Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Frauengeschichte der Informatik

Hadmut
25.5.2015 20:16

Wieder Erkenntnisse vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. [Update]

Ein Leser weist mich gerade auf das da hin: http://www.frauen-informatik-geschichte.de/. Das BMFSFJ hat zusammen mit der Uni Bremen eine Webseite zur Geschichte der Frauen in der Informationstechnik erstellt.

Nun ist die Uni Bremen und besonders deren Informatik-Fakultät bekannt und berüchtigt dafür, völlig vergendert und komplett bescheuert zu sein. Das sind die, die auch glauben, dass die Turing-Maschine frauendiskriminierend ist, weil Frauen Wert auf interaktives Arbeiten legen, was Interrupts voraussetzt, die die Turingmaschine aber nicht kennt (womit wir wieder bei der Haptik wären…). Die versuchen dort, die Informatik komplett in Soziogeschwafel zu ertränken.

Dementsprechend heißt es auf der Webseite, dass die Wurzeln der Informationstechnologie schließlich im sozialen und kulturellen Bereich läge. (Das Geschwafel ist auch nicht neu, damit schreiben sie dort auch ihre Dissertationen und Habilitationsschriften.) Eigentlich muss ich gar nicht schauen, wer das produziert hat, der Senf ist aus deren Schriften sehr charakteristisch bekannt. Oder anders gesagt: Wenn man Professorin für Informatik ist, aber so gar keine Ahnung davon hat und deshalb fachlich nichts zustandebringt, dann macht man eben sowas. Beschäftigungstherapie für Quoten-Professorinnen.

Sie listen die Frauen auf, die in der Informatik Grundlegendes geleistet haben (sollen). Bemerkenswert daran: Bei den als Informatikerinnen gelisteten hat plötzlich niemand Zweifel, ob es Frauen waren. Es geht ja gerade so enorm durch den Zeitgeist, dass es Männer und Frauen ja gar nicht gäbe, und wir alle nur verkappte Transen seien. Hat aber irgendwer mit weiblichem Namen etwas Nennenswertes gemacht, sind sich plötzlich alle ganz sicher, dass das unbedingt ne Frau war.

Insgesamt aber recht übersichtlich: Die passen alle auf eine Seite. Dabei ist meist nicht mal klar, wo da so die konkrete Leistung und der Einfluss gelegen haben sollen. Und selbst da haben sie mühsam kratzen müssen. Zwischen der ersten und der zweiten auf der Liste liegen über 1300 Jahre. Da haben sie wirklich ganz schwer buddeln müssen, um überhaupt welche zusammenzubekommen. Seit 400 n. Christus (der ersten in der Liste) dürften mindestens 4 Milliarden Frauen gelebt haben. Und zwei Handvoll bekommen sie auf die Liste.

Kurios auch, wie der Leser, der mir das geschickt hat, das gefunden hat: Googelt man nach „Softwarekrise”, kommt diese Seite auf Seite 1 der Google-Antwort. Und man erfährt da Tiefschürfendes zur Softwarekrise:

Die Lösungsvorschläge kamen aus Wissenschaft und Industrie: In Forschung und Hochschulausbildung wurde Programmierung auf eine theoretische Basis gestellt (Algorithmentheorie oder strukturierte Programmierung). Zudem wurde eine Analogie zu anderen Ingenieurwissenschaften hergestellt und das “Software-Engineering” proklamiert. Wie zum Beispiel in der Architektur sollten Standards und Entwicklungswerkzeuge die Fehlerraten kalkulierbar machen und zugleich die SoftwareentwicklerInnen selbst in die Verantwortung nehmen.

Zumindest letzteres hat bis heute kaum Wirkung gezeigt, denn die Softwareentwicklung lebt von NeueinsteigerInnen, die sich an keinen Ehrenkodex oder ähnliches gebunden fühlen.

Was wollen uns diese Worte sagen?

Dass die Software-Krise männergemacht ist, denn laut Gender-Studies sind Ehrencodices typisch männliches Diskriminierungs- und Unterdrückungsverhalten. Deshalb ist der ganze Informatik-Plunder nutzlos, und die Welt voran bringen die Neueinsteigerinnen, die sich um das alles nicht kümmern und das nicht kennen (was den Wissensstand vieler Informatik-Professorinnen zutreffend beschreibt). Soll heißen: Nur Neueinsteigerinnen ohne Vorkenntnisse können uns aus der Softwarekrise retten. Entspricht dem feministischen Credo, wonach jede technisch-wissenschaftliche Ausbildung männertypisch und frauenausgrenzend sei, und ohnehin keinem anderen Nutzen diene, als Frauen auszugrenzen, also abgeschafft werden müsste. Deshalb produzieren die dort auch reihenweise Master, Dissertationen, Habilitationen mit Nullwissen.

Frauen besitzen zahlreiche Traditionen hochwertiger Abstraktionsformen. In vielen Kulturen finden wir dies in textiler Gestaltung wieder. Die Verbindung von Material und zeichenhaften Schemata genauso wie die gedankliche Vorwegnahme von Realisierungen, das Spiel mit Entwürfen und die geduldige, trainierte Umsetzung gehören hierzu. Bei der Gestaltung dieser Web-Seiten sowie der übrigen Materialien des Projekts “Frauen in der Geschichte der Informationstechnik” sind diese Bezüge thematisiert worden.

Informatik beruht ja auf Zeichen, und Frauen können so schöne bunte Muster sticken. „Zeichenhafte Schemata”. Handarbeiten. (Schon wieder die Haptik…). Softwäre so häkeln, dass sie auf dem Bildschirm hübsch aussieht. Wir sollten dringend mal farbige Programmiersprachen erfinden (immerhin gibt es ja schon die bunten Syntax-Highlighter, aber die zählen nicht, weil von Männern entwickelt. )

Also mir wäre sowas zu peinlich, wenn ich Frau wäre.

Update: Die Seite ist offenbar mindestens 10 Jahre alt und faktisch irrelevant.

Dem Kontext nach war das eine reine Alibi-Seite, um zu irgendwelchen Fördergeldern vorzugaukeln, dass man da irgendwas gemacht hätte. Sowas ist mir schon öfters untergekommen: Man baut irgendeine Webseite, die kein Schwein kennt, die niemanden interessiert, auf der man auf die Schnelle und lustlos ein paar Seiten zusammenklimpert, die gerade immer mal so ein Bildschirm voll sind.

Und das wird dann mit hunderttausenden von Euro gefördert.

Faktisch sind sowas die Hinterlassenschaften von Förderbetrügereien.

80 Kommentare (RSS-Feed)

mindph
25.5.2015 20:47
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“dass sie auf dem Bildschirm hübsch aussieht”

Also von dieser Frauen-Informatik-Webseite kriegt man zu erst einmal schon Augenkrebs und der Quelltext sieht auch nicht besser aus. 90er lassen grüßen. Und von Layout und Benutzerführung wollen wir erst gar nicht versuchen zu sprechen… Haben die Damen die Seite mit Netscape Composer ganz allein gemacht?

“Informatik beruht ja auf Zeichen, und Frauen können so schöne bunte Muster sticken.”

Warum erinnert mich das jetzt an Gesche Joost?


Philipp Seeger
25.5.2015 20:57
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Ich finde es ja durchaus richtig, auf die Beiträge der Frauen zur Informatik hinzuweisen. Nicht, um die Informatik weiblicher zu machen – das ist albern – sondern um den Frauen, die tatsächlich das Zeug dazu haben die Scheu zu nehmen.

Informatik ist insofern für Frauen ein wunderbarer Beruf, als es dort nicht um körperliche Stärke geht. Daher ist Informatik viel besser für sie geeignet als Kisten schleppen. Denn da sehe ich tatsächlich in täglicher Erfahrung den Hauptunterschied zwischen den Geschlechtern.

In meinem Kollegenkreis sind eine Menge Frauen, und ihre Arbeitsergebnisse sind nicht schlechter als die der Männer. Ganz ohne dass man irgendwie die Welt verändern müsste um die Arbeit eines Anwendungsentwicklers an die Frauen anzupassen. Nein einfach weil sie fähige Leute sind. Auffällig ist dabei aber: keine von ihnen ist irgendwie übertrieben feministisch. Richtig verstandener Feminismus (Gleichberechtigung, keine Bevorteilung, keine Gleichmacherei) ist unter ihnen verbreitet. Unfug nicht.


Hadmut
25.5.2015 21:00
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In meinem Kollegenkreis sind eine Menge Frauen, und ihre Arbeitsergebnisse sind nicht schlechter als die der Männer. Ganz ohne dass man irgendwie die Welt verändern müsste um die Arbeit eines Anwendungsentwicklers an die Frauen anzupassen. Nein einfach weil sie fähige Leute sind. Auffällig ist dabei aber: keine von ihnen ist irgendwie übertrieben feministisch.

Genau so sieht’s auch in meinem Kollegenkreis aus.

Wäre ich eine meiner Kolleginnen, wäre ich stinksauer darüber, dass da so ein Scheiß mit Häkeldeckchen publiziert wird.


unglaublich
25.5.2015 21:00
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“Frauen besitzen zahlreiche Traditionen hochwertiger Abstraktionsformen. In vielen Kulturen finden wir dies in textiler Gestaltung wieder. Die Verbindung von Material und zeichenhaften Schemata genauso wie die gedankliche Vorwegnahme von Realisierungen, das Spiel mit Entwürfen und die geduldige, trainierte Umsetzung gehören hierzu.”

