Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ist Vergewaltigt-sein ein naturentwickelter Trennungs- und Bereuungsmechanismus?

Hadmut
1.1.2019 14:31

Ging mir gerade so beim Selber-Saubermachen der Küche durch den Kopf:

Ich hatte ja in den letzten Jahren öfters mal darüber geschrieben, dass die Frau an und für sich ein gar seltsam’ Ding ist. Einerseits fordert sie Posten in den Vorständen der größten Unternehmen, andererseits kann sie nicht mal selbstverantwortlich und zuverlässig entscheiden, mit wem sie bumst. Jede Beischlafentscheidung ist unverbindlich und auf Monate, manchmal Jahre hinaus revisibel, und wenn Frau es sich hinterher – hormonell durch den Zyklus, oder weil der Typ sich dann doch nicht als der Traummann herausstellt oder ein besserer vorbeikommt – anders überlegt, wird die Sache auf Kosten des Mannes rückwirkend zur Vergewaltigung erklärt. Also die Entscheidung über alles, auch den Beischlaf, immer auf den nächstbesten Mann abgeschoben.

Der ganze Feminismus ist nichts anderes als das Einfordern der Unterhaltsrechte aus einer Selbstunterwerfung unter Männer, obwohl die das gar nicht wollen. Es ist quasi, als würden sie sich fremden Männern temporär gegen deren Willen um den Hals werfen, um von ihnen gefüttert und versorgt zu werden, nur das neuerdings eben über Staat und Steuerzahler oft von der Einzelperson und der direkten Geldübergabe abstrahiert. Letztlich sind Feminismus und Emanzipation der Frau nichts anderes als die Forderung eines Versorgtseinsplatzes im Harem unter dem Patriarchat durch Gekeife und Beschuldigungserpressung des Patriarchen, samt Hierarchieeinforderung über den anderen Weibern.

Ein zentraler Auslöser dafür war die technische Entwicklung, die ich schon oft beschrieben habe. Bis etwa in die 1950er und frühen 1960er Jahre herrschte quasi ein (Ehe-)Vertrag zwischen Mann und Frau. Sie macht die ganze schwere Hausarbeit, was weit mehr als eine Vollzeitstelle war, und sorgt (erinnert Euch an die hübschen Töchter-Anleitungen der 50er Jahre) dafür, dass der schwer arbeitende Gatte abends beim Nachhausekommen eine adrette Gattin, gewaschene Kinder und ein warmes Essen auf dem Tisch vorfindet, und wird dafür vollversorgt mit Ehe, Unterhaltsanspruch und Übernahme aller folgenschweren Entscheidungen durch die Verantwortung des Gatten. Etwa ob man arbeiten geht oder ein Konto eröffnet. Heute keifen sie alle darüber, und zwar genau die, die heute noch mit der Entscheidung überfordert sind, mit wem sie in die Kiste gehen, und die alle Lebensverantwortung für sich selbst auf Männer abwälzen.

Muss man sich klarmachen: Ständig zitiern sie (was angeblich nicht mal stimm), dass Frauen bis vor einigen Jahren noch das Einverständnis des Mannes brauchten, um arbeiten zu gehen oder ein Konto zu eröffnen, während sie heute die Verantwortung für wirklich jede noch so kleine Winzigkeit auf die Männer übertragen, und zwar auch auf wildfremde.

Es riecht wie eine Folge der „Kündigung” des Versorgungsvertrages durch den Mann, weil die Hausfrau seit Erfindung von Wasch- und Spülmaschine nicht mehr erforderlich war. Einfach ein Arbeitsplatz, den man durch Technik wegrationalisiert und vor allem eingespart hat. Frau ist nicht emanzipiert. Frau muss sich jetzt selbst ernähren und ist sauer darüber. Deshalb auch Hartz IV und das Gerede über Grundeinkommen.

Wie kommt das alles?

Paviane.

Die Antwort lautet Paviane.

