Ansichten eines Informatikers

Kiffer der Woche

Hadmut
6.1.2014 23:05

Das abgefahrenste, was ich bisher zum Thema „Natur-Kiffen” gehört hatte, war, dass sich Jugendliche in Australien das Gift aus den Gift-Drüsen der Cane Toad (Aga-Kröte) reinziehen um sich einen zu dröhnen.

Dazu muss man wissen, dass diese Kröten verdammt giftig sind und sogar die großen Salzwasserkrokodile killen, wenn die glauben, sich mal einen Kröten-Burger genehmigen zu können. Es gibt bisher meines Wissens nur eine Tierart, die schadlos diese Kröten fressen kann, nämlich irgendeine Krähenart, die gelernt hat, die Viecher mit einem heftigen Hieb zwischen die Augen zu betäuben, auf den Rücken zu werfen, die Bauch aufzuhacken und sich die Innereien rauszuholen, das Äußere mit den giftigen Drüsen aber liegen zu lassen. Deshalb will eigentlich niemand etwas mit diesen Kröten zu tun haben, außer dass man sie hasst wie die Pest, weil sie eingeschleppt wurden und sie dort riesigen Schaden anrichten, weil sie alles fressen, was am Boden lebt, und (fast) alles killen, was sie frisst. Man versucht sie zu töten, wo man sie kriegt. Vor Jahren stürzte das Tierschützer in ein Dilemma, als man in Sydney einen Wettbewerb abhielt, wer Aga-Kröten am weitesten mit dem Golfschläger abschlagen konnte. Man war sich nicht sicher, ob ein Tierschützer für oder gegen so einen Wettbewerb sein müsste. Derweil haben findige Kiffer entdeckt, dass man sich aus dem Gift ne deftige Dröhnung mischen kann. Angeblich haben es gar nicht mal so wenige sogar überlebt.

Nun weist mich gerade ein Leser darauf hin, dass Delfine dabei ertappt wurden, dass sie Kugelfische kauen um sich zu bedröhnen und dabei den Fisch sogar untereinander weiterreichen wie einen Joint. Ey, das ist verdammt guter Shit, Alter! Kugelfische sind diese teil-giftigen Viecher, aus denen speziell ausgebildete japanische Köche eine (angeblich gar nicht schmeckende und nur wegen des Nervenkitzels gegessene) Delikatesse bereiten, an der ab und zu mal einer stirbt, wenn der Koch Haut und Innereien nicht sauber vom Muskelfleisch getrennt hat.

13 Kommentare (RSS-Feed)

RedHead
7.1.2014 0:21
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Also laut Wikipedia ist das ein ganz interessanter Drogencocktail, der mit Kiffen ganz sicher nichts mehr zu tun hat:
https://de.wikipedia.org/wiki/Aga-Kr%C3%B6te#Hautgifte

DMT gehört zu den heftigsten Halluzinogenen überhaupt, es ist auch der Hauptwirkstoff von Ayuasca (was vermutlich die weniger riskante Konsumform dieses Wirkstoffes ist). Zusammen mit Bufotenin und Katecholamine (einfach mal bei Wikipedia auf die Beschreibungen schauen) klingt das nach einem Drogencocktail für eine ganz besonders heftige Dröhnung. Die Toxizität ist natürlich eine Frage der Dosis. Ich vermute mal, für gewöhnlich wird der Konsument sich einen Abstrich vom Sekret nehmen und den kann er dann auch besser dosieren.


Thomas
7.1.2014 0:39
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“weil sie eingeschleppt wurden”

Meines Wissens wurden sie absichtlich angesiedelt, um per biologischer Kriegsführung Ackerschädlinge zu bekämpfen. Dummerweise hatte man es damals nicht so mit weiterführenden Betrachtungen, sodass die auswirkungen auf das einheimische Ökosystem nicht bedacht wurden. Kröten sind die Beute so einiger Räuber, nur diese sind eben eine Henkersmahlzeit. Der stark erhöhte Selektionsdruck hat aber wohl schon erste Resistenzen hervorgebracht, zumindest partiell.

Wenn ich mich recht erinnere, sind auch die “eingeschleppten” chinesischen Marienkäfer so ein Fall, nur dass die aus einem Gewächshaus in den Niederlanden entkommen sind. Schädlinge mit ihren Fressfeinden, den Nützlingen, zu bekämpfen, ist durchaus legitim. Nur sollte man einheimische Nützlinge wählen. Kauft für euern Garten also besser Florfliegen.

Was Kugelfische angeht, so handelt es sich um Tetrodotoxin, ein sehr potentes Nervengift. Es unterbindet die neurale Reizleitung, hinterlässt aber keine Gewebeschäden. Da meines Wissens ein Rausch eher eine massive neuronale Aktivität darstellt (z.B. Halluzinationen), wäre ein Rausch mit diesem Gift ziemlich unmöglich.

Profi-Tipp: Dasselbe Gift besitzen die niedlichen kleinen Blauringkraken, die damit schon Menschen getötet haben, die mit den Kraken gespielt haben und sie sich trotz der leuchtend blauen Warnringe auf den Körper gesetzt haben. Kraken-Knutschen als neue Modedroge?


Hadmut
7.1.2014 0:43
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> Meines Wissens wurden sie absichtlich angesiedelt, um per biologischer Kriegsführung Ackerschädlinge zu bekämpfen.

