Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

“Rainer Brüderle ist ein alter Sack!”

Hadmut
15.6.2013 14:39

Als Netzwerk Recherche richtigen Müll ablieferte. (Nachtrag)

Wie schon mehrfach erwähnt, bin ich gerade auf der Jahreskonferenz des Journalistenverbandes Netzwerk Recherche. Und wie schon gebloggt, sehe ich das ganze eher kritisch, auch weil ich es darf, weil ich als Informatiker nicht dem journalistisch-kollegialen Gutfindungsdruck unterliege.

Eben war ich in einer Veranstaltung zu “#aufschrei: Sexismus in Politik und Medien”, denn ich bin ja hier um zu ergründen, wie diese flächendeckenden feministischen Desinformationskampagnen durch die Medien überhaupt zustande kommen und warum in den Medien fast keine Kritik zu hören ist. Zwar gab es kürzlich im SPIEGEL mal eine kritische Einzelmeinung, aber wie wird hier – obwohl Dauerthema – inhaltlich völlig ignoriert und nur als unsäglich eingestuft. Kritik geht gar nicht. Und es wird sogar getwittert und Leuten über das Mikro hintergepöbelt, wenn hier jemand den Raum einfach nur verlässt, sobald das Thema auf “Pro Quote” kommt. Da bekommt man schon ein recht nachdrückliches Gefühl dafür, wie die Medien sich selbst zur Propaganda missbrauchen und welche Art von Korruption und Erpressung hier abläuft.

An dieser #aufschrei-Veranstaltung haben laut Programm Susanne Gaschke, Oberbürgermeisterin von Kiel und frühere Journalistin (ich glaube, sie sagte ZEIT, bin mir jetzt aber nicht mehr ganz sicher), Ursula Kosser von RTL, Annet Meiritz von Spiegel Online, Kathy Meßmer von @totalreflexion, Moderation Susanne Stichler, NDR. Eine davon hatte abgesagt, ich hab’s aber nicht notiert und bin mir jetzt nicht ganz sicher, wer genau da jetzt fehlte, denn Namensschilder hatten sie nicht. (War das Ursula Kosser von RTL?)

Wie immer gab es nach feministischer Darstellung keinerlei berechtigte Kritik. Alles, was es an Kritik zu #aufschrei gäbe, wurde in die Kategorie “denen sollte man die Klitoris mit stumpfem Messer abschneiden” und “lass Dir die Titten abnehmen” (oder so ähnlich) reduziert, als ob es keinerlei intellektuell Kritik daran geben könnte. Damit wird ständig suggeriert und durchgepeitscht, dass jeder halbwegs ziviliserte Mensch automatisch pro Quote, pro #aufschrei und so weiter sein müsse, dass jeder Gegner so eine Art wilder Affe wäre. Später wurde noch irgendwer von der TAZ zustimmend damit zitiert, dass es hier nicht um Männer gegen Frauen, sondern Arschlöcher gegen Nicht-Arschlöcher gehe, womit sehr deutlich klar ist, wie man da die Fronten sieht und wie es hinter den journalistischen Kulissen abläuft.

Was mir schon nach kurzer Zeit auffiel war, dass die Rainer Brüderle mehrfach als “alten Sack” bezeichneten, und das nicht etwa humoristisch, sondern mit einem ganz üblen, so richtig hasserfüllten, herablassenden, verachtendem Tonfall. Also so richtig beleidigend, herabwürdigend und entwertend. Das ging mir über die Hutschnur, ich habe mich gleich mal gemeldet und gefragt, warum eigentlich auf das Alter abgehoben wird und warum jemand aufgrund seines Alters so verachtet wird. Ich fände das widerlich, außerdem sei es unangemessen und beleidigend. Schließlich würden sie sich ja genau derselben Mechanismen bedienen, um Leute wegen des Alters auszugrenzen, wie sie sie gerade als Mechanismen gegen Frauen beklagten, und seien daher nicht besser. Außerdem frage ich sie, ob ihnen Brüderles Sprüche angenehmer oder erwünschter gewesen wären, wenn sie von einem “Jungen Sack” gekommen wären.

Treffer Fregatte mittschiffs.

Ich merke schon wieder einmal, wie mich das Publikum in einer Mischung aus Überraschung, Getroffenheit, Sprachlosigkeit, erwischter Peinlichkeit und dem Vorwurf des Nonkonformismus anglotzt. Am besten sind immer die Treffer, bei denen erst einmal komplette Ruhe herrscht. (Und letztlich habe ich nur genau das gemacht, was im Feminismus und den Gender Studies rhetorisch als “Intervention” gelehrt wird. Man muss die Leute mit ihren eigenen Waffen angreifen.)

