Hadmut Danisch

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Niedergang der Presse am Beispiel der “Brigitte”

Hadmut
29.10.2014 22:34

Ich fange das mal anders an.

Ich war zweimal im Laufe meines Berufslebens bei Internet-Providern tätig. Trotzdem unterschieden sich die Tätigkeiten extrem. Beim ersten Provider war ich bei einem der beiden ersten deutschen Provider, bei dem wir damals noch alles selbst machten und wirklich jede Schraube und jedes Bit persönlich und beim Vornamen kannten. Es gab damals nichts anderes. Wir waren sehr gut, sehr seriös, sehr zuverlässig – und sehr teuer. Wir hatten viele Techniker und einen Juristen.

Jahre später war ich bei einem anderen Provider, und es hatte gar nichts mehr mit meiner ersten Tätigkeit zu tun. Das Geschäft hatte sich in der zwischenzeit massiv (zum Billigen und zum Schlechten) verändert, die Preise im Keller, die Branche massiv unseriös. Im Ernst, ich bin der Überzeugung, dass das Telekommunikationsmassengeschäft inzwischen allgemein richtig unseriös geworden ist und da richtig krumme Dinger laufen. Das schlug sich auf die Geschäftspraktiken nieder: Im Prinzip gab es nur noch eine Verwaltungsgesellschaft, die ganz viele teure Bonzen mit hohen Gehältern und ganz wenig Sachkunde führte, und die alles an eine unglaublich hohe Zahl externer Dienstleister auslagerte, zwischendrin sogar den gesamten Außendienst. Eigentlich wusste man in vielen Bereichen gar nicht mehr so genau, wie der eigene Laden eigentlich so lief und funktionierte, weil nahezu alles von Externen, von Dienstleistern, von Freiberuflern gemacht wurde. Dokumentation? Dünn bis kaum, weil für Dokumentationsarbeiten häufig das Budget fehlte. Es werden quasi virtuelle Firmen gebaut, die nur noch mit Spucke und Trägheit zusammenhalten, keine Substanz mehr haben und von irgendwelchen Opportunisten geführt werden, die vom technischen Geschäft wenig Ahnung haben, sich aufführen wie die Mafia, und sich selbst stets viele Boni einpacken.

Heute ging nun eine Meldung durch die Presse. Hintergrund ist, dass es Gruner + Jahr wohl nicht mehr so gut geht, und sie ihr Zeitungsgeschäft wohl an Bertelsmann verkauft haben. In diesem Kontext gab es da wohl auch Entscheidungen:

Brigitte entlässt alle Textredakteure. (Siehe SPIEGEL, Tagesspiegel, TAZ, Süddeutsche).

Man schreibt Texte nicht mehr selbst, sondern lässt sie von Externen und Freiberuflern erstellen (ähnliches anscheinend auch bei GEO). Dafür wird die „Führungsebene” (sprich: Hochbezahlte, die nicht selbst schreiben) aufgeblasen:

Zukünftig werden die Titel der ‘Brigitte’-Gruppe von einem agilen, kreativen und flexiblen Kompetenzteam ausgedacht und produziert. Durch diese Strukturumstellung holt ‘Brigitte’ mehr Vielfalt und Potenzial von außen rein.

Heißt auf Deutsch: Kein eigenes Profil mehr, es wird einfach nur noch vom freien Markt an Artikeln gekauft, was gerade da ist. Damit ist die Brigitte keine Zeitschrift mehr, sondern nur noch so eine Art Broker oder Wiederverkäufer. Wozu aber sollte man das noch brauchen?

Ich glaube, das hält nicht mehr lange mit der Presse.