Oder besser gesagt: Säugetiere im Allgemeinen und Primaten im Besonderen.

Schaut man sich an, wie das bei vielen Tierarten in der Natur so läuft, dann könnte das eine Erklärung sein. Bei vielen gibt es Rudel, in denen ein Männchen der alleinige Chef ist und sich andere Männchen fern halten müssen. Dazu ein Haufen Weibchen, die im Hierarchien im Rudel leben und alle vom Chef bestiegen und geschwängert werden. Daran wird auch nicht gezweifelt, das wird auch nicht abgelehnt, ein Nein gibt’s da nicht. Siehe Duldungsstarre bei der Sau. Da gibt’s einen Hormonschalter, und dann bleibt die einfach stehen und lässt sich besteigen. Gibt’s bei Frauen auch, kann man häufig beobachten. Gerüche. Hormone. Duft von Geld. Und so. Kommt so ein Chef-Typ vorbei und sind sie im richtigen Abschnitt des Zyklus, lassen sie sich spontan besteigen. Das ist dann mehr so das Rudel-Orientierte. Kann man im normalen Leben ständig beobachten. Und im Nachtleben sowieso. Manche halten das Gefühl, wenn sich hinterher die Duldungsstarre wieder löst, für ein Vergewaltigtsein. Wie so eine Art glutenfreie Bio-KO-Tropfen.

Oder sie verlieben sich, das ist dann die Paar-Bindung. Beachtlicherweise hat die Natur bei manchen der Rudel-orientierten Gattungen das Fremdgehen erfunden, um den Genpool etwas zu durchmischen. Obwohl das Rudel gehorsam unter dem Chef steht und sich von dem besteigen lässt, lassen manche Weibchen unauffällig und ohne das der Chef es merkt, dann doch mal herumstreunende einzelne Männchen ran. Aber grundsätzlich herrscht die Rudelstruktur.

Was passiert, wenn der Chef von einem Herausforderer besiegt wird? Es gibt immer irgendwann mal einen Stärkeren, und jeder wird mal alt oder ist mal verletzt oder krank. Er wird verjagt und alle Weibchen des Rudels, die ihm eben noch untertan waren, stehen schwupsdiwups unter dem neuen Chef. Sie werden sofort alle neu geschwängert, und bei einigen Arten werden die Jungen des alten Chefs getötet. Genetisches Großreinemachen. Erfordert eine soforte Lösung der Bindung und auch die Ablehnung des eben noch so geliebten und gepflegten Nachwuchses.

Ist diese Trennung vom ehemals geliebten Chef und Nachwuchs eine Erfindung der Natur, die den Wechsel beschleunigt, und die wir heute als postkoitales Vergewaltigseinsgefühl kennen?

Schon seit einiger Zeit überlege ich, ob dieses ganze feministische Gekeife nichts anderes ist als das Durchbrechen archaischer Rudelmechanismen. Die Weibchen wollen in einem patriarchaisch geführten Rudel eingegliedert, versorgt, in der Rangordnung passend gestellt sein. Und es funktioniert nicht, weil wir eben diese Zeiten nicht mehr haben. Das Leben des einzelnen Herumstreunerns, der einfach bumst, was er bekommt, und dann weiterzieht, hat sich als günstiger erwiesen als das des kämpfenden starken Rudelchefs. Wie in der Natur, in der ja auch viele Männchen gar nicht erst anstreben, der Rudelchef zu sein und alle Weiber zu verwalten und deren Nachwuchs zu beschützen.

Nun überlege ich, ob da vielleicht eine Art Endlosschleife vorliegt. In der Natur ist vorgesehen, dass immer dann, wenn’s der Rudelchef nicht mehr bringt, ein Chefwechsel vorgesehen ist, damit das Rudel einen neuen bekommt und wieder seine evolutionär gewachsene Struktur annimmt. Also algorithmisch gesprochen, ein ewiger Wechsel zwischen längeren solchen versorgten Rudel-Phasen und kurzen, heftigen Wechseln, zu denen eine Abstoßungsreaktion gegenüber dem alten Beschäler und den Jungen gehört. Und wenn der neue Chef da ist und seine Arbeit macht, dann lässt so ein „Jetzt-ist-es-gut-Trigger” die Ruhe und Zufriedenheit einkehren.