Ja, äh, nun, Genuschel, ja, sie haben’s verstanden, meinten sie. Ich würde von “Ageism” reden. Ja, wenn man sich in dieser feministischen Sprechweise und deren Kategorien bewegt, ja, dann meine ich Ageism. Sie versuchen sich damit herauszureden, dass “Alter Sack” ja wirklich nicht so schlimm sei wie “Klitoris mit dem stumpfen Messer abschneiden”, beschließen aber, sich zurückzunehmen. Das gesamte, weit überwiegend weibliche Publikum, mustert mich argwöhnisch. Später sagt aber eine aus dem Publikum, dass sie bei Brüderle an “Alter Sack!” festhalten möchte, weil es ihrer Meinung nach mit dem Alter zusammenhänge und sie sich nicht vorstellen könne, dass junge Leute noch so dächten. Wieder Ageism. Liegt aber vielleicht eher daran, dass junge Leute durchindoktriniert sind und ältere schon so viele Political-Correctness-Phasen mitgemacht haben, dass sie darauf nicht mehr viel geben, letztlich also schlauer sind. Meine Frage, ab wann genau man ein “Alter Sack” ist (schließlich will ich mich ja selbst einschätzen können) will man nicht beantworten.

Was wäre losgewesen, wenn Brüderle eine der Journalistinnen auf dem Podium als “Alte Schabracke” bezeichnet hätte? Er hätte zurücktreten müssen. Oberbürgermeisterin von Kiel kann man mit solcher Wortwahl aber bleiben, bei Frauen geht das.

Ausgerechnet Gaschke, die OB von Kiel, die Brüderle als Alten Sack bezeichnete, beklagte sich später in anderem Zusammenhang darüber, dass die “ungeschützte Rede immer schwieriger” würde, dass jedes Wort sofort auf die Waage käme und im digitalen Zeitalter sofort darüber berichtet werde. Sie forderte für sich das Recht ein, auch mal zuerst reden und erst danach denken zu dürfen. Als ob nicht genau diese #aufschrei-Propaganda und der ganze Feminismus genau dazu geführt hätten. Sie beklagen sich über das, was sie selbst geschaffen haben, als wollten sie, dass die genaue Überwachung nur für Männer, nicht für Frauen gälte. Ich fragte zwischen, ob sie damit nicht für sich genau das Recht einforderte, dass man Brüderle verweigere. Nein, verteidigte sie sich, sie habe Brüderle das ja nie vorgeworfen. Sitzt aber auf dem #aufschrei-Podium und nennt Brüderle einen alten Sack.

Das Lachen musste ich mir verkneifen als eine der Damen auf dem Podium berichtete, dass ihre (anscheinend noch sehr kleine) Tochter ihr energisch und stinksauer erklärt habe “Wir sind nicht gleich! Der Mann hat ein Pipi und die Frau hat was anderes!” und bemerkte, dass die Kleinen sich schon genervt fühlen.

Was ist das für ein Journalismus, wenn die Journalistinnen, die per Quote qualitätsfrei in die Chefredaktionen wollen, intellektuell von Kindergartenkindern überholt und zurechtgewiesen werden, und das auch noch putzig finden? Ich glaube, die Kleine war da wohl eher zur Chefredakteurin qualifiziert als die Mutter.

Irgendwie war’s dann auch mal wieder so, wie es immer ist, weil man nur Gleichmeinende einlädt, dass sie nicht mehr so richtig wussten, worüber sie reden sollten, und auf die schlimmen Piraten kamen. So das Notfall-Thema, wenn einem nichts einfällt. Wie schlimm frauenfeindlich die wären, nur frauenfeindliche Sprüche von denen kämen. Auch aus dem Publikum wurde über die Piraten geschimpft und gefragt, ob jemand von den Piraten da wäre und sich oute. Keiner.

Ich bin zwar (noch) Mitglied der Piraten und es hat mich gejuckt, mich zu melden, habe es aber aus mehreren Gründen gelassen. Erstens hätte es dann sofort geheißen “Ach, das sagt er nur, weil er von den Piraten ist”. Zweitens halte ich die Piraten (wie schon oft gebloggt) für einen großen Haufen unfähiger Idioten, und möchte auf gar keinen Fall mit denen identifiziert werden oder als “Pirat” dastehen oder wahrgenommen werden, wozu ich hier im Blog ja schon oft geschrieben habe (das wusste ich damals beim Eintritt nur noch nicht, weil das nach außen ja interessant aussah). Und drittens ist es ja genau andersherum: Die Piraten sind komplett feministisch übernommen, sind nur noch auf dem Gender-Idioten-Tripp und sperren jegliche Feminismuskritische Meinung, auf Listen, in Medien, in Blogs oder schreien sie nieder oder werfen die Leute gleich raus. Es ist grotesk, dass man hier auf die Piraten als frauenfeindlich schimpft, obwohl sie längst feministisch unterwandert, übernommen und nur noch auf einem hochaggressiven und strunzdummen Gender-Trip sind. Das aber in ein oder zwei Sätzen zu erläutern wäre unmöglich gewesen. Drum hab ich’s gelassen.

