Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Unethisch: Tod eines Torhüters

Hadmut
11.11.2009 21:09

Die Medien verschachern heute einfach alles.

Heute morgen nach dem Aufstehen höre ich Radio, zwei unterschiedliche Sender (weil ich im Badezimmer keinen Antennenanschluß habe) – nur über den Suizid des Torhüters Robert Enke. Ich gehe zur Arbeit, und auf der Straße liegen die Zeitungen herum mit seitengroßen Artikeln zum Tod von Robert Enke. Ich komme nach Hause, schalte den Fernseher ein – auf mehreren Kanälen Berichte über Robert Emke, Trauer, Erklärung der Witwe und des Arztes.

Nicht daß mich da jemand falsch versteht: Natürlich ist es sehr tragisch und sehr traurig, wenn jemand in diesem Alter und diese Tod stirbt, und Frau und Kind hinterläßt. Natürlich ist es verständlich, wenn Trainer und Mitspieler tief betroffen sind.

Aber ist es nicht genaus traurig und tragisch, wenn ein unbekannter Mensch stirbt? Wenn jemand stirbt, der nur in einem lokalen Bekanntenkreis bekannt ist? Oder wenn Leute sich umbringen, weil er überhaupt niemanden hat?

Es stellen sich gar nicht so selten Leute vor den Zug. Ich hätte kürzlich fast mal einen Flieger verpasst, weil der Bahnhof am Münchner Flughafen versperrt war – Personenschaden. Mehrfach schon habe ich Zugverspätungen erlebt, einmal mußten sie in aller Eile einen Ersatzzug beischaffen – Personenschaden. Wieder einmal hat sich einer vor den Zug geworfen.

Nur ist das in der Regel nicht mehr wert als eine Durchsage am Bahnsteig oder eine Meldung in der Zeitung, damit man weiß, warum der Zug schon wieder verspätet war. Irgendwo auch verständlich.

Sind diese Leute aber weniger wert als ein Fußballer?

Warum wird der Tod eines Fußballers, von dem ich (als jemand, den Fußball überhaupt nicht interessiert) noch nie etwas gehört habe, den ich überhaupt nicht kenne, so ausgewalzt? Ist ein Fußballtrainer soviel trauriger über den Tod des Torwarts als es beispielsweise ein Bäcker über den Tod des Bäckergesellen sein könnte?

Freilich könnte man sagen, daß ein Torwart daran beteiligt ist, eine Vielzahl von Leuten zu unterhalten. Aber leistet nicht der Bauarbeiter, der ein Stück Autobahn asphaltiert, mehr Leuten mehr Dienst als der, der letztendlich nur dafür sorgt, daß ein Stück Leder (oder heute Plastik) sich dorthin und nicht dahin bewegt? Was soll an der Tätigkeit eines Torwartes so wichtig und bewegend sein, daß der einen soviel höheren Wert hat als der Mensch nebenan?

Ist nicht umgekehrt die Trauer eine antrainierte Heuchelei wie das vom Einzelhandel zelebrierte Weihnachten?

Bis einschließlich des Mittelalters hat es kaum jemanden interessiert, wenn jemand gestorben ist. Rüber runter kein Problem. Im alten Rom diente die Massenhinrichtung im Zirkus Maximus der Unterhaltung.

Jeden Tag sterben Tausende von Menschen. Was war an dem jetzt anders, daß so eine eine Trauerwelle entsteht, über die die Medien berichten? Oder sind da Ursache und Wirkung vertauscht? Trauern die Leute vielleicht eher deshalb, weil ihnen die Medien stundenlang einhämmern, wie schlimm das ist? Der Tod als Auflagensteigerung, nachdem die Schweinegrippe ausgelutscht ist? Kanonenfutter für die Billigpresse, die nichts mehr recherchiert?

So viel auch über den Selbstmord von Robert Emke berichtet wurde: Außer daß er nun tot ist, und vor einiger Zeit seine Tochter an einem Herzfehler starb, haben sie nichts zu sagen gehabt. Die Frage ist daher, ob die Trauer auch stattgefunden hätte (und nur dann wäre sie echt gewesen), wenn darüber nicht berichtet worden wäre – oder nur so kurz erwähnt vielleicht.

