltliche Kompetenz. Aber die braucht es ja auch nicht…

Wer inhaltliche Kompetenz hat beherrscht häufig die Medien nicht.


Hans63
29.1.2014 18:08
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Für einen VWLer ist ihre Argumentation lausig und ihre Zahlenakrobatik – diplomatisch formuliert – abenteuerlich.

Dazu einige Beispiele:

Von 2000 bis 2012 ist die Produktivität pro Arbeitsstunde um insgesamt 14,8 % gestiegen, die preisbereinigten Löhne jedoch im gleichen Zeitraum um 3,25 % gesunken.

Quelle: Statistisches Bundesamt; Datenbank Dr. J. Jahnke

Früher wurden Kapitaleinkünfte – nach Abzug des Steuerfreibetrages – dem Einkommen aus Arbeit zugeschlagen und mit dem persönlichen Steuersatz besteuert.
Dividendeneinnahmen in 3-stelliger Millionenhöhe waren somit dem Spitzensteuersatz (56 % unter der Kohl-Regierung) unterworfen.

Zu den Steuern:

Bereinigt um die Preissteigerung (Basisjahr: 1991) lagen die Steuereinnahmen 2011 keineswegs auf einem Höchstwert, sondern (mit 393 Mrd. Euro) noch immer deutlich unter den Werten vor der Finanzkrise (2008: 400 Mrd. Euro). 2011 lagen sie zudem nur wenig über den Werten, die schon Anfang der 2000er Jahre erreicht wurden (2000: 384 Mrd. Euro). 2012 lagen sie mit 403 Mrd. Euro nur leicht oberhalb des bisherigen Höchstwertes aus dem Jahr 2008. Dies wird gemäß der aktuellen Steuerschätzung 2013 kaum anders sein, die inflationsbereinigten Steuereinnahmen werden mit 406 Mrd. Euro erneut nur minimal – nämlich 1,5 Prozent – über den Werten des Jahres 2008 liegen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Auch relativ zum Bruttoinlandsprodukt fallen die Steuereinnahmen des Jahres 2011 mit nur 22,1 Prozent deutlich hinter die Werte früherer Jahre zurück. Mitte der 1990er Jahre betrugen sie noch bis zu 22,8 Prozent, im Jahr 2000 sogar 22,9 Prozent, und selbst 2007 – vor der Finanzkrise – betrugen sie trotz zurückliegender massiver Steuersenkungen noch 22,7 Prozent des BIP. Diese wurden 2012 gemäß der Daten der aktuellen Steuerschätzung knapp wieder erreicht, im vergangenen Jahr betrug dieser Wert gleichfalls 22,7 Prozent. Für 2013 wird ein leichter Anstieg auf nicht ganz 22,8 Prozent prognostiziert. Damit liegen diese Werte aktuell keineswegs über, sondern nahe bei bzw. knapp unter den in früheren Jahren erreichten Werten.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Bei der Angabe von 2013 handelt es sich um eine Prognose. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor.


Hans63
29.1.2014 19:55
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@derherold

Eine letzte Frage hätte ich beinahe noch vergessen. Woher wissen sie so genau, was Frau Wagenknecht alles nicht weiß? Haben sie sie einer Examination unterzogen oder besitzen sie hellseherische Fähigkeiten?

Was sie so alles wissen; beinahe beeindruckend.


derherold
29.1.2014 23:56
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@Hans63, ich bewundere – diplomatisch ausgedrückt – ihren Mut.

Der Staat hat im Vergleich zu 2004 Mehreinnahmen in Höhe von jährlich 180 Milliarden Euro und Sie argumentieren mit “Dividendeneinnahmen in 3-stelliger Millionenhöhe waren somit dem Spitzensteuersatz … unterworfen.” Das ist kurios.

Möglicherweise haben Sie sich damit als ABV in Friedrichroda nicht auseinandersetzen müssen:

Die “alte” Besteuerung von Kapitaleinkünften sah vor, daß “auf der 2.Stufe” die überwiesenen Dividenden mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden mußten ABZÜGLICH einer Steuergutschrift für die Besteuerung auf “der 1. Stufe”, d.h. auf der Unternehmensebene.

Heute sieht es bei der Versteuerung von U-Gewinnen vereinfacht so aus:
Gewinn GierRaffke AG
– Körperschaftsteuer
– Gewerbesteuer
– Soli
= Besteuerung auf 1. Ebene, d.h. Unternehmensebene
Überweisung (Rest-)Betrag an Gier&Raffke-Aktionär
– Abgeltungsteuer
– Soli
– Kirchensteuer
= Besteuerung auf 2. Ebene, d.h. Empfänger Kap.einküpnfte

Das ergibt je nach Gewerbesteuer-Hebesatz und Kirchensteuersatz eine Besteuerung des Unternehmensgewinns von insgesamt ca. 50% (+/- 1%), d.h. über dem aktuellen Spitzensteuersatz.


derherold
30.1.2014 8:52
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Wenn man über “Arbeitsproduktivität” und “Lohnentwicklung” spricht, muß man sich ansehen,von welchen Tätigkeiten, wessen Löhnen und von welchen/wie vielen Beschäftigten man ausgeht.

