Ansichten eines Informatikers

Auch das noch: Pädophilen-Barbie

Hadmut
6.12.2010 16:25

Schlimmer geht’s immer.

In meiner Erlebniswelt als Junge kommen Barbiepuppen überhaupt nicht vor. Ins Bewußtsein getreten sind mir die Dinger durch eine Geschmacklosigkeit. Ich war damals kurz nach den Olympischen Spielen in Australien und kam in einem Bahnhof an riesigen Verkaufsständen vorbei, wo sie den ganzen Olympia-Merchandising-Schrott. den jetzt keiner mehr haben wollte, zum Schleuderpreis verhökerten (eine schreibunte Olympia-Krawatte hab ich mir damals gekauft).

Dabei hatten sie auch Olympia-Barbies von unbeschreiblicher Hässlichkeit. Und wie immer, im angloamerikanischen Kulturraum, ethnisch ausgewogen. Immer hübsch nach kaukasisch, schwarz, asiatisch und so sortiert (ist Euch schon mal aufgefallen, daß wenn in einem amerikanischen Katastrophen-Film ein paar Leute, die sich nicht kennen, willkürlich irgendwo eingeschlossen oder sonstwie ausgewählt werden? Immer politisch korrekt nach Ethno-Quoten.) Und alle Barbies wie immer in der Barbie-Stringtanga-Aufmachung. Dicke oder Kurze gibt’s nicht. Und dann der Schock: Rollstuhl-Barbie, für das Paralympics-Publikum.

Nun gut, Behinderte sind ja auch normale Menschen, die auch darauf bestehen, mal verspottet oder verarscht zu werden, und warum sollte es nicht mal eine Barbie im Rollstuhl geben? Gehört ja auch zur Gesellschaft. Aber diese Barbie war so völlig daneben und geschmacklos, saß (auch auf dem Verpackungsbild) locker gefläzt auf einem seltsamen gestreckten Teakholz-Rollstuhl, also wäre es ihr neuestes Luxusobjekt neben Cabrio, Surfbrett und rosa Pony. Spätestens seit ich dieses dumme Ding in der Hand gehalten und fassungslos bestaunt habe, bin ich überzeugt, daß man Dummheit auch erwärmen, verflüssigen und in Spritzformen pressen kann. Soviel zu meiner Meinung über Barbie.

Nun schickt mir gerade ein Leser (Danke Carsten) einen Link, wo ich mir gerade schon wieder an den Kopf fassen muß:

Das FBI warnt vor einem bestimmten Barbie-Modell, weil Pädophile es mißbrauchen könnten.

In letzter Zeit kommen immer öfter kleine billige (aber gar nicht mal so schlechte) getarnte Videokameras auf den Markt, seit man aus Billig-Teilen und mit geringstem Volumen eine Stecknadelkopf-Kamera, einen Digitalvideorekorder mit MPEG-Encoder und USB-Adapter, und einen Akku unterbringen kann. Schon für unter 20 Euro bekommt man die Dinger in Kubelschreibern, Autoschlüsseln, Feuerzeugen usw.

Und wie es scheint haben die Idioten von Mattel so einen Rekorder in eine Barbie eingebaut. Kamera vorne in der Halskette versteckt, Bedienelemente im Rücken unter dem Kleidchen.

Das ideale Objekt, um versteckte Kameras in Kinderzimmern unterzubringen? Oder sie einem Kind mitzugeben? Oder eher umgekehrt, um sie unauffällig im Kinderzimmer zu platzieren, um mal zu sehen, was Papi oder der Babysitter so an Muttis Liebling rumschraubt? Kein Wunder, daß das FBI davor warnt.

Es gibt Dinge, die sollten einfach nicht gebaut werden. Dazu gehört Kinderspielzeug mit getarnt eingebauten Videokameras.

2 Kommentare (RSS-Feed)

yasar
6.12.2010 19:00
Kommentarlink

“was Papi oder der Babysitter so an Muttis Liebling rumschraubt? ”

Du hast Mami vergessen.

Wir wollen ja politisch korrekt bleiben.


Hadmut
6.12.2010 19:02
Kommentarlink

Stimmt. Muttis schrauben auch am Liebling rum. Wird aber viel seltener aufgeklärt, da hätte ich jetzt nicht gedacht, daß man Mutti da ne fremde Barbie unauffällig unterjubeln kann.