Oder vielleicht wird auch gar nicht so getrauert, wie die Medien das darstellen.

Die Botschaft, die die Medien damit senden, ist jedenfalls klar: Egal, wieviel und wie lange Du arbeitest – Soldat, Krankenschwester, Bäcker – niemals wird man so viel wert sein wie jemand, der Millionen dafür bekommt, daß er ein unwichtiges Stück Plastik aus der Luft fängt.

Vielleicht wollte der den Trubel gar nicht? Vielleicht hätte der die Sache als Privatangelegenheit betrachtet?

Ist es nicht eine bodenlose Respektlosigkeit vor einem Verstorbenen – ob nun Enke, Lady Diana, Jackson oder Dominik Brunner – wenn jeder seine persönliche Trauer-Rotz-und-Betroffenheitsnummer durchzieht, indem ein peinlich schlechtes Foto einer ihm persönlich unbekannten Person – wie ein Götzen- oder Heiligenbildchen irgendwo auf den dreckigen Boden legt und noch eine billige Supermarkt-Kerze dazu? Geht’s da überhaupt um den Toten? Oder geht’s mehr um den Trauernden selbst, der den Tod irgendeines beliebigen Prominenten – oder posthum prominent gemachten – als willkommenes Vehikel nimmt, um lustvoll, selbstbefriedigend und kollektiv mal wieder ein anderes Gefühl zu erleben? Trauer vielleicht nur deshalb, weil das Leben zu monoton und langweilig ist, und man endlich wieder mal eine andere Gemütsverfassung als gestern erleben will, egal welche? (Ich meine damit wohlgemerkt nicht die Angehörigen und persönlichen Freunde, sondern die Masse der Berufs- und Gewohnheitstrauernden aus Presse, Fernsehen und Bevölkerung.)

Manchmal habe ich den Eindruck, daß es Leute gibt, die die Trauerkerzen im Hunderter-Pack kaufen, damit man immer zu sofortiger Trauer bereit und gerüstet ist. Und billiger wird es dadurch ja auch gleich.

In manchen Kulturen gibt es professionelle Trauerweiber, die man bestellen kann, und die dann laut lamentierend und verzweifelt zusammenbrechen, als würde die Welt untergehen. Die davon leben. Wie unsere Presse.

Nachtrag: In den Nachrichten kam vorhin eine Aussage seiner Witwe und irgendeines Bekannten, die beide sagten, daß er seine Erkrankung nicht nach außen tragen und nicht öffentlich machen wollte.

Warum respektiert man das nicht?


13 Kommentare (RSS-Feed)

Stefan W.
12.11.2009 4:17
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Für Sportreporter, die wöchentlich von ihm berichten, wäre es schon zynisch, wenn man kurz den Tod vermeldete, und dann zur Tagesordnung überginge. Das würde ihn völlig verdinglichen.

Von daher meine ich schon, daß eine Trauerbezeugung in irgendeiner Form sein soll.

Jedoch bin ich bei Dir, wenn man es dann nicht übertreibt, mit Sondersendung und Pi, pa, po. Wichtig ist schon zu wissen, daß er nicht an einer Überdosis anaboler Steroide oder sowas starb, damit es keine unsinnigen Dopinggerüchte gibt. Aber Sondersendungen zum großen Promisterben finde ich falsch. Trauer gehört in den Familien- und Freundeskreis.
Die Trauer, die ein Fan verspürt, ist m.E. etwas anderes. Das hat immer etwas sehr kitschiges, aufgesetztes. Sollen die Fans ruhig machen, aber man soll es nicht noch ausstellen.


Christian
12.11.2009 8:24
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Laut diesem Artikel sind es wohl 1000 Selbstmörder im Jahr, die sich vor einen Zug werfen..

http://ksta.de/html/artikel/1256136995721.shtml

Im aktuellen Fall wird der Lokführer leider auch wieder vergessen…
(zumindest in den Medien, wie es dem wohl gehen muss?)