Wenn ich nicht wüsste, dass es um Informatik geht, hätte ich auf das pimpen von Klamotten getippt. Strass-Steine, Glasperlen und Plüsch in allerlei grellbunten Farben reinsticken..


Hadmut
25.5.2015 21:07
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> Wenn ich nicht wüsste, dass es um Informatik geht, hätte ich auf das pimpen von Klamotten getippt. Strass-Steine, Glasperlen und Plüsch in allerlei grellbunten Farben reinsticken..

Das ist jetzt Informatik. Siehe Gesche Joost.


theodor
25.5.2015 21:04
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Schon mal den Quelltext angeschaut?

view-source:http://www.frauen-informatik-geschichte.de/

Webdesign mit Tabellen? Krasse Sache … ist wohl von jemand gemacht, der auf den Stand von 1995 stehen geblieben ist. Wenn das die Informatik-Fakultät der Uni Bremen gemacht hat, dann sind die noch schlechter als gedacht.


Hadmut
25.5.2015 21:07
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> Webdesign mit Tabellen? Krasse Sache … ist wohl von jemand gemacht, der auf den Stand von 1995 stehen geblieben ist.

Stimmt. Das war vor so 15 Jahren oder so mal in Mode. Wurde aber aus der Mode wieder rausgekickt, weil es – Lacher! – nicht barrierefrei und damit ausgrenzend ist.


Keppla
25.5.2015 21:06
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Wie immer stellt sich die Frage: wenn Frauen doch alles so viel besser können, warum tun sie’s dann nicht einfach?

Gerade in der Informatik sind wir doch eigentlich dank der Gewöhnung an das Konzept der Black Box relativ egalitär, oft genug sieht man doch die Menschen hinter einer Schnittstelle erst, wenn irgendwas schlecht läuft. Solange es gut läuft, ist nicht nur das Geschlecht, sondern auch die Spezies egal, und der Planet nur aus Latenzgründen interessant.

Also, ernsthaft: die IT versagt doch täglich, hinter den von der Konkurenz abschirmenden Mauern der Großunternehmen noch viel spektakulärer als für den gemeinen User sichtbar. Alle Unternehmen, die ich kenne, suchen verzweifelt “kompetentes Personal”, und waren sogar bereit, _mich_ einzustellen, obwohl ich, neben meinen “Hardskills”, mal so der Anti-Kandidat bin: “neckbeard”-optik, höchster Abschluss ist Abitur, vor 10:00 Aufstehen betrachte ich als Beleidigung, wenig diplomatisch, kaum zu begeistern für Formalia wie Zeiterfassung, Tendenz zu NSWF-Humor. Ladies (und sonstige Interessenten) DAS ist eure Konkurrenz. Viel einfacher kann man es eigentlich nicht haben.


Keppla
25.5.2015 21:09
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Ich finde es ja durchaus richtig, auf die Beiträge der Frauen zur Informatik hinzuweisen. Nicht, um die Informatik weiblicher zu machen – das ist albern – sondern um den Frauen, die tatsächlich das Zeug dazu haben die Scheu zu nehmen.

Und mit dem netten Nebeneffekt, den ewigbetroffenen Heulsusen mal klarzumachen, wie gut sie es haben.

Oder glauben sie tatsächlich, sie wären in einer Gesellschaft, die ein restriktiveres Frauenbild hat, als die in der Ada Lovelace gelebt hat?

Oder, wenn das zu abstrakt ist, restriktiver als die 1970 der USA, in der diese Dame gearbeitet hat: http://www.abovetopsecret.com/forum/thread1045825/pg1


Wolle Pelz
25.5.2015 21:11
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Ja, ist auch schon schwer beeindruckend, was die schon so alles mit HTML anstellen können. 😀


Hadmut
25.5.2015 21:20
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> Ja, ist auch schon schwer beeindruckend, was die schon so alles mit HTML anstellen können.

„Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend”

Die fördern da einfach alles.


Monika
25.5.2015 21:39
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Na und was glaubst du, was mir peinlich wäre, wenn ich ein Mann wäre? Genau! So einen Artikel zu schreiben, wie du hier.


Hadmut
25.5.2015 21:51
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@Monika:

> Na und was glaubst du, was mir peinlich wäre, wenn ich ein Mann wäre? Genau! So einen Artikel zu schreiben, wie du hier.

Du übersiehst da einen ganz wesentlichen Umstand:

Ich schreibe keine Männerseite, und trete nicht für Männer ein. Ich mache keine „Männerinformatik” oder sowas. Männer sind kein Kollektiv. Mag sein, dass Du meine Seite peinlich findest. Aber Wenn Du dazu schreibst „wenn ich ein Mann wäre”, dann hast Du einfach nichts verstanden und denkst nur in diesen Feminismus-Rhetoriken.

Wenn Du ein Mann wärst, dann würdest Du nämlich gar nicht erst glauben, dass ich hier Männer repräsentieren oder darstellen will.

(Diese Hau-spiegelbildlich-zurück-Rhetorik ist typisch feministisch. Sie funktioniert nicht. )


Heinz
25.5.2015 21:47
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Webdesign mit Tabellen wäre ja noch gar nicht soo schlimm, wenn man es denn ordentlich gemacht hätte.


Alex
25.5.2015 22:03
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Alternativ Interpretation
Das beste was Frauen zu stande bringen ist stricken, häkeln und nähen


aga80
25.5.2015 22:03
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Ich fühle mich durch die Seite http://www.frauen-informatik-geschichte.de/ vorsätzlich ausgegrenzt, da der Aufbau und vor allem das Farbschemata scheinbar so ausgewählt um einigen Leuten Kopfschmerzen zu bescheren, scheiß Fehlsichtigkeit, vor dem Bildschirm komme ich normalerweise super ohne meine Brille aus, aber das ist echt fies.


mitm
25.5.2015 22:07
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> Webdesign mit Tabellen? Krasse Sache … ist wohl von jemand gemacht, der auf den Stand von 1995 stehen geblieben ist.

Vorsicht.
Laut Impressum http://www.frauen-informatik-geschichte.de/index.php?id=17 Erstveröffentlichung 2001, danach vermutlich nur noch punktuell verändert.
Für die Programmierung zuständig war ein Unternehmen namens ewerk, (heute) lauter Männer: http://www.ewerk.de/agentur/unser-team/unser-team

Das (grenzwertige) Design lag dagegen in Frauenhand. Auch inhaltlich stehe ich vor einem Rätsel, was man mit diesen Inhalten bei welchen Frauen erreichen will bzw. damals wollte.


Hadmut
25.5.2015 22:19
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Stimmt. Die Seite scheint uralt zu sein – und auch noch niemandem aufgefallen zu sein.

Gut möglich, dass die gemacht wurde, als das so üblich war.

Das ist aber ein interessanter Punkt: Denn wenn das Zeugs so alt ist, dann haben die nicht aus dem feministischen Werken abgeschrieben, die ich gelesen habe, sondern umgekehrt. Die Werke sind nämlich neuer.

Das heißt aber auch, dass die da uralten Kram als Dissertationen nochmal aufgekocht haben bzw. einfach aus ihrem alten Fundus abgeschrieben haben.


lynx
25.5.2015 22:16
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> Wir sollten dringend mal farbige Programmiersprachen erfinden

http://de.wikipedia.org/wiki/Piet_%28Programmiersprache%29


Leo
25.5.2015 22:18
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https://validator.w3.org

Errors found while checking this document as HTML 4.01 Transitional!
Result: 14 Errors, 4 warning(s)

Sportlich in Anbetracht der Größe;)


Manfred P.
25.5.2015 22:30
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>Männer sind kein Kollektiv.

So ist es. Wenn ein Kerl ein Idiot ist, würde mir nicht mal im Traum einfallen, mich “als Mann” dafür zu schämen.

Das ist ein übliches Frauenproblem. Wenn man eine Frau kritisiert, weil sie Unsinn redet, dann ist man ein “Frauenhasser”. Sie kommt gar nicht auf die Idee, das man ganz persönlich und individuell diese Frau für eine Idiotin hält.


Ferabq
25.5.2015 22:31
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Schaut man sich die restlichen technischen Specs des Servers an wird’s einem auch ganz anders:

Apache/1.3.33 (Darwin)
Apache 1.3.33 ist ca. seit Oktober 2005 nicht mehr aktuell und hat einige Sicherheitslücken. Darwin? MacOS? Was ist das wohl für eine OS-Version?

PHP/4.3.10 DAV/1.0.3

Meine Güte. PHP/4.3.10 ist ebenfalls 2005 erschienen und seit dem gab es gefühlte umpfzigtausend kritische Bugfixes. EoL von PHP4 ist auch schon lange her.


Ferabq
25.5.2015 22:33
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Hephaistos
25.5.2015 22:41
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Hab’ die Seite besucht… ctrl-f perlman … nichts… ernsthaft?! Würde man mich fragen, welche Frauen in der Informatik wirklich was geleistet haben, die Perlman würde mir zuerst einfallen.


Hephaistos
25.5.2015 22:47
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@Ferabq: Wow. Seit 11 Jahren keine updates. Mutig sind sie ja.
Dazu muss man sagen (aus dem Impressum):

Stand: Erstveröffentlichung Dezember 2001. Letzte Aktualisierung dieser einzelnen Seite: Dezember 2014


Luke
25.5.2015 22:57
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Die Seite scheint allein durch die Serverkonfiguration uralt sein.

