Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wert konvergiert gegen Null: Sesterz nichts mehr wert sein…

Hadmut
4.3.2019 21:48

Über den Verfall der Presse.

Ein Journalist jammert darüber, dass er ein – in seinen Augen – tolles Interview mit Harald Lesch gemacht hat, und keiner wollte es haben. Angepriesen wie saures Bier.

Auch war ich irgendwie sauer, wusste aber nicht recht auf wen. Denn obwohl ich zig Absagen bekommen hatte: Die Gründe waren legitim. Ich ärgerte mich also über die Branche allgemein und darüber, dass es möglich war, mit einem guten Text nicht mehr anzukommen. Ich war dankbar, dass der «Tages-Anzeiger» das Interview wollte, aber stinkig, dass er nichts dafür zahlte. Und ich war angewidert von mir selbst, weil ich das alles mit mir machen liess.

«Ich tue es ja nicht fürs Geld», sagte ich mir. Aber auch: «Meine Arbeit ist etwas wert.» Und mit den Tausenden von Likes, Shares und Klicks kann ich meine Miete auch nicht bezahlen.

Erinnert mich an den Asterix-Band „Obelix GmbH & Co.KG”, wo das Prinzip von Angebot und Nachfrage so herrlich dargestellt wird. Man flutet den Markt mit Geld und am Ende endet es mit „Sesterz nichts mehr wert sein” – nachdem man zwei Sklaven zum Hinkelstein und dann zwei Hinkelsteine zum Sklaven mit dazubekommen hat.

Wir haben eine Geisteswissenschaftlerflut, von denen dann eben auch flutig viele Journalist werden wollen. Und schon ist das Überangebot da und der Markt geht kaputt. Weil Geisteswissenschaftler aus irgendwelchen Gründen glauben, dass sie nicht etwas verkaufen müssen, sondern sie machen, was ihnen Spaß macht, und die Gesellschaft sie dann unabhängig davon irgendwie ernähren muss. Dass also Arbeiten einerseits und Essen und Wohnen andererseits eigentlich gar nichts miteinander zu tun habe. Und so hat man immer mehr Leute in die Universitäten gepumpt, die dann in den Geisteswissenschaften gelandet sind, manche direkt in der Soziologie (wie bei Monopoly: Gehen sie zu Hartz IV. Gehen sie nicht über Los. Ziehen sie kein Gehalt von 4000 Mark ein.), andere im Journalismus, und damit dann ein Überangebot an Schreiberlingen bei gleichzeitig sinkender Individualqualität, Kennzeichnen eines Ramsch-Marktes.

Kennt man im Prinzip von PC-Tastaturen: Vor 20, 30 Jahren gab es richtig gut, dauerhafte, aber leider laute und teure Tastaturen mit richtigen Schaltern. Dann kamen die billigen Gummimattentastaturen und überschwemmten den Markt und die Leute kauften bevorzugt den Billigschrott zwischen 10 und 20 Euro. Die guten, teuren Tastaturen waren damit erst mal tot und weg vom Markt.

Erst inzwischen steigert es sich wieder etwas, weil die Leute des Billigschrotts zeitgeistig überdrüssig geworden sind und die Hersteller inzwischen rausbekommen haben, wie man auch für wenig Geld wieder bessere Tastaturen herstellt.

Dass der Markt kaputt ist, hätte man doch spätestens am Auftauchen von „Pro Quote” und den Forderungen nach Frauenquoten merken müssen.

Denn auf einem gesunden Markt braucht man gar keine Frauenquoten. Da halten sich Angebot und Nachfrage ungefähr die Waage, vielleicht ein leichter Mangel an hochqualifizierten Fachkräften, und dann würden befähigte Frauen ohne jeden Zweifel sofort eingestellt.

Die Frauenquote ist aber im Prinzip eine Subventionierung, ein Markteingriff. Symptom und vielleicht auch zu einem Teil weitere Ursache eines defekten Marktes.

Das konnte nicht funktionieren, denn als Markteingriff war die Frauenquote selbstwidersprüchlich: Mit der Quote schottet man den Arbeitsmarkt von Männern ab, quasi wie ein Importverbot oder ein Strafzoll auf Männer. Gleichzeitig aber hat man „gleichen Lohn für gleiche Arbeit” aber völlig unabhängig von der Arbeitsqualität gefordert, damit also in die Marktpreise eingegriffen und so etwas wie einen Strafzoll auf Frauen eingeführt. Also ob man gleichzeitig auf in- und ausländische Waren einen Strafzoll erhebt. Bei gleichzeitig rapide sinkender Qualität und sinkenden Absatzzahlen.

Man hat also die Nachfrage systematisch bekämpft und gleichzeitig ein Überangebot erzeugt.

Ergebnis: Journalist nichts mehr wert sein.

Die Pointe daran ist ja, dass sich fast alle Journalisten für Wirtschafts- und Gesellschaftsexperten halten, weil sie glauben beurteilen zu können, dass der Kapitalismus schlecht und böse ist, wir davon weg- und hin zum Sozialismus müssten. Scheitern aber schon an „Angebot und Nachfrage”.