Reallohnentwicklung Deutschland:
2008 + 0,5%
2009 – 0,2%
2010 + 1,5%
2011 + 1,2%
2012 + 0,5%

Für einige Berufsgruppen und Qualifikationen sind die Reallöhne erheblich stärker gestiegen. Warum sind sie nicht insgesamt stärker gestiegen ?
Antwort: Weil man andere wirtschaftpolitische Ziele hatte !

– Masseneinwanderung
– hohe Löhne (Mindestlohn, Reallohn, etc.)
– geringe Arbeitslosigkeit

Zwischen diesen drei Zielen gibt es einen Zielkonflikt:
Hat man eine starke Ausweitung von Einwanderung und will “hohe Löhne”, treibt dies die Arbeitslosenquote auf Rekordzahlen.

Will man hohe Löhne und geringe Arbeitslosigkeit,dann darf man keine Zuwanderung, insbes. von Deklassierten zulassen.

Durch HartzIV hat man sich entschieden, die Einwanderung als Lohndrücker in den unteren Lohngruppen oder als Selbständige am Arbeitsmarkt einzugliedern, weil die Sozialkosten sonst nicht mehr finanzierbar gewesen wären.
Ergebnis: Geringe Arbeitslosigkeit, insbes. eine erheblich geringe Jugendarbeitslosigkeit als bspw. Schweden und eine schwächere “Lohnentwicklung”.

Das sind aber Themen, die um die Jahrtausenwende ausfühlich diskutiert worden sind (z.B. Magdeburger Alternative, Kombilohn-Modell). Daß dann Demagogen und Hetzer so tun, als wüßten sie das alles nicht, muß man in Kauf nehmen.


derherold
30.1.2014 9:05
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Zur Wiederholung:
Unternehmergewinne und Kapitaleinkünfte
2007 690 Mrd. Euro 2008 660 Mrd. 2009 579 Mrd. 2011 686 Mrd.
2012 676 Mrd. Euro 2013 695 Mrd.

Wir haben seit 2007 keinen Anstieg der Unternehmensgewinne und Kapitaleinkünfte und “real” sind 2008-2013 im Vergleich zu 2007 “Mindereinnahmen” in Höhe von geschätzt rd. 300 Mrd. aufgetreten.

“Woher wissen sie so genau, was Frau Wagenknecht alles nicht weiß?”

1.) Dann würde sie nicht derart häufig überforddert auf hohle Formulierungen und eher kindliche Floskeln zurückgreifen (s.o.).

2.) Zudem müßte sie dann ja lügen. Das würde sie als Kommunistin niemals tun und dafür halte ich Dr. Sahra ehrlich gesagt auch nicht für intelligent genug.


E. Ramazotti
30.1.2014 18:06
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Wie man sich so über das politische Kaspertheater echauffieren kann ist mir unverständlich.

Ob nun das rübergemachte Ex-FDJ-AgitProp Mädel seinen hirnlosen Sermon ablässt oder die SED->PDS Tussi ihre hohlen Sprechblasen von sich gibt ist doch Hose wie Jacke.

Das ist alles so dämlich das sich zu Recht über die Form echauffiert wird und nicht über den Inhalt. Das dies überhaupt geschieht ist für mich übrigens die Auswirkung von TV Konsum.

Das der Autor linke nicht mag kann ich verstehen, das der korrupte fast ausschließlich dem Eigeninteresse dienende rechte Teil der Kaste ihm anscheinend besser gefällt ist mit unheimlich.

Der BRD geht es meiner Meinung nach übrigens “besser als dem Rest” (eine ebenfalls hohle Pauschalaussage) weil hier die Hausaufgaben gemacht wurden.

Das die bösen linken mit der Theorie der sinkenden Profitrate wohl die besseren Analysen haben scheint mir aber so gut wie erwiesen.

Die Unternehmensgewinne werden hier ja sehr schön aufgeführt. Was fehlt ist die Relation zu Geldmenge und absoluter Staatsverschuldung.

Es braucht immer mehr (Fiat)Money um die gleichen Überschüsse zu erzielen damit die Kredite zurück gezahlt werden können.


ThorstenV
31.1.2014 13:42
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“@Thorsten, warum sollte der AN, “der Kapitaleinkünfte” hat, nicht zusätzlich zahlen ?”

Am Besten die fragen, die das wollen.

