Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

…und wenn der Intelligenztest ein anderes Ergebnis geliefert hätte?

Hadmut
23.7.2012 14:30

Zum Sexismus in der gesellschaftlichen Wahrnehmung.

Im Telegraph ist ein interessanter Artikel mit einer kritischen Meinung über ein kürzlich publiziertes Ergebnis erschienen.

Irgendjemand namens James Flynn will in irgendwelchen Tests herausgefunden haben, dass Frauen intelligenter seien als Männer. Der SPIEGEL hatte auch schon darüber berichtet.

Es zeigt aber, wie männerfeindlich die Gesellschaft inzwischen ist, wie auch der Telegraph aufzeigt. Denn hätte das Ergebnis gelautet, dass Männer intelligenter sind, dann hätten alle geschrien, wie sexistisch und chauvinistisch das sei, wie diskriminierend, und dass Intelligenzquotienten inhaltsloser Unsinn seien, dass sie nur die Fähigkeit bewerteten, Intelligenztests zu bestehen, und das alles sowieso nur konstruiert sei um Frauen zu diskriminieren.

Kommt aber heraus, dass Frauen intelligenter seien, jubelt alles, und es heißt „Wir haben es ja schon immer gewußt” und „Na bitte, da habt Ihr’s”, und das ganze als Beweis für die Frauenquote.

Gerade das ist aber die feministische Unwissenschaftlichkeit, die Qualität und Güte einer Behauptung allein danach zu bewerten, ob sie der eigenen Ideologie gelegen kommt. Das Wunschergebnis ist vorgegeben, und was dafür spricht, ist gut und wissenschaftlich, und alles andere sexistisch und erlogen.

Wenn Frauen aber doch intelligenter als Männer sind – warum muß man für sie dann die Promotionsanforderungen und Berufungsschranken zur Professor so tief, bis auf Null absenken?

9 Kommentare (RSS-Feed)

Alex
23.7.2012 17:36
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In den Kommentaren zum Spiegelbericht hat jemand auf eine bemerkenswerte Interpretation hingewiesen:

Wenn Frauen intelligenter geworden sind, dann waren sie früher dümmer.


Hadmut
23.7.2012 17:40
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Boah, wie sexistisch, was muss das für ein Misogynist gewesen sein…


euchrid eucrow
23.7.2012 18:22
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meine bisherige erfahrung zu frauen in führungspositionen:
frauen entscheiden überwiegend emotional. das muß nicht immer schlecht sein. vor allem nicht, wenn man im sozialen bereich arbeitet. es erweist sich aber als nachteil, wenn schnelle, rationale entscheidungen zu treffen sind bzw. erwartet werden.
versuchen frauen rational zu entscheiden, verbeißen sie sich in ihre entscheidung und nehmen eine unbelehrbare position ein. als wenn man einen ochsen ins horn kneift.
einmal durchschaut, bringt das den weisungsempfänger in eine vorteilhafte position, wenn man, egal ob mann oder frau, sowohl die emotionale als auch die rationale schiene beherrscht bzw. beide kombiniert oder die eine mit der anderen begründet.
bei rationalen entscheidungen gibt es dienst nach vorschrift, bei emotionalen entscheidungen lassen sich vorgesetzte lenken.
die emotionale und soziale intelligenz sind eben nicht zu unterschätzen. ein arschloch bleibt eben ein arschloch. und da ändert der doktor in atomphysik nichts. warum frauen in führungspositionen diese versuchen zu unterdrücken oder garnicht haben und mit überzeugung so einen scheiß wie von der leyen vom stapel lassen, ist mir schleierhaft. wohl dem der beides zum richtigen zeitpunkt kann. das geschlecht spielt dabei keine rolle.


Christian
23.7.2012 20:54
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Zum Thema Intelligenztest: Wenn wir mal unterstellen, dass Frauen und Männer in Sachen Intelligenz die keine Unterschiede in der Veranlagung haben, dann müssten in den Ergebnissen von Intelligenztests immer mal wieder die Männer und die Frauen abwechselnd vorne liegen, weil es bei jeder Stichprobe naturgemäß eine Streuung gibt.

Insofern hat das Ergebnis nur zu bedeuten, dass die Nullhypnothese in Sachen Intelligenzunterschied der Geschlechter wahrscheinlicher geworden ist.

Ich habe es leider selbst erlebt, wie jungen Mädchen erzählt wird, dass man eher zu lernen hat wie man sich die Haare hübsch macht als wie ein Gerät funktioniert. Von daher klingt für mich auch das Argument plausibel, Mädchen würden durch die Erziehung in dieser Hinsicht verkorkst.

