Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wird Google von der NSA betrieben?

Hadmut
9.6.2013 11:52

Noch ne alte Verschwörungstheorie aus dem Keller:

Nämlich die, dass Google die NSA ist, genauer gesagt Google von der NSA betrieben wird.

Hab ich schon mal vermutet, als Google so ca. 1-2 Jahre alt war und mir anhand von Server-Logs auffiel, wie systematisch und regelmäßig die die Webseiten abgegrast haben. Damals nämlich gab es irgendeinen Vorgang, weiß ich nicht mehr, der darauf schließen ließ, dass die NSA sehr genau weiß, was auf Webseiten so los ist. Ich habe damals mal die Logs verschiedener Webserver untersucht und bin nur auf ein regelmäßiges, systematisches Muster gestoßen, nämlich die Abfragen von Google. Nicht mal die damals aktuelle Suchseite Altavista hatte solche Zugriffe.

Wenn die NSA so genau weiß, was auf Webseiten steht, damals aber der einzige, der Webseiten systematisch abfragte, Google war, was folgt dann daraus?

Eine weitere Seltsamkeit war nämlich, dass Google damals kein erkennbares Geschäftsmodell und keine Einnahmen hatte, trotzdem aber riesige Rechenzentren aus dem Boden stampfte.

Es wäre natürlich ein brillianter Dreh: Statt die Bürger zu überwachen, bringt man sie dazu, ihre Daten gleich selbst abzuliefern. Man weiß, wer was mailt, man weiß, womit sich Leute beschäftigen, man weiß, wo sie sind. Und als ob das noch nicht genug ist, gibt man ihnen noch – Tataa! – Android-Handys. Könnte man auch für persönliche NSA-Peilsender halten. Man kann mit Google alles und jeden überwachen und auswerten, ohne direkten Verdacht zu schöpfen. Man muss nur jede Suche und Erhebung plausibilisieren, indem man einen passenden Dienst für die Öffentlichkeit dazu anbietet.


27 Kommentare (RSS-Feed)

Bu
9.6.2013 12:49
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… na wenn das mal nicht eine astreine Drehbuchvorlage für einen Matrix-Thriller-Mix ist. 🙂


DarkMetatron
9.6.2013 13:56
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Naja ist ja eigentlich egal ob Google per Gerichtsbeschluss alle Daten an NSA und Konsorten gibt oder die NSA direkt Google ist. An die Daten kommen sie ja so oder so ran.

Aber die Verschwörungstheorie finde ich schon interessant.


Peter Panther
9.6.2013 14:25
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Die Argumente sind sehr plausibel bis auf: trau ich einer Behörde so viel kompetenz zu, so ein Projekt ohne f*ckup zu planen und umzusetzen?


mcs
9.6.2013 15:45
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Gibt’s eine Alternative zu Android, Iphone Os oder Microsoft?


Lohengrin
9.6.2013 16:20
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@Peter Panther
Sehe ich genauso.

panther – reh – hurtz


Phil
9.6.2013 16:55
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@Peter in dem Moment wo du Ideologen in einer Behörde hast, kann die unglaublich effizient werden …


Emil
9.6.2013 16:58
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Zumindest arbeiten Google und die NSA bei gewissen Techniken, die für beide Parteien wesentlich sind, Hand in Hand: BigTable, Hadoop, Accumulo.


zuvielnachdenker
9.6.2013 16:58
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Klasse,besser kann man es in Kürze nicht auf den Punkt bringen,danke.
Das ist keine VT,das ist einfach Realität,da wären noch Facebook,Twitter,Yahoo,MeinVZ,StudiVZ,SchülerVZ etc…etc….
Allein über 900 Millionen Menschen schleppen ihre Daten freiwillig zu Facebook,breiten die dort aus,besser kanns doch gar nicht laufen.Facebook verleibt sich seit Jahren immer mehr Internet-Plattformen ein(zB.Instagram),wird immer grösser,sammelt immer mehr Infos über seine User und verscherbelt sie an alle,die dafür zahlen,das sind nicht wenige.Davon ist Zuckerberg ja so reich geworden und wird immer reicher.