Release Apache/1.3.33: 28. Oct. 2004
Release PHP/4.3.10: 14. Dec. 2004


Ferabq
25.5.2015 22:59
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@ Hephaistos:

Ja, hab ich zwar gesehen, aber bitte, die Welt dreht sich ja weiter. Selbst wenn die Seiten altbacken geschrieben (und kein gültiges HTML sind) – Updates sollte man doch machen. Wäre vermutlich keine größere Sache aus dem System eine Spamschleuder zu machen (das Kontaktformular unter Bestellungen empfehle ich mal anzuschauen, insbesondere die versteckten Felder).

Wenn die noch ein paar Jahre warten können sie die Kiste direkt einem Museum übereignen.

Der Inhalt ist sowieso Augenkrebsbullshit.

Tut mir leid für euch, liebe ehemaligen Kolleginnen von mir. Ihr seid besser als das.


Tacheles
25.5.2015 23:44
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“Webdesign mit Tabellen? Krasse Sache … ist wohl von jemand gemacht, der auf den Stand von 1995 stehen geblieben ist.”

Ohne jetzt den Mädels irgendwie beispringen zu wollen (ich habe mir den Sourcecode nicht angeguckt, aber wenn der Validator Fehler anmeckert, sind da ja schonmal eklatante handwerkliche Probleme zu verzeichnen), aber was ist an Tabellenlayout schlimm?

Ja, ich weiß, Tables sind “deprecated” und HTML5 kennt sie gleich gar nicht mehr.

Aber was ist an DIVs besser? Außer, dass die Seite schlimmstenfalls ewig zum Rendern braucht und mehrfach ruckt, bis endlich alle DIVs samt Inhalten da sind und der Browser weiß, wie er sie neben- und untereinander darzustellen hat. Besonders spannend, wenn die Inhalte von diversen CDN-, Ad- und sonstigen Servern eingebunden werden.

Ob ich jetzt in ein DIV mehrere DIVs neben- und übereinander setze oder das gleiche mit TABLE, COLGROUP, TR und TD hinbaue, ist doch technisch betrachtet erst einmal banane. Bis auf die Tatsache, dass Tables offenbar direkter im Rendering sind, was jetzt IMO nicht unbedingt gegen sie spricht.

@Hadmut: Inwiefern sind Tables (oder auch Frames, die andere angebliche Erbsünde des frühen Internets) weniger barrierefrei als DIVs? Bei den Erstgenannten ist vorweg schon festgelegt, was wie und wo dargestellt wird — bei DIVs muss man erst die ganze Seite aufbauen, um zu sehen, wie sich das Gewürge aus absoluter und relativer Positionierung hinschiebt.


Hadmut
26.5.2015 0:41
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> @Hadmut: Inwiefern sind Tables (oder auch Frames, die andere angebliche Erbsünde des frühen Internets) weniger barrierefrei als DIVs?

Ach, da gibt’s mannigfaltige Beschreibungen. Details müsste ich auch erst wieder raussuchen.

Beispielsweise sollen Tabellen eine Katastrophe für Leute mit Braille-Zeile sein.


mindph
25.5.2015 23:50
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@Ferabq: lol

@Philipp Seeger:

> um den Frauen, die tatsächlich das Zeug dazu haben die Scheu zu nehmen.

Was für eine Scheu denn?
Die Frau mit der ich arbeite, ist überhaupt nicht scheu, ist aber auch keine Feministin. Das impliziert doch nur wieder die Mähr von der Frau, die vom Patriarchat gehindert wird, solche Jobs anzunehmen. Die Realität sieht anders aus: Trotz Frauenförderung und Girl’s Days interessieren sich die meisten Frauen immer noch nicht sonderlich für diese Dinge. Das war aber schon immer so. Eine Frau hat die Software der Mondlandefähre geschrieben, eine andere die erste Hochsprache. Frauen können und tun, wenn sie nur wollen.

“Richtig verstandener Feminismus (Gleichberechtigung, keine Bevorteilung, keine Gleichmacherei) ist unter ihnen verbreitet. Unfug nicht.”

Diesen Feminismus gibt es nicht.


Historiker
26.5.2015 0:03
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Diese Webseite hat die Geschichte der Informatik nicht nur im Namen, sondern zugleich im Inhalt. Deswegen darf auf der Seite nichts mehr verändert werden. Sie steht unter Denkmalschutz.

Schlechter ergeht es Webseiten der Lügenpresse, weil die niemand für die Nachwelt aufbewahren will. (Bsp.: http://www.ftd.de)


Konrad Zuse
26.5.2015 0:39
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Die sieben Autorinnen der Frauenbeweihräucherung sind nicht einmal fähig, ihre eigene Seite zu programmieren. Dazu sind sie auf die Hilfe des eWerks in Bremen angewiesen.

http://www.frauen-informatik-geschichte.de/index.php?id=17

Dessen Team besteht ausschließlich aus Männern.

http://www.ewerk.de/agentur/unser-team/unser-team


keppla
26.5.2015 1:22
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Ja, ich weiß, Tables sind “deprecated” und HTML5 kennt sie gleich gar nicht mehr.

Warum meinst du, dass Tables deprecated seien? Mir wäre das komplett neu. In der Spec tauchen sie auf jeden Fall auf: http://www.w3.org/TR/html5/tabular-data.html#tabular-data

Ich denke, du verwechselst das damit, dass eigentlich schon immer Tabellen nur dazu genutzt werden sollten, echte Tabellen darzustellen, und nicht als Layouthilfe.

Aber was ist an DIVs besser?

Dass du nicht Elementen eine Bedeutung zuweist (“Tabellarische Daten”), die sie nicht haben. Um das mal etwas überspitzt zu formulieren: das ist so, als würdest du das a-Tag nutzen, um Text als Fett zu markieren. Geht natürlich, aber würde Crawler verwirren.

Außer, dass die Seite schlimmstenfalls ewig zum Rendern braucht und mehrfach ruckt, bis endlich alle DIVs samt Inhalten da sind und der Browser weiß, wie er sie neben- und untereinander darzustellen hat.

Nicht, dass CSS nicht eine ziemliche Pest ist (um bei Webdesignern PTSD zu triggern muss man nur “vertikal zentrieren” sagen), aber das Verhalten kenne ich nur von Browsern so um 2000-2005 herum. In aktuellen hab ich das schon Länger nicht gesehen.

Besonders spannend, wenn die Inhalte von diversen CDN-, Ad- und sonstigen Servern eingebunden werden.

Sicher, dass das gezuckel nicht daher kommt, dass sie per Javascript in die Seite injected werden, und somit erst nach dem Aufbau der Seite kommen? Denn die ADs selber sind doch meist in einem Iframe, und somit aus Sicht deiner Seite einfach nur ein Klotz, wie ein Bild o.Ä.


maddes8cht
26.5.2015 2:00
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“Ja, ich weiß, Tables sind “deprecated” und HTML5 kennt sie gleich gar nicht mehr.

Aber was ist an DIVs besser?”

Erstml ist das Unfug:
Tables gibts in HTML5 weiterhin, deprecated sind die nicht.

Deprecated sind lediglich die allermeisten Attribute von tables, die nämlich weitgehend das “Design” der Tabelle betreffen.

Denn genau das ist das Wesentliche daran:
In HTML hat gefälligst kein Design zu stecken, sondern die logische Struktur.
Und Tabellen haben Tabellen zu sein und tabellarische Inhalte zu enthalten, aber keine “Designelemente”.
Warum und wo das z.B. wichtig ist, hat Hadmut schon mal mit der Braille-Zeile angedeutet.
Ähnliches gilt für Screen-Reader.

Und ob Du es glaubst oder nicht, ich lass mir gelegentlich von meinem Browser gerne Webseiten vorlesen, während ich die Küche mache.
Geht bei Tabellendesign leichter schief als ohne.

Es ist sogar wesentlich für Suchmaschinen wie Google.
Google beurteilt den Gehalt einer Website nämlich danach, wie die Struktur gemäß HTML aussieht, und nicht danach, wie sie optisch aussieht.

Wenn da die Hauptinhalte in der Mittleren Spalte ab der dritten Zeile einer Tabelle stehen (weil in der ersten Zeile ein Menu, in der Zweiten die mit “Font” markierte Überschrift steht), dann weiß Google nicht, wo etwas wichtiges steht, und was eine überschrift ist. Denn eine Überschrift sollte bitteschön als Überschrift markiert sein, also mit

Dass Design gehört nämlich nicht in tabellen und auch nicht in DIVs, es gehört ins CSS.
Dass man das CSS gerne in DIVs reinsteckt, hat den pragmatischen Grund, dass DIV ein neutrales Element ist.
Aber mit CSS kannst Du auch eine Tabelle nehmen und sonstwohin am Bildschirm verpflanzen.
Die Tabelle selber hat allerdings eben keine Designinformationen zu tragen.
Punkt. Eine Tabelle ist eine Tabelle ist eine Tabelle. Sie hat Tabellarische Inhalte zu strukturieren.
Sie ist nicht dafür da, ein mehrspaltiges Layout bereitzustellen.

Als solche ( als Tabelle) wird table daher auch ein HTML5-Elemnt bleiben. Beschnitten lediglich um alles, was man zu “Design”-Zwecken missbrauchen kann.


maddes8cht
26.5.2015 2:57
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Validator:
Die erste Sünde ist natürlich, dass erst gar kein doctype angegeben ist.
Okay, dann ist natürlich auch nicht gegeben, dass es html 4.1 transitional sein soll.

