Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Hochwasser gendern

Hadmut
6.6.2013 0:08

Ja. Auch das noch. Die Skala der Dummheit ist im Wissenschaftsbereich nach unten unbeschränkt.

Würde ich Genderismus parodieren und deren übliche Phrasen und Redewendungen verwenden wollen, würde ich sowas schreiben wie:

Hochwasser lässt sich auch als kulturelles Artefakt verstehen, das allein auf sozialen Stereotypen Rollenkonzepten und männlichen Machtphantasien beruht. Hochwasser wurden nur kulturell und hydrologistisch erfunden, um männliche Stärke bei Deichbauten, Feuerwehreinsätzen usw. zu demonstrieren und der Bevölkerung die männliche Machtposition vor Augen zu führen. In einer matriarchalischen Gesellschaft gäbe es kein Hochwasser. Hochwasser überwinden heißt die männliche Gesellschaft zu überwinden.” Oder so.

Realsatire ist, wenn man von der Realität überholt wird. Ein Kommentator machte mich gerade auf dieses Pamphlet der TU Darmstadt aufmerksam. Soll sich jetzt jeder selbst überlegen, ob er das für Satire hält. Es geht um „Hochwasserschutz und Gender”, wohlgemerkt „im Auftrag des Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherzeit (BMU) geförderten Projekts „Wissenschaftliche Begleitung zur Einführung des Gender Mainstreaming in die Regelpraxis des BMU”. Von Sandra Pennekamp und Birgit Haupter.

Jau.

Kostprobe:

Das Thema Hochwasserschutz war aufgrund der bisherigen Entwicklung technisch geprägt (hydrologische Modellrechnungen, Flussausbau, Deichbau, technische Regelung des Wasserabflusses) und den Fachkreisen vorbehalten. Das Ziel war und ist, Menschenleben sowie Sachwerte vor Zerstörung und Beeinträchtigung durch Hochwasserereignisse zu schützen, wobei sich eine „Gefährdung“ durch berechnete bzw. modellierte Wasserhöhen und der Häufigkeit eines Ereignisses auf der einen Seite sowie „Wertigkeit“ bzw. Empfindlichkeit des zu schützenden Objekts auf der anderen Seite ergibt. Die Frage nach der Betroffenheit bestimmter sozialer und gesellschaftlicher Gruppen stellt sich im Hinblick auf die Katastrophenschutzplanung, sobald es sich um den Schutz von bzw. den Umgang mit besonderen Einrichtungen wie z. B. Krankenhäuser, Altersheime, Schulen etc. handelt. In diesem Zusammenhang wurden bisher Genderperspektiven nicht thematisiert.

Mit der Entwicklung des Instrumentes vorsorgender Hochwasserschutz wird in mehrfacher Hinsicht eine nachhaltige Entwicklung befördert. Zum einen werden die Maßnahmen des vorsorgenden Hochwasserschutzes im Gegensatz zum ehemals rein technischen Hochwasserschutz unter verstärkter Berücksichtigung des Aspekts der Nachhaltigkeit (Berücksichtigung von Wechselwirkungen, Entwicklung ökologischer Maßnahmen) entwickelt. Zum anderen wird durch die Einbeziehung der verschiedenen Akteure und der betroffenen Bevölkerung die soziale Komponente des Hochwasserschutzes stärker in die Betrachtung einbezogen. Im Zuge dessen sind bisher gleichstellungspolitische Ziele
bzw. Genderaspekte nicht explizit thematisiert.