Gruss
Christian


yasar
12.11.2009 15:07
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Der Lokführer wird nicht vergessen. SWR3 wollte anscheinend eine Bericht darüber bringen. Die haben aber von der Bahn und von der Gewerkschaft mitgeteilt bekommen, daß sie darüebr nicht inder Öffentlichkeit reden, weil das gleich immer Nachahmer nach sich ziehen würde (Werther-Effekt). Von daher wäre es vermutlich auch angebracht, über diejenigen, die sowas tun, weniger zu berichten. (genauso wie auch über “Amok”-Läufe und ähnliches).


Guy
12.11.2009 15:55
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Ich glaube, dass es einen Unterschied zwischen einem Autobahnasphaltierer der sich vor den Zug wirft und einem Torhüter einer Nationalmannschaft der dasselbe tut gibt. Ein Mensch in einer Position eines Nationaltorhüters ist ein öffentlicherer Mensch, als ein Autobahnasphaltierer. Das hat auch nicht mit seiner ‘Wertigkeit’ zu tun, sondern mit seiner gesellschaftlichen Stellung. Die öffentliche Anteilnahme ist öffentlichen Personen in ihrem Tun inherent. Und das eben nicht nur im Guten. Mit der Nationalmannschaft mitfiebern ist auch nichts unmoralisches und ein Spiel der Nationalmannschaft ist auch nichts, das im Familienkreis oder nur innerhalb der Mannschaft von Bedeutung ist oder darauf ausgelegt ist. So wie das Wohlergehen der Nationalwade irgendwie öffentlich war, ist es der Tod Enkes auch. Den Medien einen Strick daraus zu drehen und es auf Geschäftemacherei zu schieben, ist für ich nicht der richtige Weg. Nicht nur die Medien wollen wissen, wie es dazu kam, was da passiert ist und wie wir sie umgehen sollen – wir wollen es auch. Im Prinzip bist du mit deinem Blog sogar Teil dieses Systems.

Außerdem finde ich es nicht richtig, den Menschen ihre Anteilnahme als Show abzukanzeln. Ich war auch sehr geschockt und wollte mehr verstehen, mehr wissen. Wir haben am Frühstückstisch über Depressionen und psychische Krankheiten geredet, über Glücklichsein, wie man das erlangen könnte. Die Folie war Robert Enke. So strahlen öffentliche Personen ins Private.

Was man immer gut kritisieren kann, ist das ‘wie wird berichtet’. Davon gabs in deinem Beitrag imho wenig. Das könnte uns immerhin zu dem bringen, was man finden könnte, was ‘richtige’ öffentliche Trauer sein könnte. Dass berichtet wird, ist bei einer Person wie Enke zwangsläufig und auch richtig.


Schmitti
12.11.2009 16:05
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Ich finde deinen Artikel sehr gut und ich bin ganz deiner Meinung!

Ich habe einen Freund, der ist Zugführer (Lokführer), seit dem er vor ein paar Jahren 2 Selbstmörder von seinen Frontscheiben des Zuges kratzen musste, ist er ein anderer Mensch geworden. Ich glaube, dass er das erlebte bis heute nich richtig verarbeitet hat. Dem Lokführer vom aktuellen Fall wird es bestimmt nicht besonders gut gehem, und seiner Familie und Freunden …


Hardy
12.11.2009 17:08
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Ich kann dem Autor nur zustimmen! Es geht den Medien nicht um Respekt vor dem Verstorbenen und von Trauer keine Rede; es geht vielmehr um das Geschäft mit Nachrichten. Das ist genau so pietätlos wie Leichenfledderei.

Erstaulicherweise zieht die Nummer aber immer wieder aufs Neue. Als der Tod von Lady D sich medial abgenutzt hatte wälzte man lang und breit das Leiden und die Trauer ihrer Kinder aus. Die armen Prinzen! Sicher litten die genau so wie andere Kinder, die ihre Mutter verlieren. Aber so ein Prinz bekommt eine Menge psychologischer Unterstützung bei der Trauerbewältigung. Die Kinder von den Leuten, die das alles so unerträglich schlimm für die Prinzen fanden würden nach 3 Sonderfreistellungstagen wieder in der Schule erscheinen müssen und man würde einfach erwarten, dass sie funktionieren.

Wie es kommt, dass einfache Menschen sich höchste Sorgen um die Versorgung der Hinterbliebenen von Millionären machen und dabei nicht mehr sehen wie sehr ihre eigenen nahestehenden Menschen in gleicher Situation einfach hinten runter fallen werden bleibt mir unverständlich.