Zeigt aber auch, wie wenig Ahnung diese “Journalistinnen” da auf dem Podium von dem hatten, wogegen sie da hetzen.

Was mir da auch wieder mal aufgefallen ist, ist die monströse Medieninkompetenz der Medienmacher. Immer wieder habe ich gehört, wie stark Journalisten auf Twitter und Wikipedia bauen und darauf angewiesen sind, dass sie das praktisch kritiklos alles glauben und übernehmen. Dass die Social Media und darunter aber eben auch Twitter und vor allem Wikipedia, ganz massiv manipuliert, gefälscht, getrimmt, zensiert und gefiltert werden, kapieren die nicht und wollen die auch nicht wissen. So schlägt beispielsweise die amerikanisch-ideologische Informationsreinigung voll auf die Weltsicht deutscher Journalisten durch. Hatten wir uns nicht gerade darüber erregt, dass die USA uns abhören? Eine amerikanische Medienzensur durch die Hintertür stört hier aber keinen. Weil sie es nicht mal verstehen, liegt außerhalb des Weltbildes. Und dass es immer mehr Medienagenturen und -berater gibt, deren Geschäft das Fälschen und Verfälschen aller dieser Web-2.0-Medien auf Bestellung ist, bemerken ausgerechnet die nicht, die sich für unsere Medienelite halten. Man könnte ja als Anforderung einen Chefredakteur formulieren, nicht alles zu glauben, was in Twitter und Wikipedia steht. Aber das wäre dann schon frauenausgrenzend und sexistisch.

So entsteht Desinformation.

Einige Wochen vor der Konferenz hatten sie nach Ideen und Themen für Vorträge gefragt. Ich hatte vorgeschlagen mal zu beleuchten, welche journalistischen und technischen Fehler in der Berichterstattung über #aufschrei passiert sind. Wurde gleich abgelehnt. Die wollen gar nicht erst wissen, was sie falsch machen, weil jedes Mittel recht ist, um politische Ziele journalistisch durchzudrücken.

Ach, und in den Pausen war hier ein Fernsehteam vom NDR unterwegs, das Leute interviewt hat. Die Interviewerin hatte ein “I love ProQuote”-Button am Hosenbund. Dreimal dürft Ihr raten, nach welchen Kriterien die Interviewten ausgesucht wurden.

Nachtrag: So sieht das dann in der Netzwerk-Recherche-Eigendarstellung (bzw. der Journalistik-Schülerin Nina Marie Bust-Bartels) aus. Wenn Brüderle einer Journalistin (als Kompliment gemeint) sagt, dass sie ein Dirndl ausfüllen kann, ist das Sexismus. Aber Männer als “Alten Sack” zu bezeichnen, das halten die für normal und richtig. Rotzverlogen.

39 Kommentare (RSS-Feed)

Fx
15.6.2013 15:57
Kommentarlink

Hatten die Damen zufällig Voodoo-Puppen dabei?

Brüderle zieht sich bei Sturz mehrere Brüche zu
http://www.welt.de/politik/deutschland/article117153282/Bruederle-zieht-sich-bei-Sturz-mehrere-Brueche-zu.html


Immanuel
15.6.2013 15:58
Kommentarlink

@Hadmut: Mal eine persönliche Frage: “Wie zum Teufel hältst du das aus?!?” Ich würde aus jeder der von dir beschriebenen Veranstaltungen wahrscheinlich nach wenigen Minuten schreiend und/oder weinend rauslaufen… Machst du privat Zen-Meditation oder hast du einfach so eine angeborene Langmut?


Hadmut
15.6.2013 16:02
Kommentarlink

@Immanuell: Die Distanz des Forschers, der durch das Mikroskop blickt. Man darf sich da nicht emotional reinziehen lassen, sonder muss das analytisch sehen und sie hin und wieder mal verspotten.


