Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Über Geisteswissenschaftler, die keiner braucht und keiner will

Hadmut
21.6.2018 0:32

Ach, es ist ein Elend!

Sogar die ZEIT kann nicht mehr umhin, über die Überflüssigkeit von Geisteswissenschaftlern zu schreiben:

Bei Mischke lief’s nicht gut. Summa cum laude hat er über die Entstehung von Familiennamen im Raum Basel ( 😀 ) promoviert. Wer braucht sowas? Na gut, ist ein nettes und interessantes Hobby.

Ein eigener Lehrstuhl, eine eigene Professur – nicht einmal in die Nähe davon kam Mischke. Trotz seiner wissenschaftlichen Erfolge. Und als klar wurde, dass er die Akademie würde verlassen müssen, fand er, der Hochqualifizierte, erst nach 80 Bewerbungsschreiben eine passende Stelle.

Heute arbeitet der 35-Jährige in der Gemeindeverwaltung von Birsfelden im Kanton Baselland.

Naja… Standesamt und Passbehörde wäre doch genau das richtige für einen, der sich für Familiennamen interessiert. ( 😀 )

An Schweizer Universitäten arbeiten zurzeit 20.000 junge Menschen an ihren Doktorarbeiten. Einen eigenen Lehrstuhl werden dereinst aber höchstens zehn Prozent von ihnen haben. Alle anderen müssen sich mit befristeten und meistens schlecht bezahlten Anstellungsverhältnissen zufriedengeben. Oder den akademischen Betrieb verlassen.

Und die Frage ist: Warum machen die das?

Warum machen allein in der Schweiz 20.000 Leute gleichzeitig (die vergangenen und zukünftigen nicht eingereichnet) so einen Blödsinn, wenn doch von vornherein klar ist, dass viele von ihnen bei McDonalds Burger verkaufen werden?

Und wer soll diese Burger alle essen?

Nun, die Zahl von 20.000 ist wohl eine Gesamtsumme über alle Fächer:

Besonders schwer ist dieser Wechsel in den freien Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler. In den Natur- und Technikwissenschaften forscht auch die Privatwirtschaft. Und um das tun zu können, braucht sie wissenschaftlich erfahrenes Personal. Für Fächer wie Sprachwissenschaft hingegen interessiert sich außerhalb der Universitäten niemand. Entsprechend sind Akademiker aus solchen Disziplinen auf dem Arbeitsmarkt kaum gefragt.

“Die Arbeitswelt wartet nicht auf Geisteswissenschaftler. Das muss einem klar sein”, sagt Mischke. Er sitzt in der Bar des Hotels Euler in Basel, sie ist menschenleer an diesem Freitagmorgen. Eigentlich müsste Mischke heute auf die Kinder aufpassen, aber das Thema, die verlorenen Akademikergenerationen, ist ihm wichtig: “Die Universität ist ein Staat im Staat, der nach ganz anderen Prinzipien funktioniert.” Leistung werde mit Prestige honoriert: Wer gut ist, kann einen Aufsatz in einer angesehenen Zeitschrift publizieren oder bekommt Einsitz in ein wichtiges Gremium. Symbolischer Erfolg, der außerhalb der Universität nichts zählt und von dem man sich als Familienvater nichts kaufen kann. “Aber wenn man als junger Mensch in dieses System eintritt, ist es verlockend, nach dieser Art von Anerkennung zu streben”, sagt Mischke. Dass die Universität nicht wie die Welt um sie herum funktioniert, gehe dann schnell vergessen. Umso böser das Erwachen, wenn die Zeit an der Universität vorbei ist und all das Prestige keinen Wert mehr hat.

Ja, aber warum macht man es dann?

Und was die viel wichtigere Frage ist: Warum bilden sich Geisteswissenschaftler, die schon kraft ihrer Eigenschaft als solche solcher Idiotie überführt sind, ein, sie wären eine intellektuelle Elite und als einzige geeignet und befähigt, das Land zu regieren, Politik zu machen, Verantwortung zu übernehmen, uns die Welt zu erklären.

Das sind Leute, die mit dem Kopf gegen die Wand rennen und uns dann erklären, wir bräuchten sie, weil sie die Schlauesten seien. Geisteswissenschaftler.

Ein zentraler Punkt dabei ist, und das passt exakt zu meinen Beobachtungen aus meiner eigenen Universitätszeit, der Bloggerei, dem Befassen mit den Gender Studies: Das ist ein Idiotenzirkus, der sich in einem weit überdrehten Maß ständig selbst feiert (wie übrigens Politiker, Schauspieler und Journalisten auch, aber das ist ja die gleiche Sippe). Die feiern und würdigen sich gegenseitig solange selbst, bis die glauben, sie wären die Größten.

Diese Pseudowürdigungen, Festschriften, all die faulen wertlosen Promotionen, Habilitationen, Professuren, sind eine Betrugswährung. Es ist, als würde man mit Spielgeld, mit Monopoly-Scheinen bezahlt. Und dann bekommen die eine Krise und Depressionen, wenn sie in die reale Welt kommen und man ihnen sagt, dass ihre Schoko-Taler da draußen nichts wert sind und das alles nur Zirkus war.

Deshalb sind nicht nur die Frauenquote und die leistungslose Gleichstellung für sie so wichtig. Was sollen sie auch sonst machen?

Das dürfte ein zentraler Grund dafür sein, dass das Bundesverfassungsgericht in Form dieser Genderprinzessin von SPDs Gnaden meine Verfassungsbeschwerde ablehnte, die auf klare und niedergeschriebene Promotionsanforderungen hinauslief: Wenn die sich nämlich nicht mehr willkürlich und für Nullleistungen einreden könnten, dass sie ganz toll und groß sind, und sie solche symbolischen Anerkennungen bekommen, wären die gleich ganz im Eimer.

Oder anders gesagt: Nach einem Geisteswissenschaflerstudium besteht für die meisten nur die Alternative zwischen entweder Selbstbetrug durch Pseudoerfolge und Scheintitel, oder gleiche die Wahl zwischen Strick und McDonalds-Uniform.

Ständig fragt man sich, warum die Universitäten Plagiate, Schwachsinnsdissertationen und den ganzen Mist zulassen.

Die Antwort ist: Denen bleibt gar nichts anderes mehr übrig. Was sonst sollte man den Leuten als Bestätigung noch geben können? Außer falschen Doktorgraden für nix gibt es nichts mehr, was diese Leute noch erreichen könnten.

Und wir müssen sie alle finanzieren und durchfüttern.