Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Vertikalismen: Endlich die Finanz- und Rentenpolitik der SPD entschlüsselt

Hadmut
28.1.2015 22:02

Heureka! Endlich wissen wir, wie die SPD rechnet!

Die Leser haben mich gerade in den Kommentaren auf einen Blog-Artikel von Andreas Kemper hingewiesen, einem der Haus- und Hoflieferanten der SPD für ideologischen Schwachsinn und schwachsinnige Ideologie in allen Mischungsverhältnissen.

Da geht es um Mathematik, und er versucht sich jetzt daran, Zahlen soziologisch zu greifen:

Alles Gute kommt von oben” heißt es, unsere Gesellschaft ist geprägt von Vertikalismen, die das Oben mit dem Guten, das Unten mit dem Bösen verbinden. Das beginnt mit der Bibel (Himmel und Hölle), mit Jakobs Himmelsleiter, zieht sich über die antike Emanationstheorie Plotins, wonach der Geist als das Licht nach unten scheint, aber das Unten in Finsternis lässt, und der Hochscholastik Thomas von Aquins, die sich in der vertikalen Architektur des Feudalismus abbildet mit Kirchenhäuser, die für den Adel höhere Positionen vorsahen. […]

Bei Wells entwickelte sich die Unterschicht zu Morlocks, die in Höhlen wohnten und die Oberschicht, die Eloi fraßen; verwandt sind hier die Orks (unten) und Elben (oben) von Tolkien. Vertikalismen finden sich auch in der Wissenschaft: In der Bildungsforschung wird von Hochschulen, Bildungsaufstieg, überhaupt von Erziehung gesprochen, in der Sozialstrukturanalyse von Unterschichten und Oberschichten, in der Ungleichheitsforschung von horizontalen und vertikalen Ungleichheiten. Die beherrschte Klasse wird mit Unten, die herrschende Klasse mit dem Oben verbunden. Diese Denkschemata gehen unmittelbar mit Bewertungsschemata einher: Unten ist ab(!)gewertet, Oben ist auf(!)gewertet.

Mit diesem Vorspann wird der eigentliche Artikel vielleicht verständlicher, der darauf hinweisen will, dass selbst in der Mathematik Vertikalismen zu finden sind, die dort nichts zu suchen haben. (Hinzugefügt am 15.03.2013)

3 ist nicht höher als 2, 13 ist keine niedrigere Zahl als 17. Es besteht kein Grund, in Koordinatensystemen positive Zahlen über negative abzubilden. Wer einwendet, dass doch aber ein dreißigmeter hohes Haus höher ist als ein zwanzigmeter großes, der sollte realisieren, dass eine Lampe mit einem dreißigzentimeter langen Kabel tiefer hängt als eine mit einem zwanzigzemtimeter langen. Und es sollte bedacht werden, dass ein habgieriger reicher Mensch mit 30 kg Münzen im Gepäck im Morast schneller tiefer sinkt als ein Habenichts ohne Gewicht. Zahlen haben nichts mit Höhe zu tun, eine Grube ist 20 Meter tief, nicht minus 20 Meter. Überhaupt gibt es im Weltraum kein oben und unten.

Ich zitiere hier Michel Foucault aus dem Kapitel Die Formation der Begriffe (Michel Foucault: Die Archäologie des Wissens, Frankfurt a.M. 1981):

Welche Beziehungen die allgemeine Grammatik mit der Mathesis (mit der kartesianischen und nachkartesianischen Algebra, mit dem Plan einer allgemeinen Ordungswissenschaft) unterhält, mit der philosophischen Analyse der Repräsentation und der Theorie der Zeichen, mit der Naturgeschichte, den Problemen der Charakterisierung und der Taxinomie, mit der Analyse der Reichtümer und den Problemen der arbiträren Zeichen von Maß und Tausch: Wenn man diese Beziehungen findet, kann man die Wege bestimmen, die von einem Gebiet zum anderen die Zirkulation, die Übertragung, die Modifikation der Begriffe, die Veränderung ihrer Form oder den Wechsel ihres Anwendungsgebietes sichern. (S.90)

Es ging Foucault hier um die vorbegriffliche Ebene, die als Denk- und Bewertungsschemata Bezeichnungen eine Plausibilität geben. Das heißt im Falle des Oben-Unten-Denkschemas, dass es nicht nur problematische klassenbezogene Untergangs- und Untermenschen-Diskurse gibt, sondern bereits vorbegriffliche mathematische Anordnungen uns denken lassen, dass ein Mensch mit einem Einkommen von 5000 Euro monatlich über jemanden steht mit einem Einkommen von 1000 Euro. Aber 5000 Euro Einkommen ist gar nicht “höher” als 1000 Euro, er erhält mehr Geld, aber kein “höheres”. Das Einkommen ist vier mal mehr, aber nicht vier mal höher. Nur wenn das Einkommen monatlich in gleichen Einheiten gestapelt ausgezahlt werden würde, wäre das Einkommen des einen vier mal höher als das des anderen.

Immerhin wissen wir jetzt, wie Soziologen rechnen, wenn sie zu ihren »Forschungsergebnissen« kommen und wie die SPD rechnete, als sie auf ihre Renten- und Finanzpolitik kam.

