Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Kinderpornosperre kommt wieder – nur viel schlimmer

Hadmut
17.1.2014 22:34

Könnt Ihr Euch noch daran erinnern, wie lautstark damals Leute gegen Zensursula demonstriert haben? Jetzt kommt die Sperre wieder ins Gespräch und keiner sagt was.

Heise und Netzpolitik.org haben darüber berichtet.

Es gab ja damals, als Ursula von der Leyens Knallergesetz in der Versenkung verschwand schon die Befürchtung, dass die nur warten, bis das auf EU-Ebene in großem Maßstab wieder auftaucht. Jetzt bringen angeblich die Briten das im EU-Parlament wieder ein. Es soll jetzt quasi ein Freibrief dafür werden, dass Provider nach Gutdünken ausfiltern, was ihnen nicht gefällt.

Im Gegensatz zum Vorstoß 2009 liegt die Situation inzwischen anders. Damals hatten wir noch halbwegs freie Rede, während wir heute, nur 5 Jahre später, bereits eine massive Zensur im Internet haben. Was nicht der Political Correctness entspricht, wird längst aus Twitter, Google, Foren rausgeschossen. Gerade berichtete hier ein Kommentator in einem anderen Thread, dass sogar Amazon schon Buchrezensionen löscht, wenn diese nicht der political correctness entsprechen – Gender-Literatur darf anscheinend schon gar nicht mehr kritisiert werden. Und neulich gab es ja schon den Vorstoß in verschiedenen europäischen Ländern, Kritik an Feminismus schlechthin zu verbieten.

Alarmierend ist auch, dass der Vorstoß ausgerechnet aus dem Abhör-Land England kommt.

Damit ist klar, worauf das hinausläuft. Kinderpornographie ist der Vorwand und Türöffner, mit dem etabliert und gesellschaftlich durchgesetzt wird, dass jeder Provider rausfiltert, was seinen Vorstellungen nicht entspricht. Wohin das dann läuft, hat ja neulich die Telekom schon gezeigt, die Internet-Anschlüsse drosseln wollte, ihre eigenen Angebote aber natürlich ungedrosselt durchlässt. Der Provider legt dann fest, was die Kunden mögen und sehen.

Über kurz oder lang wird dann auch solche Kryptographie verboten (=ausgefilter) werden, die nicht NSA/GCHQ-abhörbar ist. Man wird dann zwei oder drei Fälle zitieren, in denen Kinderpornographie verschlüsselt wurde und sagen, dass das die Filter umgeht. Also wird man irgendwann jede Kryptographie sperren, die nicht mitgelesen werden kann. Womit wir wieder in der Diskussion von 1998 wären.

Natürlich wird dann auch die Political Correctness wieder zuschlagen. Wir haben ja heute schon in den Medien, in Zeitungen und Fernsehen, eine perfide Zensur aller kritischen Äußerungen, es wird alles ausgefiltert, was der Doktrin nicht entspricht. Man wird dann so, wie man die Verlage unterwandert hat, auch die Provider unterwandern und dafür sorgen, dass kritische Kommentare, Webseiten, Nachrichten gesperrt werden. So wie man es auch schon auf Twitter, in der Piratenpartei, bei Google macht.

Es erinnert mich an den Datenschutz und die Volkszählung. Als die erste Volkszählung lief, probten die Deutschen den Bürgerkrieg. Nur ein paar Jahre später hat es keinen mehr interessiert und fast alle schreiben viel mehr persönliche Informationen in ihre Facebook-Seiten. Genauso wird es mit der Pornosperre laufen. Der erste Anlauf endete am Aufstand, inzwischen interessiert’s keinen mehr und fast alle halten die ständige Zensur für völlig normal.

Wir sind zum Zensur-Volk geworden. Ein Volk, dass sich nicht nur daran gewöhnt hat, sondern sich sogar darin gefällt, zensiert zu werden.

23 Kommentare (RSS-Feed)

Peter
17.1.2014 22:59
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Man sollte dabei auch bedenken, dass dadruch das Recht zum Teil privatisiert wird und diese Privatisierung wahrscheinlich eine Vorlage für andere Bereiche wird.

Vor allem wenn man viel Sparen will, wird es ziemlich verlockend werden.
Der Staat macht eine Auschreibung und es kommen dann viele Unternehmen mit ganz dollen Versprechen und Traumpreisen.
Das Ergebnis wäre dabei für das Recht, nett ausgedrückt, interessant.

