Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Einheitliche Netzgeräte – einheitliche Akkus

Hadmut
9.2.2011 22:09

Noch so ein Dauerärgernis

In allen Zeitungen steht, daß sie es nach 2 Jahren endlich geschafft haben, sich auf ein einheitliches Handy-Netzteil zu einigen. Endlich!

Was die aber auch mal einführen könnten, wären einheitliche Kamera- und Handy-Akkus. Das geht mir nämlich noch mehr auf den Wecker. Gerade habe ich schon wieder neue Akkus bestellt. Seit ich digital fotografiere (also seit inzwischen 12 Jahren!), brauche ich bei fast jeder Kamera neue Akkus.

Gut, zugegeben, insgesamt 5 oder 6 der Kameras, die ich dabei habe/hatte, verwenden normale Mignon-Akkus (AA). Das ist in Ordnung. Aber bisher brauchte jede digitale Spiegelreflex einen neuen Akku-Typ (macht 3 verschiedene), dann brauchten drei verschiedene Kompaktkameras auch noch jeweils ihren individuellen Akku, und eine Videokamera kam auch wieder mit was besonderem daher. Und demnächst ist wohl schon wieder ein neuer Akkutyp fällig, weil wohl noch ne neue Nikon dazukommt.

Und von jedem Akkutyp braucht man erfahrungsgemäß mindestens 3 Stück im Studio oder auf Reisen (einen in der Kamera, einen in Reserve, einen im Ladegerät im Hotelzimmer). Und wenn es mal wieder für 3 Wochen in die Wüste geht, sollte man auch mehr dabei haben. Dann kommt zu jedem Akkutyp noch das mitgelieferte Ladegerät, eventuell noch ein Reiseladegerät und ab und zu mal noch ein 12-Volt-Ladegerät für’s Auto.

Macht im Ergebnis jede Menge teuren und umweltschädlichen Schrott.

Gut, zugegeben, es relativiert sich etwas, weil einige der Kameras so alt sind, daß die Akkus inzwischen sowieso kaputt sind, länger als 2-3 Jahre machen die das eh nicht. Trotzdem geht es mir auf den Wecker, daß ich diverse Akkutypen geladen vorhalten muß. Wenn ich mein Ausrüstung so beisammen habe, wie ich sie mir wünsche, muß ich allein drei verschiedene Akkutypen, jeweils mehrere Akkus und Ladegeräte, mit auf Reisen nehmen.

Liebe Hersteller, das ist unprofessionell und üble Geldmache.

Und wirklich technische Gründe gibt es dafür nicht. Allein die drei verschiedenen Akkus, die ich bisher für Spiegelreflexkameras gebraucht habe (Minolta, Sony, Nikon) sind im Prinzip alles das gleiche, nur mal die Kontake bischen anders, oder mal noch ein Kapazitätschip mit drin. Aber keine wesentlichen technischen Unterschiede.

Höchste Zeit, daß die EU da mal reinschlägt und für solches Zeugs einfach mal so ca. 5 Standardakkus entwirft, von klein-flach bis groß-kräftig.


9 Kommentare (RSS-Feed)

Matias
9.2.2011 23:00
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Wäre tatsächlich gut wenn die EU das regeln würde. Dann könnten sie das gleich auch noch für die Notebooks machen. Dort müsste es nicht unbedingt der gleiche Akku für alle Hersteller sein aber das zumindest der gleiche Hersteller nicht in jedes Modell einen anderen Akku einbaut. Wenn dann ein Notebook mal 2-3 Jahre alt ist und er Akku nicht mehr allzu gut kriegt man einerseits nur schwer einen Ersatz (weil halt genau nur der Akku für dieses Modell passte) und das ist dann erst noch schweineteuer.


Das habe ich auch schon erlebt. Das Nachfolgemodell einer digitalen Kompaktkamera mit praktisch den gleichen Maßen hat einen anderen Akku. Und mit anders meine ich fast identisch, nämlich 1mm mehr in der Höhe und 1mm weniger in der Breite.

Ich hab das zuerst gar nicht gesehen und freute mich schon fast, den alten Akku aus der alten (leider defekten) Kamera als Ersatz weiterverwenden zu können, aber Pustekuchen.

Selbst die Ladegeräte sehen fast identisch aus, nur daß eben die Akkus nicht wirklich in das jeweils andere passen.

Und das ist ein und derselbe Hersteller mit der gleichen Kameramodellreihe.


dasuxullebt
10.2.2011 2:23
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Selbes gilt für Druckerpatronen und Toner. Die kann man nachfüllen und das Ergebnis ist meistens nicht schlechter. Da kann man mir erzählen was man will, das ist Geldmacherei!


yasar
10.2.2011 13:27
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Notebook-Netzteile!

Die sind auch prädestiniert für Standardisierung. Die meisten haben ja schon 19V Gleichspannung mit 3 bis 4A Last.

Das Einzige was einen immer wieder ärgert sind die Stecker. Selbst beim selben Hersteller (z.B. Dell, Acer, HP) kommt es vor, daß zwei verschiedene Notebookmodelle verschiedene Stecker haben. Wenn man mehrere Note-/Netbooks im Haushalt hat, geht dann die Sucherei los. Man kann nicht auch mal eben das Netzteil das gerade zur Hand ist benutzen.

