Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Schrott im Verbandskasten

Hadmut
4.3.2007 14:45

Ich habe gerade einen Autoverbandskasten geplündert.

Einen, bei dem das Haltbarkeitsdatum abgelaufen war. Es ist ja auffällig, daß die Dinger auch immer billiger werden, früher kostete sowas mal um die 30 DM, heute liegen sie bei 6 Euro bei Aldi.

Ich hab meinen Augen nicht getraut, als ich mir das Zeugs mal näher angesehen habe:

Ein Dreieckstuch war früher stabil und und aus Stoff, damit man damit auch mal fester was zubinden kann, etwa als Armschlaufe, oder mit der berühmten “Krawatte” auch mal ne Blutung stoppen. Heute sind die Dinger aus billigstem Zellstoff, fast wie Papier, und dürften kaum noch das leisten, wozu sie da sind.

Brandwundenverbandstücher waren früher mal mit Metall beschichtet, damit sie nicht an Wunden festkleben. Jetzt bestehen sie aus dem gleichen Billig-Papier-Tuch wie das Dreieckstuch. Einziger sichtbarer Unterschied: Die Sterilisation.

Die Verbandsschere ist billigster Schrott. Früher hatten die Dinger mal Kunststoff-Griffe und konnten auch einen Autogurt durchschneiden. Heute: Billigstes Press- und Stanzteil. Einfach aus dickem Draht gefertigt, das Ende plattgehauen, eine Scherenhälfte gestanzt, Ende. Nicht mal geschliffen.

Früher hatten Verbandspäckchen ein ordentliches Polster. Jetzt nur noch sowas wie ein Tempotaschentuch.

Irgendwie taugen die Dinger nur noch als Alibi-Funktion, nur um das Gesetz zu erfüllen und dem Fahrer das Gefühl zu geben, er hätte was dabei. Vermutlich geht man sowieso davon aus, daß 99% der Verbandskästen ungeöffnet wieder in den Müll wandern und im Falle eines Unfalls nur noch der Notarzt per Handy gerufen, aber nichts mehr an Verbandsmaterial eingesetzt wird.

Wäre Zeit, daß das mal jemand nachprüft…