Thomas M.
15.6.2013 16:21
Kommentarlink

Genau so wird bei Pro Quote manipuliert. Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass die Redakteurin hinter dem unsäglichen Schrott-Radiofeature “Maskuline Muskelspiele” ebenfalls Unterstützerin von Pro Quote ist: Ulrike Ebenbeck

So wird im öffentlichen Raum im Sinne von Pro Quote massiv manipuliert und indoktriniert – insbesondere in öffentlich-rechtlichen Medien.


qed
15.6.2013 17:49
Kommentarlink

Ceterum censeo, Carthaginem esse delendam…


claus
15.6.2013 18:40
Kommentarlink

“Dass die Social Media und darunter aber eben auch Twitter und vor allem Wikipedia, ganz massiv manipuliert, gefälscht, getrimmt, zensiert und gefiltert werden, kapieren die nicht und wollen die auch nicht wissen”

Man kann sich aber auch mit Hilfe manipulierter Artikel in Wikipedia informieren. Dazu muss man sich lediglich durch die Diskussionsseiten arbeiten. Allein formal lässt sich feststellen, was da läuft: gibt es Argumente ad hominem, ad verecundiam, werden Strohmannargumente verwendet, gibt es Tautologien, werden Dinge als gegeben betrachtet, für die es keine Belege gibt, wie werden Belege gewichtet, welche Seilschaften ergeben sich etc.?

Das ist natürlich zeitraubend und richtige Arbeit. Arbeit, die der zum Abschreiben von Wikipedia, Regierungserklärungen und anderen Quellen verkommene Journalist nicht mehr leistet.

Einserseits macht es mit Spaß, mich bei manchen Themen unabhängig zu informieren und nicht auf die Journaille angewiesen zu sein. Andererseits bin ich sauer, dass ich einen solchen Aufwand zur politischen Information selbst betreiben muss, weil die Journalisten ihre Arbeit einfach nicht mehr tun (@Hadmut: das darfst du denen gerne sagen *g*).


Fabian
15.6.2013 21:33
Kommentarlink

[quote]Die wollen gar nicht erst wissen, was sie falsch machen, weil jedes Mittel recht ist um politische Ziele journalistisch durchzudrücken.[/quote] Genau das ist der Punkt. Wir haben auf weiter Flur keinen Journalismus mehr, sondern nur noch Polit-PR. Ich würde ja wirklich gerne ein vernünftiges Periodikum lesen, aber sowas gibt es nicht auf dem Markt. Ständig stellt sich die Frage: welche bzw. wessen Agenda verfolgt ein Medium (oder Verlag)? Keine journalistische Ethik mehr vorhanden, die auf saubere Trennung von Berichterstattung und Meinung achtet und bei Meinung auf Ausgewogenheit von Pro und Contra. Essig ist es auch lange mit der Devise, dass sich ein Journalist nicht mit einer Sache gemein macht, selbst dann nicht wenn er sie für eine gute hält – wenn die denn überhaupt jemals ernsthaft bei irgendwem etwas gegolten hat.

Es geht um Kohle und Macht, und für die Lakaien, das journalistische Fußvolk, um den eigenen Arbeitsvertrag. Guter Journalismus ist unbezahlbar, im wörtlichen Sinne: wer einen solchen betreiben möchte, der darf nicht davon leben müssen und wollen.


Joe
15.6.2013 21:40
Kommentarlink

Man kann sich aber auch mit Hilfe manipulierter Artikel in Wikipedia informieren.

Wikipedia ist von Anfang als Desinformations- und Propagandawerkzeug angelegt worden und kann deshalb am besten mittels Diskreditierung bekämpft werden. Das geschieht, indem man die angeblich “nützlichen Artikel” möglichst unauffällig mit möglichst harm- und nutzlosen Fehlinformationen vergiftet. Wie das Beispiel um Herrn Guttenberg, der dank Wikipedia um einen Vornamen reicher geworden ist…

Wikipedia verdrängt nützliches und faktenrichtiges Wissen aus dem Netz und gehört deshalb gelöscht.


WikiMANNia
15.6.2013 22:44
Kommentarlink

“Web-2.0-Medien auf B(!)estellung”
“als “Intervention” gelehrt wir.”->wird

Irgendwie weiß man, wie das da bei denen zugeht, und doch fühlt man sich betroffen, wenn es noch einmal durch einen persönlichen Erlebnisbericht bestätigt wird.

Hadmut Danischs “Hauptfächer” sind ja Wissenschaft, Forschung und Hochschulpolitik. Die wichtigste Erkenntnis aus allem ist, dass das kein Einzelproblem darstellt, sondern sich flächendeckend durch alle Bereiche Familienpolitik, Bildungspolitik, Europäische Union, Finanzpolitik, Hochschule, Forschung, Regierung, Justiz und Medien zieht. Deutschland wirkt wie ein maroder, morscher Kahn, der sinkt, weil man gar nicht soviele Hände hat, wie man Löcher stopfen müsste.