Anatol
12.11.2009 18:46
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Was mich zudem mehr als annervt:
in vielen Berufsgruppen bringen sich depressive Leute um. Das ist auch ein im Weitesten Sinn “normales Verhalten” bzw. eine Folge der Krankheit. Man kann auch an Krebs sterben statt an Depression. Daraus abzuleiten, dass man jetzt über Zustände im Profifußball nachdenken muss, ist als Reaktion so falsch wie vorhersehbar (und würde in anderen Zusammenhang dann für andere Gruppen gelten – Musiker, Schauspieler etc.).

Bedenkt man, dass im Freitod ja ein eigener Wille zu erkennen ist (der tatsächlich zu respektieren ist) frägt man sich, warum nicht jedem getöteten Bundeswehrsoldaten in Afghanistan mit demselben Brimborium (spontaner Trauerzug von 35.000 Leuten, Titelseiten etc.) gedacht wird. Denen unterstelle ich zumindest mal nicht die Selbsttötungsabsicht (abseits vom Berufsrisiko).

Fußball ist ein Phänomen des Prekariats und wird auch dazu benutzt, dieses in Schach zu halten. Panem et Circenses oder wie das im alten Rom hieß. Wenn man sich überlegt, wie erbittert in der “Eliteunistadt” Karlsruhe um das Station diskutiert wurde, das einem inzwischen zweitklassigen Provinzverein für über 100 Millionen Euro gebaut werden soll(te), fällt man vollends vom Glauben an die Menschheit ab.


Konrad Duden
12.11.2009 18:53
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@Stefan: “Jedoch bin ich bei Dir” … Nein, bist Du nicht. Du stimmst ihm zu oder bist seiner Meinung. Das wäre die korrekte Übersetzung von “I am with you”. Aber solange Du ihn nicht persönlich besuchst, bist Du nicht bei ihm.


Stefan W.
13.11.2009 4:47
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@Konrad: Danke, Duden, da bin ich ganz bei Dir!

@Schmitti: Gegenüber den Lokführern ist es eine Freschheit, das sehe ich auch so.

Und ja, es ist für die Öffentlichkeit eine Gelegenheit sich mit Freitod, Depressionen usw. auseinanderzusetzen, ohne einen privaten Fall auszupacken. Man kann stellvertretend am Promi abhandeln, was man schon immer mal sagen wollte – zu toten Lokführern und Beerdigungszeremonien.


Giorgio R.
15.11.2009 19:52
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Hallo,
nun ich finde, lieber Blogschreiber, wenn Sie schon darüber diskutieren, dasd die Berichte über den Tod von Robert Enke nicht ok sind, dann sollten Sie auch beachten das auch IHR Blog durch den Tod von Robert Enke profitiert. Oder denken Sie nicht, das Sie auch ein Teil der Medienmaschinerie sind? Ich denke schon..Also hier gilt :Nicht Wasser predigen und Wein trinken!

Zum Thema Lokführer: Hätten Sie sich nur ansatzweise für die Nachrichten rund um den Tod von Robert Enke interessiert, so hätten Sie unter anderem auch heute bei den Trauerreden gehört, das sehr wohl auch an den Lokführer und die ganzen Einsatzkräfte gedacht wird.
Und ich kann Sie beruhigen, oft ist das stille denken an eine Person mehr wert, als das in der Öffentlichkeit gezeigte Leid.

Und ja ich bin froh, das die Trauerrede gezeigt wurde, denn ich hatte das Glück Robert Enke kennenzuleren, also netten und hilfsbereiten Menschen, aber leider gab es Gründe welche dagegen sprechen, das ich in Hannover bin.

Also immer cool bleiben und darun denken, Auch Ihr Blog ist ein Teil der Medienlandschaft, sollten Sie dies nicht wünschen, müssten Sie Ihn nur noch mit bestimmten Leuten zugänglich machen.


Hadmut
15.11.2009 20:01
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Dummes Zeug.

Erstens bin ich Informatiker und nicht hauptberuflicher Publizist. Zweitens verdiene ich an diesem Blog nichts, garnichts. Ich habe nur Kosten für das Blog und die Arbeitszeit.

