Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Lesben-Blog und Lesben-Krise

Hadmut
4.5.2015 19:06

Jo, is OK.

Mehrere Leser haben mich heute darauf hingewiesen, dass durch die Presse geht, dass der Berliner Tagesspiegel ein eigenes Blog namens „Queerspiegel” eröffnet hat, nur mit Themen um Homo, Trans, Inter, Bi, Linksgewinde und so weiter.

Ich solle was dazu sagen.

Ja, äh, was soll ich dazu jetzt sagen?

Könnte man auf verschiedene Weisen interpretieren.

  • Man könnte es so interpretieren, dass die Medien gerade in der Krise stecken, Leser verlieren und versuchen, durch das Pampern von Sondergruppen Leser heranzuschaufeln und sich davon Umsatz versprechen. Anfang der Intensivierung von Queer?
  • Man könnte es auch genau umgekehrt interpretieren. Nämlich dass sie zwar aus politischen Gründen das Thema nicht völlig aufgeben können, aber gemerkt haben, dass ihnen das nichts bringt, aber viele Leser vergrault, und aus dem Themenbereich auch schon lange nichts Neues mehr rauszuholen ist, das nur noch eine Ableiern der immer selben Phrasen ist. Und man es deshalb in einen Sonderbereich ausgelagert hat, um den Hauptnachrichtenbereich zu retten, indem man ihn jetzt LGBTI-frei macht. Ende von Queer? Kehraus?
  • Man könnte es auch als Leserorientierung auffassen, nämlich an die Anpassung an ein Publikum, das nur das eine Thema, sonst nichts, aber das Thema in einer Endlosschleife immer wieder lesen will.

Top-Thema aktuell: Sag mir wo die Lesben sind

Lesben in der Krise, hat sich politisch überholt und ist aus der Mode:

Zum Beispiel die Berlinale. Traditionell das queerste unter den großen Filmfestivals. Im vergangenen Jahr gab es im Programm keinen einzigen Film, der sich um Lesben drehte.

Warum auch? Thematisch tot. Schwule hatten früher wenigstens mal Kunst, Mode und Musik. Aber Lesben? Völlig hirnlos. Den einzigen Film, den man über Lesben machen kann, ist, wie sie wieder mal auf der Straße rumkrakeelen und pöbeln. Das ist ausgefilmt, gibt’s auf Youtube endlos. Will keiner mehr sehen. An Lesben ist einfach nichts, womit man einen Film füllen könnte, den irgendwer würde sehen wollen.

Das queere Berliner Magazin „Siegessäule“ stellte sie kürzlich in einer Titelgeschichte und sprach sogar vom „Verschwinden einer Identität“. Genau diese Formulierung war kurz darauf auch im Motto einer Podiumsdiskussion im SchwuZ zu finden, die sich auf die Spur der „unsichtbaren Lesbe“ machte. Das klingt recht dramatisch und ist sicher absichtlich etwas überspitzt formuliert. Denn natürlich gibt es weiterhin Frauen, die Frauen lieben. Die sexuelle Orientierung ist ein prägender Teil der Identität und lässt sich nicht einmal unter großer Selbstverleugnung zum Verschwinden bringen.

Ach, gar? Predigten die nicht seit Jahren, sexuelle Identität wäre anerzogen und könnte jederzeit gewechselt werden?

Unbestreitbar ist hingegen, dass schwindende Identifikationspotenzial des Begriffs Lesbe.

Nöh. Nicht das Indentifikationspotential. Lesben haben sich in den letzten Jahren so universell abstoßend, widerlich und lächerlich aufgeführt, dass der Begriff „Lesbe” völlig kaputt ist. Das ist inzwischen ein Schimpfwort. Lesben haben erreicht, dass niemand mehr Lesbe sein will. Meines Wissens sind nicht mal Schwule noch gut auf Lesben zu sprechen.

Keiner mag sie mehr. Selbst schuld.

Er ist in einer Krise, worin sich wiederum die Krise einer ganzen seit den siebziger Jahren mühsam etablierten Kultur spiegelt.

