Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Canon EOS 7D oder Nikon D300s ? Nikon!

Hadmut
13.1.2010 21:45

Teil 3 der Tragödie um die Entscheidung zwischen Canon und Nikon.

Viele Leute sagen heute, daß man nicht beim günstigen Internet-Händler sondern im Fachhandel kaufen soll, insbesondere dann, wenn man im Fachhandel beraten wird. Das kostet Arbeitszeit, also muß das Gerät dann auch etwas mehr kosten. Beim Händler beraten lassen und ausprobieren, um dann im Internet zu bestellen, ist unehrlich und macht die Läden kaputt. Sehe ich eigentlich genauso. Allerdings nur unter der Voraussetzung, daß man auch eine Beratung bekommt, für die es sich zu zahlen lohnt. Ich habe mich in vier Läden nach den Unterschieden zwischen der Canon und der Nikon erkundigt, und habe überall nur Allgemeinplätze und Bauernweisheiten gehört. Der eine empfiehlt Nikon, der andere schwört auf Canon. Aber die beiden Kameras tatsächlich beherrscht hat da keiner, über einschalten und Objektiv ansetzen geht nicht allzuviel hinaus. Kein einziger konnte meine Fragen beantworten. Zwar haben mir zwei Händler angeboten, daß ich bei ihnen Geräte mieten kann um sie zu probieren, aber das hätte pro Tag und pro Gerät 50-60 Euro gekostet.

Im Internet ist die Kamera nicht nur billiger – man wird ausdrücklich belehrt, daß man die Geräte innerhalb von 14 Tagen zurücksenden kann, der Rücksendeschein liegt auch schon bei. Man muß gar nicht groß rumfragen, sondern kann sich einfach in Ruhe anschauen, was man wissen will. So gesehen gibt es im Internet die bessere „Beratungsleistung”, und das meist deutlich billiger. Unter diesen Umständen ziehe ich das Internet eigentlich vor. Und so habe ich mir beide Gehäuse beschafft, um eines davon wieder zurückzugeben.

Es lohnt sich aber, die Geräte genau anzusehen, denn vieles täuscht beim ersten Rumprobieren im Laden oder wurde mir schlichtweg falsch gesagt. Und vieles, was in den diversen Vergleichstest hochgegaukelt wird, empfinde ich als nur wenig relevant. Insbesondere die Nikon erweist sich als signifikant besser, wenn man (als bisher Nicht-Nikon-Nutzer) die Anleitung mal gelesen und ein paar Schalter ausprobiert hat, als wenn man sie im Laden nur mal so in die Hand nimmt. Beispielsweise beeindruckt die Canon dadurch, daß sie in der Standardeinstellung sofort im Sucher zeigt, welche Stellen im Bild scharf gestellt wurden, während in der Nikon nur ein kleines Viereck in der Mitte blinkt. Tatsächlich kann die Nikon das aber genauso gut (oder besser), nur steht der Schalter dafür ab Werk einfach anders. Man muß erst wissen, wo man es einschaltet und es eben mal ausprobieren.

Eigentlich müßte man beiden Herstellern mal in den Hintern treten. Die Verschmelzung aus beiden Kameras wäre eine wirklich gute Kamera, aber jeder läßt irgendwo etwas weg, was eigentlich technisch beherrscht und einfach zu implementieren wäre. Dahinter steckt wohl einerseits die Absicht, dem Käufer gleich einen Grund für den nächsten Kauf mitzugeben, wenn Kameras sollen heute nicht mehr wie früher 10 Jahre, sondern nur noch 2-3 Jahre halten. Zum anderen dürfte die japanische Handelsbehörde dahinterstecken, die sehr genau darauf achtet, daß sich japanische Unternehmen nicht gegenseitig abhängen und daß Canon und Nikon ungefähr gleich stark bleiben. Es wird Zeit, daß es eine gute technische Kamera mit OpenSource-Betriebssystem gibt.

Hier meine ergänzenden Beobachtungen:

  • Obwohl beide Kameras erkennbar originalverpackt und noch nie ausgepackt worden waren, hatte die Nikon Schmutzteilchen auf der Suchermattscheibe. Die ließen sich zwar mit dem Fotoblasebalg ohne weiteres entfernen, aber eigentlich darf sowas nicht vorkommen. Schon gar nicht, wenn man sich für die Nummer eins hält.

