Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Furtwängler und die Empirie

Hadmut
30.1.2019 0:27

Feminismus leidet nicht an gläsernen Decken, sondern an der Sackgasse, in die er gefahren ist.

Oder: Es heißt Wirklichkeit, weil es wirkt.

Über die dubiosen feministischen Aktionen der Maria Furtwängler und die noch dubioseren Zuarbeiten der öffentlich-rechtlichen Medien und der Presse habe ich mehrfach berichtet. Sie nennen es Feminismus, ich halte es schlicht für Korruption, wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen wie auf Kommando verlautbart, was die Milliardärsgattin vorlegt. Ich war ja auch auf einer von deren Veranstaltungen.

Heute gab’s wieder was und wieder berichtete die Presse, allerdings leiser.

Der Heise Newsticker bestätigte wieder mal, dass Heise zum Politsumpf verkommen ist. Die ZEIT schrieb auch. Und die Quell-Pressererklärung liegt hier (Nicht alle Querlinks in der Presse stimmen, aber die war es wohl vom Datum her).

Die MaLisa-Foundation, Spielzeug von Mutter Maria und Tochter Elisabeth Furtwängler, gab also bekannt, dass sie neue Studienergebnisse haben.

Zwar regt man sich auf, dass Frauen nicht… und so weiter, aber gleichzeitig steht man auch da wie die Kuh vor der Felswand, weil die Realität sich – anders als ARD und ZDF – Furtwänglers Wünschen und Vorstellungen widersetzt hat.

So steht da:

Am 28.1.2019 präsentierte die MaLisa Stiftung in der Deutschen Kinemathek Berlin neue Studienergebnisse zum Thema „Weibliche Selbstinszenierung in den neuen Medien“. […]

Wie die Daten zeigen, sind Frauen in YouTube-Videos zahlenmäßig unterrepräsentiert, auf eine Frau kommen zwei Männer. Sie zeigen sich zudem vor allem mit solchen Themen, die als stereotyp weiblich gelten wie serviceorientierte Formate (How-To), in denen sie Schmink- und Lifestyle Tipps geben (Beauty). Demgegenüber treten Männer eher in unterhaltsamen Comedy-Formaten auf, produzieren Gaming-Videos und zeigen sich in Musikproduktionen. Somit weisen männliche YouTuber ein breiteres Themenfeld auf, mit dem sie für die Nutzerinnen sichtbar werden. In Musikvideos, die heute überwiegend über YouTube konsumiert werden, konnten diese beiden Ergebnisse ebenfalls beobachtet werden: Wir sehen noch immer mehrheitlich Frauen, die sexy und passiv inszeniert werden. Und der Anteil der Sängerinnen in den Top 100 liegt konstant bei einem Drittel. Auch auf Instagram sind insbesondere die Frauen erfolgreich, die einem normierten Schönheitsideal entsprechen. Sie sind dünn, langhaarig und beschäftigen sich hauptsächlich mit den Themen Mode, Ernährung und Beauty. Weibliche Selbstinszenierung findet hier nur in einem sehr begrenzten Korridor statt.

Da würde ich gleich mal sagen, dass sie nicht einem „normierten Schönheitsideal entsprechen”, sondern einfach schöner sind. Im üblichen Sprachgebrauch der Presse nämlich würde man so eine Unterstellung vom „normierten Schönheitsideal” als „Verschwörungstheorie” abtun.

Man könnte es etwas wissenschaftlicher auch als Animismus einstufen: Hinter allem, was passiert, muss eine böse Absicht stecken. Früher sprach man von Geistern und Kobolden, heute nennt man es Soziologie und Feminismus. Das etwas ohne Zutun eines Bösen einfach zufällig oder von Natur aus so ist, überfordert viele intellektuell und charakterlich.

Ergänzend Heise:

Die von der Universität Rostock und der Filmuniversität Babelsberg durchgeführte Analyse auf YouTube hat demnach ergeben, dass sich die Frauen in den populärsten Kanälen vor allem stereotypisch weiblichen, serviceorientierten Formaten widmen. Sie geben demnach Schmink- und Lifestyle-Tipps, die sie außerdem als vornehmlich privates Handeln deklarieren. Männliche Youtuber haben demgegenüber ein deutlich breiteres Themenspektrum und treten in Comedy-Formaten, Gaming-Videos oder Musik-Produktionen auf. Sie inszenieren sich demnach auch öfter im öffentlichen Raum und thematisieren seltener ihre Gefühle als die Frauen.