Lesbenbars sterben aus

So sterben derzeit etwa die Lesbenbars aus. In Berlin ist die Begine in der Potsdamer Straße die letzte traditionelle Frauenkneipe, die nur samstags geöffnete Serene Bar in Kreuzberg schließt Ende des Jahres. Auch das stets an Pfingsten stattfindende Lesbenfrühlingstreffen fällt in diesem Jahr erstmals seit 30 Jahren aus. Solche Orte und Veranstaltungen haben ein angestaubtes Image. Genau wie die Begriffe Lesbe und Emanze, die ungefähr so modern und sexy wirken wie lila Latzhosen oder Doppelaxt-Anhänger. Dass Lesbe zudem häufig in Verbindung mit dem Wort Kampf benutzt wurde/wird, hat sicher ebenfalls nicht zur Attraktivitätssteigerung beigetragen.

Was man heute halt so alles »Kultur« nennt…

Einen Ausweg aus dem Label-Dilemma hat die jüngere Generation in den Bezeichnungen „queer“ und „LBGTI“ gefunden. Diese beiden Begriffe schließen auch Schwule, Bi-, Trans-, und Intersexuelle ein. Was erstmal nach Offenheit und zeitgemäßem Brückenschlag aussieht, hat in der politischen Praxis allerdings oft Männerdominanz zur Folge. „LGBTI hat als Versuch der Beteiligung aller sexuellen Identiäten an der Community versagt. Die wesentlichen Posten und Netzwerke sind fest in schwuler Hand“, schreibt Manuela Kay in der Siegessäule. Ob das am zurückhaltenden Auftreten der Lesben liegt oder der allgemeinen Geringschätzung von Frauen, mag sie nur fragend andeuten. Ganz falsch dürfte sie damit aber nicht liegen. Denn die gesellschaftliche Vormachtstellung von Männern reflektiert sich selbstredend auch in der queeren Gemeinschaft. Ihre ökonomische Stärke kann man beispielsweise an der Berliner Bar-, Restaurant,- und Sexclublandschaft ablesen. Eine ähnliche Vielfalt lesbischer Läden ist schon wegen der geringeren Finanzkraft des Zielpublikums undenkbar.

LBGTI / Queer als der Versuch, als größere Gruppe zu erscheinen, als man eigentlich ist.

Da hat man jahrelang das Feindbild böser, weißer, heterosexueller Mann gepredigt, und siehe da, mit den Schwulen läuft’s irgendwie auch nicht besser. Und natürlich sind auch die dann wieder an allem schuld.

Wie überhaupt immer irgendwer anderes schuld, nur die Lesben sind nie, niemals an irgendetwas selbst schuld. Benehmen sich wie der letzte Charaktermüll, aber schuld sind immer nur die anderen. Immer der, der gerade greifbar ist.

Die Schwulen sind nicht nur in der Etablierung ihrer Subkultur erfolgreicher, sie haben auch den Begriff „schwul“ positiv umgedeutet und größtenteils von seiner abfälligen Konnotation befreit. Er wird inzwischen auch in Mainstream-Medien ganz selbstverständlich verwendet – immer wieder auch als Sammelbegriff, wenn eigentlich Schwule und Lesben gemeint sind. Natürlich wird „schwul“ vor allem auf Schulhöfen weiterhin als Schimpfwort benutzt, „lesbisch“ taugt noch nicht einmal dazu.

Tja. Die Schwulen haben sich grundsätzlich anders verhalten. Die sind nie in dieser beleidigenden, pöbelnden, sabotierenden Art aufgetreten, und sie hatten zumindest eine Zeit lang einige Beiträge (gute Musik) zum kulturellen Leben. Lesben standen noch nie für irgendetwas positives, immer nur für Streit, Schreierei, Inkompetenz, Habgier.

Mir fallen reihenweise schwule Künstler ein, die enormen Einfluss auf die Musikkultur usw. hatten. Mir fällt aber nicht eine einzige Lesbe ein, die ich mit irgendetwas Positivem verbinden oder auch nur irgendwie besonders sympathisch finden würde. Aber jede Menge Negatives und Korruptes.

In meiner Wahrnehmung machen Lesben einfach keinen einzigen Pluspunkt.

