Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Scheiß Feinstaubplakette

Hadmut
25.7.2009 19:35

Wieder mal so ein bundesdeutsches Ärgernis.

So ein Umzug über Distanz bringt es mit sich, daß man sein Auto ummelden muß und ein neues Kennzeichen bekommt. Eigentlich nicht sinnvoll, aber noch akzeptabel. Kennzeichen auszutauschen ist kein Problem (nur teuer). Irgendwer schrieb irgendwo mal, daß es überhaupt kein Problem sei, einem Auto dauerhafte Kennzeichen zu verpassen, aber daß das an der Lobby der KFZ-Kennzeichenhersteller gescheitert wäre. Unglaublich, wofür der Bürger so alles schikaniert und abkassiert wird.

Jetzt haben wir aber doch die Feinstaubplakette. Die sich längst als wirkungslos erwiesen hat. Und irgendwer kam auf die Idee, auf diese Feinstaubplakette – aus Sicherheitsgründen, damit man sie nicht auf ein anderes Auto pappt – das Autokennzeichen draufzuschreiben. Also ob der Feinstaubstatus von der Zulassungsstelle abhängig wäre. Und das bringt es eben mit sich, daß man bei einer Fahrzeugummeldung auch eine neue Feinstaubplakette braucht, obwohl sich am Feinstaubstatus des Fahrzeuges überhaupt nichts geändert hat.

Es ist also bekannt, daß man diese Plaketten an und ab ersetzen muß. Und soweit hat dann keiner mehr gedacht.

Ich habe diese Woche mit viel Mühe und unter Aufopferung meiner Fingernägel die alte Plakette abgezogen. Was verdammt schwer war, denn Autos sind heute windschnittig, die Frontscheiben sind flach, und die Autofirma hatte mir das an eine Stelle gepappt, wo der Abstand zum Armaturenbrett so gering ist, daß ich mit den Fingern kaum hinkomme. Als das verdammte Ding dann endlich ab war, klebte noch der ganze Kleber an der Scheibe. Fieses, ekliges Zeug wie von den schlechtesten aller Preisschilder. Mit den Fingern nicht wegzukriegen.

Nun habe ich der Firma Scotch einen Klebstoffentferner für genau solche Fälle. Der ging nicht. Weil das Ding als Filzstift ausgelegt ist, den man senkrecht halten und dann draufdrücken muß, damit das Lösungsmittel rausläuft. Geht aber nicht, denn an der Scheibe müßte ich den Stift mit der Spitze nach oben halten. Und hinten ist es so eng, daß ich mit der Spitze gar nicht hinkomme.

Mit vieeel Scheibenreiniger und vieeeel Rubbeln mit einem Tuch habe ich den Dreck eben wegbekommen, hat mich aber eine geschlagene halbe Stunde gekostet. Einfach die neue drüberkleben war nicht, dafür sah es zu versifft aus, mit sowas will ich nicht rumfahren. Und zum Hohn steht auf der neuen Plakette, daß die Stelle sauber und fettfrei sein muß. Die verarschen einen nach Strich und Faden: Auf die eine Seite machen sie Klebstoff, den man nicht mehr normal runterbekommt, auf die andere Seite schreiben sie, die Stelle soll sauber sein.

Ich hab dann noch zuviel bekommen, als ich die neue Plakette aufkleben wollte. Einfach so die Schutzfolie abzuziehen wie bei einem normalen Aufkleber war nicht. Der Klebstoff, ziemlich dick und schleimig, kam nämlich zur Hälfte mit der Schutzfolie mit und zog Fäden wie heißer Käse oder ein Kaugummi in der Sommersonne, in den man reingetreten ist. Wie soll daraus etwas werden, wenn der Dreck schon solche Zustände annimmt, wenn die Plakette nagelneu ist?

Jedenfalls war der Kleber danach nicht mehr gleichmäßig auf der Plakette, sondern die gezogenen Fäden sammelten und verknoteten sich da. Was dazu führte, daß das nach dem Aufkleben einfach besch… aussieht. Die sind nicht in der Lage, eine ordentliche Plakette herzustellen.

Wollen wir wetten, daß dahinter jemand steckt, der aus Steuergeldern bis ans Lebensende unkündbar bezahlt wird?


2 Kommentare (RSS-Feed)

nadar
26.7.2009 14:05
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Ich sag nur (wieder einmal): Spiritus.
Hilft in solchen Fällen oft.

Warst du verpflichtet, die alte Feinstaubplakette zu entfernen?


Hadmut
26.7.2009 21:09
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Weiß ich nicht, aber ich will keine Plaketten am Auto sammeln. Dann gibt es nicht genug Stellen an der Windschutzscheibe, an denen sie vorschriftsmäßig klebt und die Sicht nicht nimmt. Außerdem wußte ich das ja vorher nicht, daß das so ein Murks ist.

Außerdem machte der Kleber einen lipophilen Eindruck.