Es ist sowas von deprimierend, dazu als Sahnehäubchen, die selbstgefällige Selbstzufriedenheit.

Irgendwie verspüre ich den dringenden Wunsch, das Irrenhaus Deutschland verlassen zu wollen.


WikiMANNia
15.6.2013 22:47
Kommentarlink

“Und dass es immer mehr Medienagenturen und -berater ist,”-> gibt
“jedes Mittel recht ist um politische Ziele journalistisch durchzudrücken.”-> ist, um …

Ich weiß, Danisch ist auf einer Konferenz, aber Qualitätsjournalismus hat seinen Anspruch. 😉


jck
15.6.2013 23:06
Kommentarlink

Ich werde etwas abschweifen, daher erstmal: Ich verstehe, Hadmut, nicht, warum du bei den Piraten geblieben bist. ’09-11 war das eine sinnvolle Gruppe, aber dann wurde mir das schon im Mumble zu doof, und irgendwann dann auch im RL – ich bin da lange raus – aus den Gründen, die Du hier berichtest, und vielen mehr, aber die gehen alle in die “falsche” Richtung.

Das Problem an der “falschen” Richtung ist aber meines Erachtens nicht, dass sie “links” (wie bei den Piraten) oder, wovon wohl die meisten Medien überzeugt sind, “rechts” (wie bei den Männerrechtlern) ist. Meiner Ansicht nach ist die falsche Richtung deswegen eine falsche Richtung, weil alle “Populisten” nur reden, reden, reden… ohne Grund, ohne Rechtfertigung, ohne Sinn und Ziel. “Frauen in Aufsichtsräte” nimmt sich nicht viel im Vergleich zu “Ausländer raus”, wenn man analysiert, was dahintersteht – nämlich sicher keine nachvollziehbare, objektive, logische Begründbarkeit, sondern nur eine dümmliche Ideologie.

Und da fällt mir ein “altes” Sprichwort ein, von dem ich das Gefühl habe, dass es das Gros der Menschen mittlerweile als Wahrheit akzeptiert hat: “Die Feder ist mächtiger als das Schwert” – die moderne Abwandlung des alttestamentlichen “Schwerter zu Pflugscharen”. Kerngehalt: Glaube an das “Gute”, und es passiert schon. Wie das in der Praxis aussieht, davon können alle, die den Quatsch (meine Meinung) geglaubt haben, ein Lied singen: Man denke an die Judenverfolgung (vor 2000 Jahren), die Christenverfolgung (vor 2000 Jahren) – oder an die Judenverfolgung (vor nicht mal 100 Jahren) oder…

Nein, ich habe dafür auch keine Lösung, ich hoffe nur, dass die Menschen mit den Federn zur Vernunft kommen, bis ein paar Spinner mit Schwertern ihnen zeigen, dass so eine Feder ein Schwert einen feuchten Kehricht interessiert. Ich hoffe das natürlich auch egoistisch deswegen, da auch ich mit einer Feder (Tastatur) besser umgehen kann als mit einem Schwert.

Ich glaube nur nicht, dass politisch “links” das einzig richtige sein kann. Dass das Gleiche bei den “Rechten” der Fall ist, ist sowieso offensichtlich. Die Medien – privat wie zwangsfinanziert – sind schon lange keine “Fourth Estate” mehr, allein die erwähnte Finanzierung verbittet sich das. Wäre es nicht langsam Zeit, nachdem schon keiner das links/rechts-Problem lösen möchte, wenigstens die Systemdefinition zu ändern und die wirkliche Meinung des Volkes (a.k.a. Internet) als Vierte Gewalt anzuerkennen?


Hadmut
15.6.2013 23:42
Kommentarlink

> Ich verstehe, Hadmut, nicht, warum du bei den Piraten geblieben bist.

Ach, ich glaube, ich war nie richtig bei denen. Aber formal Mitglied zu sein, ermöglicht es eben, Innenanblicke zu ergattern.


JMK
15.6.2013 23:47
Kommentarlink

“Alles, was es an Kritik zu #aufschrei gäbe, wurde in die Kategorie “denen sollte man die Klitoris mit stumpfem Messer abschneiden” und “lass Dir die Titten abnehmen” (oder so ähnlich)”

Danach habe ich aufgehört zu lesen. Was für dumm-eklige Aussagen.


Hadmut
15.6.2013 23:56
Kommentarlink

> Danach habe ich aufgehört zu lesen. Was für dumm-eklige Aussagen.