Am besten fährt die Seite mit HTML 3.2, da gibt’s bei mir nur 7 Fehler, die meisten davon im Body-Tag. Ich denk mal, margin-attribute im Body gabs in keiner HTML-Version. Führt mit 4 attributen aber alleine schon zu 4 Fehlern.
HTML 3.2 kam heraus am 14.01.1997 und wurde von HTML 4.0 im Dezember abgelöst, 1999 dann durch html 4.01
1997 – das ist ganz schön alt. Das war schon bei der angeblichen Erstveröffentlichung 2001 alt.

Trotzdem:
7 oder auch 14 Fehler als “viel” zu bezeichnen ist natürlich nicht ganz fair, wenn derselbe Fehler eines bestimmten falschen oder fehlenden Attributs durchgängig konsistent falsch geschrieben wird, aber jedesmal als Fehler gewertet…
Bei 4.01-validierung sind es hauptsächlich fehlende “alt”-Attribute in image- tags.


BOFH
26.5.2015 3:51
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“Release Apache/1.3.33: 28. Oct. 2004
Release PHP/4.3.10: 14. Dec. 2004”

THATs a invitation.

Klickerdieklickerdieklickerdieklack !!!

🙂


Manfred P.
26.5.2015 4:12
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>Eine Frau hat die Software der Mondlandefähre geschrieben,

Sie hat dran mitgeschrieben, das waren durchaus mehrere. Und die hatten massive Probleme, waren so weit hinter dem Zeitplan, dass die NASA Bob Tindall auf die angesetzt hat, damit der denen so richtig den Arsch aufreißt, damit die endlich mal was hinbekommen. Was er auch getan hat.

Ursprünglich sollte der Steuercomputer die gesamte Navigation übernehmen, aber wegen der Probleme ist man übergegangen auf erdbasierte Navigation auf Basis von Doppler-Interferometrie.

> eine andere die erste Hochsprache

Ich dachte, John Backus von IBM wäre ein Mann gewesen. Meines Wissens ist Fortran die erste Hochsprache, und weigert sich bis heute standhaft zu verrecken, zumindest im High Performance Bereich.


Stefan
26.5.2015 5:45
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Die Anforderung lautete: Der Standard XML/XHTML soll rein logischen Gesichtspunkten folgen. Stichwort: Trennung von Inhalt und Form.

Eine Website soll im Grunde wie ein (wissenschaftliches) Dokument gegliedert sein. Natürlich gibt es in Dokumenten auch Tabellen. Aber sie dienen zur Aufnahme eines speziell strukturierten Inhalts und nicht zur Gestaltung. Die optische Gestaltung der Tabelle ist dem Inhalt untergeordnet.

Wenn man Tabellen nun auch für das Layout einsetzt, wird diese Regel verletzt. Ein Programm, das die XML/XHTML-Dokumente parsen soll, kann nicht mehr zwischen Inhalt und Form unterscheiden.

Beispiele: Die maschinelle Umwandlung eines XML/XHTML-Dokuments in eine digitale Audio-Ausgabe oder auch die Wiedergabe als gedrucktes PDF: Die PDF-Seite hat eine völlig andere Form als der Bildschirm, folglich braucht sie eine andere Gestaltung.

Lösung: Man packt die Vorgaben für die Gestaltung in eine oder mehrere CSS-Dateien und referenziert in XHTML nur die Klassen. Ein Abschnitt im Fließtext kann dann problemlos vorgelesen werden, wobei Stimme und Betonung im CSS festgelegt sind. Derselbe Abschnitt kann auf dem Bildschirm im Flattersatz erscheinen und im gedruckten PDF im Blocksatz …


boes
26.5.2015 8:03
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Softwarekrise, Seite 1.

Hier äussert sich wieder die Krise der Suchmaschine NR1.
Google ist kapott, funtoosh, am Ende. (Durchgegendert?) Am auffälligsten ist es an der Bildersuche, die -auf den ersten 3 Seiten- nur noch Alibibildchen bzw. Suchmaschinen-optos hervorzaubert, Bilder die oft genug beim Anklicken, auf der bezogenene Seite überhaupt nicht zu finden sind.
Also offensichtlich nur zur Suchmaschinenoptimierung verwendete Lockmittel.
Ansonsten in den Ergebnissen stets ganz oben, die allfällige von allerhand Wildkräutern (vulgo Unkraut) durchwucherte Wikipädia. Das amtlich verschriebene Weltwissen der Grünschnäbel, gut gefiltert und politisch korrekt bereinigt. Wissen ist Macht, da wird auch nicht diskutiert. Auch nicht auf der Diskussionseite.


der eine Andreas
26.5.2015 8:53
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Dazu gab es auch mal eine Seite im Ministerium:
http://www.bmfsfj.de/Kategorien/publikationen,did=5676.html
Ist merkwürdigerweise nicht mehr erreichbar. Und eine Suche auf der Seite des Ministeriums führt auch zu nix.

Leider findet man auch keine Zahlen, wie hoch die Förderung war.

http://de.wikipedia.org/wiki/Frauen_in_der_Informatik

http://www.frauen-informatik.de/joomla/index.php
“Herzlich Willkommen
auf den Seiten der Fachgruppe “Frauen und Informatik” in der Gesellschaft für Informatik.”

Sekundärfunde:
http://www.zeithistorische-forschungen.de/2-2012/id%3D4697
“DER TRAUM VOM PERFEKTEN UNTERNEHMEN
Die Computerisierung der Arbeitswelt in der Bundesrepublik Deutschland (1950er- bis 1980er-Jahre)”

http://www.ham.nw.schule.de/pub/bscw.cgi/d1936002/Sommersemester_2010-DdI-3_Ausdruck.pdf
“Didaktik der Informatik – Vorlesung
3. Vorlesung: Gender und »Informatik – Lernen und Lehren«”

https://books.google.de/books?id=4tKTNeECUsIC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false
“Interkulturelles Online-Lernen: die Rolle der Frau in Bibliotheken und Informationseinrichtungen”

Zufallsfunde:
“WISSENSCHAFTLICHE DISKUSSIONSPAPIERE”
http://www.bibb.de/dokumente/pdf/234_wd_97_erhebung_bewertung_gender_mainstreaming_it-weiterbildung.pdf

Ich dachte, nur Männer und Gendergegner wären “vernetzt”:
“Hier wird das Netz organisiert genutzt und ganz systematisch ‚geklüngelt´ : Verbände, e.Vs. und sonstige Zusammenschlüsse von und für Frauen im Cyberspace…”
http://www.aviva-berlin.de/aviva/Druck.php?id=68
“Onlinemagazin für Frauen”

http://www.korolewski.de/links/themen/gesellsch/frauen.html
http://www.korolewski.de/links/
http://www.korolewski.de/
“Nina Korolewski

. Leiterin der Geschäftsstelle des berufsverbands bildender künstler berlin e.V.
. Leitung des Büro für Künstlerberatung im Kulturwerk des bbk berlin GmbH
. Lehraufträge an der Humboldt Universität und Universität der Künste Berlin”

http://www.digitale-chancen.de/index.cfm
“Stiftung Digitale Chancen”

http://www.kompetenzz.de
“Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. fördert bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern. Wir bündeln Expertise aus Forschung und Praxis für die Anerkennung von Vielfalt als Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer Entwicklung. Zu unseren passgenauen Maßnahmen für die Umsetzung von Chancengleichheit und Diversity gehören wirksame Projekte und Kampagnen sowie vielfältige Angebote zur Organisationsentwicklung.”

“Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. ist Deutschlands wichtigster Zusammenschluss zur Förderung von Chancengleichheit und Vielfalt in Wirtschaft und Gesellschaft. Für unsere Arbeit stehen die bekannten bundesweiten Projekte Girls’Day, Boys’Day | Neue Wege für Jungs und Komm, mach MINT. Unsere Lösungen wirken auch international als Vorbild, so gibt es den Girls’Day oder ähnliche Aktionen mittlerweile in 20 Ländern innerhalb und außerhalb Europas.”

“ARBEIT UND GESCHLECHT IN DER INFORMATIK
EXPERTISE IM AUFTRAG DES VOM BMBF GEFÖRDERTEN PROJEKTS GENDA – NETZWERK FEMINISTISCHE ARBEITSFORSCHUNG”
https://www.uni-marburg.de/fb03/genda/publikationen/dispaps/dispap_09-2004.pdf

🙂 🙂 🙂

Frauen in Führungspositionen: Manuela Schwesig stellt Indizes vor
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=216020.html
“Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hat am 19. Mai gemeinsam mit der Präsidentin der Initiative “Frauen in die Aufsichtsräte e.V.” (FidAR), Monika Schulz-Strelow, drei aktuellen Indizes zum Frauenanteil in Führungspositionen vorgestellt. Drei Wochen nach Inkrafttreten des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst ist klar: Es bleibt noch viel zu tun.”
Women-on-Board-Index 100
http://www.fidar.de/wob-indizes/wob-index-100/uebersicht.html
Public Women-on Board-Index
http://www.fidar.de/wob-indizes/public-wob-index/uebersicht.html
Women-on-Board-Index
http://www.fidar.de/wob-indizes/wob-index/uebersicht.html
Die brauchen 3 Indexe???? Doch wohl nur, um fidar zu finanzieren, oder?


Gerd
26.5.2015 9:10
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Wo gibts denn die tollen Informatikerinnen? Irgendein Linux Projekt, das massgeblich von Frauen entwickelt wurde?

Ich habe im Berufsleben nie eine kennengelernt. Immer nur Mittelmass, die häufig Hilfe von Männern brauchten. Aber es soll ja Ausnahmen geben.


peter
26.5.2015 9:20
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Tja, diese “muss-nicht-funktionieren-Hauptsache-sieht-gut-aus”-Fraktion gibt es in meiner Firma auch. Und es werden immer mehr. Hoffentlich entwickeln wir bald KI, die kann sich dann selbst um ihr fehlerfreies Funktioieren kümmern, während die “echten” Informatiker sich dann nur noch um’s “schön anziehen” kümmern.