Ein Projekt, an dem beispielhaft die stärkere Einbeziehung lokaler und regionaler Gruppen in Fragen rund um den vorsorgenden Hochwasserschutz aufgezeigt wird, ist das Interreg IIIB-Projekt Freude am Fluss (s. Anhang 6.2). Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung von Maßnahmen zum vorsorgenden Hochwasserschutz auf der Basis intensiver Kooperationen mit allen lokalen und regionalen Akteuren und Betroffenen. Hierzu sind u.a. sozialwissenschaftliche Analysen über den Umgang und die Visionen der verschiedenen betroffenen Gruppierungen (auch im Hinblick auf Gender- und Diversity-Fragestellungen) mit den Themen Leben am Fluss und vorsorgender Hochwasserschutz vorgesehen. Aus der Verschiebung der Schwerpunkte vom technischen Hochwasserschutz hin zum vorsorgenden Hochwasserschutz, vor allem hinsichtlich der planerischen Möglichkeiten und Instrumente (Bauleitplanung, Regionalplanung, kooperative Instrumente) sowie seit kürzerem auch der verhaltensorientierten Ansätze, ergeben sich Berührungspunkte mit den im Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) erarbeiteten Genderdimensionen, vor allem in Bezug zur Frage von Partizipation und Gestaltungsmacht.

[…]
Aus Untersuchungen über Planungs- und Entscheidungsprozesse in der Gesellschaft ist bekannt, dass in den entsprechenden Disziplinen hauptsächlich Männer (Architekten, Planer, Bauherren, Politiker) tätig sind und es überwiegend männliche Lebensbedingungen sind, die die entstehenden Strukturen und das Erscheinungsbild der Umwelt prägen. Die Lebenswelt dieser planenden Männer, charakterisiert als erwerbstätig, unabhängig, gut verdienend, im besten Alter, gesund und mobil, (vgl. Zibell 1995) unterscheidet sich sehr von der von Frauen oder auch anderen gesellschaftlichen Gruppen. Gleichzeitig ist die Betroffenheit von den Ergebnissen der Planung (Gestaltung von Wohngebieten, Wohnumfeldern etc.) bei Frauen oft höher als bei Männern.

Ja. Thema „Leben am Fluss”. Ja.

Und wieder sind die weißen, mittelalten, gesunden Männer die, die an allem schuld sind. Warum sieht man im Fernsehen bei den Rettungstruppen eigentlich immer fast nur Männer? Nix Frauenquote? Ich frage mich sowieso, warum man beim Katastrophenschutz, bei der Berufsfeuerwehr, bei Technischen Hilfswerk nicht viel mehr Blinde und Rollstuhlfahrer einsetzt, um sie zu integrieren und gleichzustellen.

Sie erklären dann auch, dass Frauen von Hochwasser viel betroffener sind als Männer:

  • Frauen haben die Hauptverantwortung für häusliche Aufgaben und sorgen sich mehr, wenn der Haushalt beschädigt/zerstört und somit die Erledigung der Aufgaben erschwert ist.
  • Berufstätige Frauen haben die doppelte Belastung durch Erwerbsarbeit und häuslichen Verantwortung (Aufräumarbeiten, Säuberungen, Wiederherstellung, Aufbau, Renovierungen).
  • Frauen übernehmen im Allgemeinen eher die Verantwortung für den Wiederaufbau, die Verhandlungen mit Versicherern, Handwerkern, Baufirmen etc.
  • Frauen verbringen i. d. R. mehr Zeit zu Hause und haben weniger Möglichkeiten, vor den Erinnerungen/Erfahrungen zu fliehen (aus dem häuslichen Alltag zu fliehen, z. B. an einen Arbeitsplatz außer Haus).
  • Frauen stehen in solchen Fällen häufig vor der Aufgabe, mit einem männlich dominierten Verwaltungssystem (Behörden, Versicherungen) zurecht kommen zu müssen.

Ja klar. Erinnert mich an ein Zitat von Hillary Clinton:

Women have always been the primary victims of war. Women lose their husbands, their fathers, their sons in combat. Women often have to flee from the only homes they have ever known. Women are often the refugees from conflict and sometimes, more frequently in today’s warfare, victims. Women are often left with the responsibility, alone, of raising the children.

Die Männer müssen in den Krieg, liegen im Dreck, werden erschossen oder verwundet, und die Frauen, die zuhause hocken, sind die „primary victims”.