Man sollte das den Feministen mal entgegenhalten, wenn sie wieder mit irgendwelchen Quote oder Gender Pay Gaps daher kommen: Das wäre ja gar nicht weniger, das wäre ja von ihnen nur ein stereotype Zuschreibung. Oder sowas.

46 Kommentare (RSS-Feed)

petpanther
28.1.2015 22:17
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In der Tat. Was für ein schlimmer Fatzkekram!

“Vertikalismen” in der Mathematik … oh Mann.

Hat der z.B. schon mal etwas davon gehört das z.B. Geometrie Koordinaten-unabhängig formuliert sein muss. Genauso die Physik. Erst in der Umsetzung bedient man sich einer (von vielen möglichen) Koordinatenrepräsentation.

Schlimm ist das so jemand dazu da ist nackte Machtinteressen zu bemänteln. Sprich uns, die bisher Gutgläubigen, zu verscheißern. Das ist auch Korruption im engeren Sinne. Manchmal wissen sie’s nicht besser, was ja schon schlimm genug ist, aber manches andere mal sehr wohl, was noch schlimmer ist.

Es wird Zeit den Stöpsel zu ziehen.


Hadmut
28.1.2015 22:35
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> “Vertikalismen” in der Mathematik … oh Mann.

Oh ja, doch. Sie haben ja mal feministisch versucht, das als „Machtverhältnisse“ und als frauenausgrenzend hinzustellen, weil 5 größer als 3 ist oder eine Menge „mächtiger“ als die andere.


Flitzpiepe
28.1.2015 22:22
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5000 ist also 4mal mehr als 1000. Ich würde mal sagen da war ein Genie am Werk.


derdiebuchstabenzählt
28.1.2015 22:44
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Dumm wie Brot …

“Überhaupt gibt es im Weltraum kein oben und unten.”

Dann gibt’s auch kein links und rechts und der Kampf gegen Rechts ist sinnloser Unsinn.

Aber eins ist sicher! Auch der kann sich drehen und wenden wie er will, der A**** bleibt immer hinten. 🙂


Emil
28.1.2015 22:44
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Der Typ manipuliert bekanntermaßen als “Schwarze Feder” an der Wikipedia rum:

http://de.wikimannia.org/Andreas_Kemper

Ich hoffe nur, er lässt seine Finger von Artikeln aus dem Bereich Mathematik.


rleo
28.1.2015 22:49
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Klar, sein Kopf ist nicht oben, der steckt tief im Morast.
wzbw.


die grafenburger
28.1.2015 23:05
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das ich nicht nachvollziehen kann was er vermitteln will, spricht das nun für oder gegen meine Intelligenz?


dochpalese
28.1.2015 23:06
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@Flitzpiepe “5000 ist also 4mal mehr als 1000.”

Ja, 5000 = 1000 + 4*1000. 5000 ist fünfmal soviel wie 1000, also viermal mehr. Oder um das Vierfache höher 😉


Pete
28.1.2015 23:15
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@Flitzpiepe,
Das ist die SPD-Variante der “Bistromathik”.

Bistromathik: Die Lehre von Zahlen, die in der Gastronomie auf Zettel geschrieben werden. Sie verhalten sich vollkommen anders als alle anderen Zahlen, die irgndwo sonst im Universum auf Zettel geschrieben werden.
Festgestellt hat dies natuerlich wieder einmal Douglas Adams.


petpanther
28.1.2015 23:35
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@Hadmut

5 Äpfle sind mehr als 3 Äpfle. Die 5 sind offenbar mächtiger!

Eine (natürlich) transitiv geordnete Menge. Aber wahrscheinlich ein Produkt des Patriarchats, des feministischen Satans.

Man könnte die Sprache auch umkehren. Anstelle von “größer” dann “kleiner” sagen.

Ist aber immer noch sichtbar geordnet und wir sehen halt das bei 5 Äpfle zwei “mehr”, ach ja “weniger” da sind.

Ein betrügerisch kindlicher aber gefährlicher Schmarn.


Emil
28.1.2015 23:36
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@derdiebuchstabenzählt
> Aber eins ist sicher! Auch der kann sich drehen und wenden wie er will,
> der A**** bleibt immer hinten. 🙂

Wenn man manchen Leuten ins Gesicht schaut, kann man da auch nicht mehr so sicher sein. 😉


Pete
28.1.2015 23:39
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Habt ihr auch die Diskussion unter dem verlinkten Blogartikel gelesen?
Stimmt mein Eindruck, dass von Kemper nur Ideologie und nichts Belegtes kommt?


Theaitetos
29.1.2015 0:01
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Zu Klempers Text fällt mir nur ein:

Nicht tief-gründig, aber hoch-mütig.


_Josh
29.1.2015 0:16
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Wie heisst nochmal die URL für diesen abgefahrenen Blafaselquarkgenerator? Und ist es nicht auch denkbar, daß dieser Irre namens Kemper gar keiner ist, sondern vielmehr ein Cleverle, das permanent den Beweis führt, mit Geisteskrankheit und Scheisse Geld zu verdienen?