IMHO


WikiMANNia
17.1.2014 23:20
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Wie soll Widerstand denn praktisch aussehen?
Der Bürgermeister ist noch leicht greifbar. Mit der Regierung in Berlin wird es schon schwieriger, aber machbar. Die EU ist aber schon in weiter Ferne …
Je weiter entfernt vom Volk über das Volk entschieden wird, desto schwieriger ist es für das Volk, gegen diese Fremdbestimmung wirksam vorzugehen.

Manche wandern aus (Emigration), andere ziehen sich ins Private zurück (innere Emigration). Das hatten wir schon mal …
http://wikimannia.org/Deutschlandflucht


Ich bin auch da
17.1.2014 23:28
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An manchen Tagen kann ich gar nicht soviel essen wie ich [img]http://www.planet-smilies.de/kotz/kotz_015.gif[/img] möchte.

Dazu kommt, dass laut den heutigen Nachrichten die NSA-Überwachung die Mehrheit nicht interessiert.

Vielleicht sollte man sich doch langsam vom Internet verabschieden!???


ein anderer Stefan
18.1.2014 0:00
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@Ich bin auch da: Vom Internet verabschieden reicht ja nicht mal mehr – kein PC, kein Telefon wäre das mindeste, aber es hilft ja nicht mal. Hast Du ein Bankkonto? Bist Du in der Öffentlichkeit unterwegs? Hast Du eine feste Wohnadresse? Dann wirst Du erfasst. Es ist heutzutage unmöglich, nicht in irgendeine digitale Erfassung zu geraten. Es geht schon lange nicht mehr darum, was wir selber machen.


die Nase
18.1.2014 1:01
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Das ist die Ruhe vor dem Sturm oder es ist die blanke Angst. Jetzt ist klar das alle 20 Jahre abgehört wurden und so manches Geheimnis bei den Nachrichtendiensten ist.


rjb
18.1.2014 2:24
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Tja, lieber “Ich bin auch da”, dann mal viel Vergnügen mit dem aufkommenden “Internet der Dinge”. Zwei bereits reale Beispiele, wenn das Ding ein Auto ist:
http://www.mopo.de/motor/-app-blackbox-telematik-ueberwacht-uns-bald-die-kfz-versicherung,5066778,25776488.html
http://www.businessinsider.com/ford-exec-gps-2014-1
Einge Zeit hatte ich aus finanziellen Gründen kein Auto. Dann, weil ich keines brauchte (relativ zentrale Wohnlage und so). Und jetzt, weil ich von dem Ding nicht fernüberwacht werden möchte. Und die Waschmaschine wird erst per Smartphone fernsteuerbar, und dann werden die Bedienelemente an der Maschine selbst wegrationalisiert. Undsoweiter. Man wird in einen elektronischen Überwachungs- und Fernsteuerungskokon eingesponnen, und es wird genug Idioten geben, die das ganz toll finden.


Michael
18.1.2014 8:39
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Bei KiPo-Sperren müßten dann aber auch die Bildungsserver der rot/grünen/linken/etc auf dem Index landen. Die wollen ja Gruppenmasturbation ab 4 durchführen. Freilich mit Übungskoffer und Demo-Video für Staats-KiTa-Bedienstete :-&


Hadmut
18.1.2014 8:52
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@Michael:

> Die wollen ja Gruppenmasturbation ab 4 durchführen.

Hast Du dafür eine Quelle?


Marc
18.1.2014 10:33
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Hab mal nach der Kindergartenmasturbation gesucht … in der Richtung hab ich nur was für die Schule gefunden (natürlich in Berlin) – der Artikel ist aber schon von 2011 :
http://www.bz-berlin.de/ratgeber/berufbildung/neu-in-der-schule-schulfach-schwul-article1207692.html


Clemens
18.1.2014 11:26
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@Hadmut

Wenns dich interessiert: Bin neulich zufällig drauf gestoßen, die “Standards für die Sexualaufklärung in Europa”, erstellt von u.a. von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (also nicht von irgendwelchen linken Spinnern, sondern hochoffiziell):

http://www.bzga-whocc.de/?uid=0c623efa7f944a7609345cee406a0e00&id=Seite4489

Interessant die Matrix ab Seite 40, da steht tatsächlich, dass Kinder in der Altersklasse von 0-4 über “frühkindliche Masturbation” Bescheid wissen sollten, außerdem werden “Doktorspiele” bei den zu erwerbenden “Kompetenzen” aufgeführt. Interessant auch die dritte Spalte der Matrix “Haltungen”. Ich würde das mal frei übersetzen mit “das, was die Kinder zu denken haben”. Also um die Erziehung kritischer, selbst denkender Individuen gehts hier offensichtlich nicht…