Und wie immer geht’s hier im den Paper auch nur um Geld und Macht, nicht um Arbeiten oder Hochwasser verhindern:

Durch den planerischen und akteursbezogenen Ansatz des vorsorgenden Hochwasserschutzes sind unter Gendergesichtspunkten Fragen der Partizipation und Gestaltungsmacht ein wichtiger Faktor. […] Beispielhaft kann hier das Interreg IIIB-Projekt Oderregio (s. Anhang) genannt werden, im Rahmen dessen eine Kommunikationsstrategie erarbeitet wird, die auch eine gender- und zielgruppengerechte Ausrichtung thematisiert.

Das ganze teuer vom Ministerium gefördert. Ergebnis gleich null, weil nicht der geringste Hinweis darauf, wie man Hochwasser oder dessen Schäden vermeiden könnte. Nur Lamentieren und Opferklagen, und der Vorschlag, den Leuten bei der Evakuierung jetzt vielleicht mitfühlender und zielgruppengerechter zu sagen, dass sie wegmüssen, weil die Wohnung gleich absäuft.

Typischer Fall von leistungsunabhängiger Frauenquote bei den Forschungsgeldern und dummem Pro-Forma-Geschwafel um Geld und Einträge in der Publikationsliste abzuholen.

Die echte Arbeit müssen wieder die Männer machen, aber dafür auf Forschungsgelder verzichten, weil die an Frauen für so einen Blödsinn gezahlt werden müssen.

34 Kommentare (RSS-Feed)

Maik
6.6.2013 0:43
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Versuch doch mal bitte das den Leute vor Ort vorzutragen, die gerade die Sandsäcke stapeln, um Ihr Hab und Gut schützen. Ich bezweifele das Du weit oder gar bis zum Ende kommen wirst.
Es gibt Momente wo man sich manche Dinge doch lieber sparen sollte.

Grüße Maik


Hadmut
6.6.2013 0:57
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Man sollte ihnen sagen, dass die Politik solches Geschwätz mit Steuergeldern fördert, anstatt etwas gegen das Hochwasser zu unternehmen.

Denn das Geld, das diese Gender-Spinner bekommen, wird ja den ernsthaften Forschern abgeknöpft.

Man könnte auch sagen, dass die Gender-Forschungsbetrugsszene sogar noch an Katastrophen abkassiert, um sich zu bereichern und ihren Blödsinn zu finanzieren. Gefällt den Leuten sicher gut.


Maik
6.6.2013 1:04
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Fahr hin und mach das mal, sie werden sich bestimmt freuen 😉


O.
6.6.2013 4:04
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@Maik:
Und wer schleppt da gerade die meisten Sandsäcke?


O.
6.6.2013 4:18
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..immerhin, ein paar Frauen sieht man da auch beim Schleppen… na wird auch Zeit, daß die auch malanpacken und nicht nur jammern.
Aber es ist eh eine unterschiedliche Art von Frauen, die anpacken und die rum jammern. Aber die Jammerdamen sind sich nicht nur zu fein zum anpacken, sondern verdienen auch besser Geld mit mehr Gesülze. Und die, die zupacken brauchen nicht jammern, denn sie wissen, was sie vollbrcht haben.
Nur wer den ganzen Tag sesselpupend übr Männer herzieht, weil die auch was leisten, hat einen grund zum jammern, denn die eigene minderwertgkeit kotzt die selbst an. Und sie ändern daran nichts bei sich selbst, sondern schieben die Verantwortung ab.
Opferhaltung.
Opferhaltung ist immer dazu da, anderen Schuld zuzusprechen.
Miese Tour.

@Maik: “Es gibt Momente wo man sich manche Dinge doch lieber sparen sollte”

Man sollte sich eher sparen, solch Geschwafel in der Uni zu verzapfen.
Das Geld ist in konkreten hilfsaktionen odr sinnvollerPlanung besser angelegt.

Gender im Hochwasserschutz?
Achso, Frauen können janicht schimmen. 😉
Ja, das wird man zukünftig dann wohl berücksichtigen müssen….


Wildlife
6.6.2013 5:14
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Zitat:
“Zum anderen wird durch die Einbeziehung der verschiedenen Akteure und der betroffenen Bevölkerung die soziale Komponente des Hochwasserschutzes stärker in die Betrachtung einbezogen.”