Arno Nym
29.1.2015 0:46
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> 5000 ist also 4mal mehr als 1000. Ich würde mal sagen da war ein Genie am Werk.

Das ist so ziemlich das einzige was richtig ist.

5000 ist fünfmal so viel wie 1000. Aber nur viermal mehr als 1000.

Fünfmal mehr als 1000 wären nämlich die ursprünglichen 1000 und dann noch fünfmal mehr. Also insgesamt 6000.

Es ärgert mich regelmäßig, wenn ich Textaufgaben für Schüler sehe, in denen “x-mal mehr als” gleichbedeutend mit “x-mal soviel wie” verwendet wird. Denn es ist falsch.


Pete
29.1.2015 1:20
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@Arno Nym,
nachvollziehbar. Ich muss also meine Bemerkung zur SPD-“Bistromathik” relativieren. Es sollte aber noch genug andere Beispiele geben.


toff
29.1.2015 1:34
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Wenn ich mir die “Werke” dieses Weichlings Kemper anschaue und mit dem ganzen Genderkrempel vergleiche fällt mir eine Gemeinsamkeit auf:

All dieses Geschreibsel wirkt wie die persönliche Psychotherapie, die persönliche Bewältigungsstrategie von Minderwertigen, die unbedingt irgendwie herbeifabulieren wollen, daß sie nicht minderwertig sind.

Objektiv gesehen ist der Kemper, trotz seiner in immer neuen Facetten auftretenden Beweise, daß es kein “oben und unten” bzw. “gut und schlecht” gibt, ein eher minderwertiger Mann: Alles was einen Mann zu einem guten Mann macht – Kompetenz, körperliche Stärke, Willensstärke, Fairness, Ressourcen (Geld) und Status – hat dieses weibische “Männlein” nicht – trotz Bart.

Und darüber kommt er nicht hinweg. Und das macht ihn so nervig, ebenso wie seine endlosen an den Haaren herbeigezogenen Rationalisierungsversuche in Textform.

Emotional normal entwickelte Männer finden sich irgendwann mal damit ab, daß sie nicht der Oberchef sind und andere schlauer, reicher, erfolgreicher, schneller und stärker sind; sie bewältigen diese Erkenntnis oft damit, sich eine Nische zu suchen und dort so zuverlässig und kompetent (“stark”) zu werden, wie es eben geht – sie nerven nicht ihr ganzes Leben privat und professionell damit Erklärungen herbeizuphantasieren, daß es keine besseren/schlechteren oder hochwertigeren/minderwertigen Menschen gibt.

Hierarchien sind das Zentrum der menschlichen Sozialisation, es beginnt bei Rangkämpfen im Sandkasten, setzt sich in Schule und Beruf fort und endet nicht mit dem Rentnerdasein; der Rang in der jeweiligen Hierarchie bestimmt den Sexualmarktwert, den Zugang zu Lebensqualität und Lebenssicherheit.

Und auch wenn es heute tabuisiert wird – ein Tabu schafft nicht die Tatsache aus der Welt, daß ein Mongoloider weniger wert ist als ein Normalmensch oder das ein Alki/Drogi/Penner sehr viel weniger wert ist als ein Nobelpreisträger.

Der ganze Genderirrsinn ziehlt auf Dasselbe: Ein penetranter ewiger Versuch nachzuweisen, daß Schwule oder Lesben oder Transsexuelle nicht weniger Wert sind wie sexualphysio-/psychologisch normal entwickelte Menschen – und die Biologie macht hier klar: Nur normale Menschen sind optimal ausgestattet, im Rahmen einer normalen Paarbeziehung gesunde (psychisch+physisch) Kinder zu haben. Alles andere ist disfunktional und “kaputt”, krankhaft, und damit minderwertig, denn etwas krankhaftes kann nicht normal oder hochwertig sein.

Das ist sicher hart für viele, aber das ist nun mal die harte Realität.

Ebenso ist die harte Realität, daß der durchschnittliche Neger intellektuell dem durchschnittlichen “weißen priviligierten Europäermann” deutlich unterlegen ist. Und, so hart diese Wahrheit eben auch ist – er ist damit auch weniger Wert, zumindest in unserer Gesellschaft, und dem was wir in ihr tun (wir fliegen zum Mond und jagen keine Gnus) – was sich auch in der z.B. Bezahlung bzw. Verwendung (Arbeitsplatz usw.) in der Gesellschaft zeigt.

Und eine ebenso harte Wahrheit ist für viele, daß Frauen “als Frau” nur so lange etwas Wert sind (Privilegien haben) solange sie jung, sexy und fruchtbar sind; sind sie das nicht länger (so ca. mit 25-35 Jahren) hört die bevorzugte Behandlung der Frauen auf und sie müssen sich wie Männer schon immer nach dem messen lassen, was sie können und was sie haben. Das macht viele Frauen bitter und hasserfüllt, weil sie subjektiv eine Privilegierung im Alter verlieren, an die sie sich “gewöhnt haben”, ja die sie bisher als “normal” ansahen. Und so stellt sich dann eben i.d.R. bei Frauen mit ca. 35 heraus, daß sie nur aufgrund ihres Hinterns, nicht aufgrund ihrer tollen Persönlichkeit oder ihrer besonderen Clevernis ein so leichtes, privilegiertes Leben mit zahlreichen dienstfertigen Männertrabanten und beliebig verfügbaren befriedigenden Sexgelegenheiten hatten.