Ist schon erstaunlich: Der Staat wird immer paternalistischer und niemand in Deutschland stört sich daran. Scheinbar gefällts den meisten, wenn sie in mitlerweile fast allen Lebenslagen fremdbestimmt, belehrt, bevormundet usw. werden. Wenn einem jemand sagt, was man zu denken und zu tun hat, braucht man schließlich nicht mehr selbst nachdenken oder Verantwortung für sein Leben übernehmen.


Clemens
18.1.2014 12:02
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PS: Aufklärung zur “Genderorientierung” ist natürlich auch vorgesehen, aber erst ab Altersklasse 9-12. Da kann man ja froh sein, dass wenigstens die Kindergartenkinder mit “Gender” verschont bleiben dürfen…


LimeGreen
18.1.2014 12:45
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Dieser ganze Femi und Gender kram nimmt wirklich ausmaße an die nicht mehr feierlich sind.
Die Zensuren und das ganze, wo läuft das noch hin? Können wir als “normale Menschen” noch was tun dagegen? Wie sehe denn effektiver Wiederstand aus gegen das alles aus, hat da auch schon jemand eine ahnung?


Herrmann
18.1.2014 12:53
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“Ist schon erstaunlich: Der Staat wird immer paternalistischer und niemand in Deutschland stört sich daran.”

Und wenn sich jemand dran stört, bekommt er kein Forum. Leserbriefe mit der Aussage, dass dies und jenes den Staat prinzipiell nix angeht, erscheinen nicht. Weder in den Lokalblättchen noch sonstwo. Nun ist das Internet als letztes freies Medium dran.

Interessant wird’s bei den Piraten. Die haben sich bekanntlich bei der antifaschistischen Internationalen eingereiht und wollen das Netz sicherlich von Nazis und Revisionisten säubern. Freiheit war gestern.


Steffen
18.1.2014 13:13
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dass in Deutschland niemand für seine Rechte und gegen die Fremdbestimmung einsteht, ist doch normal – für Deutsche und Deutschland.
Das war doch schon immer so. Wieviele Revolutionen gab es denn in Frankreich in früherer Zeit und wie viele in Deutschland?

Nazizeit? Danach waren alle Deutschen “Widerstandskämpfer” und die Millionen von Toten sind wie von Geisterhand umgefallen… usw.

DDR? Da war natürlich niemand SED-Mitglied und alle waren im Widerstand…

Die Wahrheit ist:
Zu jeder Zeit, in jedem Zeitalter war das so mit den Deutschen. Kuschen, ducken… man könnte ja Konsequenzen ertragen müssen und diejenigen, die genug Rückgrat hatten und gegen die herrschenden aufgestanden sind, wurden erst denunziert, dann verlacht und zum Schluss noch zusammen mit den ex-Herrschenden bestraft. So war es immer und so wird es immer bleiben.
Das ist die Lehre, die jeder Deutsche mit Rückgrat aus der Geschichte ziehen kann. Also werden es immer weniger, die für die Rechte des Volkes einstehen. Warum auch, wenn ebendieses Volk ebenso alles daran setzt, dass man dafür bestraft wird?
Also zieht die Intelligenz weg. Übrig bleibt der dumme Mob. Das war in Nazizeiten so und auch in DDR-Zeiten (vor der Mauer und mittels Ausreiseanträgen).
Ende vom Lied: allen bekannt.

Meine Hoffnung ist ja immer noch, dass Deutschland in seiner Rolle als “Wirtschaftsgroßmacht” irgendwann einen globalen Handelskrieg anzettelt. Ganz in der guten alten Tradition, nur diesmal ohne Waffen. Diesen Handelskrieg sollte es dann bitteschön verlieren, damit hier wieder alles zusammenbricht und ein Neuanfang durchgeführt werden kann, was in Deutschland eigentlich generell alle 30 bis 50 Jahre notwendig ist, weil sonst die braune Brühe (in Form von echten Nazis, dem Staat und den anderen diktatorischen Strömungen) zu sehr überschwappt.


Joe
18.1.2014 14:07
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Interessant wird’s bei den Piraten. Die haben sich bekanntlich bei der antifaschistischen Internationalen eingereiht und wollen das Netz sicherlich von Nazis und Revisionisten säubern.

