Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Erklärung zu Guttenbergs zur Plagiatsaffäre

Hadmut
18.2.2011 12:32

Auf der Tagesschau-Webseite ist eine Video-Erklärung zu Guttenbergs zur Affäre erschienen. Von der Körpersprache her (vor allem dem Tonfall und den mehrfach lange geschlossenen Augen) wirkt sie auf mich aber nicht glaubwürdig, erinnert mich spontan an das Barschel-Ehrenwort. Auch inhaltlich erscheint mir das fragwürdig, das als „Fehler” abzutun.


5 Kommentare (RSS-Feed)

Stefan W.
18.2.2011 14:22
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Ohne Dr. am Guttenberg schon oft aus dieser Nähe gesehen zu haben stimme ich, was die Körpersprache betrifft, zu.

Auch die Formulierungen machen teils stutzig:
“Eine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat…”
Wieso spricht er nicht von “Die von mir …” – hat er mehrere verfasst? Hat er diese etwa nicht verfasst, sondern eine andere, unplagiierte, die so mies war, das jmd. anderes die, die eingereicht wurde, verfassen musste?

Oder dies: “Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewußt getäuscht…”
So spricht man doch, wenn man der Gutachter ist. Er will da offenbar vorgreifen, und hat schonmal als Gutachter in eigener Sache agiert. Nur – wieso lautet der Satz nicht: “Es wurde nicht getäuscht…”, sondern ‘bewußt’ getäuscht – hat er Teile des Papiers schlafwandlerisch verfaßt? Zitate werden ja durch Anführungsstriche, durch eine Fußnote und u.U. durch entsprechende Formulierungen im umgebenden Text markiert. Das so oft 3 Fehler auf einmal passieren kann nur ein CSU-Wähler glauben. ‘allerdings’ und ‘zu keinem Zeitpunkt’ sind so übliche Raumfüller.

Und dann ‘über 7 Jahre als junger Familienvater in mühevoller Kleinarbeit’ – da bettelt doch einer schon um Gnade – mir kommen Tränen der Rührung! Der arme, und da hat er – summa cum laude – von den 1000 Zitaten 100 nicht kenntlich gemacht. Aber immer komplett nicht? Und die anderen 900?

Ich habe auch schon gehört, wenn das stimme mit den Vorwürfen, dann müsse er sich entschuldigen! Nicht den Grad ablegen, sondern sich entschuldigen! Sich selbst auch noch. Phänomenal!

Und er stellt es als Problem dar, er könne jmd. verletzt haben (Urheber) – was mit ein Problem ist – sicher. Vor allem hat er sich ungerechtfertigt Vorteile verschafft, dann, muss sich den Titel aberkennen lassen, und sollte zurücktreten.


HF
18.2.2011 18:58
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Er verzichtet vorläufig – bis zur Klärung der Vorwürfe – darauf, den “Befähigungsnachweis” herauszuhängen. Das ist ein ganz raffiniertes Manöver: Jetzt hat plötzlich nicht er, sondern sein Doktorvater den Schwarzen Peter und muß sich den Kopf zerbrechen. Der Feind wird unterdessen durch Abwarten zermürbt. Einfach großartig! Wenn die Karriere kein vorzeitiges Ende findet, wird das Guttenberg-Manöver noch Militärgeschichte schreiben.


Hobby-Militärhistoriker
19.2.2011 12:41
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@HF: Konsequenterweise ist das „Guttenberg-Manöver“ nicht auf seinem Mist gewachsen. Vielmehr wurde es vom russischen General Michail I. Kutusow abgekupfert, der damit 1812 die Grande Armée in die Knie zwang.


Andreas Voßkuhle hat auch einige Jahre an der Bayreuther Uni Jura studiert und hat am Imagefilm “Jura in Bayreuth” mitgewirkt. Dort war ihm aber das Jurastudium zu anspruchsvoll und deshalb ging er nach zwei Jahren Studium lieber nach München.

Über seine Zeit als Jurastudent in Bayreuth berichtet Voßkuhle: “Es waren damals wie heute auch sehr gute Professoren da. Vor allem Peter Häberle und Harro Otto haben mich sehr beeindruckt”.

Wenn man also in Bayreuth bei Häberle “summa cum laude” promoviert hat, muss man also solch eine Glanzarbeit abgeliefert haben wie unser guter KTzG. Oder …?


Gerechterweise müsste man nun auch die Doktorarbeiten von so einigen anderen Politstars in unserer Bundesregierung untersuchen, da diese Leute ja Vorbild für die übrigen Bürger sein sollten.

Massive Zweifel bestehen ja auch an der alleinigen Autorenschaft von Frau Schröders Doktorarbeit. Vielmehr scheint ihre Doktorarbeit doch besonders politisch gefärbt zu sein, indem die Thesen eines renommierten Kriminologen (Prof. Dr. Pfeiffer) missbraucht und im Sinne von Frau Schröder und ihren Ghostwritern fehlgedeutet wurden.
Manche Hilfe bei ihrer Dissertation hat sie ja selbst bereits in Interviews zugegeben.

Und warum hat Westerwelle eigentlich nicht an seiner “Hausuniversität” Bonn promoviert, sondern 1994 an der Fernuniversität Hagen?
Nichts gegen die Fernuniversität Hagen, aber seit wann hatte die Fernuniversität Hagen überhaupt Promotionsrecht in Jura?