Vielleicht liegt es an zu lange zu hohem Massenwohlstand, daß diese eigentlich einfachen Realitäten von vielen heute nicht erkannt werden wollen und man sich in extrem groteske Realitätsdeutungsmodelle hineinsteigert, die aber nicht nur völlig offensichtlich Blödsinn sind, sondern natürlich die Realität nicht zu verändern mögen – eine Menge Menschen sind und bleiben minderwertiger als andere Menschen.


HarryHirsch
29.1.2015 1:38
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http://www.blablameter.de/index.php

2 Absatz oben:

Ihr Text: 686 Zeichen, 89 Wörter
Bullshit-Index :0.38
Ihr Text zeigt schon erste Anzeichen heißer Luft. Für Werbe oder PR-Sprache ist das noch ein guter Wert, bei höheren Ansprüchen sollten Sie vielleicht noch ein wenig daran feilen.

Gruß


Michael
29.1.2015 4:00
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petpanther ist genau so einer, der vor lauter Bäume und so.

Was DU an DEINER Uni so lernst ist nicht wichtig, sondern wie es in der Masse da DRAUSSEN wirkt. Und da ist eben die Nomenklatur wissenschaftlicher Methoden, Erkenntnisse und die Bilder darüber an der Wand sehr wichtig in der Etablierung von Realität.

Wir sollten hier eher bemängeln, wie Wissenschaft transportiert wird.

Z.b. dass im Staatsfernsehen alle Formate mit Gehalt abgesägt wurden. DA werden falsche, normativ schädliche Bilder verbockt oder korrigiert. Direkt von denen, die wissenschaftlich arbeiten. Wenn es denn noch Sendungen mit Gehalt gäbe.


Ist mir seit Jahren bekannt.
Er hat sicher Journalistik studiert. Die haben ja auch immer das Problem, um wieviel Prozent, auf wieviel Prozent.
Und diese Flitzpiepen wollen eine Gesellschaft verbessern. Sollen erstmal einen Beruf lernen. Bei Meister Röhricht ist wieder eine Stelle frei.

Carsten

https://seidenmacher.files.wordpress.com/2015/01/cropped-merkel-galina-petrovc3a1.jpg


Horsti
29.1.2015 7:51
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Kemper schwafelt stets von der Arbeiterklasse, hat sein Berufsleben jedoch vollständig an der Uni verbracht. Mich hat er mal als “Bürgersöhnchen” bezeichnet, weil mein Vater Elektrikermeister war. Das war ihm nicht proletarisch genug.
Der Mann ist nicht ernst zu nehmen. Ein paar Monate Praktikum auf dem Bau würden seinen geistigen Horizont beträchtlich erweitern.


staats.buerger
29.1.2015 9:04
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Zunächst einmal ist “größer/kleiner als” (greater/less than) doch die gängige Formulierung in der Mathematik, nicht “höher/tiefer”, oder? Damit schiebt der Autor der Mathematik eine gegenstandslose Diskussion unter.

Was er letztendlich “entdeckt” hat, ist, dass die Wissenschaft Begriffe aus dem Alltag übernimmt und etwas anders definiert. Zum Beispiel sind Kurve+Gerade in der Mathematik so definiert, dass die Gerade ein Spezialfall der Kurve ist, was jedem mathematikfernen Menschen nur absurd erscheinen kann, Gerade+Kurve sind im Alltag ein Gegensatzpaar. Oder die Definition von Alkohol in der Chemie vs. im Alltag. Das ist in der Tat ein Problem, insbesondere wenn besagte Begriffe im Alltag noch emotionale Konnotationen haben, wie es eben bei “höher/tiefer” der Fall ist.

Ich denke, darauf wollte der Autor hinaus, allerdings an einem inadäquaten (aber publicitywirksamen) Beispiel.


Waaaahhh…

>Nur wenn das Einkommen monatlich in gleichen Einheiten gestapelt ausgezahlt werden würde, wäre das Einkommen des einen vier mal höher als das des anderen.

Der wiederlegt sich sogar selber, denn wenn man es von der Decke hängen liesse, wäre es länger statt höher.

Totale Verballhornung der deutschen Sprache, mehr nicht.


Dirk S
29.1.2015 10:27
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Aua, klingt alles etwas wirr, um nicht zu sagen, der Mann ist ein Beispiel dafür, dass modere Pädagogik mit allen Mitteln bekämpft werden muss.

> Die beherrschte Klasse wird mit Unten, die herrschende Klasse mit dem Oben verbunden.

Ist halt so definiert, vor allem in den Geschichtswissensachaften. Die Oberschicht herrscht, die Unterschicht wird beherrscht. Wird eine neue Oberschicht gebildet, erfolgt dies entweder von außen durch Überschichtung (z.B. die normannische Eroberung Englands) oder von innen per Revolution (z.B. die kommunistische russische Revolution). Das Ergebis ist eine neue herrschende Oberschicht und die alte Oberschicht wird zum (oftmals privilegierten) Teil der Unterschicht. Alle anderen Schichten wie die Mittelschicht sind spätere Erfindungen der Soziologie. Also sollten Soziologen vorsichtig sein, wenn sie das Schichtenmodell kritisieren. Es stammt in weiten Teilen von ihnen.