Was aber, wenn dieser „Jetzt-ist-es-gut-Trigger” niemals ausgelöst wird, weil es diese Patriarch-Herden nicht mehr gibt? Weil immer mehr Männer es ablehnen, irgendwen da vollzuversorgen, weil das nämlich nicht mehr Gegenleistung auf Vertrag, sondern nur noch einseitige Leistung ist? Ich denke da beispielsweise an mich selbst: Ich brauche keine Hausfrau. Ich habe eine Wasch- und eine Spülmaschine, und komme jeden Abend auf dem Weg von der Arbeit an einem Dutzend Fressläden vorbei. Ich bin nicht darauf angewiesen, abends eine Mahlzeit auf dem Wohnungstisch zu finden. Ich habe einen Kühlschrank, in dem stets irgendwas ist, und wenn’s ganz schlimm kommt, geht halt eine Tiefkühlpizza in den Ofen oder werden Spaghetti gemacht. Die Stellenbeschreibung „Hausfrau” gibt es bei mir nicht, und bei vielen anderen auch nicht mehr. Warum sollte ich also eine dafür bezahlen?

Denkt man das algorithmisch weiter, dann führt das in eine Endlosschleife aus ständigen Chef-und-Kinder-Abstoßungsreaktionen, weil die Jetzt-ist-es-gut-Rudelphase nicht mehr eintritt und ständig wieder der Wechselmechanismus ausgelöst wird. Wie ein Programm, das durchdreht. Ich liebe es, Informatiker zu sein.

Die Frage ist also: Sind Feminismus und diese Vergewaltigungsvorwurforgien nichts anderes als das Brummen dieser Endlosschleife aus Abstoßungszuckungen gegenüber nur noch imaginären, nichtexistenten scheidenden Ex-Chefs? Wie so ein Relais, das endlos klappert? Und dieses ganze Gender-Gedöns eine Folge der Unfähigkeit, so einen Frau-im-Rudel-Platz noch zu ergattern und eine andere Existenzform zu entdecken? Der ständige Versuch, einen neuen Chef zu finden, aber nur noch an Streuner zu kommen, und sich deshalb von einem nach dem anderen zu Chef-trennen, obwohl er das nie war? Das Problem, dass die Natur selbständiges, eigenverantwortliches Streunen nur für Männchen, aber nicht für Weibchen erfunden hat?

Ist diese ganze §218/219-Diskussion ein ständiges gemeinsames Krampfen in endlos wiederholten Jungen-Totbeiß-Verhaltensnormen, die durch ein ständiges Chef-Wechseln hochfrequent ausgelöst werden?

Warum bricht das jetzt so aus? Eine Folge der gesellschaftlichen Verblödung? Ich habe ja mal die Vermutung geäußert, dass der Mensch – in völligem Gegensatz zum Aberglauben der Soziologen – mit einem riesigen Programm an Verhaltensweisen geboren wird, aber – entsprechend der Schichtung und dem evolutionären Alter der Gehirnteile – durch Lernen und Denken in der Lage ist, abweichendes Verhalten zu entwickeln. Besser gesagt: Sich adaptiv zu verhalten. Im Prinzip sind wir erst mal nur archaische Tiere, haben aber (manche mehr, manche weniger) die Fähigkeit, das durch Denken, Lernen, Bildung zu überdecken und eigene Programme zu entwickeln. Je dümmer wir aber sind, desto stärker scheinen diese archaischen, hardgecodeten (Informatiker-Sprech: Firmware im ROM) Verhaltensweisen durch. Die Bequemlichkeit der modernen vollversorgten Frau liefert da aber nichts mehr. Könnte das so sein?

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