Befragungen der Youtuberinnen haben demnach auch ergeben, dass diese klischeehaften Darstellungen nicht nur persönlichen Interessen geschuldet seien. Sie hätten von Hürden berichtet, die ihnen eine Erweiterung des Themenspektrums erschweren würden. Die Zuschauer erwarteten eine Konzentration auf Beauty und Ausflüge zu anderen Themen würden mit “kritischen, mitunter bösartigen Kommentaren” quittiert. In den erfolgreichsten Musikvideos auf YouTube werden demnach außerdem Männer meist als ganzes gezeigt und deutlich seltener so stark sexualisiert wie Frauen.

Auf Instagram seien vor allem jene Frauen erfolgreich, die einem normierten Schönheitsideal entsprechen, heißt es in der zweiten nun vorgestellten Studie. Sie seien dünn, langhaarig und beschäftigen sich in ihren Einträgen vor allem mit den Themen Mode, Ernährung und Beauty. Die weibliche Selbstinszenierung finde auch auf dieser Plattform nur in einem sehr begrenzten Korridor statt. Großen Einfluss haben sie dabei auf ihre Anhänger, die sich stärker an den normierten Schönheitsstandards orientieren als Nutzerinnen, die den Influencerinnen nicht folgen.

Da haut’s einen echt aus den Socken. So ein Statistik-Schrott!

Frauen geben vorrangig Schmink- und Lifestyle-Tipps. Eine Korrelation. Sie halten sie für eine Kausalität. Das übliche Problem.

Vielleicht liegt es ja auch indirekt an der geringeren Bildung, die Youtube-Inhalte erlaubt. Kann man nix, erzählt man halt vom Schminken. Vielleicht liegt es daran, dass man damit als Frau einfach mehr Geld verdienen kann. Oder dass man damit mehr Zuschauer bekommt. Mögliche Gründe gibt es viele. Vielleicht sind Schmink-Videos einfach die Lukrativsten (damit gibt es Großverdienerinnen in jungen Jahren, die sonst gar nichts können), aber nur Frauen zugänglich. Vielleicht ist das ja gar kein Nachteil für Frauen, sondern ein Vorteil, nämlich ohne irgendwas zu können oder zu bringen oder groß vorzubereiten viel Geld verdienen kann. Wenn ich schon „Filmuniversität Babelsberg” höre, dann habe ich erhebliche Zweifel, dass die wissenschaftliche Methoden und Statistik kennen. Das hört sich für mich schon da nach Sülze an.

Aber nehmen wir es mal ohne die Kausalunterstellung, rein empirisch und als Beobachtung. Männer machen das eine, Frauen das andere.

Nun berichten Youtuberinnen, dass ihnen Hürden im Weg stünden, wenn sie von Beauty und Ausflügen zu ernsthaften Themen wechseln wollten.

Merkt Ihr was?

Das ist Blödsinn. Statistikinterpretationsfehler.

Erst sagen sie, dass nur Frauen Schminktipps geben. Dann sagen sie, dass Frauen Problem hätten von Schminken nach ernsthaft zu wechseln. Woher wollen sie denn wissen, dass das bei Männern nicht genauso wäre, wenn sie keinen zum Vergleich haben? Dass das an Frauen liegt?

Vielleicht ist es einfach so, dass wenn man erst Schminke und Ausflüge macht, es einem grundsätzlich keiner mehr abnimmt, jetzt plötzlich auf ernsthaft zu machen, egal ob Mann oder Frau. Vielleicht darf man vorher einfach nicht auf Schminke machen, wenn man noch erst genommen werden will. Ich kann ja auch nicht erst ins Dschungelcamp gehen und dann erwarten, noch ernst genommen zu werden.

Und es gibt ja Frauen, die das durchaus betreiben. Im Fernsehen welche wie Lisa Fitz. Oder auf Youtube die mit der geilen Stimme, die man nicht sieht, wie heißt die nochmal? Jasina oder so ähnlich. Bei denen geht’s doch auch, nur kamen die vorher nicht mit Barbie-Schminktipps daher.

Vielleicht liegt es einfach daran, dass Frauen dazu neigen, den Weg des geringsten Widerstandes und Aufwandes zu gehen und sich dann zu wundern, wenn es an ihnen kleben bleibt. Es heißt ja auch aus der Filmbranche, dass sich da welche hochgeschlafen haben (und sich einbildeten, sie könnten was), und sich dann wunderten, dass ihnen der Wechsel ins ernste Fach für ältere Schauspielerinnen nicht gelingt. Die, die jung schon was konnten, können das auch später noch.