> Es besteht kein Grund, in Koordinatensystemen positive Zahlen über negative abzubilden.

Doch, es ist übersichtlicher und intuitiver zu erfassen.

> Wer einwendet, dass doch aber ein dreißigmeter hohes Haus höher ist als ein zwanzigmeter großes, der sollte realisieren, dass eine Lampe mit einem dreißigzentimeter langen Kabel tiefer hängt als eine mit einem zwanzigzemtimeter langen.

Blödsinn die eine Lampe hängt im Haus -30 cm hoch (oder bei eimem 30m-Bau 29,7 m hoch), die andere -20 cm (im 30m-Bau 29,8 m hoch). -30 ist kleiner als -20 und 30 ist immer größer als 20. Der Mann sollte zurück auf die Schulbank und erst einmal die mathematischen Grundlagen lernen. Zu meiner Zeit war so etwas Grundschulstoff.

> Und es sollte bedacht werden, dass ein habgieriger reicher Mensch mit 30 kg Münzen im Gepäck im Morast schneller tiefer sinkt als ein Habenichts ohne Gewicht.

Und was ist, wenn der Reiche 70 kg wiegt und der Habenichts 120 kg? Das Beispiel ist dieologie (reich = rabgierig) und dämlich (arm = leicht),

> Zahlen haben nichts mit Höhe zu tun, eine Grube ist 20 Meter tief, nicht minus 20 Meter.

Eine 20 m tiefe Grube ist -20 m hoch. Koordinatensystem?

> Überhaupt gibt es im Weltraum kein oben und unten.

Doch, abhängig vom Bezugssystem. Und wieder zeigt sich, dass da jemand echte Probleme mit Koordinatenssystemen hat.

> dass ein Mensch mit einem Einkommen von 5000 Euro monatlich über jemanden steht mit einem Einkommen von 1000 Euro. Aber 5000 Euro Einkommen ist gar nicht “höher” als 1000 Euro, er erhält mehr Geld, aber kein “höheres”.

Da springt jemand von den Bezugssystem “Einkommen” zum Bezugssystem Geld. Und natürlich sind 5000 Einheiten Einkommen mehr als 1000 Einheiten Einkommen und stehen damit in einem Koordinatensystem mit der Achse “Einkommen” positiv senkrecht höher. Bei einem waagerechten Zahlenstrahl für Einkommen mit positiv rechts würde die 5000 eben weiter rechts stehen als die 1000, oder aber 1000 Einheiten Einkommen eben weiter links von 5000. Da bekommt wohl jemand Koordinatensysteme und politische Vorstellungen durcheinander…

Irgendwie sollte sich die SPD mal um eine ordentliche mathematische Expertise kümmern. Na ja, beim dem Führungspersonal…

Koordinativistische Grüße,

Euer Dirk


petpanther
29.1.2015 10:33
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@Michael

“petpanther ist genau so einer, der vor lauter Bäume und so.”

Also. Nein, eigentlich nicht. Ich kann ja nun nicht alle Aspekte in eine kurze Argumentation packen. So etwas zu implizieren ist auch so eine der Dummheiten der heutigen Zeit.

Ansonsten würd ich dir beipflichten.

Nur in einem Punkt nicht, denn ich glaube, dass die meisten Menschen zu denkfaul sind anspruchsvollere Konzepte, die auch Ehrlichkeit und Zugeständnis abverlangen, um sie zu akzeptieren.

Es geht auch um Verantwortung. Nicht nur um Kommunikation.


petpanther
29.1.2015 10:34
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Korrektur: … abverlangen, zu akzeptieren.


derdiebuchstabenzählt
29.1.2015 11:11
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@ staats.buerger

“Das ist in der Tat ein Problem,”

Was ist ein Problem? Ich befürchte solche Soziologen haben tatsächlich ein Mehrproblem. 13 Knochen mehr haben die. 13 Knochen für das mechanische Gehirn …


Der (r)echte Staat
29.1.2015 11:19
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Oops. Hatte eben nur ein Highlight aus diesem Text gepostet… Konnte nicht wissen, daß Hadmut diesem Text einen ganzen Thread widmet. Hinter den mathematischen Ergüssen finde ich die banale Ideologie komisch krankhaft. Unglaublich simpel und dumm an der Realität vorbei gedacht wie in den Märchenbüchern von Pippi Langstrumpf.


Missingno.
29.1.2015 11:39
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Also im Informatik-Studium durften wir mal im Rahmen der Höheren Mathematik das Kommutativgesetz, Assoziativgesetz und Distributivgesetz für natürliche Zahlen aufgrund der Axiome
– es gibt eine natürlich Zahl “1”
– jede natürliche Zahl hat genau einen Nachfolger
– jede natürlich Zahl außer der “1” hat genau einen Vorgänger dessen Nachfolger sie ist
anwenden. Damit kann man rechnen, da braucht es keine 2 oder 20 oder 30. 😉 Und ob man jetzt größer/höher oder Nachnachnachnach…nachfolger sagt, ist eigentlich auch egal. Praktisch ist das mit dem kleinen Symbol schon.