Ich habe hier inzwischen ein halbes Dutzend Netzteile herumfahren, weil ich imemr mal wieder ein anderes brauche, wen ich “schnell” mal nach einem Notebook schauen soll.


| Liebe Hersteller, das ist unprofessionell und üble Geldmache.
Du hast nix begriffen. Professionell bedeutet, von den Einnahmen leben zu können. Geld machen ist professionell! Idiotische Gesetze machen ist übrigens euch professionell. Dabei geht es um Dienstwagen.

AA-Akkus — so ein Quatsch. Kamera auf, Akkus rauspopeln, Akkus in Ladegerät popeln, Akkus aus Ladegerät popeln, Akkus in Kamera popeln. Vier Popelvorgänge für eine Ladung — und dann noch ein Batterienfresser. Also alle zwei Tage die Prozedur.
Bei der anderen Kamera kann ich den Spezialakku in der Kamera laden, also 2,5h anstecken und gut. Die hält dann im Urlaub fast zwei Wochen den Saft. Was ist nun besser? Ich weiß es.

Carsten

[Revolution]
“Ja, das ist selbstverständlich rechtlich geregelt: Revolutionäre müssen sich eine Bahnsteigkarte kaufen. Schlauerweise wurden Bahnsteigkarten aber schon vor Jahrzehnten abgeschafft, so dass durch diesen einfachen administrativen Akt Revolutionen in Deutschland völlig unmöglich gemacht wurden. Du brauchst also keine ägyptischen Verhältnisse zu fürchten.”
Tom Berger


yasar
11.2.2011 10:51
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@Carsten

Was spricht dagegen, die Spezail-Akkus in AA-Form zu machen und die Ladeelektronik wie bisher auch in der Kamera unterzbringen. Hat den Vorteil, daß man immer noch Hochkapazitätsakkus hat, aber bei Bedarf auf “Billigakkus” oder gar Batterien ausweichen kann.


Stefan
12.2.2011 8:48
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Die durchaus wünschenswerte Vereinheitlichung hat aber auch ihre Schattenseiten. Genaugenommen sind die negativen Folgen von Vereinheitlichung sogar viel schlimmer als die kleinen Ärgernisse mit inkompatiblem Zeugs.

Erstens bedingt Vereinheitlichung ein Vorschriftenkorsett – weniger Freiheit für die Wirtschaft und die Industrie. Kann man machen, darf man aber nicht übertreiben. EIN einheitliches Produkt für die gesamte Republik – das hatten wir in der DDR, das war nicht wirklich populär.

Auf die Spitze getrieben hieße das, man würde sich staatlicherseits zusammensetzen und für jede Innovation sofort einen Standard festlegen, an den sich die Hersteller zu halten haben (damals beim Kampf Betamax-VHS angefangen über alle möglichen neuen Formate usw.). Und was wäre das? Planwirtschaft. Wollen wir nicht, funktioniert nicht.

Außerdem wollen auch die Kunden Wahlfreiheit. Sie wollen nicht zwischen zwei oder drei, sondern zwischen 10 oder 15 DSLR-Modellen wählen können, ebenso bei Notebooks etc.

Ansonsten könnte man doch gleich sagen: hier haben wir ne gute DSLR, dieses Modell ist jetzt EU-Standard, wozu noch andere Modelle daneben fertigen? Genauso bei Notebooks oder Autos: machen wir ein Standardmodell in jeder Leistungsklasse, und fertig. Die große Vielfalt ist doch nur Ressourcenverschwendung, oder?

Nee, Marktwirtschaft braucht wirtschaftliche Freiheit als unabdingbare Voraussetzung.


Hadmut
12.2.2011 11:18
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@Stefan: Dann hätte die Verwendung normaler Batterien auch zum Weltuntergang führen müssen. Bei gewöhnlichen Batterien hat man es auch ca. 50 Jahre lang geschafft, Standardmodelle zu verwenden ohne daß dabei die Demokratie versunken wäre.

Warum soll bei Akkus nicht funktionieren, was bei Batterien sehr wohl funktioniert? (Der Unterschied liegt ja nur darin, daß die Kamerahersteller zwar Akkus, aber keine Batterien verkaufen und sich da ihr Geschäft nicht mit Konkurrenz beeinträchtigen, wenn sie Standard-Batterien verwenden).

Außerdem sieht man bei vielen Kamera-Akkus, daß eigentlich das gleiche drin ist, auch die gleiche Größe hat, und nur künstlich irgendwelche Unterschiede geschaffen werden, mal die Kontake bischen anders geformt, oder da und dort mal eine kleine Formänderung, damit der andere nicht mehr paßt. Das hat nichts mit Planwirtschaft, sondern mit Abzocke zu tun.


Carsten Thumulla
12.2.2011 9:48
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@yasar
Kann man machen, ein Block ist aber kompakter. Hochkapazität ist damit hinüber. Auf Batterien weicht keiner mehr aus. Da kommen pro Battriesatz noch 30 Aufnahmen raus. Umschalten auf andere Kennlinie muß man auch, und das kann man leicht vergessen. Intern laden finde ich praktisch. Man ist auch nicht dazu gezwungen.

Carsten