Da kann ich doch nichts dafür, das haben doch die erzählt.


Alex
16.6.2013 0:06
Kommentarlink

Ja, indirekte Rede und so.
Eventuell solltest Du sowas farblich hervorheben (weißt doch noch, in der Schule meinten die Lehrer_*_i/Innen immer, dass man sowas in Texten farblich markieren soll)


Hadmut
16.6.2013 0:13
Kommentarlink

Nein, auf so einer Schule war ich nicht…


@Danisch (((“Wie schlimm frauenfeindlich die wären, nur frauenfeindliche Sprüche von denen kämen. Auch aus dem Publikum wurde über die Piraten geschimpft”)))

Was hat man denn genau gegen die Piraten? Irgendetwas Konkretes?


Hadmut
16.6.2013 0:34
Kommentarlink

War dem nicht so genau zu entnehmen, so ein abgrundtiefer Hass auf alles vermeintliche Frauenfeindliche, dabei sind die Piraten doch längst komplett durchgegendert und feminisiert.


O.
16.6.2013 3:06
Kommentarlink

Hier kommt’s Schwesterle:

Anne Wizorek | #Aufschrei: Germany and the Rising Wave of Femi….
http://www.youtube.com/watch?v=-Ma1U_DJZEI


O.
16.6.2013 4:20
Kommentarlink

@Immanuel:
“Hadmut: Mal eine persönliche Frage: “Wie zum Teufel hältst du das aus?!?”

Es gibt eben noch Helden 😉


O.
16.6.2013 4:36
Kommentarlink

“Nein, ich habe dafür auch keine Lösung, ich hoffe nur, dass die Menschen mit den Federn zur Vernunft kommen, bis ein paar Spinner mit Schwertern ihnen zeigen, dass so eine Feder ein Schwert einen feuchten Kehricht interessiert. Ich hoffe das natürlich auch egoistisch deswegen, da auch ich mit einer Feder (Tastatur) besser umgehen kann als mit einem Schwert.”

Das mit dem Schwert erledigt der Islam dann schon.

Der wird ja deswegen auch hierzulande eifrig importiert,
weil er gegen die (letzten guten) Feder-Künstler ins Feld
geführt werden soll. Da herrscht nämlich auc Denk- und Redeverbot.

Irgendeine der Ideologien wird sich schon durchsetzen und das Denken zersetzen.
Hauptsache, man hat ein Instrument, um die Leute mundtot zu machen.
Solange es noch in nder Erprobungsphase ist, lässt man sie gewähren.
Sobald sich eine Strategie als gangbar herausgestallt haben wird, wird es Staatsräson werden.


O.
16.6.2013 4:38
Kommentarlink

“dass die Menschen mit den Federn zur Vernunft kommen, bis ein paar Spinner mit Schwertern ihnen zeigen, dass so eine Feder”

soll wohl
s/bis/bevor/
heissen…


O.
16.6.2013 4:40
Kommentarlink

“und die wirkliche Meinung des Volkes (a.k.a. Internet) als Vierte Gewalt anzuerkennen?”

Welche der jeweils betrachteten Realitäten des Internet hier wohl gemeint sein mögen, das bleibt wohl spekulativ.

Vielleicht ist ja #Aufschrei die gemeinte Internetrealität?


O.
16.6.2013 4:42
Kommentarlink

@JMK:
““Alles, was es an Kritik zu #aufschrei gäbe, wurde in die Kategorie “denen sollte man die Klitoris mit stumpfem Messer abschneiden” und “lass Dir die Titten abnehmen” (oder so ähnlich)”

Danach habe ich aufgehört zu lesen. Was für dumm-eklige Aussagen.

Solche Dumpfbacken gibt es leider wirklich.
Das ist nicht nur alles von Feministinnen erfunden worden.
Nur werden solche Fundstücke leider auf alle Männer verallgemeinert, und darin liegt das Problem.


Hadmut
16.6.2013 9:39
Kommentarlink

> Solche Dumpfbacken gibt es leider wirklich.

Das ist mir schon klar, dass es solche Idioten wirklich gibt und Feministinnen sich solche Sprüche vermutlich nicht ausgedacht haben (obwohl mir bei dem hohen Maß an Manipulationen von Medien wie Twitter und Wikipedia häufig der Gedanke kommt, ob das nicht Undercover-Agents sind, die Ausreden liefern, denn das würde zur feministischen Taktik voll passen).

Davon aber ganz abgesehen ist es einfach rotzverlogen so zu tun, als gäbe es nur solche “Kritik”.