    Die Canon behauptet beim Abschalten, daß sie eine Sensorreinigung durchführt. Falls die Nikon das auch tut, gibt sie jedenfalls nicht damit auf dem Display an.

  • Im Laden lag mir die Canon besser in der Hand, der Sucher gefiel mir besser. Nach etwas Gewöhnung liegt mir die Nikon aber ähnlich gut in der Hand. Daß die Nikon zwei Rändelräder oben hat gefällt mir besser (im Vergleich zu Canon, wo das zweite Rad hinten flach liegt, das aber auch nicht schlecht ist). Bei der Nikon kann ich etwas mehr Funktionen direkter bedienen – beispielsweise die Autofokus-Einstellungen, dafür ist die Canon bei manchem besser bedienbar, etwa der Belichtungskorrektur.

    Bei der Nikon ist der Plastikschutz für den Monitor gut. Beeinträchtigt zwar die Bildqualität etwas, aber man kann ihn ja abnehmen. Und besser so als ohne Schutz und verkratzt. Bei der Canon hinterläßt meine Nase unschöne Fettflecken auf dem Display.

    Das Bedienkonzept und die Menüs der Nikon erscheinen mir generell besser, aber nicht in allen Punkten. Immerhin hat Canon nicht mehr so stur am alten Konzept festgehalten und ein paar Verbesserungen gewagt, die sehr positiv sind.

  • Bei einfachen Testaufnahmen unter Kunstlicht erscheinen die Canon-Bilder auf dem Display brillianter und wärmer als bei der Nikon. Die Frage ist, ob das auch wirklich besser ist oder mehr auf die erste Bildwirkung ausgelegt ist. Die Nikon-Farben erscheinen mir neutraler, zwar weniger auffällig, nicht so „schön”, dafür realitätsnäher, was aber auch nicht abschließend zu beurteilen ist, weil mir der kalibrierte Monitor fehlt.

    Ich habe den Eindruck, daß die Nikon den besseren Weißabgleich und den besseren Autofokus hat. Dafür scheint die Canon deutlich weniger zu rauschen, was aber auch wieder täuschen kann. Da ich (s.u.) bei der Canon die RAW-Dateien nicht unter Linux konvertieren konnte, mußte ich Nikon-Raw mit Canon-JPG vergleichen, und das könnte eben massiv gebügelt sein.

  • Im Laden wurde mir gesagt, daß die Canon drei Einstellungsspeicher (Drehrad oben links) hat, die Nikon könnte sowas nicht. Die Nikon hat sowas auch, aber leider nur über Menüs und nicht so direkt auswählbar.
  • Was wurde da ein Bohay um die Videofähigkeiten gemacht. Nikon macht damit Werbung, Canon macht damit Werbung, alle reden darüber.

    Ehrlich gesagt, haben mich die Videofähigkeiten beider eher enttäuscht. Autofokus geht entweder gar nicht oder ist grauslich schlecht. Also nur was mit manuellem Fokus (was ohne Fokus-Limit auch nicht toll kommt). Zwar hat die Canon eine wirklich beeindruckende Bildqualität und Auflösung, aber die zu nutzen ist sehr schwierig, und Autofokus kann man eigentlich (auch wegen der Objektivgeräusche) vergessen. Mit einem guten Objektiv kann man unter gewissen Voraussetzungen sicherlich sagenhafte Videos machen, aber eben nur unter diesen Voraussetzungen. Zudem habe ich festgestellt, daß einige meiner Rechner, insbesondere die Notebooks, mit FullHD H.264 bezüglich der Rechenleistung überfordert sind und es nicht ordentlich darstellen können.

    Wenn man wirklich gute Filme machen will, sollte man sich eher eine Red Scarlet leisten. Die soll es angeblich auch mit Adapter für Nikon- und Canonobjektive geben.

  • Noch so ein Ding, was man in vielen Vergleichstests gesehen hat: Der virtuelle Horizont, die eingebaute Wasserwaage.