Was läuft da also?

Da läuft Männer-sind-Männer und Frauen-sind-Frauen, so wie früher. Und nun stehen sie da und wundern sich.

Und da fehlt mir nun jedes Verständnis. Ich habe ja schon gesagt, dass ich von Schauspielern nichts und sie für intellektuell unbeachtlich halte. Sie sind Befehlsempfänger, die auswendig lernen und rezitieren, was andere ihnen auf- und vorschreiben. Mietmäuler obendrein und somit nicht glaubwürdig, denn ihr Job ist es ja gerade, etwas anderes darzustellen als sie sind und glauben.

Nur: Maria Furtwängler ist ja auch Ärztin. Und von einer Ärztin kann man erwarten und verlangen, dass sie das besser weiß, denn bei denen ist es Teil der Ausbildung. Die gehen ins Labor und in klinische Studien und üben empirische Betrachung. Da heißt es: „Guck in Deine Petri-Schalen, was siehst Du, was folgerst Du daraus?” Oder „Wir verabreichen dem Patienten immer höhere Dosen des Stoffes X, aber die erwartete Wirkung tritt nicht ein. Was sagt das über den Stoff X?”

Wenn man jetzt also jahrelang gendert und fördert und quotet und propagandiert und kampagnet und umerzieht und mediendrückt und macht und tut und manipuliert und suggeriert und intrigiert und dirigiert und korrumpiert und demoliert und abserviert und es zeigt keine Wirkung.

Was würde dann jeder auch nur zweit- oder sogar drittklassige Provinzwissenschaftler irgendwann mal denken müssen?

Richtig. Dass mit den Annahmen oder Vermutungen oder dem zugrundegelegte Modell, der Hypothese, irgendwas nicht stimmen kann. Dass man von falschen Annahmen ausgeht. Wenn man ein Experiment macht, dann muss man doch in der Lage sein, es geistig aufzunehmen, dass es ein anderes Ergebnis liefert als das erwartete, sonst wäre es ja kein Experiment.

Oder sagen wir es mal so: Männer tun das normalerweise. Die intelligenteren zwei Drittel zumindest. Wenn die sich irgendwas vorstellen und das dann jahrelang versuchen und es geht nicht, dann gucken die irgendwann mal nach, woran es liegt. Warum’s nicht geht. Prüfen das durch. Die meisten Frauen machen das nicht.

Schauen wir in die ZEIT:

“Die Studienergebnisse haben uns vor eine Reihe von Fragen gestellt, auf die wir als Feministinnen zunächst keine Antwort haben”, sagte Elisabeth Furtwängler. “Warum sind die erfolgreichen Akteurinnen und Akteure in den neuen sozialen Medien ausgerechnet die mit den rückwärtsgewandt erscheinenden Geschlechterrollen, und wie können wir eine größere Vielfalt sichtbar machen?”

Das ist jetzt zwar die Tochter, aber die arbeiten ja zusammen.

Die stehen jetzt da und wundern sich. Fragen, auf die man „als Feministin” keine Antwort hat. Wer für 20 Pfennig wissenschaftlich Grips hat, müsste doch da mal die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es am „als Feministin” liegt. Ich kann doch auch nicht sagen, dass ich an den Klapperstorch glaube und dann in der Entbindungsstation sagen, dass ich „darauf als Storchist zunächst keine Antwort habe”. Das ist doch galoppierender Schwachsinn.

Im Wissenschaftsbereich ist es doch so, dass eine zentrale Methode zur Validierung oder Falsifizierung von Modellen und Hypothesen darin besteht, dass sie Prognosen für empirische Vorgänge und Experimente liefert. Und wenn man sieht, dass die nicht eintreten, dann ist doch nicht die Realität falsch, sondern Modell und Hypothese.

Und wenn die mit den „rückwärtsgewandt erscheinenden Geschlechterrollen” die sind, bei denen es funktioniert, dann sind sie eben nicht „rückwärtsgewandt”, sondern zutreffend. Man kann doch nicht die Realität beschuldigen, sich nicht an die Ideologie halten zu wollen.