Man könnte es auch so – ich nenne es mal – „interpretieren” (was auch meinen Beobachtungen und Erfahrungen entspräche), dass die Pressebranche so kaputt und versaut ist, dass mit heutigen „Journalisten” keine Redaktion mehr zu machen ist, dass die nichts mehr zustandebringen, was sich verkaufen lässt, und eine Redaktion mit festangestellten Redakteuren (die ja heute sehr häufig auf den Gender-Trip sind und sonst gar nichts mehr machen) einfach nicht mehr funktioniert. Leute nicht mehr festanzustellen (und dann mit deren Spinnereien auskommen zu müssen), sondern Artikel qualitätsabhängig zu kaufen (oder auch nicht), ohne sich da langfristig zu binden, kann auch die Konsequenz aus dieser unsäglichen Ideologisierung der Presse sein. Man könnte es auch so auslegen, dass sich die Pressemeute durch deren Reduktion auf ideologisch orientierte Einzelthemen selbst ins Abseits geschossen hat und künftig eben nicht mehr Personen, sondern wirklich Artikel zählen. Es freut mich sehr, dass dieser Mist, in den sich die Presse verwandelt hat, zwangsläufig schrumpft und sich selbst nicht mehr halten kann, und in der Konsequenz wieder ein Rücksturz zu einem Markt mit Wettbewerb entsteht (oder es zumindest so aussieht). Kann natürlich sein, dass die Redaktion auch weiterhin nur ideologischen Mist kauft – aber dann eben auch zu niedrigeren Preisen und in der Konsequenz dann auch irgendwann ganz pleite gehen wird.

Kurioser Nebeneffekt: Wenn es in einer Redaktion keine Redakteure mehr gibt, und man Artikel nur noch vom Markt einzeln einkauft – dann gibt es auch keine Frauenquote mehr. Die zwar bei der Brigitte eher unproblematisch sein dürfte, aber es geht ja um einen generellen Trend.

Ich glaube durchaus, dass sich der Journalismus – nein, falsch, nicht der Journalismus, sondern die Journalisten – gerade selbst erledigt und in die Arbeitslosigkeit geschossen haben und künftig nur noch die überleben, die das bringen, was gekauft und gelesen wird.

Man wird sehen, was das dann inhaltlich ist.


29 Kommentare (RSS-Feed)

quer
29.10.2014 23:12
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In jedem Niedergang oder jedem Sterben eines heutigen “Presseerzeugnisses” liegt auch eine Chance für den (potentiellen) Leser: Es könnte ja eines Tages sein, daß sich z.B. eine neue kleine Zeitung etabliert, die das macht, was schon vor hundert Jahren ein probates Konzept war:

Einfach Nachrichten in Form von Tatsachen ungeschminkt bringen. Wenn also ein Türke einen Deutschen meuchelt, dann schlicht die kompletten Fakten bringen ohne jede Rücksicht auf Befindlichkeiten. Oder über Ereignisse (weltweit) berichten, unter Verzicht auf wertende Kommentierung im Text. Nüchtern und klar. Z.B. in einem Fall Ukraine von einem Putsch gegen eine demokratisch gewählte Regierung zu sprechen, und einen Bürgerkrieg als solchen zu bezeichnen und dessen Gründe wahrheitsgemäß wiederzugeben.

Ich möchte wetten, daß sich schon heute ein solches Blatt etablieren könnte. Mit nur drei Männeken. Die Leute merken recht schnell, ob sie für ihr Geld belogen und verarscht werden.


Emil
30.10.2014 0:04
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Offenbar hat die neue G+J Chefin Julia Jäkel die Karre frontal gegen die Wand gefahren. Dabei wurde die Brigite doch extra auf ihren Wunsch hin umgebaut:

Unter dem Schlagwort “besser” versteht Jäkel, dass man den etablierten Marken wieder zu neuem Glanz verhelfen müsse. Dazu legten in den vergangenen Monaten und Wochen die neuen Chefredakteure Stephan Schäfer, Christian Krug und Dominik Wichmann bereits Hand an die Brigitte, die Gala und den stern. Alle drei Magazine wurden überarbeitet.

Neben einem dicken Lob für die Brigitte zeigte sich Jäkel von der Gala begeistert. Seitdem sich das neue Team um Christian Krug um das Magazin kümmere, hätte vor allem eine Redaktion die wichtigen People-Themen in Deutschland gesetzt: die Gala.

http://meedia.de/2013/03/27/die-regierungserklarung-der-julia-jakel/

Frauen können’s eben auch nicht besser. QED


jck5000
30.10.2014 0:08
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Was das inhaltlich so wird? Naja… fiktiver Klatsch, befürchte ich.

http://www.topfvollgold.de/?p=15594

Ich persönlich lese nur Spartenzeitschriften (die Yacht und die Segeln) und ab und zu mal eine Brand Eins. Die großen Magazine wie Spiegel oder Focus schreiben zu selten was, was mich interessiert, und Zeitungen drucken nur die Nachrichten von gestern. Oder von letzter Woche, wie das Handelsblatt, das ich aus irgend einem Grund jeden Freitag im Briefkasten habe.