Sozial kann man nichts dagegen tun, daß das Wasser kommt. Und spätestens, wenn die betroffene Bevölkerung und die verschiedenen Akteure per Kommando einbezogen werden, ist es mit “sozial” vorbei: Dann folgen nämlich alle als Einzelwesen dem Kommando, und nichts entwickelt sich mehr aus sozialer Interaktion.

Zitat:
“Zum einen werden die Maßnahmen des vorsorgenden Hochwasserschutzes im Gegensatz zum ehemals rein technischen Hochwasserschutz unter verstärkter Berücksichtigung des Aspekts der Nachhaltigkeit (Berücksichtigung von Wechselwirkungen, Entwicklung ökologischer Maßnahmen) entwickelt.”

Wenn vorsorgender Hochwasserschutz untechnisch sein soll, kann damit eigentlich nur die Vorbereitung auf den Fall, daß das Wasser eben d o c h kommt, gemeint sein. Und die ist immer noch logistisch – also auch männlich-logisch. Und wie untechnisch ist das Notstromaggregat auf dem Dachboden?
Was “ökologische” Maßnahmen angeht: So eine Flußaue ist unter dem Aspekt Hochwasserschutz auch nur in technischen Parametern interessant: Fassungsvermögen, Höhenprofil, Durchflußwiderstand, Erodierbarkeit des Bodens etc. Ob da jetzt eine Aue liegt oder eine regulationstechnisch gleichwertige technische Anlage, ist dem Hochwasserschutz egal.


null815
6.6.2013 6:26
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@Maik:
Umso unverständlicher das solche Forderungen aufgestellt werden. Es ist gut und richtig das wir an dieser Stelle über solche Abstrusitäten unterrichtet werden.


Niko
6.6.2013 7:23
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Hmmmm… Verkehrte Welt: Auf der einen Seite das System “Gender” mit seinen starren Rollenbildern (Mann = Täter, Frau = Opfer), auf der anderen Seite ungegenderte Freiwillige (Männer und Frauen, bzw. Studenden und Studentinnen) an den Flutbarrieren, die zusammen Sandsäcke stapeln und damit “ihr Geschlecht nicht als Handicap sondern Chance zur Partizipation begreifen” (oder so). Irgendwie finde ich, dass letzteres eine stärkere Aura der gleichen Rechte _und_ Pflichten ausstrahlt als ersteres… 🙂

0.02 EUR
Niko


ein anderer Stefan
6.6.2013 7:36
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Zum Glück ist “das” Wasser ein Neutrum…
Aber: “Der” Fluß – da haben wir den Übeltäter: einen Mann.

Die haben sie doch echt nicht alle. Wenn sich nun mal nur Männer für die Aufgabe der Planung des Hochwasserschutzes interessieren (die definitiv ziemlich unsexy ist), dann sollten die Frauen nicht rumjammern, sondern sich die Qualifikationen erarbeiten und sich fachkompetent einbringen, wenn sie das denn wollen. Dem Wasser ist Gender ziemlich wurst (kann ich hier in Dresden gerade sehen). Ich weiss auch nicht, wie eine weiblich geprägte geplante Umwelt aussehen sollte. Gute Ideen zum Hochwasserschutz sind immer willkommen, da kann man sicher die Leute in Grimma fragen. Denen ist es ziemlich egal, wer da plant, sofern am Ende was brauchbares und funktionierendes bei rauskommt.


