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“Internet-Experten”: Woran merkt man…

Hadmut
19.1.2016 19:01

…dass „Wissenschaftlerinnen” so richtig inkompetent sind, das Forschungsgeld verjuxt und es so insgesamt und generell voll verkackt haben?

Na, ganz einfach:

Wenn ihre Ergebnisse sogar einem SPD-Minister – dem Maas – peinlich sind (und denen ist sonst ja gar nichts peinlich), und dann ZDF heute auch noch darüber berichtet (und die berichten ja sonst nichts gegen links).

Ihr Auftrag war klar: Neun Wissenschaftler sollten Verbraucherschutzminister Heiko Maas das Internet erklären, zum Beispiel wie Verbraucher online künftig sicherer Schuhe bestellen können. Herausgekommen sind nichts als Plattitüden. Am Ende waren sie sogar Maas selber peinlich.

War doch schon immer so. Überraschend daran ist nur dass

  1. Maas das gemerkt hat,
  2. dem was peinlich war.

Die Szenerie ist ziemlich absurd: Dienstag, Berlin, Justizministerium. Minister Heiko Maas (SPD) hat Wissenschaftler zu Gast, die ihm Empfehlungen geben sollen für die digitale Verbraucherpolitik. Ein Jahr lang haben Lucia Reisch und Daniela Büchel überlegt, wie Online-Shops sicherer werden können. Welche persönlichen Daten Internetnutzer von sich preisgeben müssen, wenn sie doch eigentlich nur Schuhe kaufen wollen. Und wie sie Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), die sie anklicken, auch einmal verstehen könnten.

Doch herausgekommen ist: Nichts. Es fallen Sätze wie “Es darf keine Manipulation von Verbrauchern geben” oder “Nur wenn es echten Wettbewerb gibt, funktionieren Märkte.” Und eine der zwölf Empfehlungen, die Reisch und Büchel dem Justizminister in ihrem Gutachten mitgeben, lautet: “Die Digitale Welt hat aus Sicht von Verbrauchern heute schon Stärken und Schwächen und birgt auch zukünftig Chancen und Risiken.” Na, wer hätte das gedacht?

Schon mal aufgefallen? Ich hatte es ja gerade erst davon, dass uns die Medien immer die größten Mitternachtstüten als „Internet-Experten” hinstellen. Und alle diese „Internet-Experten” reden immer von „Chancen und Risiken”. Damit kann man nie falsch liegen, irgendwas wird immer besser und irgendwas immer schlechter. Kräht der Hahn laut auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Regnet’s lang und viel im Mai, dann ist der April vorbei. Hurra, ich bin Wirtschaftsexperte!

Auch ganz neu ist, dass Journalisten darauf einhaken, wenn Soziologen hohl faseln:

Mehrfach fragen die anwesenden Journalisten nach: Was heißt das? Was schlagen Sie vor? Können Sie das bitte konkretisieren? Doch die Wissenschaftler bleiben vage. Sagen, dass sie sich künftig kürzere AGB wünschen. Auf einer Seite. Leicht verständlich. Doch wie sie US-Firmen wie Apple dazu bringen möchten, künftig AGB anzubieten, die Nutzer nicht achtzehn Mal runterwischen müssen, bis sie auf “Akzeptieren” klicken können, sagen die Wirtschaftswissenschaftlerinnen nicht.

Heiko Maas wirkt peinlich berührt von so vielen Plattitüden und schaltet sich ein: Natürlich seien AGB zu umfangreich. Natürlich lese die kein Mensch. Er habe den Eindruck, dass das manchmal geradezu gewollt sei. Deswegen könne er sich künftig AGB vorstellen, die mit Piktogrammen arbeiten. Mit Bildern also, die dem Nutzer zeigen, zu was er gerade Ja sagt. Reisch und Büchel hören interessiert zu. Wer berät hier eigentlich wen?

Huahahahaaaaaaa.

Da kommt der Maas mit so einer Scheiß-Idee wie AGB in Comic-Hieroglyphen für Analphabeten daher (das wär echt geil, damit mal vor Gericht zu gehen…), und die Journalisten erkennen, dass der selbst damit noch den „Wissenschaftlerinnen” überlegen ist, die da ein Jahr lang dran herumgekaut haben.

Dabei hatte Maas selber neun Wissenschaftler – darunter Reisch und Büchel – berufen, die ihm mit Expertise in genau solchen Fragen zur Seite stehen sollten.

Ja und?

Sie haben ja auch Gesche Joost als Internet-Expertin und Manuela Schwesig als Familienministerinnen. Die bei der SPD wählen ihre „Experten” immer so. Guckt doch mal, wen die alles in ihre Enquete-Kommissionen und so weiter berufen oder auf ihre Konferenzen als Sprecher einladen.

Wie hoch diese Kosten sind, kann ein Sprecher des Justizministeriums nicht sagen. Es seien noch nicht alle Rechnungen geschrieben.

Huahahahaaaa. Ich muss hier im Blog ganz dringend mal so einen Karnevals-Tusch einbauen: Tätäää – Tätäää – Tätäää !

Und jetzt, Achtung, Trommelwirbel, die Spannung steigt ins Unermessliche:

Was das Ministerium insgesamt für die Arbeit des Sachverständigenrats bezahlt, steht derweil im Haushalt: 480.000 Euro lässt sich Maas die Expertise seiner Wissenschaftler jährlich kosten – mit der Begründung, man sei auf wissenschaftliche Entscheidungshilfe angewiesen. Geld, für das der Steuerzahler dann heute Sätze wie diesen als Gegenleistung zu hören bekommt: “Die Möglichkeiten der Digitalisierung verändern alle unsere Lebensbereiche.” Und diese Erkenntnis ist das Geld sicherlich wert …

Applaus!

Und von sowas und so werden wir regiert.

Ich bin ja mal gespannt, wann sie merken, dass sie mindestens eine Milliarde für Gender Studies rausgeworfen haben und die genauso funktionieren.
Aber selbst wenn sie es merken: ZDF heute würde darüber ja nie berichten.

(Danke für den Link!)