    Auch das geht mir auf den Wecker, weil nur halbherzig implementiert. Bei der Nikon kann man das (im Gegensatz zur Nikon D700) nur auf dem Bildschirm, aber nicht im Sucher einblenden. Das hilft mir auf dem Stativ, aber nicht, wenn ich von Hand aufnehme. Wenigstens kann ich bei der Nikon die Gitterlinien dauerhaft im Sucher einblenden.

    Bei der Canon kann die Anzeige auf dem Bildschirm mehr, nämlich nicht nur die Quer- sondern auch die Längsneigung anzeigen. Und es gibt eine Möglichkeit, sich das im Sucher anzusehen. Die ist aber saudumm implementiert. Zunächst mal muß man auf die kleine Taste neben dem Auslöser die Funktion konfigurieren. Drückt man da drauf, bekommt man das Gitter und ein paar Ringe um die Autofokus-Punkte herum deuten an, ob man zu sehr links oder zu sehr rechts hängt. Kein Horizont, nur ein primitiver Indikator. Was ja nicht schlecht wäre, aber sobald man den Auslöser antippt, ist alles weg. Was nutzt einem der Horizont, wenn man ihn dann, wenn man ihn braucht, nicht sieht? Die Gitterlinien sind dann auch weg. Und da man den Finger von einer Taste zur anderen bewegen muß und u. U. noch was warten muß, bis das Motiv fertig ist, bringt einem das nicht viel.

    Ich habe so eine kleine Aufsteckwaage für den Blitzschuh, die mit roten und grünen LEDs anzeigt, ob die Kamera gerade ist. Das sieht man auch beim Blick durch den Sucher gerade noch aus dem Augenwinkel. Das Ding ist besser als was Canon und Nikon da bieten.

  • Bei beiden Kameras habe ich zuerst geflucht, weil die Belichtungskorrektur so schwer zu erreichen ist. Es ist unsportlich, aber enorm hilfreich, die Anleitung zu lesen. Bei der Canon kann man direkt über das hintere Drehrad korrigieren und sieht das sehr gut im Sucher. Wirklich gut.

    Bei der Nikon muß man eine Korrekturtaste drücken, und dann umständlich rändeln. Sie haben zwar noch einen Easy-Modus, mit dem man die Taste dann nicht mehr braucht, der aber irgendwie komisch zu bedienen ist. Auch die Anzeige im Sucher ist deutlich schlechter als bei Canon. Irgendwie geben die bei Canon sich da mehr Mühe.

  • Letzte Woche habe ich noch über Canon wegen des Bracketings geschimpft. Das hat sich relativiert.

    Canon hat beim Bracketing nur fest drei Aufnahmen ( – / 0 / + ), während die Nikon bis zu 9 Aufnahmen macht und auch asymmetrisch zuläßt, also beispielsweise nur Unter- oder nur Überbelichtung.

    Dafür aber kann man bei der Canon die Spreizung auf bis zu 3 Blenden anheben, während die Nikon nur höchstens 1 Blende kann. Bei der Nikon muß man also 7 Aufnahmen machen, um auf die Spreizung +-3 zu kommen. Was die Canon auch mit 3 Aufnahmen hinbekommt.

    Fragt sich, was besser/Schlechter ist. Bedenkt man, daß man Aufnahmen heute sowieso am Rechner nachbearbeitet, könnte (zumindest für HDR) die Canon vielleicht sogar (entgegen meiner ersten Meinung) die bessere Version sein. Geht man davon aus, daß ein Bild ca. 6 Blenden Umfang aufnimmt, hat man bei der Canon mit 3 Aufnahmen etwa 12 Blenden Umfang eingefangen. Bei der Nikon kann man mit 9 Aufnahmen bis zu 14 Blenden erreichen, aber das braucht halt mehr Aufnahmen, mehr Platz, mehr Zeit, was sich gerade bei Freihandaufnahmen oder bewegten Objekten auswirkt. Einer der bekanntesten Leute im HDR-Bereich sagt auf seiner Webseite (siehe Step 4), daß er sogar lieber 3 Aufnahmen mit großer Spreizung als 5 oder 7 Aufnahmen mit Spreizung 1 macht. Insofern schimpfen da zwar viele auf die Canon, aber im Prinzip ist das für HDR sogar besser, ist schneller und spart Platz.