Die Unbeliebtheit und zunehmende Unsichtbarkeit des „L-Wortes“ – die L-Kürzelei hat sich seit der US-Serie “The L Word” eingebürgert – lässt sich auch daran ablesen, dass es kaum eine halbwegs prominente Frau offensiv und selbstbewusst benutzt. Ein „Ich bin lesbisch und das ist auch gut so“ gab es nicht.

Tja.

PR-Desaster. Der Begriff ist unrettbar mit abstoßendem Benehmen und blödem Gekreische verbunden.

Die einzige, die seit den Achtzigern laut kräht: Hier kommt die dicke Lesbe, ist Hella von Sinnen.

Muss man dazu noch was sagen?

Die Krise des Begriffs Lesbe geht mit einer auf den ersten Blick paradox erscheinenden nie dagewesenen Präsenz von lesbischen Themen in den Medien und der Kulturproduktion einher. Lesbische (und schwule) Figuren gehören mittlerweile zur Standardausstattung jeder Vorabendserie. TV-Filme wie die kürzlich ausgestrahlten öffentlich-rechtlichen Produktionen „Ich will dich“ oder „Vier kriegen ein Kind“ zeigen ganz selbstverständlich lesbisches Begehren und lesbische Familienplanung. Und auch bei den internationalen Film- und Serienproduktionen finden sich von „The Kids Are Alright“ über den Cannes-Gewinner „Blau ist eine warme Farbe“ bis hin zum Netflix-Hit wie „Orange Is The New Black“ inzwischen regelmäßig Werke mit homosexuellen Frauenfiguren.

Das liegt aber nicht daran, dass das Fernsehen das Leben zeigt, sondern dass es komplett durchpolitisiert ist und erziehend daherkommen will. Man sendet Propaganda und will sie nun als Beleg für Realität darstellen.

Die Quintessenz daraus ist: Keiner mag mehr Lesben. Die haben es sich mit ihrem Benehmen einfach universell vergurkt, und das Prinzip „Die anderen sind an allem schuld” läuft wohl auch nicht mehr rund.

34 Kommentare (RSS-Feed)

yasar
4.5.2015 19:26
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> An Lesben ist einfach nichts, womit man einen Film füllen könnte, den irgendwer würde sehen wollen.

Angeblich gibt es websites, wo man sich Stunden von Filmen mit angucken kann, die wenig Kleidung an sich tragen. Gut die Story ist meist etwas dünn, aber viele Stunden scheinen die schon damit füllen zu können. 🙂


yasar
4.5.2015 19:28
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“Lesben” zwischen “mit” und “angucken” nachreich.


_Josh
4.5.2015 19:39
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Naja, so ganz unsichtbar sind Lesben auch wieder nicht, immerhin sind 39 von 40 Frauenfußballern Lesben, uns Anne Will und natürlich das eine oder andere lecker Hollywoodsternchen.

Und nicht zu vergessen, eine Frankfurter Institution, das “La Gata”: Seit 30 Jahren eine hundsgewöhnliche, mit Holz vertäfelte, stinknormale Alkoholikerspelunke im Stil von “Udos Trinkquelle”, wie es sie hier im Land 10.000fach gibt.

Tatsächlich ist der Laden immer voll, befüllt mir allen Rhein-Mainer Holzfällern, halt ohne Zipfelchen; und die sind alle meistens lieb und nett. Gepöbelt wird nur sternhagelvoll, meist so um den Muttertag. (,-)


Hadmut
4.5.2015 19:40
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@_Josh:

Schreib doch mal dem Tagesspiegel einen Leserbrief. Die These kam ja von denen, ich hab sie nur kommentiert.


tane
4.5.2015 19:46
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Ich wuerde das gerade andersherum interpretieren: Lesbe zu sein ist mittlerweile so stinknormal, dass es keine exklusiv identitätsstiftende Eigenschaft mehr aufweist. Ich bin auch Europaeer, aber in Europa ist das eben normal und bringt mir keinerlei Exklusivität über die ich mich aus der Masse herausdifferenzieren koennte.


Stefan S
4.5.2015 20:27
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Kann ich nicht nachvollziehen. Irgendwelche pöbelnden, beleidigenden Lesben sind mir nie begegnet. Ich habe eher den Eindruck, daß die so normal auftreten, daß sich selbst der spießigste Konservative nicht drüber aufregen kann. Optisch eher unauffällig, seit x Jahren in fester Partnerschaft, mittlerweile gerne auch mit Kind, durchschnittlicher Job, gerne Engagement in Kirche oder sozialen Einrichtungen etc.