Cargo Cult Science
29.1.2015 13:24
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Das Spiel mt dem Begriff »Höhe« beim Einkommen ist ein Trick mit einer unvollständigen Gleichung: Natürlich ist 5*1000=5000. Da Gehälter aber in zeitlichen Etappen t verfügbar werden, lautet seine Gleichung 5000€/5t=5000€/1t oder 1/5t=1t oder 1t=5t oder 1=5.

Folglich sind es keine vorbegrifflichen mathematische Anordnungen, [die] uns denken lassen, dass ein Mensch mit einem Einkommen von 5000 Euro monatlich über jemanden steht mit einem Einkommen von 1000 Euro – das ist Erfahrungswissen.

Es gibt bspw. gewisse Etablissements, da kommt man nicht für tausend rein, sondern nur für fünftausend – obwohl für 1000 mehr Gäste und mehr Umsatz möglich wäre. 5000 von einer einzelnen Person ist eben doch höher als 5×1000, weil diese Person fünf Riesen ohne reale Gegenleistung opfern kann. Der höhere Betrag soll das niedrige Volk fern halten. Also ist 5000 Euro Einkommen ist sehr wohl “höher” als 1000 Euro; es ist “höheres”, weil es als wichtigstes Selektionsmittel den Einkommensbezieher für den Betreiber meßbar zu etwas “höherem” macht. Das Attribut »Höhe« soll dem eigenlich gemeinten »reich« nur ein wenig feudalen Glanz verschaffen.

Wörter haben in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen, durch deren Vermischung ich »beweisen« konnte: 5*1000‹5000. Soll ich mich jetzt bei der SPD als Kassenwart bewerben?


rjb
29.1.2015 15:59
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@Missingno
Das wichtigste Axiom fehlt in deiner Aufzählung, nämlich das Induktionsaxiom. Mittels dieser Axiome kann man dann Addition und Multiplikation definieren, als rekursive Funktionen. Zum Nachweis der Korrektheit solcher Definitionen benötigt man allerdings noch den Dedekindschen Rekursionssatz. Hat man das geschafft, dann lassen sich für Addition und Multiplikation die Rechenregeln, also Assoziativgesetz usw., beweisen. Das ist ein etwas anderer Ablauf als das, was Du da schilderst.

Du darfst aber trotzdem dem Kemper erzählen, daß es solches Zeug wie “Höhere Mathematik” gibt. Wenn er das erfährt, fliegt ihm vielleicht die Birne weg. Was mich etwas verwundert ist, daß anscheinend niemand bemerkt hat, daß hienieden oben und unten vielfach durch die sog. Schwerkraft bestimmt sind. Unten ist da, wo die Dinge sich von selbst hinbewegen, nach oben dagegen muß man sie mit Aufwand und Mühe bringen, und sie bleiben da auch nicht von alleine. Dieses “oben” und “unten” wird dann auch in übertragenem Sinne verwendet, oben ist das, wofür man sich anstrenegn muß, unten das, was sich von alleine ergibt. Davon gibt es natürlich Ausnahmen; der Kemper hat sich ja vielleicht für seine Schnapsideen wie “Klassismus” angestrengt. Und in der Mathematik gibt es sog. tiefliegende Sätze; das sind solche, die besonders schwer zu entdecken und zu beweisen sind.


Pjotr
29.1.2015 18:33
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Gutmütig wie ich bin, unterstelle ich selbst Herrn Kemper, dass er sich was dabei gedacht hat: Oben/hoch wird mit Positivem assoziiert, unten/tief mit Negativem. Ist wohl in vielen Fällen tatsächlich so, aber es gibt auch Gegenbeispiele. Was sagt uns das nun? Öööööm. Dass der Text von Kemper unter aller Sau, unterirdisch und von tiefem Niveau ist!

Mathematik war definitiv der falsche Aufhänger, um seiner Hierarchieaversion Ausdruck zu verleihen.


Hadmut
29.1.2015 19:48
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> Gutmütig wie ich bin, unterstelle ich selbst Herrn Kemper, dass er sich was dabei gedacht hat:

Klar hat er sich was dabei gedacht: Wie bekomme ich mit möglichst wenig Nachdenken möglichst viel Geld und Publicity von der SPD. Die kaufen so’n Scheiß.


Marc
29.1.2015 21:33
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Wer spricht denn, außer dem Herrn Kemper, von “hohen” Zahlen und “niedrigen” Zahlen? Sicher kein Mathematiker.


CountZero
30.1.2015 8:48
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Kemper zitiert unseren berüchtigten Poststrukturalisten Michel Foucault. Ziel des Poststrukturalismus ist es u.A., insbesondere (natur-)wissenschaftliche Methodik ihren Anspruch, ‘wahre’ Zusammenhänge zu entdecken und zu erklären, abzusprechen.