Es wäre natürlich ein brillianter Dreh: Statt die Bürger zu überwachen, bringt man sie dazu, ihre Daten gleich selbst abzuliefern.
Ganz genau so ist es.


threpet
9.6.2013 17:41
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Wie bringt man Chrome dazu, die rauszurücke rauszurücken? Gehörte dazu.


threpet
9.6.2013 17:41
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Der Satz sollte lauten:
Wie bringt man Chrome dazu, die history rauszurücken.


Foobar
9.6.2013 17:43
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@Peter

US-Behoerden haben wesentlich bessere Leute am Start als zb. Deutsche.
Liegt einmal daran, dass sie wesentlich besser zahlen (in Deutschland duerfen die ja garnicht gut zahlen, zumal wenn der Angestellte nur nen Fachhochschulabschluss hat etc.), zum anderen an den ultrahohen Strafen fuer Hacking oder was man dafuer haelt. Wenn du vor der Wahl stehst fuer 10 Jahre ins Gefaengnis zu gehen oder fuer richtig viel Kohle fuer die NSA zu arbeiten, sind moralische Bedenken wohl nicht mehr so ausschlaggebend.

Dass google und NSA schon immer fett zusammenarbeiten, halte ich schon laenger fuer eine Tatsache, aber dass google direkt von der NSA ist, habe ich noch nie so gehoert bzw. gedacht. Macht aber Sinn, Wenn man bedenkt, dass google heutzutage quasi das gesamte Internet gespiegelt hat (ofiziell immerhin das WWW und ne Menge Emails) und ueberall zb. DNS-Server rumstehen hat…


Heinz
9.6.2013 18:09
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> Statt die Bürger zu überwachen, bringt man sie dazu, ihre Daten gleich selbst abzuliefern.

und zwar nicht nur ihre, die Daten ihrer Bekannten und allen denen die über den Weg laufen am Besten auch noch…


Robert W.
9.6.2013 18:20
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“Statt die Bürger zu überwachen, bringt man sie dazu, ihre Daten gleich selbst abzuliefern.”
Und um die paar, die das nicht freiwillig von selber machen, kann man sich ja gesondert “kümmern” …

Eigentlich ne geniale Idee zur “Komplexitätsverringerung” 😉


@mcs: Nee, gibt nur die drei.


denn
9.6.2013 19:55
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Noch eine Verschwörungstheorie:

(Aufbauend auf der Verschwörungstheorie, dass Struxnet nur öffentlich gemacht wurde, damit die Welt sehen kann wie toll die USA im Hacken doch ist)

Der ganze PRISM Skandal ist nur Unterstützung / Schanzvergleich für das USA-China Spionagegespräch das geradeeben stattfand.


Joe
9.6.2013 19:55
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Klingt plausibel. Ich arbeite schon lange mit dieser impliziten Annahme. Daten sind zwar auch kommerziell wertvoll, aber nach dem kommenden Platzen der Werbeblase nicht mehr wirtschaftlich verwertbar.

Also was will man dann noch damit? Eine Stasi betreiben?


Wolfgang
9.6.2013 20:54
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@Josh@_[°|°]_ & @mcs

Nö, es gibt einige mehr:

http://de.wikipedia.org/wiki/Smartphone#Betriebssysteme

(wobei ich die Meinung vertrete, dass Handys konstruktionsbedingt Ortungswanzen sind und die einzige wirkliche Alternative ein Verzicht auf Handy darstellt).


@Danisch (((“Eine weitere Seltsamkeit war nämlich, dass Google damals kein erkennbares Geschäftsmodell und keine Einnahmen hatte, trotzdem aber riesige Rechenzentren aus dem Boden stampfte. “)))

Vielleicht haben die ja von Anfang an bei den Suchergebnissen geflunkert und ihre eigenen nicht-Google-Webseiten ganz oben gelistet.


@Wolfgang: Hab’ ja schon häufiger davon gelesen & gehört, doch hätte ich es bis zu Deiner Antwort nicht für möglich gehalten in einer Gesellschaft zu leben, die tatsächlich nur noch mit sogenannten Smileys am Satzende umgehen kann.