Das ergibt halt im Gegensatz zu Drogenexzessen im schwulen Sexclub keine schillernde Subkultur.


Grobi
4.5.2015 20:36
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>Doppelaxt-Anhänger

*Facepalm* (oder versteh ich den Witz nicht?)


Gedöns
4.5.2015 20:44
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Ja, die Lesben haben´s aber auch schwer: keiner will sie diskriminieren – Skandal! Hier muß endlich ein Recht auf Diskriminierung eingefordert werden!
Auch ein interessanter Artikel:
http://eussner.blogspot.fr/2014/01/gender-mainstreaming-die-abschaffung.html


Gedöns
4.5.2015 20:45
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Wie könnte eigentlich die lesbischste Briefmarke der Welt aussehen?
http://www.welt.de/kultur/article132062073/Die-schwulste-Briefmarke-der-Welt.html


[…] Quelle: Danisch: Lesben-Blog und Lesben-Krise […]


Schwärmgeist
4.5.2015 20:55
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Es gibt ja zwei Arten von Lesben: Die Schwälbchen, die im Pärchen eher die Rolle der Frau einnehmen, und dann diese quadratischen Kampfpanzer mit raspelkurzen Haaren, schneidendem Blick und ätzender Rhetorik. Nun darf der geneigte Leser raten, welche Kategorie ich sympathischer finde.

Als sympathische Lesbe fällt mir gerade Anne Will ein. Wahrscheinlich sind alle Lesben sympathisch, die um ihr Privatleben nicht ständig so ein Bohei machen.


Hadmut
4.5.2015 21:04
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Wie schon mehrfach erwähnt:

An Anne Will ist mir mal aufgefallen, dass sie ihre Zuschauer sehr freundlich und herzlich begrüßt.

Dafür geht mir die Sendung inhaltlich auf den Wecker, vor allem, wenn sie wieder mal Alice Schwarzer einlädt und wieder mal der gleiche Scheiß auf Gebührenzahlerkosten durchgedrückt wird.


Peter
4.5.2015 21:37
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> Homo, Trans, Inter, Bi, Linksgewinde und so weiter.
Du hast die mit dem Bajonett-Schnellverschluß vergessen 😉
Und natürlich die Erworben-Asexuellen, die jegliche sexuelle Interaktion zwischen Menschen wegen sehr schlechtem Nutzen-Aufwands-Verhältnis aufgegeben haben.

@Schwärmgeist: Kategorisierung a.k.a “Schubladen” machen das Leben leichter, aber beschreiben die Wirklichkeit aber nicht wirklich zu 100%, sondern nur annähernd, halt mit weniger Aufwand. Es gibt die von Dir beschriebenen Typen, aber nicht ausschließlich. Eine Kollegin von mir ist Lesbe, ich kenne auch ihre Partnerin, und im Gegensatz zu anderen Lesben sind das welche, die ihre Orientierung *nicht* jedem laut auf die Nase binden. Auch optisch nicht als solche erkennbar, und auch keine Präferenz Richtung (sub)dominant, halt normale Frauen, und auch Hilfsbereit bis hin zur Handwerkerei/Möbel aufbauen helfen/Bilder aufhängen.


Stephan Fleischhauer
4.5.2015 21:49
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Natürlich wird „schwul“ vor allem auf Schulhöfen weiterhin als Schimpfwort benutzt, „lesbisch“ taugt noch nicht einmal dazu.

HA HA HA HA HA HA HA HA HA HA HA
ROFL
Aua aua aua

Ich fass es nicht. Die beschweren sich, dass “lesbisch” kein Schimpfwort ist.


Schwule sind erfolgreicher, weil sie als Männer oftmals dennoch eher leisten und erschaffen statt nur zu krakeelen, zu kreischen, Männer zu hassen und irgendwas zerstören zu wollen.