Thomas Bliesener
30.10.2014 0:35
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Auch wenn es nur halbwegs zum Artikel paßt, finde ich es jedoch kurios genug, es hier zu erwähnen. Die Uni Leipzig betreibt eine automatisch erzeugte Datenbank des Wortschatzes der deutschen Sprache: .

Neben der Häufigkeit eines Wortes wird auch erfaßt, in welchen Kontexten es verwendet wird. Wenn ich dort “Frau” eingebe, welches exklusive Sachgebiet wird dafür angegeben? (Aua, ist das böse!!)


Thomas Bliesener
30.10.2014 0:36
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Oops, spitze Klammern darf man wohl nicht verwenden. Also noch mal der Link: http://wortschatz.uni-leipzig.de/


ST_T
30.10.2014 0:59
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Was will man auch erwarten, wenn die staatlichen Unternehmen damit anfangen?

Interessanter Link zum WDR:

“Der Sender hat knapp 4500 festangestellte und rund 15 000 freie Mitarbeiter, die ihm neben logistischen und technischen[…]”

http://www.rp-online.de/panorama/fernsehen/freie-mitarbeiter-gehen-gegen-wdr-vor-aid-1.4609250


Teardown
30.10.2014 6:50
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In den letzten Jahren hatte sich die Brigitte ja zu einer Art emma mig schmicktipps entwickelt. Scheint am Markt nicht mehr nachgefragt zu werden….


Thomas M.
30.10.2014 7:59
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Tja, so können die VErlage die Frauenquote und damit das leistungslose anstellen feministischer Hohlfrüchte locker umgehen. Chappi, meine Damen 😀

Den Rest kenne ich selbst in Sachen TK/IT-Branche, allerdings mehr als Programmier-Inder oder in Form von GmbHs, bei denen das Personal angestellt wird, das einer AG und dem Vorstand die Kohle zum Abwischen des Hinterns liefert, während die Mitarbeiter natürlich nicht beteiligt werden, wie es sonst üblich wäre.


rleo
30.10.2014 8:15
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“Wozu aber sollte man das noch brauchen?”

Wurde das vorher wirklich gebraucht?


Ein Leser
30.10.2014 8:29
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Hallo Hadmut,

ein interessantes Beispiel ist aktuell die Wirtschaftswoche. Kaum wurde Miriam Meckel an die Spitze der Zeitung berufen, es gab nicht mal eine Schamfrist, schon schreibt Bettina Röhl nicht mehr für die Wiwo. Ihre zumeist nicht dem Mainstream folgenden Kolumnen waren das einzig Lesenswerte an diesem Blatt.

http://genderama.blogspot.de/2014/10/bettina-rohl-offenbar-nicht-mehr-im.html

Grüße

Ein Leser


Ein Leser
30.10.2014 8:43
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ReVolte
30.10.2014 8:56
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Dann wird eben der ‘Beitragsservice’ auf die öffentlich rechtliche Presse ausgeweitet.


Dirk S.
30.10.2014 9:10
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> künftig nur noch die überleben, die das bringen, was gekauft und gelesen wird.

Das heist, es gibt nur noch Klatsch und Tratsch zu kaufen, einige Lokalblättchen, “Erwachsenenmagazine” 😉 , dazu noch Fachzeitschriften und das wars dann.

Die Masse der Zeitschriftenkäufer sind weiblich und die werden dementsprechend mit dem was sie wollen versorgt und das ist eben Klatsch und Tratsch. Viel wird sich da im Vergleich zu heute nicht ändern, nur dass die noch halbwegs seriösen (politischen) Magazine vom Markt verschwinden, weil nicht hinreichend Massen-(Frauen-)kompatibel und zu teuer.

Was dann noch bleibt sind Nischenmärkte, also Fachzeitschriften (relativ kleine Auflage, teuer, dafür viele Abonenten), Lokales (kleine Auflage normal, viel lokale Werbung) und “Erwachsenenmagazine”.
Während Lokales häufig auch mehr Klatsch und Tratsch beinhaltet und oftmals nur wegen der Anzeigen interessant ist, haben Fachmagazine für die deutsche Durchschnittsjournalistin (sind ja inzwischen mehrheitlich weiblich) eine hohe Einstiegshürde: Man muss Ahnung vom Fach haben, nur “ich-bin-doch-so-ein-tolles-Mädchen” und ideologische Festigkeit langen nicht. Aber dann wird bestimmt eine Quote gefordert.

