Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Böse Gerüchte um den Sohn von Heiko Maas

Hadmut
15.7.2017 16:44

Können eigentlich nicht stimmen. [Update]

Ein Leser schreibt mir gerade, er habe „von einer vertrauenswürdigen Bekannten“ – also auf einem Pfad, den ich überhaupt nicht nachprüfen kann, denn wie soll sie mir gegenüber vertrauenswürdig sein, wenn ich nicht weiß, wer sie ist und nicht mal den Leser kenne, der mir das schreibt – erfahren, dass der Sohn von Heiko Maas beim G20 wegen Randale verhaftet worden sei: Schwarz gekleidet, randalierend, mit Eisenstange.

Auch wenn das in meinen Augen noch so sehr zu Heiko Maas passen würde, weil der Mann nach dem, was er so äußert, in meinem Augen nicht befähigt ist, Kinder zu erziehen, und er sich zweifelsohne in linksbekloppten Milieus bewegt, muss man daran ernstliche Zweifel haben. Belege dafür gibt es nicht. Und „eine Bekannte hat geraunt“ ist nunmal nichts, worauf man etwas geben kann. Zumal der Leser das auf die übliche selbstbestätigende Verschwörungstheriemethode stützt, nämlich dass man gerade deshalb nichts darüber in der Presse findet, weil die Presse sich verschworen habe, darüber nicht zu berichten und es unter der Decke zu halten. Klar, damit kann man auch die Landung von Außerirdischen begründen: Der Beweis ist, dass man davon nichts in der Zeitung liest, weil die sich verschworen haben, darüber nichts zu schreiben.

Googelt man, findet man – ausgerechnet – beim MDR etwas dazu, nämlich eine Meldung vom September 2016, dass seit Monaten das Gerücht ginge, Maas’ Sohn sei in der Antifa Halle aktiv, aber sein ältester Sohn sei erst 14 und lebe in Potsdam.

Selbst wenn man annimmt, dass er inzwischen 15 sei, auch 15-Jährige haben nicht einen solchen Aktionsradius, dass sie von Potsdam nach Halle kommen um dort aktiv zu sein, sind laut Google Maps immerhin 140 km mit dem Auto. Und ob ein 15-Jähriger schon auf dem G20 herumprügelt, scheint mir … naja … nach meiner Lebenserfahrung etwas weit hergeholt, andererseits wurde aber von den G20-Randalen berichtet, dass viele da noch sehr jung, beinahe noch Kinder gewesen seien.

Und seien wir ehrlich: Was will man denn in Halle? Wer, der nicht in Halle wohnt, würde da hingehen?

Sagen wir es so: So, wie es bei der Polizei gebrodelt hat und wie die Bürger dort in Rage sind, glaube ich einfach nicht, dass man das so lange vor der Öffentlichkeit hätte geheim halten können. Es wäre garantiert durchgesickert und durchgestochen worden. (Man könnte sich jetzt natürlich überlegen, ob der Umstand, dass es mir jemand schreibt, genau dieses Durchsickern und Durchstechen wäre… und was das bedeuten würde, dass man es mir und nicht der etablierten Presse durchsticht. Oder was es bedeuten könnte, wenn man es denen schon gesteckt habe, die es aber nicht bringen. Oder ob jemand glaubt, dass ich da leicht drauf reinfalle. Oder mir jemand bewusst Fake News unterjubelt, um mir zu schaden.)

Vermutlich hätte sich Maas dann auch anders geäußert. Stubenarrest und Taschengeldkürzung wird er ja wohl nicht gemeint haben.

Meine Wertung: Völlig unbelegt, nicht nachprüfbar, keinerlei Nachweis, zudem aus mehreren Gründen nicht plausibel. Meine völlig grundlagenlose, wilde, faktenfreie und frei aus der Luft gegriffene Einschätzung ist: Das ist unwahr, Fake News.

Wer mich vom Gegenteil überzeugen wollte, der müsste Fakten und Belege anbringen.

Update: Ganz viele Leser schreiben mir, das müsse eine Verwechslung sein, das bezöge sich auf den Sohn vom Stegner. Ich habe neulich sogar eine Twitter-Homepage von jemand gesehen, der angeblich Stegners Sohn sei (keine Ahnung, ob es stimmt), und die zwar nicht wirklich auf Antifa lautet, aber vom Stil her deren Aroma verströmt. Nur: Irgendwo stand, Stegners Sohn wäre gar nicht in Hamburg gewesen. Das kann also auch nicht stimmen.