“Wenn man alle diese Zahlen nebeneinanderstellt und sieht, dass die Frauen auch in den Medien, die hauptsächlich von Jugendlichen konsumiert werden, nur ein Drittel der Protagonistinnen und Protagonisten stellen, muss man sich fragen, was mit den Strukturen nicht stimmt”, sagte Furtwängler.

Nee.

A priori vielleicht mal.

Wenn man aber jahrelang mit aller Gewalt an diesen Strukturen rumgepfuscht hat, und es keine Wirkung zeigt, dann ist die Frage nicht, was an den Strukturen nicht stimmt, sondern was an Modell und Hypothese nicht stimmt.

Wenn man das jahrelang treibt, und es funktioniert gar nichts, dann hat man sich verfahren. Dann ist man in der Sackgasse. Dann muss man zurück und sein Modell, seine Vorstellungen überprüfen – oder dann irgendwann auch mal einsehen, dass sie einfach falsch sind, und sie aufgeben. Irgendwann muss es doch mal möglich sein, dass der Groschen fällt und man kapiert, dass man sich in Blödsinn verrannt hat.

Und zwar sogar im Milliardärshaushalt, wo man sich Blödsinn lange leisten kann, wenn man nach außen soviel Schaden anrichtet und die öffentlich-rechtlichen Medien manipuliert.

Ob man es von der Tochter erwarten kann, weiß ich nicht. Ich verstehe auch nicht, warum es da eine Lisa Burda und eine gleichaussehende Elisabeth Furtwängler gibt. Steinreich von Familie wegen, Kunstgeschichte studiert, Doktorarbeit über bayrische Rokoko-Kirchen. Ich habe nicht den Eindruck, dass man dabei irgendetwas lernt, was einen zu wissenschaftlichen Gedankengängen befähigt. Kunstgeschichte rangiert in meiner wissenschaftlichen Achtung am untersten Ende.

Aber von einer Ärztin erwarte und verlange ich solche Kenntnisse.

Und wie schon früher gesagt: Bei uns (und in Frankreich) sind Ausbildungsplätze für Mediziner knapp. Viele begabte und ernsthafte Bewerber bekommen keine Studienplätze, weil Frauen wie Ursula von der Leyen oder Maria Furtwängler Studienplätze belegen, teuer studieren und dann den Beruf nicht ausüben, das Studium einfach wegwerfen. Ich halte das nicht nur gesellschaftlich für eine enorme Sauerei.

Es ist auch die Antwort auf die Frage. Man muss sich die beiden nur anschauen. Von der Leyen kriegt fachlich gar nichts zusammen, aber man sieht sie ständig im Fernsehen und immer dämlich grinsend. Vorhin kam auch wieder irgendeine Pressekonferenz, auf der sie nichts beantworte, nur dumme Sprüche klopfte und zum Abschluss wieder krampfgrinste. Guckt Euch Furtwängler an. Hat eine Ausbildung als Ärztin, aber was macht sie? Stinklangweiligen Emotional-Tatort. Ich kenne heute noch jede Menge der Stories von Schimmy, Stöver oder den aus Münster. Mir fallen Stories zu denen aus Köln und denen aus München ein. Mir fallen sogar uralte Tatort-Filme aus der Anfangszeit ein. An Furtwängler-Tatorte kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern, obwohl ich viele gesehen habe, weil ich lange Zeit jeden Tatort gesehen habe. Da ist einfach nichts.

Wenn man verstehen will, warum die Verteilung auf Youtube so ist wie sie ist, schaut Euch einfach diese beiden Ärztinnen an. Die kann man ausbilden und fördern, und am Ende ist das herausragende Merkmal die Haarspray-Frisur und der Lippenstift.

Man sieht das doch. Ich habe das doch auf deren Veranstaltung erlebt. Furtwängler versucht ja den gleichen Wechsel, den sie bei Schmink-Youtuberinnen beschreibt: Vom Schmink-Tipp zum Ernsthaften. Sie will von der Tatort-Emotionalie zur Politik-Macherin. Und es geht schief. Die dumme Presse-Meute klatscht befehlskonform, aber mir wölbt es da ob der Unlogik und der Masse der Denkfehler und der Naivität die Zehnägel. Das ist genau das Problem, das auch die Schminktuberinnen haben. Die denken, sie könnten jetzt einfach mal so, und wenn’s nicht klappt, lag’s an den Bösen anderen und weil sie Frau sind. Nie daran, dass sie Käse erzählen.

Die brauchen keine Studien. Da würde ein Spiegel reichen.