RVeg
4.5.2015 23:54
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@Grobi
kein Witz, die Doppelaxt als Anhänger für die Halskette ist ein Lesbensymbol.(wird allerdings auch neben dem Thorshammer gerne von Wikingerfreunden getragen)


Hanz Moser
5.5.2015 1:49
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Ist doch klar, dass nicht heterosexuelle Maenner erfolgreicher sind. Sie profitieren vom Gender Bias der maennlich-patriarchalischen Gesellschaft. Sie werden nicht unsichtbar gemacht und sind auch viel weniger von bspw. Microaggressions betroffen 😀

Ganz im Ernst: Mir sind Lesben bisher sehr selten unangenehm aufgefallen. Praktisch keine hat es mir ungefragt auf die Nase gebunden und praktisch alle waren in einem voellig normalen Rahmen hinsichtlich ihres Sozialverhaltens.
Vermutlich ist es die Untermenge feministisch eingestellter Lesben, die mangels sonstiger Identifikationsmerkmale ihre sexuelle Orientierung als Aushaengeschild traegt, die zu der Wahrnehmung fuehrt. Und da die sich den ganzen Tag nur auf Genderkongressen herumtreibt bin ich denen fast nie begegnet. Hmm. So gesehen hat es ja fast was Gutes, wenn man die Sorte in bestimmten Institutionen sammelt…

Aber sich zu beschweren, dass “Du Lesbe!” nicht als Beleidigung taugt ist nicht schlecht. Nachdem der Doktorgrad trotz allem noch nicht als Beleidigung taugt schaffen sie es aber vielleicht ihre akademischen Grade zum Stigma zu machen. “Du Genderabsolvent” haette was.


Klaus-Dieter
5.5.2015 2:54
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In meinem eher linken Umfeld haben sich ‘homo- oder heterosexueller Mensch’ durchgesetzt. ‘Lesbe’ oder ‘Schwuli’ werden eher abwertend verwendet, eben für krawallige Typen Mensch, die ihr Normabweichen unbedingt als Alleinstellungsmerkmal hervorheben wollen.


Dirk Moebius
5.5.2015 6:05
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Denn die gesellschaftliche Vormachtstellung von Männern reflektiert sich selbstredend auch in der queeren Gemeinschaft. Ihre ökonomische Stärke kann man beispielsweise an der Berliner Bar-, Restaurant,- und Sexclublandschaft ablesen. Eine ähnliche Vielfalt lesbischer Läden ist schon wegen der geringeren Finanzkraft des Zielpublikums undenkbar.

Auch wenn es bestimmt nicht alle lesbischen Frauen betrifft (ich kenn auch welche, die sich in der Wirtschaft durchaus durchsetzen koennen) – aber mit einer 20-Stunden-Stelle an der HU Berlin oder in irgendeinem Gender-Mainstreaming-Verein kannste halt nicht so grosse Spruenge machen.

Dass schwule Paare meist zwei volle Einkommen beziehen und damit oft solventer sind als Familien mit Kindern, weiss man im Friedrichshain schon seit mindestens zwnazig Jahren – und stellt sich eben darauf ein.


Heinz
5.5.2015 6:52
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@Grobi

Dir fehlt es offenkundig an Grundlagenwissen. Die “Amazonenaxt” (http://www.homowiki.de/Doppelaxt) ist/war eines der geheimen Zeichen, mit denen sich Lesben untereinander erkannten. So wie der Ohrring bei Schwulen, die Glatze bei Nazis, der geheime Händedruck bei Freimaurern oder die dicke Brille bei Nerds. 😉

Bis auf den Händedruck sind diese Symbole aber untergegangen, denn eine dicke Brille tragen die Hipster, Glatze läßt sich jeder mit dünner werdenden Haaren rasieren und die Doppelaxt ist aus der Ferne kaum vom Thorshammer zu unterscheiden.