Ein ‘unpolitische’, daher ‘objektive’ ‘Wahrheit’ darf es für die Poststrukturalisten nicht geben, alles muß ‘politisch’ sein. Die Heinis haben uns in die kulturelle Krise gestürzt, in der wir uns gerade wiederfinden (HU: Wissenschaft als Politik, “Oppression Sweepstakes”: je mehr ich als Mitglied einer (homogenen, höhö) politischen Gruppe unterdrückt werde, desto wahrer ist mein Argument(!), Vielfalt der Standpunkte/Meinungen wird von denen unterdrückt, die ‘Diversität’ auf bunten(!) Schildern vor sich hertragen, aber Demonstranten von der Gegenseite von der Straße prügeln, Abschaffung des Grundkonsenses liberaler Werte etc. etc.).

Sämtliche Hierarchien werden als ‘schlecht’ wahrgenommen (ist ja auch ein moralisches Urteil, über das man diskutieren könnte…), sogar die Ordnung der natürlichen Zahlen.

toff schrieb:
> All dieses Geschreibsel wirkt wie die persönliche Psychotherapie, die persönliche Bewältigungsstrategie von Minderwertigen, die unbedingt irgendwie herbeifabulieren wollen, daß sie nicht minderwertig sind.

Jap. Je mehr ich von diesem Zeug lese, umso öfter kommt mir der gleiche Gedanke.

Ist alles dem Gift der Poststrukturalen zu verdanken. French Rot hat das mal jemand genannt.


Missingno.
30.1.2015 9:59
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@rjb
War nur die Kurzfassung, da es primär um die Ordnung der natürlichen Zahlen ging.

> Du darfst aber trotzdem dem Kemper erzählen, daß es solches Zeug wie “Höhere Mathematik” gibt.
Wahrscheinlich beweist er dann gleich das Gegenteil. Weil “höher” und “niedriger” muss man ja dekonstruieren.


CountZero
30.1.2015 10:47
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>> Du darfst aber trotzdem dem Kemper erzählen, daß es solches Zeug wie >>“Höhere Mathematik” gibt.
>Wahrscheinlich beweist er dann gleich das Gegenteil. Weil “höher” und >“niedriger” muss man ja dekonstruieren.

Hihi! Genau. Wahrscheinlich gibts nichtmal sowas wie Mathematik, da dort ja ‘wahre’ und ‘falsche’ Aussagen existieren. Und da ‘wahre’ Aussagen ja ‘wertvoller’ sind als ‘falsche’, werden die falschen ja schlimm diskriminiert, von wo bekanntlich nur ein kleiner Schritt ist bis zum Faschismus… 🙂 .


Dirk S
30.1.2015 11:46
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Apropos Sozen, etwas OT, aber passend:

Am Mittwoch war auf Extra 3 ein Auschnitt, wo Sigmar Gabriel Deutschland als “reich und hysterisch” bezeichnet hat (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Abgehakt,extra8796.html ab etwa 1:45). Da scheint ihm mal die Wahrheit rausgerutscht zu sein. Zuhause hat ihn Mutti bestimmt zur Strafe fürs Petzen ohne Abendbrot und Gute-Nacht-Geschichte ins Bett geschickt. 😉

Straffreie Grüße,

Euer Dirk

PS: Der mit dem Flüchtlingeheim (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Realer-Irrsinn-Kein-Fluechtlingsheim-in-Harvestehude,extra8786.html) isz auch nicht schlecht. Könnte glatt von Sozen und Grünen handeln. 🙂


Pjotr
30.1.2015 15:12
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Kemper zitiert unseren berüchtigten Poststrukturalisten Michel Foucault. Ziel des Poststrukturalismus ist es u.A., insbesondere (natur-)wissenschaftliche Methodik ihren Anspruch, ‘wahre’ Zusammenhänge zu entdecken und zu erklären, abzusprechen.

Ich bin ziemlich optimistisch, was die Poststrukturalisten und Radikalkonstruktivisten anbelangt. Die Erfahrung zeigt, dasss sie vor allem und zuerst sich selbst dekonstruieren. Ihr Rückzug in die Filterbubble, ihre sektiererisch-inzestuöse Abschottung ist die logische Konsequenz, denn argumentativ ist da nichts. Nur Diffamierungen des politischen Gegners. Armselig.

Ihr gesellschaftlicher Einfluss ist lediglich ihrer institutionellen Verankerung geschuldet. Wer nähme denn diesen blasierten Unsinn überhaupt zur Kenntnis, wenn die Alimentierung durch die öffentliche Hand wegfiele? Es sind primär die parteinahen Stiftungen – von der öffentlichen Hand grosszügig subventioniert – die derlei intellektuellen Schrott produzieren.


Leserli
30.1.2015 18:53
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Inwiefern sollen den bei Tolkien Orks unten und Elben oben sein?
Wenn bei Johnny Ronny Richtungen eine Bedeutung haben, dann eher entlang der West-Ost-Achse.
Andererseits: Orks kommen anfangs von oben, d.h. aus dem Norden, da der Böse sich dort seinen Stützpunkt gebaut hat.
Beim Rest kenn ich mich weniger aus, aber ich nehme an, dass ist ähnlich stichhaltig.


magiccap
30.1.2015 23:51
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Vertikalismen, Vertikalisten. Was fuer ein fuerchterlicher Quatsch. Sexisten, Familialisten, Vertikalisten. Was kommt als Naechstes?