“Hat Torsten S. sein Gehalt, wird es mit den Steuersätzen der Lohnsteuer veranlagt. Hat er noch “Kapitaleinkünfte” aus seiner Beteiligung als Ausbeuter bei der Gier&Raffke AG, zahlt er für diese(!) Einnahmen Abgeltungsteuer … zusätzlich zu der bereits vorgenommenen Besteuerung auf Gier&Raffke-Ebene.”

Also ist nicht anderes als bei zusätzlicher Besteuerung von Kapitaleinkünften von Unternehmen.

“ESt 2006: 17,5 Mrd. Euro 2012: 37,3 Mrd. Euro”

Ich hatte nach den Höchststeuersätzen von Einkommen- vs. Kapitaleinkünften gefragt.


derherold
31.1.2014 20:07
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Ich verstehe nur Bahnhof.

Den Spitzensteuersatz anzugeben, ist nicht so einfach, da Steuersätze nur AB einem bestimmten Einkommen und nur für den diesen übersteigenden Betrag angewandt werden.

Hat ein alleinsteheneder Arbeitnehmer ein Einkommen von mehr als rd. 53.000 Euro, wird jeder Euro, den er mehr(!) verdient, mit dem Steuersatz 42% versteuert.

Hat ein Arbeitnehmer bspw. ein zu versteuerndes Einkommen in Höhe von 120 000 Euro, zahlt er 42.000 Euro, was einem durchschnittlichen(!) Steuersatz von 35% entspricht.


ThorstenV
31.1.2014 20:42
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“Der BRD geht es meiner Meinung nach übrigens “besser als dem Rest” (eine ebenfalls hohle Pauschalaussage) weil hier die Hausaufgaben gemacht wurden.”

Das dürfte die Pinup-Linke mit “Glück” gemeint haben. Die Wortwahl ist natürlich nicht sehr günstig, für eine Aktion, die praktisch darin besteht, sich den Arm zu amputieren und ihn aufzuessen, um nicht gleich zu verhungern.


ThorstenV
1.2.2014 9:52
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“Den Spitzensteuersatz anzugeben, ist nicht so einfach,”

Wohl kaum komplizierter als irgendwelche Durcvhschnitte, die von demografischen Verteilungen abhängen.

“… wird jeder Euro, den er mehr(!) verdient, mit dem Steuersatz 42% versteuert.

… was einem durchschnittlichen(!) Steuersatz von 35% entspricht.”

Ich erinnere daran

“Die mit glühenden Wangen und voll von ihrer eigenen Bedeutung getragenen Analyse, Arbeitnehmer würden in Deutschland höher besteuert als die Bezieher von Unternehmensgewinnen ist selbstverständlich falsch.”

Wie soll den hier die “Besteuerung der Arbeitnehmer”, also einer inhomogenen Gruppe sinnvoll betrachtet werden? Kommen da etwas anderes als Spitzensteuersätze in Frage? Soll die Tatsache, dass viele AN wenig Steuern zahlen, da ihr Einkommen nur wenig über dem Existenzminimum liegt, irgendwie zeigen können, dass die Kapitalisten benachteiligt sind? http://www.gocomics.com/tomthedancingbug/2014/01/31#.Uuy1gKHB7Hk


derherold
1.2.2014 17:09
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“Wohl kaum komplizierter als irgendwelche Durcvhschnitte, die von demografischen Verteilungen abhängen.”

@Thorsten, wenn da irgendetwas nicht verstanden wurde, warum dann nicht einfach lesen und sich Mühe, es nachzuvollziehen ?

Der Sptizensteuersatz von 42% versteuert jeden verdienten Euro der über(!) 53.000 Euro zu versteuerndem Ek liegt.
Hat also irgendein Mann, eine Frau 35 oder 57 Jahre alt, in Hamburg, Leipzig oder Gütersloh wohnend als Arbeitnehmer ein zu versteuerndes Einkommen in Höhe bspw.(!) 120.000 Euro, zahlt Er/Sie/Es 42.000 Euro, was einem Steuersatz von 35% entspricht.

“Wie soll den hier die “Besteuerung der Arbeitnehmer”, also einer inhomogenen Gruppe sinnvoll betrachtet werden?”

Dr.Sahra hat behauptet, in D. würden “Arbeitnehmer” höher besteuert (haben also einen höheren SteuerSATZ) als die Empfänger von Dividen. Und das ist falsch.


Tuk
1.2.2014 17:53
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Maren Müller entschuldigte sich in ihrem Blog-Beitrag “bei allen Menschen, deren Gefühle ich mit meiner Petition verletzt haben sollte. Ich bin nicht aus Böswilligkeit gegen die Person Lanz vorgegangen, sondern wollte lediglich eine längst überfällige Debatte anstoßen”.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/online-petition-gegen-markus-lanz-maren-mueller-verkuendet-ende-a-950448.html