Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Das Menschenbild von Diakonie und Kirche

Hadmut
22.12.2017 23:17

Ein Leser ist stinksauer. [Nachtrag]

Er weist mich auf diesen Tweet der AfD Bundestags-Fraktion mit abgebildetem Foto eines Schreibens hin.

Ein Bundestagsabgeordneter der AfD hatte – laut dieses Schreibens des Diakoniewerkes die „Sonneberger Tafel” besucht und dort 100 Euro gespendet.

Immerhin werben die Tafeln ja um Sach- und Geldspenden, auf die sie angewiesen sind. Und wir regen uns ja auch immer alle gerne auf, dass Bundestagsabgeordnete soviel Geld aus Steuertöpfen bekommen. Zumindest nach dem, was da steht – was da vielleicht vorgefallen ist und welche Worte gefallen sind, ist nicht ersichtlich – muss ich das erst mal so bewerten, dass der sich benommen hat, wie man sich als Bundestagsabgeordneter zu benehmen hat: Er geht hin, er informiert sich, er lässt Geld da. Für 100 Euro bekommt man auf einfache Weise eine Menge Leute satt. Davon kann man Nudeln oder Konservendosen oder sowas kaufen.

Aber: Sie schicken ihm das Geld an den Bundestag zurück. Fünffach unterzeichnet. Mit der Erklärung

Das Menschenbild von Diakonie und Kirche ist mit dem der AfD nicht vereinbar und wir möchten uns klar davon abgrenzen.

Das sagt sich leicht, denn die Kirchenbonzen sind ja alle satt und haben’s warm. Wir können uns ja noch alle an den Prunk- und Protz-Wohnsitz des Bischofs von Franz-Peter Tebartz-van Elst erinnern, der 31 Millionen gekostet hat, während sie gleichzeitig um Almosen für die Armen werben, weil sie da auf Spenden angewiesen seien. Ich bin mir da jetzt nicht ganz sicher, ob dieses Schreiben der evangelischen oder der katholischen Kirche zuzuordnen ist, mir ist so nach evangelisch, weil die bei den Katholiken wohl Caritas heißen. Die sind aber genauso gestrickt. Die kann man beide in denselben Sack packen und draufhauen, da trifft man immer den Richtigen.

Nun unterscheiden sie sich aber kaum, und bekanntlich haben die es ja schon lange nicht mehr mit Vergebung und Nächstenliebe, sondern sind längst zu einer linksfeministischen Partei mutiert. Mit Religion oder christlichen Idealen haben die schon lange nichts mehr zu tun, und jetzt machen sie eben Politik auf dem Rücken derer, die sich nichts zu essen kaufen können.

Wenn man also als Kirche ein Menschenbild hat, bei dem der Politkrieg der Bonzen wichtiger ist als das Spenden für Arme, dann ist eigentlich alles vorbei. Dann kann der Laden eigentlich dicht machen. Wenn die Fettgefressenen entscheiden, dass andere lieber hungern als Geld der Geächteten (eigentlich des Steuerzahlers) zu nehmen.

Man kann das auch so sehen: Die Kirche ist der Meinung, dass diese 100 Euro vom Steuerzahler doch lieber bei der AfD als bei Hungernden ankommen. Ist ne Sichtweise…

Was den Leser jetzt aber so auf die Palme bringt:

Die Kirchen bekommen Kirchensteuer, und zusätzlich auch von denen, die nicht in der Kirche sind, nochmal fette Zuschüsse aus dem Steuersäckel, so um die 500 Millionen Euro pro Jahr. Nach Angaben der Bischofskonferenz sogar 510 Millionen.

Da aber, wo das Geld mit Gewalt genommen und anonymisierend gewaschen wird, haben sie keine Hemmungen, das Geld der Steuerzahler, auch derer der AfD zu nehmen. Es ist nicht so, dass die Kirchen zum Fiskus gegangen wären und gesagt hätten, dass sie 13% des Geldes nicht wollen und es zurückgeben, weil ihr Menschenbild damit nicht vereinbar sei.

Machen wir mal eine Rechnung auf: Ich weiß nicht, wie sich das auf die Kirchen aufteilt, sie sagen dazu ja nichts. Gehen wir mal von Halbe-Halbe aus. Das wären je 255 Millionen. Der AfD-Anteil in Höhe von 12,6% (ist jetzt schief, weil das ja nicht sagt, welchen Anteil sie am Steueraufkommen hatten und sich nur auf die Wähler bezieht, aber das Ergebnis ist so passend) von 255 Millionen ist 32 Millionen pro Jahr. Ziemlich genau der Betrag, den der Bischofssitz in Limburg gekostet hat.

Das heißt, wenn es um ihre eigenen Belange und Wohnsitze und Einkommen geht, dann nehmen sie selbstverständlich gerne und ohne Ausnahme das Geld der AfD und ihrer Wähler. Da gibt’s kein Entkommen. Da stinkt Geld nicht.

Geht es aber um 100 Euro für die Tafeln, also darum, dass einfache, arme Leute was zu essen haben, denn entscheiden die Kirchenbonzen, dass das mit ihrem Menschenbild nicht vereinbar sei. Dass also andere für ihr Menschenbild hungern müssen.

Christliche Werte und Menschenbilder sind schon was feines.

Wer ist bei sowas eigentlich noch Mitglied und zahlt da Kirchensteuer?

(Ich bin übrigens wirklich der Meinung, dass man zumindest der evangelischen Kirche den Status einer Kirche und Religion entziehen muss, weil das, was sie machen, nur noch Handeln einer linksextremen politischen Partei ist. Mit Kirche und Religion hat das nichts mehr zu tun. Deshalb halte ich die Kirchensteuer da auch für eine illegale Parteienfinanzierung und diese politische Übernahme der evangelischen Kirche wieder mal für kriminelle Geldwäsche. Die sind genauso unterwandert und übernommen worden wie die Universitäten. Und sie haben mit christlicher Religion noch so viel zu tun wie die gegenderten Universitäten mit Wissenschaft, nämlich gar nichts mehr.)

Nachtrag: Der da nennt sowas „Würde und Werte”:

Klar. Die benehmen sich ja auch wie die SPD. Vorne heucheln, sich hinten an Steuergeldern bereichern.