Eva
6.6.2013 7:52
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Wenn man sich beim Thema “Hochwasserschutz” demnächst nur noch unterhalten darf, wenn in der diskutierenden Gruppe wenigstens 1 Tauber, 1 Blinder, 84 Frauen, 1 Gehbehinderter und 1 weißer mitt40er Mann vertreten sind – ersauf ich lieber. Vorschlag zur Güte: Statt Sandsäcken aufschichten, schichtet doch völlig abgedrehte Feministinnen am Flußrand auf – das ist eine tragende Rolle die sich in der Gesellschaft sicher gut macht und jede kann sagen: ICH WAR DABEI! …. sorry, aber an irgend einer Stelle geht Feminismus in eine wahnwitzige-irre Richtung. Ich sage nur Uni Leipzig “Der Proffessorin” http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/neue-schreibweise-nur-noch-professorinnen-an-der-uni-leipzig-12210792.html


Marc
6.6.2013 8:27
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Und wenn wir dann lesen, dass “weitere 500 Millionen Euro für den Hochwasserschutz zur Verfügung gestellt werden”, dann bitte schön hinterfragen, wieviel davon für Gendergeschwurbel ist.


Venatrix
6.6.2013 9:23
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Zitat:
„Zum Glück ist “das” Wasser ein Neutrum…
Aber: “Der” Fluß – da haben wir den Übeltäter: einen Mann.“

Interessanterweise haben die meisten Flüsse allerdings weibliche Namen (Rhein und Main sind da eher die Ausnahme), also wird’s da schwierig zu sagen: Der Elbe ist der Böse. 😉


Dominik
6.6.2013 10:47
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> Interessanterweise haben die meisten Flüsse allerdings weibliche Namen (Rhein und Main sind da eher die Ausnahme), also wird’s da schwierig zu sagen: Der Elbe ist der Böse.

Wieso: DER Elbe böses Wesen

Ach, die deutsche Sprache (und ganz besonders der Genitiv) ist schon was Feines. DIE Sprache ist ja auch weiblich hahahahahaha


Flusskiesel
6.6.2013 10:49
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@Venatrix
“Der Elbe ist der Böse”
Jetzt lass doch den armen Legolas in Ruhe!! 😉
SCNR


Tacco
6.6.2013 11:21
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“Frauen haben die Hauptverantwortung für häusliche Aufgaben und sorgen sich mehr, wenn der Haushalt beschädigt/zerstört und somit die Erledigung der Aufgaben erschwert ist”.

Alter Schwede, in diesem Satz steckt der gebündelte Schwachsinn. Für solche Zitate sollte es m.M.n eine Hall of shame geben, in der dieser Wahnsinn dokumentiert\archiviert wird.


Jens
6.6.2013 11:24
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@Venatrix: Und vom Rhein hört man bisher nichts.

Es ist also so: Flüsse sind eigentlich weiblich und lieblich anzuschauen. Da sie aber gezwungen werden, einem männlichen Rollenbild (“_der_ Fluss”) zu entsprechen, geraten sie in eine Identitätskrise, die zu diesen Gewaltexzessen führt.


Masi
6.6.2013 11:27
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Ich glaube, das war auch Grimma, bin aber nicht sicher. Dort wurde nach dem Jahrhuderthochwasser beschlossen eine Schutzmauer zu bauen. Den Bau haben verschiedene Bürgerinitiativen verzögert und jetzt ist die Mauer nicht fertig geworden und die Stadt wieder abgesoffen. Da kann man dann auch sehen, wohin zu viel Mitbestimmung unmündiger Bürger führt. Ich würde die Schäden dann gerne solchen Bürgerinitiativen in Rechnung stellen.

Das schlimme ist, dass die Geldmittel immer erst bereit gestellt werden, wenn etwas passiert ist. Dann ist der Schaden (der teurer ist als der Schutz) aber schon passiert und das Geld geht für Schadensbeseitigung drauf. Für neue Schutzmaßnahmen ist dann meistens nur noch wenig bis garnichts mehr über.


[…] Bloggerkollegen Danisch wurde ein Papier der TU Darmstadt eingekippt. Hier der Link zum […]


EBecker
6.6.2013 12:00
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“Die Frage nach der Betroffenheit bestimmter sozialer und gesellschaftlicher Gruppen stellt sich im Hinblick auf die Katastrophenschutzplanung, sobald es sich um den Schutz von bzw. den Umgang mit besonderen Einrichtungen wie z. B. Krankenhäuser, Altersheime, Schulen etc. handelt. In diesem Zusammenhang wurden bisher Genderperspektiven nicht thematisiert.”
Mein Sowi-Unterricht ist schon lange her, aber die Patienten von Kranenhäusern, die Bewohner von Altersheimen und die Schüler (alias “Insassen”) von Schulen sind nur eine statistische Gruppe.