Aber was solls, ich hoffe, dass die meisten der unfähigen, überflüssigen Journalisten Freiberufler sind und möglichst keinen Abspruch auf ALG I haben und gleich in den HIV-Bezug herabsinken. Dann können die Schmierfinken die Straßen fegen und erfahren, was richtige, produktive Arbeit ist. (Straßefegen ist definitiv produktiver als Klatsch und Tratsch zu verbreiten.) Vielleicht gibt es doch eine ausgleichende, “göttliche” Gerechtigkeit. 😉

Gefegte Grüße,

Euer Dirk

PS: Ein Bild, dass die Qualität der Frauenpresse sehr gut aufzeigt: http://pics.nase-bohren.de/presse.jpg . Gegenwart und Zukunft der Presse.


Horst
30.10.2014 9:11
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Um ein Blättchen wie die Brigitte ist es nicht schade, im Gegenteil, denn solche Artikel braucht niemand:

http://www.brigitte.de/frauen/gesellschaft/frauenhaeuser-gerhard-amendt-1031207/?jfPD_device=portable&jfPD_appType=web&jfPD_size=2


Tanja
30.10.2014 9:53
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Die jetzigen verlogenen Drecksmedien müssen weg! Diese gewissenlosen, quotengeilen Drecksschreiberlinge haben komplett versagt und belügen und betrügen die Bevölkerung seit Jahren.

Dieser Massenmediendreck muss weg!


keppla
30.10.2014 10:14
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Der “Kuriose Nebeneffekt” hat mich als männlichen Freelancer in der IT dazu gebracht, spasseshalber die Quote zu befürworten, da sie die Nachfrage nach unkompliziertem, geschlechtslosem Skill hochtreibt, was ich – der nur als Geschlechtslose Rechnung auftaucht – biete.


Claas
30.10.2014 10:24
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Hadmut schrieb:

“…selbst ins Abseits geschossen hat und künftig eben nicht mehr Personen, sondern wirklich Artikel zählen. …”

Hadmut, Du bist da ungeheuer optimistisch!

Zählen wird da vor allem, dass es billig wird. Wenn der Qualitätsjournalist zu teuer ist, wird halt in Zukunft für solche Artikel wie in der Huffington ein bisschen was bezahlt. Natürlich nicht viel, wir wollen es ja nicht übertreiben.

Ergebnis ist, dass der Qualitätsjournalist seine Qualitätsarbeit einfach nicht mehr leisten kann, weil er immer mehr Masse produzieren muss.

Diesen Wandel gibt es ja grundsätzlich eigentlich auch schon seit 20, 30 Jahren, die Preise für die Beiträge verfallen ja schon seit geraumer Zeit.

Ich denke, dass dieser Preisverfall für die journalistische Arbeit einer der beiden Hauptgründe für den oft beklagten Intelligenzverlust der veröffentlichten Meinung ist.

Der andere Grund für die Verflachung dürfte sein, dass sie politisch gewollt ist.

Der umfassend informierte, gebildete und zum analytischen Denken fähige Bürger ist nun einmal ein echtes Ärgernis für div. Interessengruppen.

Ich frage mich nur, wie lange im Internet noch relativ frei geschrieben werden darf. Nachdem der Vorwand KiPo nicht richtig verfing, hat man jetzt ja vielleicht eine Begründung gefunden: Die bösen Islamisten werben ja bekanntlich im Inet Nachwuchsterroristen an.

DAS wäre doch eine gute Möglichkeit, mal wieder intensiv über Netzsperren nachzudenken!

Wozu diese mittelalterlichen Killertruppen mit ihren amerikanischen Waffen so alles taugen, ist schier unglaublich.


Zaphod B.
30.10.2014 12:13
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Outsourcing war das große Zauberwort gegen Ende der 90er Anfang der 2000er Jahre mit dem man dem eigentlichen Problemen der Marktsättigung und des Überangebotes auf den nun weltweit zugänglichen Märkten Herr werden wollte. Gas-Gerd wollte mit seiner Green-Card “Computer-Inder” ins Land locken die dann den vielen Start-Ups kräftig unter die Arme greifen …
Dann kam die dot-com Blase und dieser ganze Schwachsinn löste sich in Schall und Rauch auf!