    Letztlich möchte ich aber beiden in den Hintern treten für diese halbherzigen Implementierungen. Man merkt, daß die Ingenieure dort von herkömmlichen Fotographieren kommen und nicht von Benutzerschnittstellen und Software.

    Den ganzen Hokus Pokus mit den verschiedenen Einstellungen und Bracketing-Arten könnte man sich einfach sparen, wenn man das universell implementieren würde:

    Man müßte den Benutzer einfach beliebige Reihenkonfigurationen festlegen lassen, wo zu einer beliebigen Anzahl von Bildern für jedes Element der Sequenz beliebig festgelegt werden kann, wie sich die verschiedenen Parameter (Verschlusszeit, Blende, ISO, Farbe, kontrast,….) gegenüber dem Normalzustand verändern sollen. Dem ganzen noch einen Namen geben und gut wär’s. Damit könnte man dann alles machen. Alles. ISO-Bracketing. Blitzbracketing. Schärfebracketing. Kontrastbracketing. Programshift-Bracketing.

    Macht aber keiner. Hoffentlich gibt es bald mal eine OpenSource-Kamera (wurde ja kürzlich an einer US-Uni schon in Angriff genommen, ist aber noch nicht brauchbar). Das ist das, was ich meine. Die Kameras sind nicht voll durchgereift, und allzu oft merkt man, daß die noch in der alten chemischen Fotographie denken.

  • Die Nikon hat Mehrfachbelichtung. Die Frage ist, wozu das heute im Zeitalter von Fotoshop und Gimp noch gut sein soll. Mit einer schlechten Aufnahme kann man alle anderen verhunzen, am Rechner hat man viel bessere Kontrolle. Zumal die Kamera ja auch nichts anderes macht als zu rechnen. Ob das wirklich sinnvoll ist?
  • Die Nikon hat eine Intervall-Funktion. Toll. Das ist nützlich (hatte ich schon vor 20 Jahren an meiner Minolta mit diesen sündhaft teuren Programkarten). Gut, kann man auch nachrüsten, es gibt für moderates Geld von Fremdherstellern externe Auslöser mit Intervalfunktion.

    Der Haken daran ist, daß mir fast nur Aufnahmegelegenheiten für Intervallfunktionen einfallen, bei denen einem die Kamera spätestens nach der dritten Aufnahme geklaut würde, wenn man nicht daneben sitzen bleibt.

  • Die Nikon unterstützt den Anschluß von GPS-Empfängern und die direkte Aufnahme von GPS-Daten in das Bild. Es gibt inzwischen auch kompatible preisgünstige(re) GPS-Empfängern von anderen Herstellern.

Nach langer, reiflicher Überlegung habe ich mich für die Nikon entschieden.

Warum? Aus folgenden Gründen:

  1. In allen Foren und Reviews, und zwar sogar denen Pro-Canon, habe ich die Einschätzung gefunden, daß Nikon zwar die teureren, aber besseren Objektive hat. Schärfer, besser, ausgewogener. Das 24-70 2.8 steht in dem Ruf, keinen „Sweet Spot” zu haben sondern über den gesamten Bereich gleichmäßig Spitze zu sein, und das 2.8er Trio gilt einfach als Referenz, als State of the Art. Das wird allerdings etwas getrübt, weil Nikon gerade deutliche Fertigungsprobleme bei einem sehr teuren Objektiv hat, das eigentlich das Beste seiner Klasse sein sollte. Angeblich soll sich das nicht auf die Qualität auswirken, aber doch seltsam, daß sie das nicht bemerkt haben.

    Generell stehen die Nikon-Objektive (damit meine ich die besseren, beide Hersteller haben auch Billig-Zeugs im Angebot) einfach in einem besseren Ruf. Von mehreren Seiten habe ich gehört, daß selbst die teuren Canon-L-Objektive mit deutlichen Qualitätsschwankungen, Front- und Backfokus usw. zu kämpfen haben, was angeblich auch daran liegt, daß Canon seine Glassorten angeblich aus verschiedenen Fabriken zusammenkauft, während Nikon sie angeblich selbst produziert.

