Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Des Rätsels naheliegende vermutliche Lösung

Hadmut
7.11.2018 10:05

Hähähä.

Ein in Neuseeland lebender Leser hat mir gesteckt, was vermutlich hinter dem seltsamen Verhalten der beiden jungen Frauen im Einkaufszentrum steckt. Daran hätte ich jetzt gar nicht gedacht, aber es wirft ein neues Licht auf die Sache:

Der Leser schrieb mir nämlich, dass ein 16-jähriges Mädchen in Neuseeland zu dieser Zeit im Food Court eines Einkaufszentrums wirklich gar nichts verloren hätte, die unterläge hier nämlich noch der Schulpflicht, und die Schulen gehen hier bis 15:00 Uhr. (Was zu einer anderen Beobachtung passt, ich habe mich nämlich etwas später am Tag an anderer Stelle noch mit einem in Deutschland geborenen etwa 12-jährigen Jungen unterhalten, der gerade auf dem Weg von der Schule nach Hause war.

Oder anders gesagt: Die junge Dame hat der Sachlage nach die Schule geschwänzt, und die an der Kasse war vermutlich ihre Schwester oder Freundin, bei der sie rumlungerte, washalb sie wohl auch so unauffällig und abseits, aber in der Nähe des Saftstandes saß. Und was wohl auch der Grund war, warum die vom Saftstand nicht nur wusste, wie alt das Mädchen war, sondern auch genau, was ich zu der gesagt hatte, obwohl ich keinesfalls laut gesprochen hatte.

Und vermutlich war das der Grund, warum sie so dahinter her war, nur ja nicht fotografiert zu werden, denn wenn ich jetzt Reporter der Lokalzeitung oder sowas in der Art gewesen und das Bild von ihr im Einkaufszentrum in der Zeitung oder Online gestanden hätte, hätte das richtig dumm für sie aussehen können. Kein Wunder, dass die so erschrocken darüber war, dass jemand in ihrer Nähe mit einer Kamera rummachte.

Der Leser merkte dazu übrigens an, dass eine durchaus rechtmäßige und adäquate Reaktion gewesen wäre, schlicht die Polizei zu rufen und die Schulschwänzerin direkt in ihre Schule bringen zu lassen. Hehe, der ist gut. Den muss ich mir merken. Nicht um es zu tun, aber um es mal anzusprechen.

Es würde vor allem etwas erklären, worüber ich mich gewundert, aber nicht weiter drüber nachgedacht habe. Der Chef hatte zu mir gesagt, er geht sofort zu den Überwachungsbändern, um sich anzusehen, welche das war. Ich hatte noch überlegt, dass es am Saftstand doch nur eine gibt und es doch sicherlich einfacher sei, einfach eine Treppe runterzugehen und sie direkt anzusprechen.

Vielleicht meinte der gar nicht die Verkäuferin, sondern die Schulschwänzerin. Ich hatte sie als guest bezeichnet und gesagt, dass er für die nicht verantwortlich wäre, aber vielleicht haben die doch ein Problem mit Schulschwänzernj, die im Einkaufszentrum rumhängen.

Er schrieb mir aber auch, dass die Neuseeländer selbst so wir-sind-alle-lieb-zueinander sind, dass sie direkte Ansprachen weder selbst machen, noch damit umgehen können. Das muss immer alles irgendwie verklausuliert werden. Vor allem junge Leute würden von Helikopter-Eltern und auch noch der gesetzlichen Behütungspflicht bis 14 so verzogen, dass sie mit einer direkten Ansprache überhaupt nicht mehr umgehen könnten.

Möglicherweise war die da beim Schulschwänzen und vielleicht erstmals ohne Mutti unterwegs, und dann kommt da so ein böser Mann vorbei und sagt garstig Widerwort. Schon ist die Lebenskrise da.