Vermutlich deswegen haben sich Lesben auf weniger geheime Signale wie rüpelhaftes Benehmen und den asymmetrischen Lesbenhaarschnitt geeinigt…


isma ekiel al iserlohni
5.5.2015 8:57
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Meiner Erfahrung nach sind Lesben nicht gleich Lesben. Zum einen gibt es die, die wirklich vom gleichen Geschlecht sexuell angezogen werden und zum anderen die gemachten, die sich den gleichen Geschlecht zuwenden weil sie mit dem anderen Geschlecht zu viele negative traumatisierende Erfahrungen gemacht haben. Diese Gruppe verallgemeinert das verhalten einzelner auf das ganze Geschlecht und tritt dann als “Kampflesbe” auf. Das durch trauma verursachte zuwenden zum gleichen Geschlecht wäre gegenüber dem ersten Beispiel “heilbar”aber damit möchte sich natürlich keine beschäftigen aus Angst vor dem queeren Aufstand. Genausowenig wie der Zusammenhang von schwul und histerionischer Persönlichkeitsstörung untersucht wird


Dirk S
5.5.2015 9:09
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@Grobi

*Facepalm* (oder versteh ich den Witz nicht?)

@ Heinz

Dir fehlt es offenkundig an Grundlagenwissen. Die “Amazonenaxt” (http://www.homowiki.de/Doppelaxt) ist/war eines der geheimen Zeichen, mit denen sich Lesben untereinander erkannten.

Genaugenommen ist “die Axt” die Labrys der minoischen Kultur. Die Labrys erscheint in minoischen Fresken recht häufig, meißt als (gekreuztes) Kopfende von freistehenden Stelen, vermutlich als Schmuck für Tempel- oder Palasteingänge, genaues kann man anhand der Fragmentation und der unwissenschaftlichen Rekonstruktionen Arthur Evans leider nicht sagen. Jedenfalls hat der gute Evans die Legende des minoischen Matriachat in Umlauf gebracht und daher versuchen die Lesben die Labrys als ein Symbol für die weiblichen Schamlippen zu deuten und so einen Zusammenhang zwischen Dingen herzustellen, den es nicht gibt.

Dumm nur, dass inzwischen als sicher erwiesen ist, dass die Minoer kein Matriachat hatten und dass man die Labrys auch anders deuten kann. Zum einen ist die Form sehr günstig für eine Streitaxt (und damit ein Macht- bzw. Kriegssymbol), außerdem ist die (ideale) Labrys auch doppelsymmetrisch, in horizontale wie in vertikale Richtung. Man könnte Sie somit (rein spekulativ, was sie nun wirklich für ein Symbol war, wird man ohne Zeitreise kaum herausfinden können) auch als Symbol für universelle Macht deuten, himmlische (die obere Kurve als Symbol für den Himmel oder die untere Bergrenzung der Sonnenscheibe) und weltliche (die untere Kurve als Horizont), die beiden Schneiden als Symbol der Macht über Leben und Tod. Im letzteren Sinne ist die Labrys in den Liktorenbündeln der (frühen) römischen Republik erhalten geblieben, später wurde die Labrys durch ein normeles Beil erstetzt.

Minoische Grüße,

Euer Dirk


Stephan Fleischhauer
5.5.2015 9:28
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@Dieter
Schwule bezeichnen sich selbst als “schwul”. “Schwuli” ist nochmal was anderes, darum ging’s hier nicht.


Stephan Fleischhauer
5.5.2015 9:28
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Sorry, @Klaus-Dieter


JochenH
5.5.2015 10:13
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Schwule verhalten sich meist unauffällig, weil sie zufrieden sind, wenn sie in Ruhe leben können. Derzeit werden sie gerade von Linken und Grünen instrumentalisiert, die ständig Rechte für Schwule fordern, das aber nur deshalb tun, um das Bürgertum zu kompromittieren.

Viele Menschen empfinden den männlichen Schwulensex als äußerst unästhetisch. Das unterscheidet die Schwulen in der öffentlichen Wahrnehnung von den Lesben, deren Liebesspiele eigentlich niemandem unangenehm sind.

Lesben werden deshalb nicht so instrumentalisiert, weil sie andersrum auch keine “Gegner” haben. Die sogenannte Homophobie richtet sich eigentlich nur gegen Männer.


Schwärmgeist
5.5.2015 10:47
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> @Schwärmgeist: Kategorisierung a.k.a “Schubladen” machen das Leben leichter, aber beschreiben die Wirklichkeit aber nicht wirklich zu 100%, sondern nur annähernd, halt mit weniger Aufwand. Es gibt die von Dir beschriebenen Typen, aber nicht ausschließlich.