Herrmann
16.6.2013 9:03
Kommentarlink

Eine Provinzposse, die zeigt wohin die Reise geht.
http://dieschenker.wordpress.com/2013/06/16/zeitungs-artikel-zu-bildungs-fest-problem-und-kommentar/

Der Aussteiger und Waldmensch Öff Öff (bürgerlich Jürgen Wagner) und die Vereine in seinem Umfeld dürfen nicht am Bildungsfest teilnehmen. Der Grund: Eine Unbekannte behaupte, er habe sie im vergangenen Jahr “auf den Lahnwiesen schief angeschaut” und “sich dadurch belästigt gefühlt”.

Jau, und diese Genderisten durchsetzen dann die drei Staatsgewalten plus Presse. Keine Unschuldsvermutung mehr. Stattdessen Sippenhaft.


User
16.6.2013 10:36
Kommentarlink

Sind diese Sprüche wirklich so gefallen (das mit der Klitoris und den Brüsten)? Ich hatte bisher immer den Eindruck, dass die Medienleute zumindest bei der Wortwahl den Schein des Seriösen aufrechterhalten. Oder war das als Zitat gebraucht? Irgendwie kann ich mir das gar nicht vorstellen, dass das so niveaulos auf einer Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche abgeht. Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass Du sowas erfindest. Ist das irgendwie aus dem Kontext? Solche Wortwahl hätte ich auf einer solchen Veranstaltung nicht erwartet. Das ist doch nicht RTL2 oder doch?… widerlich


Hadmut
16.6.2013 10:42
Kommentarlink

Diese Sprüche sind offenbar früher im Internet gegen Feministinnen gefallen, und wurden von ihnen hier zitiert.

Solche Sprüche sind natürlich nicht in Ordnung, und es ist völlig legitim und korrekt, wenn sie sie dort zitieren und darüber berichten (falls es nicht, wie ich gelegentlich argwöhne, selbst im “Feindesland” unternommene Aktionen sind, um einen Skandal vorzugaukeln).

Was mich daran gewaltig stört ist die Tatsache, dass sie immer so tun, als wäre das die einzige Kritik, die es an ProQuote, Aufschrei, Feminismus usw. gibt und dass sie jeden Kritiker gleich in diese Schublade zu stecken versuchen. Feministinnen betreiben hier eine massive Desinformation und Betrug der Öffentlichkeit, und irgendwelche Idioten liefern ihnen mit solchen Sprüchen die Vorwände dazu.


Karl
16.6.2013 11:24
Kommentarlink

Da gibt es schon noch andere Kritik. Ich habe denen das mal auf facebook einfach vorgerechnet, also einfach nachgewiesen, dass – unter bestimmten Prämissen – rein mathematisch gar nichts anderes rauskommen kann als ein hoher Männeranteil in Führungspositionen und dass das nichts mit Diskriminierung zu tun hat. 2 + 2 ist eben 4 und nicht 5, da kann niemand was dafür.

Reaktion: Zähnefletschende Aggression, alles gelöscht.

Weil sie es 1. nicht widerlegen konnten und es 2. augenscheinlich gar nicht erst begriffen haben.


anonKlaus
16.6.2013 11:46
Kommentarlink

@Herrmann @Hadmut
das klingt alles schwer nach Kultbildung bzw. Kultvollzug mit der Brechstange. Aber anstatt dass der Kult unter sich bleibt, auf die Apokalypse wartet und dann Massensuizid praktiziert, vereinnahmt dieser Kult die Meinungsbildungsprozesse in der gesamten Gesellschaft (via ‘Medien’).

im Grzimekmodus für den Naturforscher:
Vielleicht wird es Zeit diesen Feminismus als Virusinfekt anzusehen. Denn es ist offensichtlich, dass der gesunde Menschenverstand in erheblichen Maße in Mitleidenschaft gezogen wird während dieses Befalls. Also anstatt die possierlichen Wirtstierchen bloßzustellen in der Öffentlichkeit, sollte man sie in Quarantäne pflegen und eine Weitergabe ihrer Gene (dafür sorgen sie in den allermeisten Fällen selbst) und des Virus unterbinden. Denn es bestehen erhebliche Überlebensgefahren für den gesunden Menschenverstand der ganzen Spezies.


claus
16.6.2013 11:54
Kommentarlink

@Herrmann “Eine Provinzposse, die zeigt wohin die Reise geht”

Das war ein guter Link. Hast du noch mehr solcher Beispiele?


[…] Hadmut Danisch  – Ansichten eines Informatikers. “Rainer Brüderle ist ein alter Sack&#… […]


@anonKlaus (((“Vielleicht wird es Zeit diesen Feminismus als Virusinfekt anzusehen. Denn es ist offensichtlich, dass der gesunde Menschenverstand in erheblichen Maße in Mitleidenschaft gezogen wird während dieses Befalls.”)))