Das heißt nicht, dass man als Ausgleich Frauen nun oder später bevorzugen soll. Zwei mal ungerecht ergibt nicht gerecht. Deswegen halte ich auch nichts vom Jubel um das jüngste Testergebnis. Ich würde gern die nächsten Testergebnisse abwarten: Ergibt sich ein reger Wechsel der Geschlechter an der Spitze, sehe ich meine Null-Annahme bestätigt, ansonsten dürfen wir uns gern wieder über mögliche Ursachen unterhalten.


one from the bones
24.7.2012 5:01
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“Zwei mal ungerecht ergibt nicht gerecht.”
Doch, wenn frau einem Feminismus frönt, der sich als gleiches Recht auf Unrecht definiert.


techniknörgler
26.7.2012 13:17
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In einer Folge von “Geist&Gehirn” auf BRAlpha wurde einmal Statistiken zur IQ-Verteilung zwischen Männer und Frauen gezeigt. Bei mathematisch-technischen Dingen lagen Männer leicht (aber ebenfalls kaum Nennenswert) vorne.

Aber was soll das ganze Aussagen? Das sagt doch auf lange sicht nichts aus. Das ist so knapp statistisch signifikant, das ist fast nicht signifikant.

Eine Schwankung kann ich mir da durchaus vorstellen.

Vor allem sind bei so knappen Tendenzen auch Beeinflussungen durch Erwachtungshaltungen nicht gänzlich ausgeschlossen. Deshalb gibt es auch immer mal wieder Studien, die angeblich, leicht signifikante (!) Ergebnisse liefern, die auf angebliches Hellsehen oder Telepathie hindeuten. Herausgefunden hat man aber auch: Je mehr störende Faktoren, die das Ergebnis verfälschen, gezielt und bewusst indentifiziert und ausgeschlossen werden können, destso unbedeutender wird der Effekt.

Egal wie die Experimente jetzt im Detail aussehen, die Ergebnisse sind sich immer verblüffend ähnlich: Der Effekt ist winzig, wirklich winzig, aber stabil. Winzig heißt, dass man das Experiment hundertfach wiederholen muss, um ihn überhaupt zu entdecken.

Aber der Effekt ist stabil, wir brauchen also eine Erklärung. Gibt es tatsächlich diese Fähigkeiten- können wir Kraft unserer Gedanken Materie beeinflussen und in die Zukunft schauen? Und wenn ja, warum nur so wenig? Gerade mal messbar, aber sicher nie anwendbar – es reicht nicht einmal um beim Glücksspiel zu gewinnen.

Und hier kommt jetzt das Lob auf die Parawissenschaft: Manche von denen haben nämlich sauber gearbeitet, dh. Ordentlich kontrolliert, dokumentiert und Fehlerquellen ausgeschlossen und dabei unter anderem herausgefunden:

[…]

Und vor allem haben sie herausgefunden: Je besser die Kontrolle, umso geringer ist der Effekt.

Es gibt also zwei Hypothesen: 1. Wir haben extrem geringe aber vorhandene Psi-Fähigkeiten.

2. Wir haben diese Fähigkeiten nicht, bei perfekter Kontrolle verschwindet der Effekt.

http://www.diewahrheit.at/video/lernen-von-parapsychologie


Marcus
26.7.2012 15:51
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Ich kann bei sowas immer nur auf diesen schlicht äußerst guten Artikel hinweisen: http://www.eurozine.com/articles/2008-01-07-paris-de.html

der zudem noch zweierlei erfüllt: erstens bringt er den wahrhaftig klugen Ludwig Binswanger ins Gespräch (der hat auch Phantastisches über Traumanalyse geschrieben) und zweitens zeigt er, dass geisteswissenschaftliches Denken auch durchaus Früchte tragen kann, die von Nutzen sind, über bloße Laberei hinaus gehen und einen gesellschaftspolitischen (Support-)Zweck haben.

“Bescheuertheit ist ein Syndrom, das es nicht nur sozusagen naturwüchsig in Politik und Gesellschaft gibt, sondern das mittlerweile “wissenschaftlich” ausgearbeitet wird, beispielsweise als Gendertheorie. (Über das EU-Recht kehrt sie dann als “Gender-Mainstreaming” zurück.) Der Bescheuerte leidet nicht an seiner kognitiven Schmalspur, schließlich kämpft er heldenhaft für die neue Ordnung; und da ihm Werte wie “Emanzipation” und “Selbstverwirklichung” gegen jede Manipulation gefeit scheinen, besitzt er ein notorisch gutes Gewissen, worin ihn die Bescheuertheitsgemeinschaft bestärkt: Wir müssen uns den Bescheuerten als glücklichen Menschen vorstellen.”