Viele Mittelständler insbesondere im Bereich des Maschinenbaus haben bei diesen Outsourcing-Wahn viel Geld gelassen. Dafür weiß man z.B. in China nun, wie man Hochpräzisions Dreh- und Fräsmaschinen etc. baut …

Den großen DAX-Konzernen (Telekom, Siemens, VW etc) war das alles so ziemlich schnurzpiepegal. Der geistige Horizont dieser Führungsebene und deren Marionetten (Henkel, Sinn und Co) in Lobbyverbänden und Politik entspricht ungefähr dem eines Pavlowschen Hundes: Hohe Quartalszahlen führen bei denen offenbar zu Speichelfluss und massiven Denkaussetzern …

Mit ungefähr einem Jahrzehnt Verzögerung und verschärft durch die flächendeckende Verfügbarkeit des Internets schlägt nun die Krise auch in der Medienbranche – speziell bei den Printerzeugnissen durch. Jahrzehntelang konnte man sich den deutschsprachigen Print- Markt untereinander hübsch aufteilen, da im Gegensatz zu anderen Branchen die internationale Konkurrenz keine so große Rolle spielt. Diese goldenen Zeiten sind nun vorbei.

Interessant finde ich nur, dass wieder mal die alten Rezepte (Outsourcing) aus der Mottenkiste geholt werden um noch ein paar Cent aus einem rapide schrumpfenden Markt zu quetschen. Vermutlich sind hier wieder die gleichen “Berater” wie schon in den 90ern am Werk.

Letztendlich wird es den Zeitungen und Verlagen aber ebenso wenig nutzen wie vorher schon dem produzierenden Gewerbe – denn qualitativ minderwertige Produkte kaufen nur die, die es sich nicht anders leisten können und Blättern wie Brigitte etc muss man wirklich keine Träne nachweinen.
Bei der miesen Qualität einiger Blätter wundert mich, dass die überhaupt eigene Redakteure haben. Ich dachte immer für die tippen irgendwelche Hausfrauen in Heimarbeit die Geschichten zu den Paparazzi-Fotos.


brak
30.10.2014 13:05
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Was du anfangs beschreibst Hadmut, habe ich den Eindruck, ging auch mit der Telekom so, dann mit der deutschen Bahn, Post etc.
Das ganze scheint mir britische Seemacht-Politik zu sein. Ich habe es irgendwo gelesen. Die müssen aufpassen, daß der Transport immer über See geht, deswegen müssen die Innenräume der Kontinente unten gehalten werden.


Andreas
30.10.2014 13:21
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Der wichtigste Grund für den Rauswurf der festangestellten Redakteure ist einfach die Kostensenkung.

Externe freie Mitarbeiter kosten einfach weniger als Festangestellte.


matthias
30.10.2014 14:44
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An alle die keine Kriege wollen ……

Wer hat den Krieg nach Syrien getragen ? Wer hat die sogenannten
“Rebellen” bewaffnet ? Wer hat den Irak, Libyen ins Chaos gestürzt ?

Das sind auch wir !! Wir bezahlen einen großen Teil unserer Steuer
und Abgaben für diese Kriege ! Die normale Steuerhöhe um ein
Staatswesen ordentlich zu führen liegt zwischen 10 – 15 %
Einkommenssteuer. (EK-St.)

Die Russische Föderation hat 13 % EK-Steuer. Deutschland hatte vor
1945 12 % EK-Steuer. Umsatzsteuer bis 1967 = 4 %. Arbeitnehmer
haben damals keine Steuer bezahlt. Damit wurde damals auch noch
ein Krieg finanziert !

Wollen wir diese Kriege ? Wollen wir diese Kriege finanzieren ?

Wer das nicht will muß um ein souveränes Deutschland kämpfen !
Wie wird Deutschland wieder souverän ?

Das geht nur durch einen Friedensvertrag für den WK I und die
Fortsetzung den WK II den der deutsche Souverän fordert.
Dann können wir wieder an den souveränen Staat vor 1914
anschließen und die Finanzierung von Kriegen könnte –
wenn die Mehrheit es will – eingestellt werden.

Steht auf für den Weltfrieden !!

https://www.youtube.com/watch?v=-nmYkp40Ous


Joe
30.10.2014 15:12
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Was dann noch bleibt sind Nischenmärkte, also Fachzeitschriften (relativ kleine Auflage, teuer, dafür viele Abonenten), Lokales (kleine Auflage normal, viel lokale Werbung) und “Erwachsenenmagazine”.