Volker
26.5.2015 9:53
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Hallo Hadmut,

hier OT:

Hier ein schöner SPON-Artikel, der sich (ohne es zu ahnen) eindeutig gegen jedwede Quote richtet:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/bewerbung-blender-und-schaumschlaeger-im-vorstellungsgespraech-a-1035271.html


HTML5
26.5.2015 9:56
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Das sind die, die auch glauben, dass die Turing-Maschine frauendiskriminierend ist, weil Frauen Wert auf interaktives Arbeiten legen, was Interrupts voraussetzt, die die Turingmaschine aber nicht kennt.

Versuchen wir doch mal, den Feminismus als nicht existent anzunehmen: Ist dann das im o.g. Zitat eigentlich nicht der viel besorgniserregendere Zustand? Es gibt also offenbar Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter an unseren Universitäten. Diese halten zwar Vorlesungen in theoretischer Informatik, tun dies aber auf eine völlig abgehobene und vergeistigte Weise. Es geht im Kern nur noch darum, einen Beweis nach dem anderen mit möglichst vielen Lambdas, Epsilons und n-Tupeln an die Tafel zu kritzeln. Selbstverständlich mit dem regelmäßig angebrachten Hinweis, der Kern des beweises werde nur skizziert, da er “trivial” sei.

Aber gut, liebe Mitkommentatoren. Macht euch ruhig Sorgen um euer “HTML5”, das löst die Probleme sicher mit einem Schlag.

Um die Hintergründe, also die Beziehungen zwischen Turingmaschinen, formalen Sprachen, der Chomsky-Hierarchie, konkreten Programmiersprachen und damit auch “echten” Computern geht es überhaupt nicht. Das wird noch nicht mal mehr dem “Leser als Übungsaufgabe überlassen”. Nur so kann man doch so einen Käse wie im o.g. Zitat überhaupt veröffentlichen. Ich behaupte, dass nicht die Feministen die Wissenschaft zerstören. Sie finden in der Unwissenschaftlichkeit der Hochschulen nur einen guten Nährboden.


Zaphod B.
26.5.2015 10:28
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“Dem Kontext nach war das eine reine Alibi-Seite, um zu irgendwelchen Fördergeldern vorzugaukeln, dass man da irgendwas gemacht hätte.”

Ohne jetzt das Bundesfamilienministerium und das dumme Soziologen-Geschwätz bzgl. “Frauen in der Informatik” und ähnlichen Unsinn auch nur ansatzweise verteidigen zu wollen, aber solche Förderbetrügereien findet man leider nicht nur bei den Sozial- und Geistes-wissenschaftlern.

Wer sich die Mühe macht, und einfach mal auf den Seiten von DFG und BMBF allein im Bereich Informatik die Projektankündigungen mit den späteren Abschlussberichten vergleicht, wird feststellen dass es da offenbar häufig ähnlich lief. Den überwiegenden Teil, der geförderten Großprojekte kann man wohl getrost unter der Rubrik “der Berg kreiste und gebar eine Maus” einordnen.

Macht die ganze Sache nicht besser. Aber letztendlich ist es so, dass sowohl in den Sozial- und Geisteswissenschaften als auch in den Natur- und Ingenieurwissenschaften sehr viel Heuchelei und Trittbrettfahrerei betrieben wird, um an Fördergelder zu kommen und um einmal bestehende Geldströme nicht so schnell versiegen zu lassen.

Erinnert sich noch jemand an den “Multimedia”-Hype? Oder auch der kürzlich zu Grabe getragene Grid-Hype. Dieses tote Pferd wurde noch vom Bund geritten als man auf EU-Ebene schon längst in Sachen Cloud unterwegs war. Und auch bei so manchem EU-Projekt fragte ich mich schon das ein oder andere mal, welche Mumie denn da wiederbelebt wurde.


der eine Andreas
26.5.2015 10:36
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o.T.
Das nächste Einknicken steht bevor:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/australien-will-tampon-steuer-streichen-a-1035498.html
“Australiens Finanzminister Joe Hockey will sich dafür einsetzen, dass Verbraucher für Tampons künftig keine Waren- und Dienstleistungssteuer mehr zahlen müssen.”


Aufseher im Frauenhaus
26.5.2015 10:40
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Dumm nur dass Blinde Tabellenlayouts bevorzugen. Da kann man nämlich u.a. einfach im Text besser navigieren, mit dem div-css Scheisendreck geht das nicht bzw. muss wieder ne Menge Arbeit reinstecken.

Die Diskussion um Tabllen für Layoutdinge ist so doof wie überflüssig und kommt nur von Kaspern die noch nie ernsthaft beides eingesetzt haben aber sich wichtig aufplustern wollen. “Ich kenne mich aus (d.h. ich plappere nach was eine selbsternannter Experte erzählt hat) “.

Ihr seid so erbärmliche Stümper, nicht mal auf Anhieb erkannt, dass die Seite uralt ist aber erst mal das Maul zerreisen.
Und Danisch ist auch wieder peinlich bis zum umfallen: sinngemässes Zitat ich lese erst gar nicht was dort steht ich weiss schon vorher dass alles scheisse ist.
Ist das hier der Deppensammelpool? Einfach mal alle zusammen die Fresse halten wenn man keine Ahnung hat.


der eine Andreas
26.5.2015 10:51
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Missingno.
26.5.2015 12:20
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@Leo
Naja …
https://validator.w3.org/check?uri=google.de&charset=%28detect+automatically%29&doctype=Inline&group=0
31 Errors, 4 warning(s)
Dafür, dass die Seite im wesentlichen aus einem Bild und einem Suchfeld besteht …

Zu den Webdesign-Sünden wurde ja schon einiges geschrieben. Nochmal kurz:
Tabellen sind okay, wenn man Daten tabellarisch darstellen will, aber nicht fürs Design gedacht. Bei Frames hat(te) man das Problem, dass jede Frame-Seite für sich angesurft werden könnte und man dann ggf. ohne Navigation, etc. dasteht. Außerdem http://www.woodshed.de/publikationen/dialog-robot.html


mindph
26.5.2015 12:59
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@Manfred P.: Hast du eine Quelle dafür? Ich kenne nur das Interview mit ihr:
https://medium.com/@verne/margaret-hamilton-the-engineer-who-took-the-apollo-to-the-moon-7d550c73d3fa

Bezüglich der “ersten Hochsprache” meinte ich Grace Hopper, die den ersten Compiler schrieb, auf dessen Basis COBOL entwickelt wurde. Hochsprachen, im Sinne einer Abstraktion von Maschinencode, gab es schon vorher etwa Plankalkül von Zuse, aber nicht als Compiler, also Hochsprache wie wir sie heute kennen. Hopper’s A-0 war 1952. John Backus kam mit Fortran bei IBM erst 57 auf die Bühne.

Was ich damit sagen wollte allerdings ist, dass Frauen durchaus in der Lage sind, solche Arbeiten zu leisten, und es auch teilweise gemacht haben, was zeigt, dass sie nicht diskriminiert werden, denn mit einem “Patriarchat” wie Feministen postulieren, hätte es diese Frauen nicht gegeben.


Max
26.5.2015 13:30
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Gedöns
26.5.2015 14:44
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„Zwischen der ersten und der zweiten auf der Liste liegen über 1300 Jahre. Da haben sie wirklich ganz schwer buddeln müssen, um überhaupt welche zusammenzubekommen. Seit 400 n. Christus (der ersten in der Liste) dürften mindestens 4 Milliarden Frauen gelebt haben. Und zwei Handvoll bekommen sie auf die Liste.“//
Hypatia von Alexandria ist mir in letzter Zeit häufig begegnet – sie darf offenbar in keiner Auflistung mehr fehlen, da sie doch tatsächlich von einem christlichen Mob ermordet wurde. Ansonsten gab es in der Antike wohl mehrere Töchter von Gelehrten, die als Wunderkinder vorgeführt worden sind. Und obwohl damals alles andere als Religion, also auch Mathematik und Naturwissenschaften, unter Philosophie lief, haben wir es bei Hypatia nun also mit einer Informatikerin zu tun.
Übrigens: ich las vor ein paar Jahren, daß bisher insgesamt 108 Milliarden Menschen die Erde bewohnt hätten – die Masse davon natürlich in den letzten Jahrhunderten.
Aber es war wieder mal ein passender Anlaß, sich über Frauen in der Wissenschaft zu informieren. Bei den Nobelpreisträgerinnen ist es vor allem die Medizin:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nobelpreistr%C3%A4gerinnen
und weil ich mich für noch lebende Nobelpreisträgerinnen in den Naturwissenschaften interessiere (besondere, aber verstorbene, Vorbilder sind da natürlich die zweifache Nobelpreisträgerin Maria Salomea Curie und ihre Tochter Irene – ebenfalls Nobelpreisträgerin – sowie Lise Meitner, die einen Nobelpreis verdient hätte), stieß ich auf die Chemikerin aus Israel Ada Yonath, außerdem Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften und Trägerin des UNESCO-L’Oréal-Preises mit dem Titel „International Awards for Women in Science“
http://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO-L%E2%80%99Or%C3%A9al-Preis
Ja, und da wird es in der Tabelle interessant: zunächst mal könnten sich gerade Frauen bzw. das Frauenministeríum um Wiki-Einträge für alle in der Tabelle aufgelisteten Frauen kümmern (das wäre viel öffentlichkeitswirksamer und sicher auch viel billiger als die o.g. Webseite). Abrufbar blau unterlegt (leider nur 25%) sind wiederum viele Biologinnen, aber auch eine ganze Reihe von Physikerinnen. Hier hat man also keinerlei Probleme mit den angeblich männlichen Wissenschaften (ja gut, man sagt, Gott als Schöpfer des Ganzen, sei männlich …) – aber am wichtigsten wäre mir: man könnte also 84 (sicher meist noch lebende – der Preis wird erst seit 1998 vergeben) Wissenschaftlerinnen über ihre Meinung zur Genderideologie (angeblich anerkannte Wissenschaft) befragen – gerade als führende Naturwissenschaftler(in) muß man nicht nur mathematisch beschlagen sein, sondern man (Frau) ist es zwangsläufig auch philosophisch und die Genderideologie ist ja ein reiner Auswuchs der Philosophie – und auf welcher Art von Webseiten sie ansonsten gern (oder auch nicht) genannt werden wollten …