Das ist kein gewerbliches Angebot, ich äußere hier nur meine Meinung.

Würde man Ihrem Argument folgen, dürfte man sene Meinung überhaupt nicht mehr äußern, wenn man mit dem Leichentheater nicht einverstanden ist. Und ich glaube, genau das ist es, was Sie eigentlich wollen, nämlich daß jeder Kritiker die Klappe zu halten hat. Aus Ihrem Kommentar höre ich heraus, daß es nur zwei von Ihnen akzeptierte Verhaltensweisen gibt, nämlich bei dem Theater mitzumachen oder ganz zu schweigen. Eine ganz gefährliche, neudeutsche Entwicklung, daß man entweder Mainstream mitzuschwimmen oder sich herauszuhalten hat.

Und genau deshalb muß es Blogs geben.


Giorgio R.
15.11.2009 20:36
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Guten Tag,
also erstens lass ich mich hier von Ihnen nicht so abstempeln!Sie sollten auch in Ihrem Blog etwas vorsichtiger in der Wortwahl sein.
Und nein bei mir gibt es nicht nur “schwarz oder weiss”. Gerne bin ich auch bereit, das man über Dinge diskutiert.Aber Sie selbst haben doch mit Ihrem Blog angefangen, das Sie mitschwimmen.
Aber nein, wie kann ich nur vergessen Sie möchten sich nur zum Thema äussern.

Dann frage ich Sie jetzt und heute: Wieso äussern Sie sich nur zu Dingen, welche Ihnen mehr oder weniger negativ auffallen? Möchten Sie hier etwa gegen den Strom schwimmen?? Nur damit Sie was zu schreiben haben?

Also für mich ist das doch hier nur eine Meinungsmache. Wenn mich was stört, dann schreibe ich mit Verlaub gesagt nicht einen Bericht über mehrere Zeilen.


Hadmut
15.11.2009 20:58
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Wenn Ihnen mein Blog nicht paßt, warum lesen Sie es dann? Es gibt doch noch so viele andere Webseiten und Blogs.

Die Kommentarfunktion ist übrigens dazu da, wenn Leute etwas substanzielles beizutragen haben, auch Kritik. Sie ist nicht dafür da, daß Leute hier reinschrabbeln, daß ich statt meiner Meinung lieber die ihre vertreten sollte, schon gar nicht anonym. Wenn Sie anderer Meinung sind, dann machen Sie doch ein Blog auf und schreiben es da rein.

Übrigens schreibe ich nicht nur über Dinge, die mir negativ auffallen. Aber bevorzugt. Weil Dinge nur zu loben zwar schön ist, aber weniger Informationsgehalt bringt. Außerdem neige ich dazu, lieber eigene Meinungen zu schreiben. Und eine abweichende Meinung hat eben mehr Eigenarbeitspotential als zustimmende. Außerdem gibt es so viele Leute im Internet, die für das Loben und Zustimmen zuständig und damit beschäftigt sind, daß ich da überflüssig wäre.

Ich bin Ihnen gegenüber aber keinerlei Rechenschaft über Inhalt und Wortwahl meines Blogs schuldig. Wenn ich diesen Tonfall “frage ich Sie jetzt und heute” schon höre. So hat man vor 200 Jahren Duelle eingeleitet. Wenn es Ihnen nicht gefällt, dann lesen Sie es doch einfach nicht. Die Meinungsäußerung in einem Blog beruht nicht darauf, daß man mit seiner Meinung um sich wirft und sie anderen aufdrängt. Es ist eine reine Abhol-Meinung, jeder muß selbst aktiv werden um ein Blog zu lesen. Dieses Blog schreibe ich für die Leute, die es lesen wollen, und nicht für die, die es nicht lesen wollen (und trotzdem lesen).

Es gibt weltweit mehrere Millionen Blogs. Würden Sie Ihre Zeit nicht besser nutzen, wenn Sie die Blogs lesen, die Ihnen gefallen und nicht die, die Ihnen nicht gefallen?

Worauf wollen Sie überhaupt hinaus? Die Ausrichtung meines Blogs schlechthin ändern?