Das habe ich schon vor Jahren zu Bekannten gesagt: Die von der Piratenpartei werden die ersten sein, die eine funktionierende Internetzensur einführen – allein weil sie wissen, wie es geht.

Sieht so aus, als sollte ich mal wieder rechtbehalten…


[…] seinem Artikel “Die Kinderpornosperre kommt wieder – nur viel schlimmer” beschreibt Hadmut Danisch, die Situation durch die “Political Correctness“. Eine […]


Joe
18.1.2014 14:37
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Zu jeder Zeit, in jedem Zeitalter war das so mit den Deutschen. Kuschen, ducken… man könnte ja Konsequenzen ertragen müssen und diejenigen, die genug Rückgrat hatten und gegen die herrschenden aufgestanden sind, wurden erst denunziert, dann verlacht und zum Schluss noch zusammen mit den ex-Herrschenden bestraft. So war es immer und so wird es immer bleiben.

Klar, deswegen hält man den Kopf unten und hofft, daß es auch diesmal nur 12 Jahre dauert. Wer kann, sucht schnellstmöglich das Weite.

Das, was später an Legenden gestrickt wird, inkl. Straßen benennen, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Leben als Terrorist (offiz. Bez. f. Widerstandskämpfer) keinerlei Rewards bietet. Das sieht nur im Kino so aus, die Wirklichkeit ist undankbar. Und wer Pech hat landet für Jahrzehnte in irgendeinem finsteren Loch, ohne daß es jemals jemand erfährt.

Meine Empfehlung ist deshalb, daß man auf das Renzensieren von “Mein Kampf” (aktuelle Zeitgeistbuchtitel hier einsetzen) halt verzichtet. Das bringt einen höchstens in Schwierigkeiten. Hinterher wird von angesagten Nonsensbüchern sowieso jeder behaupten, sie niemals besessen zu haben. Zeitgeist ändert sich nämlich.


Heinz
18.1.2014 14:57
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@Steffen
> ist doch normal – für Deutsche und Deutschland.

Leider nicht nur hier, man schaue sich die Bürgerrechtsbewegungen in GB, USA, Frankreich usw. an – sieht auch nicht besser aus als hier.


Steffen
18.1.2014 15:42
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Zitat: “Das, was später an Legenden gestrickt wird, inkl. Straßen benennen, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Leben als Terrorist (offiz. Bez. f. Widerstandskämpfer) keinerlei Rewards bietet. Das sieht nur im Kino so aus, die Wirklichkeit ist undankbar. Und wer Pech hat landet für Jahrzehnte in irgendeinem finsteren Loch, ohne daß es jemals jemand erfährt.”

exakt meine Meinung.

Ich beschäftige mich nebenbei ein bisschen mit dem Unterdrückungssystem der DDR und stelle dabei das, was damals passiert ist, in den Kontext der heutigen Zeit. Das ist auch der Grund, warum ich wegen Gender hier gelandet bin und ab und zu Kommentare ablasse.

Dabei ist mir aufgefallen:
Wenn im TV aus irgendeinem Anlass eine Reportage/ Film etc. über die DDR kommt/kam, z.B. über FKK oder sonstigen nebensächlichen Kram, kommt immer, egal um was es in dem Film geht, zum Schluss eine 10-minütige Sequenz darüber, wie sich am 9.11.1989 “die Menschen” ihre “Freiheit” “erkämpft” haben.
Die Wahrheit ist, dass es zu jeder Zeit zwischen 1949 und 1989 (und das war nicht nur am 17. Juni 1953 so) Leute in der DDR gab, die täglich ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Die psychologischer Zersetzung ausgesetzt waren und sonstigen perfiden Machenschaften.
Zu “den Menschen” haben auch ca. 300.000 Stasi-Spitzel gehört, von denen es keinen einzigen auch nur eine Sekunde lang gejuckt hat, wenn von den wirklichen oppositionellen einer für immer in einem dunklen Loch verschwunden ist.
Die Wahrheit ist, dass das was 1989 passiert ist, auf dem Werk von einigen wenigen hundert Leuten basiert. Und diese Leute sind mitnichten dafür eingetreten, dass 1990 die Einheit Deutschlands wiederhergestellt wird. Ganz im Gegenteil. Und als die diese Meinung auch kundgetan haben, wurden sie als “Kommunistenschweine” beschimpft, von den Feiglingen, die intellektuell so weit unten waren, dass sie sich nicht zu schade waren, im Westen nach Bananen und Begrüßungsgeld zu betteln.