    Und die Objektive sind nun mal ein wesentlicher Faktor.

  2. Auch ansonsten scheint Canon Probleme mit dem Fokus zu haben.
    Dazu kann man sich die Frage stellen, ob die Mikrofokus-Einstellungen in der Canon der Bildverbesserung dienen oder als Notlösung, um Probleme abzumildern. Der Fachhandel hat mir erklärt, daß man Canons mit Objektiven zum Scharfjustieren einschicken muß, während Nikon halt einfach so funktioniert. Man kann dazu mal diesen oder diesen Artikel lesen.

  3. Ich fotographiere gerne RAW. Bei der Nikon war zwar keine Software dabei (dafür will Nikon extra Geld), aber dafür konnte ich die unter einer aktuellen Ubuntu mit allen RAW-Tools problemlos lesen. Mit den RAW-Bildern der Canon bin ich nicht klargekommen, das lies sich nicht lesen. Zwar ist bei der Canon Software dabei, aber nicht für Linux. Außerdem war sie eingeschweißt, und weil ich die Kamera ja zurückgeben wollte, habe ich die Finger davon gelassen.
  4. Der Fotohändler hatte mich gewarnt, daß es bei Canon Probleme mit den Objektiven der Fremdhersteller geben könnte, da gäbe es Kontakt- und Protokollprobleme. Ich habe das für Quark gehalten, weil ich annahm, daß der als Nikon-Händler Nikon verkaufen will. Aber dann ist es mir tatsächlich passiert: Ich hatte zum Testen ein Sigma 90mm Macro drauf, das mehrere Tage sehr gut funktioniert hat. Und dann plötzlich gibt die Kamera wiederholt Fehlermeldungen aus, daß sie nicht fotographieren kann, weil sie irgendwelche Kommunikationsprobleme mit dem Objektiv hat. Das schließt zwar nicht aus, daß sowas bei Nikon auch passieren kann, aber hier ist es eben passiert. Und das ist für mich ein absolutes Hindernis.
  5. SD-Karten werden zum de-facto-Standard. Sogar Sony gibt den Memory-Stick zugunsten SD auf, und ebenso Olympus die xD. Die Nikon hat zwei Slots, einen CF und einen SD. Das ist zwar eine Kleinigkeit, und die nächste Canon wird es wohl auch haben. Zumal ich einen CF- nach SD-Adapter habe. Aber SD kann man eben inzwischen fast überall kaufen wie Batterien, und vor allem der Vorteil, zwei Slots zu haben, ist beachtlich. Man muß Karten nicht prophylaktisch tauschen, bevor sie leer sind, sondern kann sie vollmachen und hat trotzdem immer noch eine in Reserve, die automatisch umschaltet. Man kann CF fotographieren und einfach mal eine 16GB SD-Karte reinpacken oder umgekehrt, und kommt damit nicht mehr in dumme Situationen.
  6. Es scheint mir offensichtlich, daß Canon den besseren Sensor, das geringere Rauschen, die bessere Bildverarbeitung, die leistungsfähigeren Bildprozessoren, den breiteren Empfindlichkeitsbereich und die höhere Empfindlichkeit hat. Und kann daher bessere Aufnahmen als die Nikon machen. Das steht außer Frage. Und daß 18-Megapixel ist in beiden Richtungen zwar nur 20% größer als das 12MP, aber es macht halt einen Unterschied, ob man A3 mit 300 dpi drucken kann oder nicht, und es kann vor allem bei Freistellungen, Bildkorrekturen, oder Agenturvermarktung einen ziemlichen Unterschied machen. 12 Megapixel hat heute jede Taschenknipse. (Aber dafür waren die RAW-Dateien bei meinen Tests bei der Canon bei 28 MB und die bei der Nikon 14 MB.) Im Gesamtbild mit dem besseren Weißabgleich, besserem Autofokus, besseren Objektiven schien mir die Nikon aber besser zu sein. Zumal ich eben doch verblüffend häufig gehört und gelesen habe, daß Canon mit Qualitätsproblemen kämpft, selbst in der Oberklasse der 1D. Und die Schärfe von 18 Megapixel muß das Objektiv auch erst mal leisten, und da habe ich so meine Bedenken, wenn ich über Canon’s L-Serie so lese, wo die überall mal so „soft” sein sollen. Ich kann es noch nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, aber das Objektiv, das zumindest in dem Ruf steht, durchgehend eine gleichmäßige hervorragende Schärfe auch bei offener Blende zu bringen, ist nun einmal das Nikon 28-70 2.8, und nicht das Canon.

