Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ali B.

Hadmut
12.6.2018 22:04

Mir sind da ein paar Details unklar.

Wir haben ja jetzt nun alle die Story um Ali B. und die erwürgte Susanne mitbekommen, während man die nicht weniger tote abgemesserte Iuliana kaum erwähnt, wäre wohl zuviel hintereinander. Lag vielleicht daran, dass es bei Ali B. zu internationalen Verwicklungen kam, während sich bei Iuliana schon der zweite Verdächtige gestellt hat.

Mir sind im Fall Ali B. aber ein paar Sachen unklar, und man muss sich beeilen, sie zu erwähnen, bevor wir schon wieder drei Tote weiter sind. Ich kann mir das kaum merken.

Es hieß ja, das sei eine Flüchtlingsfamilie aus dem Irak. Nun…gut.

Wenn man dann aber (auch nach den Interviews mit seiner Mutter, etwa hier) folgende Aspekte bedenkt, dann wundere ich mich:

  • Der Mann war auf der Flucht.

    Verständlich, wenn man jemanden erwürgt hat, dann hat man tatsächlich Grund zur Flucht. Das halte ich für nachvollziehbar.

    Warum aber flieht man dann von Deutschland in den Irak? Und will – laut abgehörten Telefonaten – in Bagdad untertauchen?

    Wie kann man gleichzeitig aus dem Irak nach Deutschland und aus Deutschland in den Irak fliehen?

  • Es ging ja durch die Presse, dass die „überstürzt” in den Irak abgereist seien. Und zwar nicht nur der Täter Ali B., hinter dem sie her waren, worin ich ja noch eine entfernte Motivation entdecken kann, sondern gleich die ganze Familie, hinter der die Polizei nicht her war.

    Warum flieht eine Familie mit Kindern, die hier nicht in Gefahr ist, von Deutschland in den Irak? Wenn sie doch vom Irak nach Deutschland fliehen?

    Bei einem, der jemanden umgebracht hat, könnte das noch eine Abwägung sein, aber bei Unbeteiligten?

  • Die Mutter sagt dazu laut Focus:

    Ihr schwer kranker Mann habe den Wunsch gehabt, Deutschland schnell zu verlassen, damit er in der Heimat in Frieden sterben könne. “Ich wollte nicht, dass er im Ramadan in der Fremde stirbt und ich dann ein schlechtes Gefühl habe”, so Kalida M.

    Man fliegt in den Irak, damit der Vater dort „in Frieden” sterben kann, während es ganz schlimm wäre, in Deutschland im Ramadan zu sterben. Das würde sich für Mutter schlecht anfühlen. (Ist im Irak kein Ramadan?)

  • Die Mutter sagte außerdem:

    “Ich will nicht, dass mein Sohn in einem fremden Land bestraft wird. Wenn er wirklich schuldig ist, dann soll er hier in seinem eigenen Land bestraft werden.”

    Was schon erstaunlich ist, weil es in Deutschland Schmusesträfchen gibt, vor allem nach Jugendstrafrecht, während die im Irak die Todesstrafe haben.

Was ich mich da frage: Wovor sind die eigentlich nach Deutschland geflogen, wenn es im Irak doch anscheinend schöner und besser ist und sie bei jeder Gelegenheit dorthin zurück wollen?

Eine komische Flucht.