Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Flughafensicherheit in München

Hadmut
21.1.2010 0:19

Ich schreib doch so gerne über Flughafensicherheit. Heute ausnahmsweise mal ohne aktuell geflogen zu sein.

Schon seit dem Nachmittag kommt es in den Nachrichten, daß es am Flughafen München heute mächtig Trouble gab. Bei der Untersuchung eines Notebooks hat ein Detektor Stoffe angezeigt, die in Sprengstoff (aber auch Parfum) vorkommen können. Deshalb sollte der Notebook-Rechner ein zweites Mal untersucht werden. Der Mann schnappte sich aber sein Notebook und lief davon in den Sicherheitsbereich. Und keiner hielt ihn auf. Großalarm, Terminal gesperrt, Flüge gestrichen, alles umgegraben, nichts gefunden.

Das erinnert mich fatal an zwei Beobachtungen, die ich 2004 an den Flughäfen in Frankfurt und Washington gemacht habe bzw. mir dort von Sicherheitspersonal habe erzählen lassen. Die konnten das Gepäck dort auch nicht zuordnen. Und als ich deshalb gefragt habe, haben die mich in Frankfurt noch dumm angemacht.

Es ist aber eine durchaus berechtigte Frage, warum man vor der Nase der Sicherheitsleute einfach in den Terminal-Bereich rennen kann, mitsamt einem Notebook, für das Sprengstoff-Verdacht angezeigt wurde. Das ist doch globaler Murks.

Kürzlich kam schon irgendwo im Fernsehen ein Bericht darüber, daß die Sicherheitsuntersuchungen sowieso wertlos sind, weil die Flughafenbetreiber Geld machen wollen und deshalb erstens bei den Untersuchungen sparen, wo es geht, und es sich zweitens nicht nehmen lassen, den Leuten hinterher im Duty-Free-Shop Zeugs zu verkaufen, aus dem man Bomben bauen kann.

Richtig wäre es, wenn es eine Schleuse gäbe, mit zwei Türen. Man geht durch die erste, dann sind die zu. Oder zumindest die zum Sicherheitsbereich. Und erst dann, wenn alles als harmlos detektiert ist, öffnet sich die zweite. Wäre aber zu teuer. Die hätten ja nicht mal genügend Platz dafür. Eine solche Einzelschleuse würde aber sicherlich eine ordentliche Abschreckung für Terroristen darstellen.


2 Kommentare (RSS-Feed)

Stefan W.
21.1.2010 3:34
Kommentarlink

Mir sagt das, daß es vor allem eine religiöse Veranstaltung ist – man opfert dem Gott der Flughafensicherheit ein paar Minuten, seine Privatsphäre, und dann stellt sich die Sicherheit als göttliche Gnade ein.

Deswegen wird auch der Nacktscanner so toll funktionieren. Die Leute opfern gerne etwas Privatsphäre.

Sie entdecken Sprengstoff (möglicherweise – glauben selbst nicht, dass das Gerät u. Verfahren funktioniert) und lassen den an Bord, ohne zu wissen an Bord wovon. Zum Glück flieg ich selten – soviel Kafka vertrag ich nicht gut.


yasar
21.1.2010 10:12
Kommentarlink

Ich hatte schon Dich in Verdacht.

Assoziationskette: München + Flughafen + Notebook + Sicherheit + Dumm gelaufen => Hadmut!

😉