    Und daß – wie ich mehrfach gelesen, aber auch unmittelbar gehört habe – viele Profis von Canon zu Nikon wechseln, will einiges heißen, denn Profis beurteilen so etwas deutlich rationaler, objektiver und betriebswirtschaftlicher als Amateure und Forumsprediger. Der finanzielle Aufwand für den Wechsel muß begründet sein.

  7. Ich bin nicht sicher, aber habe so den Eindruck, daß die Nikon-Objektive besser abgedichtet sind.
  8. Ob man’s braucht und den enormen Stromverbrauch hinnimmt oder doch lieber nachträglich mit GPS-Tracks abgleicht, sei dahingestellt, aber die Nikon hat zumindest die Möglichkeit, einen GPS-Empfänger aufzuplanzen und die Fotos gleich zu geotaggen.
  9. Nikon hat angeblich das bessere Blitz-System. Obwohl ich gar nicht gerne blitze, jedenfalls nicht mit kleinen Geräten.
  10. Wenn mir die Ausrüstung gefällt, will ich – vielleicht, zumindest die Möglichkeit offenhalten – in 1-2 Jahren noch ein zweites Gehäuse nachzukaufen, mit Vollformat, ohne gleich die superteuren Profi-Kameras 1D oder D3 zu nehmen. Das wären bei der Canon die EOS 5D, bei der Nikon die D700 bzw. deren Nachfolger. Man weiß nicht, was kommt. Aber die D700 erscheint mir da auch besser.

Deshalb habe ich mich für die Nikon entschieden. So sei es.


4 Kommentare (RSS-Feed)

Chris
14.1.2010 12:41
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Zum Schutz des Displays gibt es auch Scheiben aus Glas, die man auf dem Display befestigen kann. Nutze ich und finde ich deutlich besser als die Plastikteile. Kaputtbekommen habe ich die noch nicht. Stichwort dafür wäre “GGS Displayschutz D300”. Und ob du noch eine D700 kaufen wirst, bezweifle ich mal, die Kamera gibts mittlerweile bei einer ganzen Reihe grosser Händler nicht mehr, da steht wohl der Nachfolger in den Startlöchern.


Hadmut
14.1.2010 14:19
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Ja, ich weiß, daß der Nachfolger unterwegs ist, siehe Nikon Rumours. War mit ein Grund, warum ich mich für Nikon entschieden habe. Hatte ich das anders geschrieben? Sorry.


Alex
23.1.2010 1:11
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Hi!

Glückwunsch zu deiner Entscheidung! Ich bin zwar ein überzeugter Canon-Fanboy, bin allerdings der Ansicht, dass sich in dieser Preisklasse speziell die sogenannten Marktführer keinerlei Schwächen erlauben können. Die Unterschiede zwischen den Cams im gleichen Segment sind marginal und wiegen sich eigentlich immer auf. Und ob nun Canon oder Nikon die besseren Objektive baut, kommt auf das Forum / den Testbericht an, den du gerade liest. Wenn ich mir vor vielen Jahren statt meiner analogen Canon eine Nikon gekauft hätte, würde ich die Bedienung mittlerweile genauso in die Gene gebrannt haben, wie das beim Canon-Konzept der Fall ist. Nur diese Vertrautheit macht mich zu einem 100%igen Mitglied des Canon-Lagers. Sie erlaubt mir übrigens auch, den Menüpunkt zu finden, der die Gitternetzlinien meiner 7D permanent einblendet 😉