Wahrscheinlicher ist die Umweltgifttheorie:

Before the late 19th century, urine entered the environment via privies, cesspools, and ditch sewers (Rockefeller, 1996). It was thus discharged into a warm stagnant medium rich in organic matter—ideal conditions for rapid breakdown of the estrogen molecule by nitrifying bacteria (Vader et al., 2000). These same conditions, however, increasingly became a threat to public health, particularly in the ever larger and more numerous urban centers.

And so a new disposal system was developed. Human waste was now expedited via sewers to a central facility where the liquid component would be separated and rapidly discharged into the nearest cold body of water—which often doubled as the city’s source of drinking water. It was a perfect system for discharging urinary estrogen into the environment with as little biodegradation as possible … and then bringing it back into the human organism. As for urinary androgen, it was also present in wastewater but at much lower levels because of its lower solubility in water (Tabak et al., 1981).

That system survived until the late 1960s and early 1970s, when concern about pollution brought an upgrading of almost all sewage treatment facilities. If we look at the total number of Americans who produce untreated wastewater, this number peaked at 70 million in 1960 before falling to 2 million after passage of the Clean Water Act in 1972 (Copeland, 1993; US Council on Environment Quality, 1984). Primary treatment removes 35?55% of estrogen from wastewater, and this proportion rises to 50?70% for secondary treatment (Tabak et al., 1981). Today, tertiary treatment removes 90% of all natural and synthetic estrogenic compounds (LeQuire, 1999).

But what about the 100-year period when most wastewater went untreated? During that time, the main sources of drinking water must have been highly contaminated with estrogen. What were the effects? The most obvious ones would have been a decline in sperm counts and a rise in male infertility. But were there others? And should we soon see a reversal of these trends?

http://evoandproud.blogspot.ru/2012/08/what-you-dont-know-can-hurt-you.html

http://evoandproud.blogspot.ca/2009/03/urinary-estrogen-theory-part-i.html


Stefan H.
16.6.2013 14:45
Kommentarlink

Zum Nachtragslink: Die Passage ist ja grossartig:

“Wütend meldet sich ein Mann aus dem Publikum zu Wort. “Ab welchem Alter ist man für Sie ein ‘alter Sack’?”, fragt er die Frauen auf dem Podium. Der Vorwurf: “Ageism”. “Brüderles Verhalten steht für die Haltung einer Generation”, verteidigt Susanne Gaschke ihre Wortwahl. Moderatorin Susanne Stichler verspricht dem aufgebrachten Zuhörer, der Ausdruck werde nicht mehr verwendet. Mit einem Augenzwinkern fängt sie die Kritik souverän auf.”

Haben die dich doch ‘mit einem Augenzwinkern’ souverän auflaufen lassen…?


Hadmut
16.6.2013 15:06
Kommentarlink

Nein, denn erstens habe ich viel mehr gesagt, zweitens waren sie ziemlich derdattert und haben sich auch dann entschuldigt und teils zugegeben, dass es ein Fehler war.

Der Bericht versucht, das ganze abzuwiegeln. Souverän war da gar nichts, die waren einfach voll getroffen.


Flo
16.6.2013 16:06
Kommentarlink

Grüß Dich. Ich kam gestern über Rivva zu diesem Text und hab es nicht bereut. Sehr fein!

Ich hab schon gar keine Lust mehr, mich im Detail mit diesen militanten Gendermenschen (oh, wie ich den Ausdruck “Gender” mittlerweile hasse) rumzustreiten. Die gehen mir nur noch auf den Sack mit ihren größtenteils seltsamen Ansichten und der Zerstörung dieser schönen Sprache. Ich hab echt genug mit wirklichen Problemen zu tun. – Umso erfreulicher war, daß es doch noch Leute gibt, die sich das antun und dann noch auf eine so klasse Art und Weise.

Viel Erfolg noch bei was auch immer. Gruß!


P-Moritz
16.6.2013 17:33
Kommentarlink

@Fabian: Kannst ja mal Compact ausprobieren.


Bavarico
18.10.2013 20:59
Kommentarlink

Bavarico
19.10.2013 16:06
Kommentarlink

Video zu Netzwerkrecherche
Zu Brüderle und Aufschrei ich leider auch nichts im Netz. Aber hier ist eins wo Hadmut seine hier bereits dokumentierte Frage stellt:
10:58 – 12:12
http://www.youtube.com/watch?v=-OFGT4YJA4Y