Ich kann auch nicht sehen, dass man für den Schutz etwas “soziales” braucht. Die ersten beiden Gebäude zu evakuieren ist aufgrund körperlicher Gebrechen eine schwierige Sache (und sei es nur der Stress), dazu kommt der Schutz technischer Anlagen (Krankenhaus lauffähig halten->bspw. Küche zur Helferversorgung, Wasser fernhalten->Hygiene). Bei der Schule als Nicht-Wohngebäude sehe ich kein Problem. Wegen den grossen Klassenräumen und einfacher Möblierung ist das höchstens als Notunterkunft interessant. Erzählt mir nicht, dass man den Unterrichtsbetrieb normal durchzieht. Höchstens als Beschäftigungstherapie.

“[…] im Rahmen dessen eine Kommunikationsstrategie erarbeitet wird, die auch eine gender- und zielgruppengerechte Ausrichtung thematisiert.”
Da bin ich mal auf das Ergebnis gespannt. Ob da wirklich eine “Kommunikationsstrategie” bei rumkommt, mit der man bspw.
– Leute zur Umsiedlung aus dem unmittelbaren Hochwasserbereich an eine höher gelegene Stelle bewegen kann
– Mögliche Sponsoren ansprechen kann (XY-Verein macht etwas Auenpflege, örtliche Firmen unterstützen Bau…)

Oder das Klischee: Leitfaden zur korrekt gegenderten Ansprache von Personen, ideologisch motivierte Bevorzugung einzelner Objekte (Frauenhäuser, Gleichstellungsbüros, etc.). Oder eine bunte Webseite, auf der sich Frauen frauengerecht darüber informieren könnten, wie die Auen bepflanzt werden.


matthie
6.6.2013 13:58
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auu… wo bekomm ich die 10mg Mo gegen die Hirn-Schmerzen beim Lesen von so was?

Hadmut wieviel Meditation braucht es um sowas wäschekörbeweise zulesen?


Fx
6.6.2013 14:14
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“primary victims”

Der Opferstatus ist eine Währung mit astronomisch steigendem Wechselkurs. Inzwischen ist man in einer Dimension angelangt, die an die Zeit der Währungsreform in den 1920er-Jahren erinnert. So entspricht ein simpler Flirt-Unfall (#Aufschrei) einem Gegenwert von mehreren Fantastillionen. Da sollte es doch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis es einen Crash und danach eine Währungsreform gibt.


EBecker
6.6.2013 14:25
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Wo wir schon beim Hochwasser sind, ist der Klimawandel nicht weit.

http://www.theregister.co.uk/2013/05/01/climate_change_causes_prostitution/

“A group of American politicians has introduced a resolution into Congress saying that climate change (among many other bad things it does) forces women into prostitution, and that as a result the USA should use “gender sensitive frameworks” in battling the scourge of global warming.”


matthie
6.6.2013 15:40
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@Fx …astronomisch steigendem Wechselkurs… ? Inflation = Entwertung 🙂


Heinz
6.6.2013 17:24
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@Masi

Wo wir gerade bei dem Hochwasser und den Bürgerinitiativen sind:
http://www.danisch.de/blog/2013/06/05/burgerinitiative/comment-page-1/#comment-25597


Fx
6.6.2013 17:40
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@mattie “astronomisch steigendem Wechselkurs… ?”