Chefin
26.5.2015 15:15
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@Manfred P

Du missverstehst das ein wenig. Damals zur Apollozeit war ein Programm kurz. Sehr kurz. Da hat keine Hundertschaft an Coder dran rumgefeilt. Man hatte keine Megabyte an Speicher. Wenn mich meine Erinnerung nicht tügt, waren es 15K Worte a 11 Bit, welche der Apollo Computer hatte und die Rechenleistung war viel zu bescheiden um damit Änderungen zu berechnen.

Daher ist es richtig, wenn man sagt sie hat es geschrieben. Sie hat allerdings nicht alles selbst entwickelt. Vermutlich hat sie garnichts entwickelt, sondern nur die Ansprüche der Ingenieure in Assembler umgesetzt, quasi so als wenn der Ingenieur sagt: dann muss das triebwerk x Sec laufen und dabei den Orbit erhöhen..und der Coder schreibt die passenden Sequenzen.

Das Betriebssystem des Apple II wurde von einer Person geschrieben. Ebenso vom C64. Auch das MS-DOS(Dirty DOS) war ursprünglich das Projekt einer einzelnen Person, bevor es Billy gekauft hat. Gary Kindall mit seinem CPM war ebenfalls Einzelkämpfer. Und all diese Beispiele waren bis zu 10 Jahre nach der Mondlandung.

Damals gabs keine Hundertschaft an Softwareingenieure.


Werner
26.5.2015 16:11
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Man Google mal die komplette Frauenriege aus dem Impressum der Seite. Ausgeworfen wird eine Vorlesungs- Präsentation 2007-2015 zur Didaktik der Informatik in mehreren Varianten von Pr. Dr. Ludger Humbert für Wuppertal, Hamm, Dortmund, in denen so schöne Dinge stehen wie:

»Genderladung: Durch wiederholtes Interpretieren und Repräsentieren von
Handlungen wird auch in einer Disziplin wie Informatik eine
Genderladung konstruiert, in denen implizite und explizite
Verbindungen mit dem Geschlechtsunterschied gemacht und
gefestigt werden. Die so erzeugten Gegensätzlichkeiten und
ihre Verbindungen sind meistens symbolisch und haben nicht
wirklich etwas mit dem biologischen Geschlecht zu tun«

[Crutzen, 2006, S. 14].
L. Humbert (Didaktik der Informatik) DdI – Sommersem

Die Dissertation [Crutzen, 2000, S. 413–421 Zusammenfassung in Englisch]
beleuchtet die Forschungsfrage

»What are the minimal conditions for explicating and making visible the
gendering of the Informatics domain and how can femininity be present,
visible and changeable in this domain?« [Crutzen, 2000, S. 413]

Ein Anhang [Crutzen, 2000, S. 369–390] stellt eine
Veranstaltungskonzeption und -dokumentation vor. Die Themenstellung
»Die Interaktion zwischen objektorientiertem Denken und feministischer
Kritik – eine dynamische Verbindung« ist in unserem Zusammenhang
äußerst bedeutsam und aktuell. Daher empfehle ich ausdrücklich diese
fundierte Lektüre.

Erwähnt werden sie bereits im Buch: Didaktik der Informatik von Ludger Humbert als Quelle von 2001


Werner
26.5.2015 16:44
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Zum Thema Alibi-Seite zur Förderprojekt-Abrechnung:

Das geht auch ohne WWW.

Ich bin vor Zeiten mal des öfteren mit (insbesondere von der BfA) geförderten Projekten in Berührung gekommen, von denen ich genau wußte, daß da nichts wirklich wesentliches stattfand (ich kannte die Projektleiter), von denen es hinterher aber immer genau einen(!) Zeitungsartikel im Lokalblatt gab, in dem DER eine von hundert Teilnehmern, der eine zeitlich befristete Arbeit, oder geförderte Bewerbung, oder was weiß ich erhalten hatte, als strahlender Gewinner präsentiert wurde, weil ohne den Kurs hätte es DAS nicht gegeben.

Diese Artikel waren dann der öffentliche(!) “Beweis” für der Erfolg der Maßnahme (wg. unabhängige Presse!), und diente somit als Grundlage zur Beantragung eines Folgekurses oder anderer Kurse durch den selben Veranstalter. Interessiert daran waren natürlich die Projektleiter – das war ihr Lebensunterhalt. Diese Artikel wurden also in Auftrag gegeben, dann vermutlich fotokopiert, mit dem Folgeantrag ans Ministerium geschickt, dort wohlwissend akzeptiert(!) und daheim im Projektordner abgeheftet. Ta-daaaa! Win-Win-Win!

Das waren beileibe nicht nur Frauenprojekte, aber ich kann mich an noch an Säle voller Computer unter Staubschutzhauben erinnern, an denen nie ein Mensch saß, und an eine Asylantin, die sich irgendwann darüber beschwerte, daß sie von ihren Projektfrauen von einem Termin zum anderen geschleift wurde, um als Vorzeige – Ausländerin den nächsten Computer- Näh- oder Schreibmaschinenkurs genehmigt zu kriegen – wohlgemerkt immer die selbe Frau für immer andere Projekte. Möglicherweise in immer anderer Verkleidung.

Monty Python lebt…


Werner
26.5.2015 16:53
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Kleiner Nachklapp: Seht euch zur Datierung mal die Kleider und Frisuren an:

http://www.frauen-informatik-geschichte.de/index.php?id=135

modern sind die ja auch nicht gerade.


Hadmut
26.5.2015 19:10
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> Übrigens: ich las vor ein paar Jahren, daß bisher insgesamt 108 Milliarden Menschen die Erde bewohnt hätten – die Masse davon natürlich in den letzten Jahrhunderten.

Da sagt auch jeder was anderes.

Ich habe mal irgendwo gelesen (80er Jahre), dass gerade genauso viele (oder ungefähr gleiche Größenordnung) Menschen lebten, wie es bisher insgesamt gegeben habe.


Lercherl
26.5.2015 19:53
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jannndh
26.5.2015 20:53
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naja an die Anzahl derer die jemals hier gelebt haben könnte man sich durch eine art Näherung rantasten.

Derzeitig grob 7 Milliarden. eine generation (25 Jahre zurück) waren es wohl wenn ich mich recht erinner irgendwas zwischen 4 bis 5 Milliarden. usw usf.
Oder andersrum gerechnet, vor 2000 Jahren war die Anzahl der menschen wohl was um die 500 Millionen Weltweit ( keine Ahnung obs stimmt) aber die lebenserwartung lag bei 35 bis villeicht 50 Jahren. also im prinzip gabs alle 30 Jahre einen komplett neuen Satz erdenbewohner.

nach zwei mal 30 jahren ist man schon bei einer Milliarde, nach 10 mal 30 Jahren also 3 Jahrunderten sinds schon 5 Milliarden.

seitdem sind aber 20 Jahrhunderte vergangen. also mal 7 ( ja 3 mal sieben ist 21 nicht 20 ich weiß)
ohne Bevölkerungswachstum sind wir jetzt also schon bei 35 Milliarden.


jannndh
26.5.2015 21:09
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@ Chefin

nur weil der Code klein war bedeutet es nicht das weniger Leute dran gearbeitet haben.
damit kann ich auch das Gegenteil behaupten.
Ja der Code war klein. Speicher und Rechenkapazität war unverschämt teuer. es war billiger ein Heer Programmierer auf ein Problem anzusetzen. immer weiter Optimieren, es geht doch bestimmt noch kleiner, stromsparender usw-

Es ist der Wahnsinn was man aus Hardware rausholen kann. Fürn den ollen Gameboy ( angetrieben von einem Z80 Derivat) gibt es Spielmodule die dem Gameboy Sprachsamples entlocken.
Wer mag kann selber bei Youtube suchen. TMNT 2 wars wenn ich richtig liege.
Mit großem / langem Code kann man sein Ziel erreichen. insbesondere bei der modernen Technik. die ist schneller und leistungsfähiger geworden als die Software dahinter.

Aber ich versteh auch die Codingleute, so schnell wie derzeit neue Hardware rauskommt, besser schneller billiger, da muss man nicht optimieren. wozu auch?


geo
27.5.2015 1:04
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Ich hab ausversehen den Link falsch kopiert und dabei sind mir die Parameter ein wenig durcheinander gekommen. Der Server hat mir noch mehr verraten.. Das sollte auf jeden Fall mal gefixt werden..