Diese wirklichen oppositionellen von damals werden auch garantiert keinen hochdotierten Job in der Wirtschaft bekommen, weil sie ja evtl. gegen ihren Chef aufmucken könnten… usw. Weil wenn sie gegen einen ganzen Staat aufstehen, dann wird ein Vorgesetzter keine große Hürde sein… Schon so kleine Dinge sind hier in D. einfach normal. Kopf unten halten und gut, denkt der 0815-Bürger.
Ich nehme mich da nicht aus. Ich gebe es aber wenigstens zu.


Steffen
18.1.2014 16:08
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@Heinz:
“Leider nicht nur hier, man schaue sich die Bürgerrechtsbewegungen in GB, USA, Frankreich usw. an – sieht auch nicht besser aus als hier.”

Das stimmt. Aber in diesen Ländern gab es in der jüngeren Vergangenheit wenigstens einige offen ausgetragene Konflikte. Die Unruhen anfang der 90er in Los Angeles, die Unruhen in England 2011 und in Frankreich gibt es ja auch immer mal Konflikte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern usw.
Alle haben eines gemeinsam: die Leute, die da demonstrieren, treten für bestimmte Dinge ein. Im Endeffekt passiert zur Durchsetzung dieser Rechte auch nicht viel (um nicht zu sagen: nichts), aber wenigstens tun die Leute was. Hier in D.? Nichts.


Phil
18.1.2014 17:53
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Die psychologischer Zersetzung ausgesetzt waren und sonstigen perfiden Machenschaften.
Zu “den Menschen” haben auch ca. 300.000 Stasi-Spitzel gehört, von denen es keinen einzigen auch nur eine Sekunde lang gejuckt hat, wenn von den wirklichen oppositionellen einer für immer in einem dunklen Loch verschwunden ist.

Nun, die Meisten wurden auch unter Druck gesetzt. Dies lief ähnlich wie in Amerika: Entweder Bau, berufliche oder gesellschaftlich Nachteile (oder Sorgerecht, etc) ODER man wird Spitzel.

Es ist ja auch nicht so, dass jeder Spitzel immer alles gemeldet hätte.

Natürlich gab es genügend Kleingeister, die etwas für die “Sache” gemacht haben. Dann konnten sie endlich mal wichtig sein.


Heinz
18.1.2014 18:20
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@Steffen
> Hier in D.? Nichts.

Zu dem “Nichts” fallen mir ganz konkret die 68er und der 80er ein.


Steffen
18.1.2014 18:25
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Zitat: “Nun, die Meisten wurden auch unter Druck gesetzt. Dies lief ähnlich wie in Amerika: Entweder Bau, berufliche oder gesellschaftlich Nachteile (oder Sorgerecht, etc) ODER man wird Spitzel.

Es ist ja auch nicht so, dass jeder Spitzel immer alles gemeldet hätte.

Natürlich gab es genügend Kleingeister, die etwas für die “Sache” gemacht haben. Dann konnten sie endlich mal wichtig sein.”

falsch. Nach dem, was ich gelesen habe, waren die erpressten Spitzel eindeutig in der Minderheit. Und jeder freiwillige Spitzel hat immer alles gemeldet.

Das ist es ja gerade. Und die meisten haben es deswegen gemacht, weil sie erstens scharf auf die dabei verdiente Kohle waren und zweitens weil sie der Meinung waren, dass das richtig so ist.

Und da sehe ich die beiden Abgründe:

– Kohle machen, auch wenn man objektiv Menschen wegen ihrer Meinung/ Weltanschauung in schlimmste Gefahren bringt

– man wirklich der Meinung ist, dass man das richtige tut. Und zwar angesichts objektiv wahrgenommener Fakten, die belegen, dass das was man tut, ganz und gar nicht richtig ist. Man weiß, dass es so wie es ist, nicht weitergehen kann. Man weiß, dass dieser Mensch (Oppositioneller) etwas für diesen Wandel tut… man weiß, dass die Menschen durch die Umweltproblematik krank werden und sterben, man weiß, dass diese Umweltgruppe etwas dagegen tut… und man bringt sie mit Absicht hinter Gitter.
Das sind die Mitläufer, die im 3. Reich die Juden denunziert haben. Sie wussten, dass diese Juden sterben werden. Aber sie waren der Meinung, das richtige zu tun.

Das ist der schlimmste Abgrund. Durch nichts zu entschuldigen.