Allzeit gutes Licht!
Alex


hdn
20.6.2010 14:09
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Schade, schade!
Ich hab schon lang nach einem Bericht wie Deinem gesucht, war richtig euphorisch zu lesen, dass Du Dir wirklich beide Kameras besorgt hast, anscheinend sogar jeweils mit mehreren Wechselobjektiven, sonst hättest Du ja das Problem mit dem Sigma Macro nicht entdecken können.
Das ist etwas, was ich auch schon immer mal vor hatte, denn ich traue inzwischen den Testberichten in den Fachzeitungen keinen Meter mehr, zumal sie oft selbst bei Labormessungen zu diametral entgegengesetzen Aussagen kommen. Das gilt ganz besonders für die Bildqualität der neuen 7D, denn nach den Laborwerten müsste eigentlich alles klar sein: Bei wesentlich höherer Auflösung (es gibt Labortests, die der 7D eine fast doppelt so hohe Auflösung bescheinigen wie der D300s!) und abhängig vom ISO Wert nur geringfügig schlechterem bis voll identischen Rauschwerten sollte die Sache klar sein, die Canon müsste die Nikon mit Abstand schlagen. Warum bewerten die Tester dann aber die Bildqualität der D330s in der Endabrechnung überraschenderweise doch gleich hoch? Zu gerne würde ich dem mit eigenen Testbildern auf die Spur kommen, denn mein Verdacht ist, dass die Rauschunterdrückung der Canon die Linienkontraste intakt lässt aber die Texturen plättet und das möglicherweise eben auch schon bei niedrigen ISO Einstellungen. Und dann der Unterschied zwischen JPEG und RAW: Eigentlich müste jedem klar sein, dass man beides praktisch separat bewerten muss, eine schlechte JPEG Aufbereitung kann jeden Qualitätsvorsprung zu nichte machen, was einem reinen RAW Fotographen aber ggf. vollkommen schnuppe ist, usw. Leider sehe ich in Deinem Bericht lauter versäumte Chancen, diesen Fragen auf die Spur zu kommen. Ehrlich, Du machst, noch dazu als Informatiker, den Kauf einer semiprofessionellen Kamera davon abhängig, dass Einstellungen ab Werk nicht so sind, wie Du sie gerne hättest? Und meckers Dinge an, die man durch Einstellungen abstellen könnte, die ich aus der frei downloadbaren Anleitung lesen kann? RTFM! Übrigens sind die Anleitungen von Canon ganz offen zum Donload verfügbar. Nikon ziert sich da viel mehr, da konnte ich den Support dazu überreden, mir den Zugang mal für einen Tag aufzumachen. Da das vor dem Erscheinen der D300s war, hab ich jetzt also nur die Anleitung der D300 verfügbar. Schade, dass Nikon da zur Geheimniskrämerei neigt.
Interessant finde ich Deine Erfahrungen zum Videomodus (das sehe ich ähnlich wie Du, allerdings brauch ich ihn eh nicht), Belichtungskorrektur und Bracketing. Aber sonst: Für das ganze Gossip über Fertigungsqaulität, was die Profis so machen und warum, in welchem Ruf die Objektive stehen, usw, usw, hättest Du die Kameras kein einziges Mal in der Hand halten brauchen, da wäre es einfacher gewesen, Du hättest Dir einfach die Nikon gekauft und gut. Dafür gibt es sicher auch gute Gründe, aber die Kritik von Preston Mack an dem AF der EOS 1D Mark III (!) gehört wohl eher nicht dazu. Einerseits ist die Mark III inzwischen Geschichte, andererseits hat der AF der 7D noch nicht mal mit dem der Mark iV viel gemeinsam, was aber in meinen Augen eher ein Nachteil für die 7D ist. Und eine Software für das RAW Format der 7D zu finden ist nun wirklich kein Kunsstück, da liegt es nahe, dass Du Dich wohl schon aus den genannten Gründen längst für die Nikon entschieden hattest.
Also nochmal: Schade, schade um die verpasste Chance…
PS: OpenSource Kamera: Da bin ich wirklich nicht gespannt drauf, denn das ist wieder was für alle, die nicht nach einem Werkzeug für ihr Hobby sondern nach einem neuen Hobby an sich suchen. Wer so was sucht, kann sich ja heute schon mit Dingen wie z.B. der Dreambox die Zeit völlig zweckfrei vertreiben…