Philosoph
27.5.2015 2:05
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Ich finde es ebenfalls richtig, auf die Beiträge von Frauen zur Informatik hinzuweisen, wie MS Bob.

Doch auch die Beiträge von Frauen zur Philosophie sind nicht zu vernachlässigen. Judith Jarvis Thomson war am MIT als moralische Philosophin tätig und warf dabei folgende Frage auf:

Eine Straßenbahn ist außer Kontrolle geraten und droht, fünf Personen zu überrollen. Durch Herabstoßen eines unbeteiligten fetten Mannes von einer Brücke vor die Straßenbahn kann diese zum Stehen gebracht werden. Darf (durch Stoßen des Mannes) der Tod einer Person herbeigeführt werden, um das Leben von fünf Personen zu retten?


Chefin
27.5.2015 8:43
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@jannndh

Nicht weil der Code klein war hat nur einer dran gearbeitet, sondern weil einer gereicht hat, da nicht mehr Code in den Speicher gepasst hat. Zu dieser Zeit gab es keine Notwendigkeit das 10 Leute dran rumschreiben. Zumal es vermutlich keine 10 Menschen gab die es konnten auf der Welt(auf dieser Maschine in dieser Sprache).

in den 60er war eine CPU noch eine Platine auf der viele Transostoren aufgelötet waren und dann dutzendfach in ein Bussystemrack gesteckt wurde. Vieles wurde dann schon hardcodet, sprich es war absolut Maschinenabhängig. Jemand der diese Maschine programmieren konnte musste nicht zwangsläufig jede andere CPU programmieren können. Und diese junge Frau hat sich nunmal reingekniet. Übrigens, das Programmieren war damals ähnlich anerkannt wie heute das tippen von Belegen am PC. Auch wenn es intellektuell wessentlich aufwendiger war. Der Programmierer war der Nachfolger des Maschinenbauer. Was früher mechanisch gelöst wurde(V4 mit Gyros zur Lageregelung) wurde nun elektronisch geregelt. Und diese eine Person hat dann alles geschrieben was der Ingenieur vorgegeben hat. Erst in den 70er wurde der Programmierer selbst creativ und entwickelte Dinge die man nur mit CPUs umsetzen konnte, die keine schnelle Mechanik mehr waren sondern reine Elektronik. Daher darf man das Programmieren nicht so sehen wie es heute ist. Sondern muss sich in die Lage damals versetzen.


Dirk S
27.5.2015 8:46
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@ Philosoph

Doch auch die Beiträge von Frauen zur Philosophie sind nicht zu vernachlässigen. Judith Jarvis Thomson war am MIT als moralische Philosophin tätig und warf dabei folgende Frage auf:

Eine Straßenbahn ist außer Kontrolle geraten und droht, fünf Personen zu überrollen. Durch Herabstoßen eines unbeteiligten fetten Mannes von einer Brücke vor die Straßenbahn kann diese zum Stehen gebracht werden. Darf (durch Stoßen des Mannes) der Tod einer Person herbeigeführt werden, um das Leben von fünf Personen zu retten?

Nein. Entweder der opfert sich freiwillig (dann brauchst man ihn nicht zu stoßen) oder aber er tut es nicht. Niemand hat das Recht, über Leben und Tod eines anderen zu bestimmen. Ganz einfach, klar und für jeden einsehbar (man muss sich nur in die Lage des zu Stoßenden versetzen).

Klare Grüße,

Euer Dirk

PS: Wenn eine der von der Straßenbahn bedrohten Personen meine Frau oder eins meiner Kinder wäre, würde ich ohne zu zögern den Typen opfern. Nur würde ich nicht daraus im Anschluss ein philosophisches Problem machen, mir wäre (bzw. ist) die Tat in vollem Umfang klar, da gibt es nichts zu zerreden (was Philosophen gerne tun), ich wäre verantwortlich und Ende. Nur habe ich da eine klare Priorität, täte mir für den Typen leid, aber da hat er Pech gehabt und ich lebenslang Staatspension.


der eine Andreas
27.5.2015 9:02
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@Philosoph:
Diese Frage stellst Du in einem Blog, das sich mit Gender beschäftigt?

Die Antwort kann doch nur gegeben werden, wenn man/Frau weis, ob der Mann ggf. weiß und alt ist 🙂


yasar
27.5.2015 9:40
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Und warum kommt die Option nicht vor, selber vor die Straßnbahn zu springen? Warum muß man da jemand anderen stoßen? Sollte doch auch genügen, um die 5 Leute zu retten.


Merlyn
27.5.2015 10:22
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Das ist jetzt Informatik. Siehe Gesche Joost.

Zu dem Thema mal der Hinweis, dass die Universität der Künste Berlin auch den Dr.-Ing. verleiht und Frau Joost bei solchen Promotionen die Erstgutachterin spielt. Siehe beispielsweise hier: http://www.fabianhemmert.com/projects/phd-thesis


Gedöns
27.5.2015 13:15
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@Dirk S, @Philosoph
„Niemand hat das Recht, über Leben und Tod eines anderen zu bestimmen.“//
Genau: wer also bedauert, daß er leider selbst nicht der fette Mann ist(und den fetten Mann aufs Gleis stößt), wird in seiner „Heldenhaftigkeit“ sicher gern jegliches Urteil des Richters in Kauf nehmen – und sei es denn eine lebenslängliche Haftstrafe. Aber so ist das: vorgeblich selbst den eigenen Tod in Kauf nehmen wollen und dann aber über ein Leben hinter Gittern heulen.
Ist wie bei den Leugnern des „freien Willens“ (diskutieren die Metaphysiker) – insbesondere bei denen, die behaupten, Gott hätte Ihnen befohlen, den Nachbarn zu verspeisen. Da kann der Richter dann auch nur noch sagen: „Und Gott hat mir befohlen, Sie lebenslang hinter Gitter zu stecken.“
Es gibt also gesellschaftliche „Befehle“, gewisse Dinge eben nicht zu tun (und das sind ganz sicher die wirklichen göttlichen Befehle). Man kann diese gesellschaftlichen „Befehle“ aus eigenen Gewissensgründen (z.B. weil die eigene Frau mit den eigenen vier Kindern die vom Tode bedrohten fünf Personen sind) verweigern und müsste dann aber problemlos jegliche Strafe in Kauf nehmen (und noch später dann beim eigenen Ableben das göttliche Urteil).
Philosophische Probleme sind das aber weniger, liebe Frau Judith Jarvis Thomson – es berührt eher die psychische Ebene und könnte (soll wohl?) die eigenen schwarzen Abgründe der Seele eines jeden Menschen hervorkitzeln. In Wahrheit sollte man so etwas nicht einmal gedanklich trainieren, denn umso größer ist meiner Meinung nach dann die Wahrscheinlichkeit, in einer solchen realen Situation völlig falsch zu reagieren – man übersieht dann garantiert den LKW-Fahrer, der schon längst sein Fahrzeug geistesgegenwärtig unter der Brücke positioniert hat. Natürlich muß auch der LKW-Fahrer für die körperliche Unversehrtheit dann der Straßenbahninsassen beim Aufprall der Straßenbahn* beten, aber er kann dabei guter Hoffnung sein: er hat nie versucht, das gedanklich zu trainieren und deshalb ist er gerade dabei, einfach seine Ladung – einige Kubikmeter Erdreich – ins Gleisbett zu schütten … 😉
Habe ich das jetzt hinreichend gut metaphysisch („das, was hinter der Physik im Regal steht“) erklärt?
http://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Jarvis_Thomson
*na, lief da bei manchen vorm trüben Auge der falsche Film ab – gedanklich übertrainiert, oder was …?! ;-))


guerrero
27.5.2015 17:23
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noch einer:
http://de.wikipedia.org/wiki/Frauen_in_der_Informatik#Gr.C3.BCnde_f.C3.BCr_geringen_Frauenanteil_in_der_Informatik
Quote:
Marissa Mayer absolvierte das Bachelorstudium der Symbolic Systems sowie das Masterstudium der Informatik an der Stanford University und schloss letzteres mit Auszeichnung ab. Während sie es als erste Technikerin bei Google bis zur Vizepräsidentin schaffte (und so den Spitznamen „Googirl“ bekam), ist sie nun seit 2012 CEO von Yahoo.

http://de.urbandictionary.com/define.php?term=goo+girl


Dirk S
28.5.2015 9:03
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@ Gedöns

Genau: wer also bedauert, daß er leider selbst nicht der fette Mann ist(und den fetten Mann aufs Gleis stößt), wird in seiner „Heldenhaftigkeit“ sicher gern jegliches Urteil des Richters in Kauf nehmen – und sei es denn eine lebenslängliche Haftstrafe.

Also ohne da jetzt tiefenphilosophisch diskutieren zu wollen, aber genau das habe ich bein meinem Anhang geschrieben. Mir wäre klar, dass, wenn ich für meine Familie jemanden anders (gegen seinen Willen) opfere, mir solche Konsequenzen ins Haus stehen. Lebenslänglich ohne Begnadigung (weil mit Vorsatz und keine Reue), eventuell noch Sicherheitsverwahrung (da Wiederholungsgefahr).
Zum Glück (auch für den zu Stoßenden) wird diese Situation für mich wohl eher nicht eintreten, da an meinem Wohnort keine Straßenbahn fährt und eine einzelne Person (und möge sie noch so massig sein) keine Straßenbahn aufhalten kann. Dann schon eher dein LKW.

Aber so ist das: vorgeblich selbst den eigenen Tod in Kauf nehmen wollen und dann aber über ein Leben hinter Gittern heulen.