Wobei man da trennen muß, zwischen echten Fachzeitschriften und das, was sich “Fachzeitschrift” nennen, man sehe sich mal den 40 % Einbruch bei “PC Welt” an:
http://meedia.de/2014/10/20/ivw-blitz-analyse-bravo-verliert-40-computer-bild-26-neon-23/

Mal im Ernst, wieviel Bedarf gibt es wohl noch für:

“Fachzeitschriften”: Abschreiben von Tutorials aus Internetforen
“Lokales”: Abschreiben von Twitter-Feeds und Pinnwänden sozialer Netzwerke.
“Erwachsenenmagazine”: Sowas existiert noch in Zeiten des kostenfreien Internetpornos?


Striesen
30.10.2014 16:40
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Die schiefe, patriarchalisch-einseitige Berichterstattung über die Vorgänge bei Brigitte muss zurückgewiesen werden:

“Kahlschlag bei Gruner + Jahr: Vor allem die Frauen trifft es hart – wieder einmal.”

“Zehn Frauen und ein Mann verlieren bei der „Brigitte” ihren Job. ProQuote beobachtet diese Entwicklung mit großer Sorge.”

http://www.pro-quote.de/kahlschlag-bei-gruner-jahr-vor-allem-die-frauen-trifft-es-hart-wieder-einmal/


Kurt
30.10.2014 17:39
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Das is im Barallelnetz bessor zu erdrahchn:
http://www.brigitte.de.saxophone.parallelnetz.de/


Dirk S.
31.10.2014 8:58
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@ brak

> Das ganze scheint mir britische Seemacht-Politik zu sein.

Bist du da nicht 100 Jahre zu spät? Damals war das richtig, die hatten sogar ein Gesetz, wonach die britische Flotte mindestens doppelt so groß sein muss, wie die des nächsten Konkurrenten. Deshalb haben die dem Kaiser auch sein Flottenprogramm so krumm genommen, dagegen zu halten konnten sich die Briten damals schon nicht mehr leisten. Und das, obwohl die kaiserliche Marine kaum über die deutsche Nordseeküste hinaus operieren konnte. Aber lassen wir die Vergangenheit: Heute sind die USA die eindeutig vorherrschende Macht auf See. Und im zivilen Bereich laufen die Briten inzwischen auch unter fernerliefen.

@ Striesen

> “Zehn Frauen und ein Mann verlieren bei der „Brigitte” ihren Job. ProQuote beobachtet diese Entwicklung mit großer Sorge.”

Ich versteh’ nicht, was die wollen. Da wird die Frauenquote mal so richtig übererfüllt und dann passt denen das auch nicht. Wissen die überhaupt, was die wollen? Außer herumjammern und nörgeln? Oder sind das vielleicht weibliche Grundbedürfnisse? 😉

Nörgelfreie Grüße,

Euer Dirk


Friedrich der Doofe
2.11.2014 3:15
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Die Igitte geht halt den Weg den alle gehen, außer den Nischenblättern.
Wie sol das auch gehen? Content sozialversicherungspflichtig zu produzieren? Wie, wenn die besten Texte die umsonstesten sind, wie?

Das war bei der Kino->TV umschichtung auch nicht anders. Da haben nur die Programmkinos überlebt, erstmal. Yacht, Modelleisenbahn, Schöner Wohnen, Lettre etc. werden wohl bleiben.

Bis sich der Konsument von seinen öden Bildschirmen ab- und einer weniger aufwendigem Informationsaufnahme zu- wendet.

Ein Pendant zu Kinopalästen vielleicht. Die geben Konzentration und “nichts anderes machen können und ruhig sein müssen ” als (Massen)Erlebnis zurück.

Für einen Lesesaal (so mit ein paar Cafe’s und Bistros mittenmang) würde ich heute schon Eintritt zahlen.


WikiMANNia
3.11.2014 21:38
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Kann es sein, dass Qualität eben ihren Preis hat?
Sowohl beim Internetdiensteanbieter als auch beim Journalisten??
Sowohl gestern wie heute??


Chris
4.11.2014 1:15
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brak
30.10.2014 13:05

Was du meinst ist wohl dies hier:

https://www.youtube.com/watch?v=y_VQ9U84ksI


Bärle
5.11.2014 2:17
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Hier schreibt Tichy, der mal bei Gruner+Jahr war, über den Zerfall der Brigitte: http://www.rolandtichy.de/meinungen/presse-erst-schrumpft-das-hirn-dann-der-umsatz-dann-wieder-das-hirn/#more-3413