Wieder was gelernt.
😉


http://gibiru.com
oder
http://yandex.com/

Carsten

Da schwant mir doch was — sprach die Ente


wqio
10.6.2013 9:31
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Fx
10.6.2013 10:31
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Dass Google mit US-Geheimdiensten zusammenarbeitet ist tatsächlich schon länger bekannt, wenn auch nicht so offiziell.

2012 – Google und US-Dienste rücken näher zusammen
http://www.hintergrund.de/201203131962/wirtschaft/welt/google-und-us-dienste-ruecken-naeher-zusammen.html

2010 – Google und CIA investieren in Web-Orakel
http://www.googlewatchblog.de/2010/07/google-und-cia-investieren-in-web-orakel/

2007 – Welt der Wunder: Die Wahrheit über das Google-Imperium
(“Google wurde (über einige Ecken) mit CIA-Geldern gegründet”)!!!
http://www.googlewatchblog.de/2007/11/welt-der-wunder-die-wahrheit-ueber-das-google-imperium/

2006 – Der Spiegel: Google im Bett mit der CIA?
(Ex-CIA-Agenten Steele: gemeinsame Forschung & Entwicklung)
http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/netzwelt-ticker-google-im-bett-mit-der-cia-a-445918.html

2006 – Infowars.com: Ex-Agent: CIA Seed Money Helped Launch Google
(Ex-CIA-Agenten Steele: Google mit CIA-Geld gegründet)
http://www.infowars.com/articles/bb/google_cia_seed_money_launched_google.htm

Infowars ist zwar schwer Verschörungstheorie-verdächtig, beruft sich aber auf den gleichen Zeugen, wie der Spiegel.


dieter
10.6.2013 11:06
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Wird Google von der NSA betrieben?

Hmm nach den aktuellen Meldungen bräuchten die NSA zwecks Überwachung nicht als Betreiber von Google zu agieren – an die Daten kommen die ja offenbar auch so. Warum sollten die sich einen Konzern wie Google ans Bein binden, wenn die ohnehin alle Informationen frei Haus bekommen?

Das Google, Facebook und Co nicht zu trauen ist, ist mir schon recht lange klar. Ob die nun meine Daten an die nächstbeste Behörde oder an irgendwelche Konzerne gegen Geld abliefern macht für mich keinen so großen Unterschied.
Ok – bei den Behörden muss ich ggfs damit rechnen, dass irgendwann Nachts ein SEK vor meinem Bett steht weil irgendein Taliban meine Kreditkartenummer verwendet hat.
Bei Konzernen besteht die Gefahr, dass irgendwelche Russen/ Albaner/ Chinesen unbemerkt mein Konto plündern.
Unerfreulich ist beides.

Obwohl ich die Videokamera an meinem Arbeitslaptop abklebe, mein Privat-PC weder über eine Kamera noch ein MIcro verfügt, ich weder Cloud- noch sonstige Dienste zur Synchronisation meiner Kalender, Kontakte, Orte und sonstiger Daten nutze, bin ich mir recht sicher, dass wer will mich ohne große Mühe recht viel Informationen über mich sammeln kann – ohne das ich davon etwas bemerke.


NurZurInfo
10.6.2013 13:28
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Ein NSA-Admin packt aus: http://youtu.be/5yB3n9fu-rM

Krasses Interview.


Das Recht, überwacht zu werden:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/06/09/polizei-gewerkschaft-ueberwachung-ist-das-wertvollste-buergerrecht/

Zitat:
Nach Prism-Skandal
Polizei-Gewerkschaft: Überwachung ist das wertvollste Bürgerrecht
Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft wünscht sich Überwachungs-Methoden wie in den USA auch für Deutschland. Er kritisiert den „überzogenen Datenschutz“. Denn das wertvollste Bürgerrecht sei der Schutz vor Terror und Kriminalität.
Deutsche Wirtschafts Nachrichten | 9. Juni 2013, 03:00 Uhr | 115 Kommentare

Na also, geht doch, hat seinen Huxley und Orwell gelesen.

Carsten

Abschiebelisten satt Trauerlisten


[…] Verschwörungstheorie des Tages: Wird Guhgell von der NSA betrieben? […]


Ruru
25.6.2013 12:30
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Je länger ich darüber nachdenke, desto plausibler erscheint das…
Siehe auch http://blog.fefe.de/?ts=af366e08