Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Über die Abneigung gegenüber Homosexualität

Hadmut
4.7.2017 0:34

Auch da scheinen Wissenschaft und Evolution aktuell Politik und Soziologie Lügen zu strafen. [Kleine Korrektur]

Ein Leser weist mich gerade auf dieses Paper What do two men kissing and a bucket of maggots have in common? Heterosexual men’s indistinguishable salivary α-amylase responses to photos of two men kissing and disgusting images von Breanna Maureen O’Handley, Karen L. Blair and Rhea Ashley Hoskin hin, ich habe auch noch einen Link auf das ganze Paper bei sci-hub, bin mir aber nicht sicher, ob das zulässig oder Raubkopie ist, und ob ich mir da nicht Ärger mache, wenn ich darauf verlinke.

Es geht um die Frage, was zwei Männer, die sich küssen, mit einem Eimer verwesenden Fleisches voller Maden gemeinsam haben.

Sie meinen, dass beides bei gesunden heterosexuellen Männern dieselben Reaktionen im Gehirn hervorrufen: Ekel.

Ausgangspunkt der Untersuchung war, dass sich in den USA viele Gewalttäter, die wegen Gewalt gegen Homosexuelle vor Gericht stehen, auf „gay panic“ berufen, auf eine Panik, die entsteht, weil ihnen Homosexuelle sexuelle Avancen gemacht hätten. Sie wollten untersuchen, ob da etwas dran sein könnte, oder ob das nur leere Ausflüchte sind. Ob es eine physiologische Reaktion auf Homosexuelle gibt. Sie wollten herausfinden, was „Homophobie“ eigentlich ist. Hintergrund war wohl die steigende Zahl von gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Some research has argued that disgust is an important emotional component of sexual prejudice. Heterosexual college students who displayed implicit, but not explicit, sexual prejudice rated male same-sex kissing photos as disgusting (Kiebel, McFadden, & Herbstrith, 2016). In fact, in a study conducted by Kiebel et al. (2016), participants gave indistinguishable ratings to photos of male same-sex couples kissing and photos of universally disgusting images. Other research has found that individuals who report high levels of disgust sensitivity, meaning they have a dispositional proneness to experiencing disgust, are more likely than those low in disgust sensitivity to display an implicit prejudice towards gays and lesbians (Inbar, Pizarro, Knobe, & Bloom, 2009). It appears that disgust plays a role in implicit sexual prejudice and is one way in which individuals describe their sexual prejudiced attitudes; therefore it is possible that disgust plays a role in explicit sexually prejudiced attitudes and behaviours.

Es deutet also etwas darauf hin, dass Abneigungen gegen Homosexualität irgendwie mit der Ekel-Funktion in Zusammenhang stehen könnte.

Und noch mehr: Dass es ein elementarer Bestandteil heterosexuellen Verhaltens ist, dass Ekel genauso zur Auswahlfunktion eines Sexualpartners gehört wie die erotische Anziehung. Und sie stellen die Frage, ob die große Zahl von „homophoben Gewaltverbrechen“ womöglich einfach eine Folge einer physiologischen Ekel-Reaktion ist, ein Abwehrverhalten. Dazu befassen sie sich mit der „Psychophysiologie von Vorurteilen“.

Ein zentraler Punkt dabei ist anscheinend, dass Ekel und Vorurteile in Zusammenhang mit einem der Stress-Systeme des Körpers stehen, dem sympathischen Nervensystem und der Alpha-Amylase der Bauchspeicheldrüse. [Korrektur: Ich hatte salivary α-amylase fehlerhaft mit Amylase der Bauchspeicheldrüse übersetzt, verschiedene Leser haben mich aber darauf hingewiesen, dass es um die Mundspeicheldrüse geht. Mein Fehler. ]

Leider wird das dann in der Auswertung schwer politisch korrekt, weil sie dann von „Sozialisierung“ reden. Immerhin erklären sie als ihr Ergebnis, dass man das näher untersuchen müsste. Sie meinen, dass das nicht die Gewalt erklären könnte, aber dass da schon etwas sei, was sie gefunden hätten.

The current study found that sAA responses of all participants, regardless of their level of sexual prejudice, were significantly greater while viewing images of two men kissing and universally disgusting images than images of everyday items and mixed-sex PDA. These results indicate that a physiological disgust response to same-sex PDA cannot explain the stable incidence of anti-gay hate crimes at the present time and that a ‘gay panic’ defence of violence towards gay men is not sufficient.

Diese Reaktion würde vor Gericht aber die „gay panic“ nicht rechtfertigen, weil sie, und das ist ein interessanter Punkt, diese Ekel-Reaktion bei vielen Leuten und nicht etwa nur bei den gewalttätigen gefunden haben.

Das würde etwas erklären, was mir schon lange im Kopf herumspukt und was ich schon ein paarmal im Blog angesprochen hatte:

Auch ich empfinde (männliche) homosexuelle Handlungen als abstoßend, irgendwo zwischen leicht und schwer ekelerregend, obwohl ich niemals in diese Richtung erzogen oder „sozialisiert“ (ich halte den Begriff für groben Schwachsinn und massiv falsch) worden bin. Und ich habe nicht das Gefühl, dass das irgendwie eine Erziehungssache ist. Ich ekle mich auch vor verdorbenen Lebensmitteln, und das eben nicht, weil ich dazu erzogen wurde, sondern weil deren Geruch bei mir unwillkürliche Reaktionen bis zum spontanen heftigen Würgereiz verursacht. Und Magenkontraktionen kann ich nicht bewusst auslösen.

Ich betrachte und empfinde meine Abneigung gegen homosexuelle Handlungen nicht als politisch, sondern als biologisch eingepflanzt, als unwillkürlich, als fest programmiert. Ich halte sie für einen Teil meines eigenen Sexualprogrammes, so wie mein Ernährungsprogramm mir sagt, welches Obst frisch und gut riecht, und welches verdorben ist, welches ich esse und welches ich meide oder sogar erbreche. Das musste mir niemand beibringen.

Es würde beispielsweise auch erklären, warum ich mich von diesem Homo-Ehe-Dauerfeuer in der Presse so genervt und abgestoßen fühle. Gar nicht mal die Homo-Ehe an sich, sondern diese „Mainstreaming“, dieses Meinungsdauerfeuer.

Im Ergebnis müsste mal also konstatieren, dass hier eine massive Diskriminierung und Benachteiligung Heterosexueller stattfindet. Während man Homosexuellen und irgendwelchen Phantasiesexuellen alle beliebigen sexuellen Freiheiten einräumt, beschneidet man durch das Meinungsdauerfeuer und das Verfolgen jeder Meinung die Ausübung von Heterosexualität, ja Heterosexuelle selbst, in dem man sie dadurch in ihrer Sexualität beschränkt und unter Zwang setzt.

Es könnte gut sein, dass ausgerechnet die, die immer für Toleranz und sexuelle Freiheit und gegen Diskriminierung trommeln, gerade die Allerschlimmsten sind und die sexuelle Freiheit verletzten wie niemand sonst in den letzten 70 Jahren.

Es drängt sich der Gedanke auf, dass „Gender Mainstreaming“ vor allem eine Form von sexueller Unterdrückung ist.