In Ordnung. Meine Lieblingsfrau bei der Post ist zum Beispiel lesbisch. Die ist immer für einen lockeren Spruch und einen Witz zu haben, der den Alltag etwas bunter macht. Ich weiß nur deshalb, daß sie lesbisch ist, weil ich sie einmal abends mit ihrer Lebensgefährtin getroffen habe. Ich machte so eine Anspielung, um meine Vermutung zu bestätigen, da drucksten wir zu dritt herum und grinsten uns eins. Keine der beiden ist von der Marke Kampfquadrat.


Horsti
5.5.2015 12:23
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Hadmut schrieb:

“Meines Wissens sind nicht mal Schwule noch gut auf Lesben zu sprechen”

Die mir privat bekannten Schwulen sagen das auch.
Gelitten dürfte das Verhältnis zwischen Schwulen und Lesben vor allem durch das Mahnmal in Berlin haben. Die im 3. Reich verfolgten Schwulen sollten ein eigenes Mahnmal bekommen. Das paßte den Lesben nicht. Sie protestierten und bekamen dann ein gemeinsames Mahnmal, obwohl Lesben damals gar nicht verfolgt wurden. Hauptsache Opfa, selbst dann, wenn dies gar nicht der Fall war.


Kritiker
5.5.2015 12:29
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Halt, Moment. Schreiben die da tatsächlich das Schwule jetzt auch zum Patriarchat gehören weil sie in den ganzen Queerdingern dominieren?


MGTOW
5.5.2015 12:46
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Ich glaube man sollte Lesben nicht automatisch mit Feministinnen gleichsetzen.
Das hört sich jetzt alles etwas schräg an, aber ich bin relativ häufig in der lesbischen Szene unterwegs, da die Mehrzahl meiner Sexualpartner lesbisch waren und daraus tolle asexuelle Freundschaften entstanden sind.
Meine Beobachtung ist, dass die typische feministische Kampflesbe eher eine Randerscheinung ist. Meiner Meinung nach gibt es in keiner weiblichen Bevölkerungsgruppe soviele klare antifeministische Frauen bei Lesben. Nur weil sie jetzt nicht Männer toll finden heißt das nicht dass sie männerfeindlich und feministisch sind.


Barbie aus Berlin
5.5.2015 17:43
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@Dirk
BTW kann eine Bar nicht mit Gästen wirtschaftlich überleben, die sich drei Stunden an einer Kanne Tee aufhalten. Und das ist keine Metapher, das habe ich erlebt.
Schwule sind, was legale und illegale Substanzen angeht, doch aufgeschlossener als Lesben. Ausnahmen gibt es natürlich auf beiden Seiten.


Grobi
5.5.2015 19:59
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@Dirk S, Heinz, RVeg

Danke für die Aufklärung. Beim Lesen dachte ich zuerst, die meinen den guten, alten Doppelachsanhänger und es ist ein Schreibfehler wie Linkshändler oder Endgeld.


NurZurInfo
5.5.2015 23:28
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Vielleicht nur meine Wahrnehmung:
Schwule Männer sind immer nett, freundlich, höflich, einfach angenehm im Umgang (wenn sie nicht gerade einen auf Super-Drama-Queen machen).

Lesben sind dagegen immer irgendwie mürrisch, launisch, latent aggressiv, ätzend und vor allem: MÄNNERHASSEND.

Eine Anekdote von einer Bekannten, in deren Kneipe eine Lesben-Geburtstagsparty abgehalten wurde:
Geschlossene Gesellschaft, keine Männer erwünscht. Also mußte sie alleine bedienen. Zur Not wollte sie, daß ihr 12-jähriger Sohn hinter der Theke aushilft. Als die Lesben den Jungen sahen, sind die fast ausgeflippt. Sie wurde angegiftet, der “Dreibeiner” solle verschwinden.

Seither mag sie keine Lesben.


Josh
9.5.2015 1:08
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Einigermaßen passend zum Thema: 😉
http://img.pr0gramm.com/2015/05/07/b2916592117faf06.jpg


georgi
10.5.2015 16:36
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Claire Waldoff (“Wer schmeißt denn da mit Lehm?”) ist bekannt, feministisch,lesbisch und trotzdem beliebt (in den 20ern).