Ich nicht, ich wäre mir der Tatsache bewusst. Heulen ist in so einem Fall nur was für Mädchen. Ein Erwachsener sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein und sich auch dieser stellen. Muss ja nicht vor einem Richter sein.

Bewusste Grüße,

Euer Dirk


Missingno.
28.5.2015 11:06
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Und was, wenn die 5 PersonInnen*x_% Feminazis sind und die eine Person Hadmut Danisch? Oder andersherum, die eine Person ist ein Politiker und Kinderschänder. Wer würde jetzt den fetten (weißen) Mann opfern?
Ja, da kann man jetzt alles total zerreden.

Wieso können die Personen eigentlich nicht einfach von den Schienen runter? Zu doof?


Hadmut
28.5.2015 12:36
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> und die eine Person Hadmut Danisch? … Wer würde jetzt den fetten (weißen) Mann opfern?

Also bitte, ja!?

Ich gebe zu, dass ich in letzter Zeit etwas zugelegt habe und ne leichte Wampe aufbaue (zuviel Blog, zuwenig Bewegung), aber “fett” bin ich noch nicht.


LeserX
28.5.2015 11:42
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Das Strassenbahnproblem weiter oben ist doch ein super Beispiel wie hirnlos man sein kann als Frau.

Wenn einem der Männerhass das Hirn vernebelt kommt man gar nicht auf den Gedanken das die Massedifferenz zwischen dicken und dünnen (~100 kg) zu der Masse der Straßenbahn (mehrere Tonnen also 1000e an Kilogramm) irrelevant ist. Er hält Sie schlicht nicht auf, verzögert bestenfalls das Bremsen (warum kann sich jeder selbst ausdenken Stichwort: Gleitreibung).

Philosophisch Moralisch stellt sich da nur die Frage ob die Tante aufgrund ihrer Dummheit unter der Brücke schlafen muss oder ob Sie am Institut noch einen Putzjob bekommt.

Zum Thema selbst: Frauengeschichte der Informatik finde ich gut. Nur mal um aufzuzeigen das alles was in diesem Bereich geschaffen wurde von Männern stammt (außer die gelochten Karten).


Missingno.
28.5.2015 13:15
Kommentarlink

s/fetten/feschen

Besser? 😉
Ich habe sowieso nicht verstanden, warum der Mann fett sein muss. Oder warum es ein Mann ist.


Dirk S
28.5.2015 15:40
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@ LeserX

Das Strassenbahnproblem weiter oben ist doch ein super Beispiel wie hirnlos man sein kann als Frau.

Ähm, ich würde das nicht am Geschlecht festmachen, Philosophen sind generell etwas realitätsfern. Das unglückliche Beispiel soll eigentlich nur ein moralisches Dilemma aufzeigen, an dem sich Philosophen so gerne hochziehen und versuchen, auf diese Art und Weise ihre Daseinsberechtigung zu begründen. Komm da also bitte nicht mit Logik und pysikalischer Realität, ja? 😉

Berechtigte Grüße,

Euer Dirk


Gedöns
28.5.2015 16:52
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@Dirk S
Mir ging es dabei um zwei Dinge: einmal die Bedenklichkeit solcher Psychokonstrukte, die womöglich noch als (Selbst)test zu Bewertung von Moral und Ethik des Einzelnen dienen sollen (als ob man sich selbst mit seinem Handeln in solchen Situationen wirklich kennen würde) und meine These, daß man Fehler macht, je länger man in einer solchen Situation nachdenkt, aber auch je länger man vorher versucht hat, Handlungschemen gedanklich zu entwickeln und zu exerzieren.
Da fällt mir doch glatt eine Story aus dem Irak-Krieg von 2003 ein:
Truppen Sadams hatte in völliger Unterlegenheit vor den eigenen Stellungen Zivilisten als menschliches Schutzschild positioniert mit der Aufforderung, ja nicht wegzulaufen, sonst würde man auf sie schießen (sicher mit der Absicht, es hinterher sowieso den Amis in die Schuhe zu schieben – also durchaus ernsthaft gemeint). Ein einfacher MG-Schütze erkannte das und schoß auf die Dachziegel der dort stehenden Gebäude, die mit lautem Lärm und viel Staub herunter polterten. Die Geiseln kannten da kein Halten mehr, liefen weg und auch die Iraker fanden es unklug, jetzt noch ein Massaker anzurichten, zumal die Amerikaner bislang offensichtlich keinen einzigen gezielten Schuß abgegeben hatten – und sie ergaben sich. Das Ganze endete wohl mit keinem einzigen Toten und der amerikanische Soldat bekam einen Orden. Es hätte aber auch schief gehen können …


Dirk S
28.5.2015 16:56
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@ Missingno.

Und was, wenn die 5 PersonInnen*x_% Feminazis sind

Den Mann nach hinten in Sicherheit ziehen, auf der anderen Seite von der Brücke springen und die Bahn anschieben! 😉

Springende Grüße,

Euer Dirk


der eine Andreas
28.5.2015 19:27
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halb o.T.:

Leer!beispiel zur linken Denke über die Gurtpflicht:
Sie verstößt gegen das Solidaritätsprinzip.
https://www.freitag.de/autoren/lukasz-szopa/helm-gurt-aus-ueberzeugung-nicht-gehorsam
Lethe: “Der springende Punkt dürfte ein anderer sein: Die Krankenkassen wollen das nicht bezahlen, und du darfst deswegen nicht ohne Gurt fahren, weil nicht sichergestellt ist, dass du die dich betreffenden Folgen deines selbstverschuldeten Unfalls selbst auch tatsächlich bezahlen kannst. Also letztlich wie überall die schleichende Abkehr vom Solidaritätsprinzip.”
Das Solidaritätsprinzip der Vertreter dieser gesellschaftlichen Richtung konnte man ja anhand von Candy die letzten Wochen bei Newtopia beobachten 🙂


Dirk S
29.5.2015 9:08
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@ Gedöns

Mir ging es dabei um zwei Dinge: einmal die Bedenklichkeit solcher Psychokonstrukte, die womöglich noch als (Selbst)test zu Bewertung von Moral und Ethik des Einzelnen dienen sollen (als ob man sich selbst mit seinem Handeln in solchen Situationen wirklich kennen würde) und meine These, daß man Fehler macht, je länger man in einer solchen Situation nachdenkt, aber auch je länger man vorher versucht hat, Handlungschemen gedanklich zu entwickeln und zu exerzieren.

Ähm, es ist durchaus wichtig, realistische (und möglicherweise eintreffende) Szenarien durchzuspielen und ggfs. zu trainieren. Darauf basiert die ganze erste Hilfe, die Brandbekämpfung, die Einsätze von Polizei, Militär usw. Es werden bestimmte Vorgänge solange geübt, dass sich Automatismen bilden, die abgerufen werden können und so wertvolle Zeit sparen.
Bei ungewohnten Situationen stehen die meisten Menschen zuerst da wie der Ochs vorm Scheunentor und verfallen danach in hektische Betriebsamkeit, garniert mit etwas Panik und Hysterik. Daher das Training.

Und es spricht relativ wenig dagegen auch solche Gedenkenexperimente durchzuführen, zumal es einem klar sein kann, dass diese Situation hypothetisch ist. Ein Mensch, der eine Straßenbahn signifikant verlangsamen kann, müsste eine Körpermasse im Tonnenbereich haben.
Und es ist nicht verkehrt, sich der Grenzen der eigenen Moral bewusst zu werden, das würde den vielen selbstgerechten Moralaposteln hier in DE ganz gut tun.

Da fällt mir doch glatt eine Story aus dem Irak-Krieg von 2003 ein:
Truppen Sadams hatte in völliger Unterlegenheit vor den eigenen Stellungen Zivilisten als menschliches Schutzschild positioniert mit der Aufforderung, ja nicht wegzulaufen, sonst würde man auf sie schießen (sicher mit der Absicht, es hinterher sowieso den Amis in die Schuhe zu schieben – also durchaus ernsthaft gemeint). Ein einfacher MG-Schütze erkannte das und schoß auf die Dachziegel der dort stehenden Gebäude, die mit lautem Lärm und viel Staub herunter polterten. Die Geiseln kannten da kein Halten mehr, liefen weg und auch die Iraker fanden es unklug, jetzt noch ein Massaker anzurichten, zumal die Amerikaner bislang offensichtlich keinen einzigen gezielten Schuß abgegeben hatten – und sie ergaben sich. Das Ganze endete wohl mit keinem einzigen Toten und der amerikanische Soldat bekam einen Orden. Es hätte aber auch schief gehen können …

Guter Soldat, hat sich seinen Orden wohl verdient. Der hatte aber, im Gegensatz zu unserer (unrealistischen) Straßenbahn-Situation mehrere, auch nicht falsche Handlungsmöglichkeiten. Im Straßenbahn-Beispiel hast du nur 2: Schubsen und einen Unbeteilgten opfern oder nicht schubsen und andere drauf gehen lassen. Und da ist es einzig eine Frage der Prioritäten, was einem wichtiger ist. Denn jede Entscheidung ist in dem Beispiel irgendwie falsch. Und damit hast du ein “wunderschönes” Dilemma.

Opferfreie Grüße,

Euer Dirk


Schwärmgeist
30.5.2015 22:03
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Vor dem Dilemma stecken Befehlshaber in der Armee ständig. Im Kampf ist es häufig erforderlich, ein paar Soldaten zu opfern, um den Rest der Mannschaft heil rauszubekommen. Für sowas muß man wohl geboren sein; ich möchte nicht in der Haut solcher Entscheidungsträger stecken.