Geht runter wie Öl…. :))


Thomas
26.7.2012 16:35
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“Den eigentlichen Schlüssel zur Analyse der Bescheuertheit sehe ich jedoch in einer kleinen Schrift von Ludwig Binswanger, die dieser Mitte des letzten Jahrhunderts über Drei Formen mißglückten Daseins: Verstiegenheit, Verschrobenheit, Manieriertheit (1956) verfasst hat. Einschlägig ist hier die Verstiegenheit, die er schön am Beispiel eines Bergsteigers demonstriert, der sich in einer Wand “verstiegen” hat. Die Höhe der Entscheidung hat mit der Weite der Erfahrung nicht schrittgehalten, er hat sein Können und seine Kräfte überschätzt und kann nun, in der Wand, weder vor noch zurück, gleichzeitig aber auch nicht aufhören.

Keineswegs geht es hier einfach nur um ein Missverhältnis zwischen Streben und Fähigkeiten oder Charakterdefizite bestimmter Individuen und Gruppen. Kennzeichnend für die Seinsweise der Verstiegenheit als einer anthropologischen Möglichkeit ist vielmehr die Verabsolutierung einer einmal getroffenen Entscheidung gegen alle Folgeprobleme und voranschreitende Erfahrung. Es handelt sich um “ein Eingeklemmtsein oder Festgebanntsein auf einer bestimmten Höhenstufe oder Sprosse menschlicher Problematik … Sofern hier überhaupt noch ‘Erfahrungen’ gemacht werden, werden sie nicht mehr als solche gewertet und verwertet; denn ‘der Wert’ liegt hier ein für allemal fest.” Der Verstiegene hat sich irreversibel seiner eigenen Entscheidung ausgeliefert und alle Beweglichkeit in der Wahrnehmung der Verhältnisse eingebüßt. Einzig durch fremde Hilfe kann er wieder Boden unter den Füßen gewinnen.

Bescheuertheit nun ist so etwas wie potenzierte Verstiegenheit, gewissermaßen Verstiegenheit hoch zwei. Übersteigerte Ambitioniertheit und Selbstüberschätzung sind hier Hybris. Eine ideologische Grundpolung – Binswanger nennt Ideologien “wesensmäßig Verstiegenheiten” – wird derart verabsolutiert, dass die darin geglaubte Wahrheit den unauslöschlichen Charakter einer apodiktischen Evidenz (nach Edmund Husserl: “schlecht hinnige Unausdenkbarkeit des Nichtseins derselben”) bekommt. Der Bescheuerte kann sich gar nicht vorstellen, dass mit seinem Glauben irgendetwas nicht stimmt. An der Ostberliner Humboldt-Universität kursierte in den siebziger Jahren ein Witz. Was ist der Unterschied zwischen Idealismus, Materialismus und Marxismus-Leninismus? Idealismus ist, wenn man in einem völlig schwarzen Raum eine schwarze Katze sucht. Materialismus ist, wenn man in einem völlig schwarzen Raum, in dem keine Katze ist, eine schwarze Katze sucht. Marxismus-Leninismus ist, wenn man in einem völlig schwarzen Raum, in dem keine Katze ist, eine schwarze Katze sucht und immerzu ruft “Ich hab sie!””


Zusätzlicher Hinweis zum IQ:

Der IQ ist eigentlich nur in Bezug auf eine konkrete Aufgabe objektiv. Sobald ein Test auf mehreren Aufgaben besteht stellt sich die Frage der Gewichtung der einzelnen Aufgaben bei der Bildung des Gesamt-IQ. Und diese Gewichtung kann darauf ausgelegt sein ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, zum Beispiel “Männer sind leicht besser”, “Frauen sind leicht besser oder “Männer und Frauen sind im Schnitt gleich gut”. IQ 100 ist per Definition der Durchschnitt allert Teilnehmer, aber man kann durch entsprechende Gewichtung der Aufgaben beeinfluss ob verschiedene Untergruppen (z.B. ein Geschlecht) im Durchschnitt, darüber oder darunter liegt. Voraussetzung ist natürlich, dass beide Gruppen ihre Aufgaben haben, in denen sie im Schnitt besser sind als die jeweils andere Gruppe, aber das ist beim Einteilungskriterium Geschlecht gegeben.