Horizontalist – Glaubt an die Hoeherwertigkeit der Nordhalbkugel.
Tabularist – progrssiver Begriff fuer Schreibtischtaeter.
Telefonist – Lehnt progressive Kommunikationsformen (bspw. twittern) ab
Violinist – Haelt violette Bekleidung fuer ueberlegen
Bockmist, Antichrist, Hatsichverpisst.

Asterix bei den Soziologen?


MichaelB
31.1.2015 12:09
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Die Vielfalt der Einfalt? Schwarze Feder als Realsatire pur. http://mann-om-man.blogspot.de/2015/01/die-vielfalt-der-einfalt.html

Wann wird die Wikipedia endlich erkennen, dass sie sich mit diesem Typen einen Bärendienst erweist? http://genderama.blogspot.de/2015/01/wikipedia-verbannt-feministische.html Ich entschuldige mit in aller Form bei den Bären, ich wollte sie nicht beleidigen.


Hadmut
31.1.2015 12:14
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> Wann wird die Wikipedia endlich erkennen, dass sie sich mit diesem Typen einen Bärendienst erweist?

Da passiert nichts mehr, weil die Ideologen die Sperrmajorität gegen ihren Rauswurf haben. Genau wie in der SPD.


MichaelB
31.1.2015 15:08
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@Hadmut > “Da passiert nichts mehr, weil die Ideologen die Sperrmajorität gegen ihren Rauswurf haben. Genau wie in der SPD.

Dann gehen sie beide wie die Piraten unter ;-).


Thomas
2.2.2015 21:29
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Manchmal erscheint sogar in den “Qualitätsmedien” eine einsame Perle. Weil es hier am besten rein passt: http://blogs.stern.de/hans-martin_tillack/staatsgeheimnis-griechen-hilfe/

Das wäre ein ganz heißes Eisen: Gab die Regierung Schröder nur deshalb die Zustimmung zum Euro-Beitritt des bekanntermaßen wirtschaftlich desolaten Griechenlands, weil die Griechen ihnen dafür im Gegenzug U-Boote und Panzer abgekauft haben?

Ebenso lesenswert ist der Kommentar von “Zoroaster” am 02.02.2015, 14:09 Uhr. Dort wird spekuliert, die türkische Regierung habe sich wegen der geplanten EU-Osterweiterung zurückgesetzt gefühlt und die NATO deswegen mit der Drohung einer ausgiebigen Inanspruchnahme ihres Veto-Rechts erpresst. Die USA hätten daraufhin zwecks Besänftigung auf einen EU-Beitritt der Türkei insistiert, der am Widerstand des Erzfeinds Griechenland zu scheitern drohte. Die Griechen sollten deshalb – ungeachtet ihrer wirtschaftlichen Lage – über eine “Aufwertung” ihrer eigenen EU-Mitgliedschaft in Form des Eurozonen-Beitritts geködert werden.

Sollte da auch nur ein Funken Wahrheit drin stecken, dann bräuchte, wer “Verbündete” wie Amerikaner, Türken oder Griechen hat, wahrlich keine Feinde mehr…


CountZero
9.2.2015 10:18
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Andreas Kemper entblödet sich nicht, seine Entdeckung (oder, Konstruktion? 🙂 ) eines ‘Klassismus in der Mathematik’ auf einer Ebene mit der kopernikanischen Revolution zu sehen und stellt seine Kritiker als ideologisch verblendete Inquisitoren dar (Kommentar v. 29.01.2015):

> Im obigen Artikel ist von “mathematischen Anordnungen” die Rede. Daraus wird dann “Mathematik” gemacht. Es ist die gleiche reduzierte Denkweise, mit der sie an Genderthemen herangehen. Wir kennen das aus der Geschichte. Dass sich die Erde um die Sonne dreht, darf nicht gedacht werden.

Meinen Kommentar dazu (v. 03.02.2015) hat er bisher (09.02.15) noch nicht freigeschaltet. Ich stelle ihn daher hier zur Verfügung (@Hadmut: bitte löschen, wenn Dir das nicht paßt, ansonsten besten Dank!):

(CountZero:)
> Wir kennen das aus der Geschichte. Dass sich die Erde um die Sonne dreht, darf nicht gedacht werden.

Die Gleichsetzung der hier dargebotenen Erkenntnisse mit der kopernikanischen Revolution erscheinen mir eher wie ein ‘unnötiger Vertikalismus’ als die Entdeckung, dass natürliche Zahlen eine Ordnung aufweisen (und ein Unterschied besteht zwischen ‘Zahl’ als mathematischem Objekt und der Abbildung dieses Objektes, z.B. in einem Koordinatensystem oder auf einem Zahlenstrahl)….

In diesem Sinne sollte der Autor bemüht sein, seine eigenen Forschungsergebnisse und moralischen Standpunkte nicht ‘höher’ einzuwerten als die der Mitforisten. Klassismus und Vertikalismus müssen schließlich in jeder Form bekämpft werden. Oder? 🙂