Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Pressesausen

Hadmut
23.12.2017 22:27

Also wenn David Hasselhoff mit der Behauptung durchkommt, er habe die Berliner Mauer niedergesungen, dann kann ich auch beanspruchen, die Presse niedergebloggt zu haben. 🙂

Also für Geisteswissenschaftler müsste das doch voll ausreichen: Ich blogge und blogge, und die Auflagen der Presse stürzen immer weiter ab. Und nachdem man sich ja bekanntlich zu jeder Korrelation eine Kausalität beliebig aussuchen und behaupten kann, und es Aufgabe des Publikums ist, es zu widerlegen: Ich habe die Presse niedergebloggt. 😀

Schauen wir mal auf die Untersuchungen bei Meedia:

Der Spiegel 47/2017 hat sich so schlecht im Einzelhandel verkauft wie kein Spiegel je zuvor. Nur 165.354 Exemplare wechselten laut IVW in Kiosken, Supermärkten, etc. den Besitzer. Auch der stern und der Focus blieben weit unter ihrem Normalniveau, sodass das Trio der Wochenmagazine insgesamt einen Einzelverkauf von 361.948 Exemplaren erreichte – auch das ist ein neuer Minusrekord. […]

Klar unter dem Soll, aber immerhin über dem Minusrekord der Vorwoche landete der stern mit seiner Nummer 47. […] 147.220 Einzelverkäufe brachte die Ausgabe ein – deutlich weniger als im Durchschnitt der jüngsten 12 Monate (171.400) und im Durchschnitt der jüngsten drei Monate (162.700). Der Gesamtverkauf lag bei 548.615 Exemplaren, inklusive 22.173 ePaper.[…]

Prozentual gesehen am deutlichsten unter seinem Normalniveau blieb in dieser Cover-Check-Woche der Focus: Nur 49.374 griffen im Einzelhandel zur Ausgabe mit der Titelstory „Die Leber – Das unterschätzte Organ“. Mehr als 21% weniger als im Durchschnitt der jüngsten 12 Monate (63.700) und im Durchschnitt der jüngsten drei Monate (62.300).

Wisst Ihr, was das heißt? (Jedenfalls wenn man einen völlig absurden und völlig unvergleichbaren Vergleich anstellt?)

Ich habe inzwischen am Tag mehr Leser im Blog als FOCUS in der ganzen Woche Käufer im Einzelhandel hat.

Gut, kann man wirklich nicht vergleichen, weil so ein Heft ja viele Artikel hat und dazu ja noch Abonnenten, Lesezirkel, verschenkte Exemplare kommen. Ist also eine blödsinnige Aussage, aber sie gefällt mir einfach. 🙂 Denn die haben eine große Redaktion, Agenturmeldungen, und was nicht alles, und ich bin Einzelblogger nach Feierabend.

Ich glaube nicht, dass da noch was zu retten ist, die kapieren das erst, wenn (oder genauer gesagt: jedenfalls nicht bevor) da ein paar Große Pleite gegangen sind.

Bin mal gespannt, wen es da als nächsten zerreißt.

Hoffentlich knallt’s schön laut.