Ja, ich meinte damit absichtlich und nicht versehentlich. Deshalb heißt die englisch auch cane toad.

Ich habe übrigens auf dieser Australienreise unglaublich viele Kaninchen gesehen. Egal, wo ich da auf dem Land hinkam, überall sind die Kaninchen rumgehoppelt. Die hat damals auch einer absichtlich mitgebracht, weil er meinte, das Land fühle sich gemütlicher und heimeliger an, wenn im Vorgarten ein paar Kaninchen futtern. Die richten auch enormen Schaden an. Manche Aborigines hatten sich schon an Kaninchen gewöhnt und die Jagdmethoden angepasst, bevor sie jemals Weiße gesehen hatten.


euchrid eucrow
7.1.2014 1:30
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harry
7.1.2014 1:57
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Das mit den Tierschützern, die nicht wissen ob ja oder nein, ist ja sehr witzig!

Ich geh mal lachend ins Bett!


Gerd
7.1.2014 6:06
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Kugelfisch schmeckt sehr gut!

Nicht immer alles glauben, was so ein Spiegel-Journalist behauptet, der sich wahrscheinlich nicht gettaut hat.


Hadmut
7.1.2014 8:58
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@Gerd: Haben mir Japaner erzählt…


carsten
7.1.2014 12:02
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Eigentlich lese ich diesen Blog hier gerne.

Aber was hat dieser Eintrag hier mit Kiffern zu tun?
Es ist halt irgendwie sehr leicht sich aufgrund der “dummen Kiffer” etwas erhaben zu fühlen.

Egal… Ein Prost auf unsere Nation, in der sich selbst Staatsmänner (und Frauen) gerne mit Bierkrug oder Weinglas ablichten lassen. Denn Alkohol gehört ja schließlich zu unserer Kultur. Die ganzen Alkoholtoten dementsprechend auch!


Ober-Kiffer
7.1.2014 19:08
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Hadmut,

man merkt dass Du Dich mit sowas nicht auskennst.

Das sind keine Kiffer, das sind verdammte Acid-Heads! Solche die sich LSD, Pilze, Meskal, Stechapfel und natürlich auch diese Leck-Kröten reinziehen.
Die Kiffen zwar auch, ist aber ein ganz anderer Typus. So einer, dem es aus seiner Naturbreite heraus überhaupt nix ausmacht, wenn ihm solch psychoaktiven Substanzen total die Wahrnehmung verspulen. Die lachen noch wenn andere längst am durchdrehen sind.

Der gewöhnliche Kiffer mag sowas gar nicht! Das ist Arbeit und es lugt immer der potentielle Horror-Trip um die Ecke, da man als Gewöhnlicher ja nicht die Naturbreit-Protection hat. Mit diesen Irren wollen wir nix zu tun haben! Die springen ja auch gern aus’m Fenster weil sie glauben sie könnten fliegen und dann hat man die Sauerei und das Theater mit den Bullen.

Ersetze also im Beitrag bitte alle “Kiffer” durch “Acidheads”. Danke.

Und die Delphine sind auch Acidheads.


Hadmut
7.1.2014 19:39
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> man merkt dass Du Dich mit sowas nicht auskennst.

Deshalb habe ich ja so viele erstklassige, exzellente und hochqualifizierte Leser, um wirklich jedes erdenkliche Fachbebiet abdecken zu können. 😉


claus
8.1.2014 12:37
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Erinnert an die Stechäfpel in botanischen Gärten: die lassen sich auch nur noch hinter Gitter betrachten, weil sie sonst von Jugendlichen “geerntet” werden.


RedHead
8.1.2014 13:36
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@Ober-Kiffer: Was pöbelst du hier eigentlich so blöd gegen Leute, die andere Drogenkonsumgewohnheiten haben als du?
Gerade Dauerkiffer sind auch dauerbreit und wachen morgens noch im Rausch auf, auch wenn sie das nicht mehr merken. Mit LSD, Pilzen, Meskalin usw. ist das gar nicht möglich. Das bildet viel zu hohe Toleranzen (bei den drei explizit genannten auch Kreuztoleranzen). Es ist nicht so wie im Film “Fear and Loathing in Las Vegas”, zwischen 2 Trips auf diesen Drogen müssen mehrere Wochen liegen, damit es überhaupt wieder ordentlich wirkt. Im Gegensatz zum Kiffen kann man hier keine psychische Abhängigkeit ausbilden, weil der regelmäßige Konsum einfach nichts bringt. Vom Acidkonsum wird man also nicht dauerbreit. DMT kann man wohl häufiger konsumieren (die Toleranzen verschwinden viel schneller), aber das soll so heftig sein, dass das kaum jemand will. Und selbst wenn: die Wirkdauer ist nur ein paar Minuten (oft bei völligen Realitätsverlust) und macht sicher auch nicht dauerbreit.
Es ist richtig vor all diesen Drogen zu warnen, sie alle bergen Gefahren. So macht THC eben sehr träge und potentiell psychisch abhängig (Kiffer behaupten das Gegenteil, aber wenn das Gras alle ist geht die Panik los), während die psychedelischen Drogen eben sehr stark auf die Psyche wirken und dies Leute überfordern kann, in einzelnen Fällen kommt es sogar zu einer persistenten Psychose und das macht den Konsum durchaus riskant.
Wäre schön, wenn wir einfach mal bei der Wahrheit bleiben könnten.


Robert aus Wien
8.1.2014 17:31
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Danke für den Fisch!