Klar, das hält keiner wirtschafts-“wissenschaftlichen” Überprüfung stand. 😉

Aber das ist auch eine Frage des Standpunkts: die eine Seite (Währung) wird immer mehr entwertet, während die andere Seite (Güter) immer wertvoller wird. Also einfach die Perspektive wechseln, dann passt es schon wieder 😉


quarc
6.6.2013 17:40
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Angeblich (via Herodot) hat Xerxes nach der Zerstörung zweier Brücken
durch einen Sturm das Meer (bei den heutigen Dardanellen) ausgepeitscht,
eiserne Fussfesseln versenkt und die Erbauer der Brücken geköpft.
Diese männliche Vorgehensweise ist natürlich viel zu technikorientiert.
Statt nun die Elbe und andere Flüsse zu bestrafen, könnten stattdessen
Frauen als “Flussbegleiterinnen” bereits vorher mit den betreffenden
Flüssen diskutieren und ihnen helfen, dem Überflutungsdrang zu widerstehen.


anonym4
6.6.2013 20:14
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> Die Lebenswelt dieser planenden Männer, charakterisiert als erwerbstätig, unabhängig, gut verdienend, im besten Alter, gesund und mobil, (vgl. Zibell 1995) unterscheidet sich sehr von der von Frauen oder auch anderen gesellschaftlichen Gruppen

Frauen sind demnach arbeitslos, abhängig, schlecht verdienend, steinalt, krank und immobil. Merken die eigentlich wie dumm sie sind?


Bernd Kraut
6.6.2013 20:24
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Etwas Off-Topic: http://d24w6bsrhbeh9d.cloudfront.net/photo/aZPqY3p_460s.jpg (Ein maennlicher Rollstuhlfahrer hilft Sandsaecke fuer Staudaemme zu befuellen.)


matthie
6.6.2013 20:57
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@fx
Was ist Währung, was Gut?

Empathie als Gute und Opferstatus als Währung? Immer mehr Opferstatus auf gleichbleibend (/verringerte(?), “Verbrauch” > “Generierung”) Empathie, ergo Opferstatus bekommt weniger Empathie = entwertet, klingt für mich, wie in den eigenen Fuß geschossen


Thomas M.
7.6.2013 14:22
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> Frauen sind demnach arbeitslos, abhängig, schlecht verdienend,
> steinalt, krank und immobil. Merken die eigentlich wie dumm sie sind?

Sie versuchen es zu kaschieren, u.a. durch Bachelor of Geschwätzwissenschaften, anführend natürlich Gender Studies. Eigentlich kaum mehr als eine leidlich pseudo-wissenschaftlich Forderung nach “Die Welt soll sich um mich drehen” (sonst ist sie sexistisch)…


DerdieBuchstabenzählt
8.6.2013 22:10
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lothar
13.6.2013 17:03
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“Women have always been the primary victims of war. Women lose their husbands, their fathers, their sons in combat. Women often have to flee from the only homes they have ever known. Women are often the refugees from conflict and sometimes, more frequently in today’s warfare, victims. Women are often left with the responsibility, alone, of raising the children.”
Opfer sind allerdins nicht die Frauen der kriegsfuehrenden US-amerikanischen Maenner.
Dann soll sie doch zuerst die US-Kriege verhindern, danach kann sie grosse Sprueche klopfen.


lothar
14.6.2013 15:24
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“Berufstätige Frauen haben die doppelte Belastung durch Erwerbsarbeit und häuslichen Verantwortung (Aufräumarbeiten, Säuberungen, Wiederherstellung, Aufbau, Renovierungen).”
Jawoll, und die berufstaetigen Maenner kommen abends von der Arbeit, setzen sich in den von der Frau gereinigten Sessel und warten, dass die Pantoffeln, die Stulle und das Bier gebracht werden.

Solch Schwachmatismus darf an einer ‘Technischen’ Hochschule veroeffentlich werden – unglaublich, die Verfasser muessen verdonnert werden Sandsaecke zu fuellen, und das 48 Std. pro Tag.


Andreas
16.6.2013 18:28
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Männer sind schuld – an allem!
Auch am Klimawandel:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/erderwaermung-soziologisch-maenner-sind-schuld-am-klimawandel-a-517892.html
so meinte zumindest 2007 Ines Weller.

Wahrscheinlich hat sie recht – auf den Trick mit den Feuersteinen und dem Holz kam bestimmt ein Mann – und damit ging es mit der Welt bergab 🙂