Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die scheinheilige Doppelmoral der Kirche

Hadmut
8.6.2010 18:43

Wie mir die Käßmann auf den Wecker geht.

Da hetzt die Käßmann gegen Sparmaßnahmen. Gut, ist eine Meinung, der man sein kann.

Gleichzeitig kommt da aber mal ans Licht der Öffentlichkeit, daß der Staat trotz Kirchensteuer noch jährlich 442 Millionen Euro für Kirchengehälter zahlt. Die Kirchen haben es fett und bekommen noch obendrauf.

Die hetzen da gegen Sparmaßnahmen und gleichzeitig grapschen sie sich jedes Jahr fast eine halbe Milliarde aus Steuergeldern für sich selbst. Christliche Selbstbedienungsmentalität. (Nur ausnahmsweise mal nicht Wasser predigen und Wein saufen, sondern umgekehrt, sich am Geldverheizen beteiligen und dann über Sparmaßnahmen schimpfen.)

Wieso werden in diesem Land eigentlich die „christlichen Werte” so oft als etwas Gutes, Erstrebenswertes, Positives hingestellt? Ich kann daran nichts Gutes finden.

Mein Sparvorschlag: Gleich mal bei der Kirche anfangen. Da können wir für die nächsten Jahre Milliarden sparen. Die bekommen genug Kirchensteuer, ich bin sowieso für die Trennung von Staat und Religion. Und solange die sich mit ihren Kinderschändern nicht ordentlich auseinandersetzen, haben die ohnehin kein Geld verdient.

23 Kommentare (RSS-Feed)

BlueLion
8.6.2010 18:58
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Nun gut,
dann kann man sich ja überlegen, wer die sozialen, kulturellen und Bildungs-Aufgaben, die die Kirchen derzeit tragen, zukünftig übernehmen und vor allem, wer sie finanzieren wirde. Pauschalverurteilungen sind meist nicht angebracht und helfen auch nicht wirklich weiter …

Ich persönlich bin froh, daß mehr und mehr prominente Bürger und Bürgerinnen – nicht nur, aber auch aus den christlichen Kirchen – den Mut zum Protest finden. Das sind die Leute, die vielleicht andere animieren können, gleichfalls ihren Unmut öffentlich zu machen.

Was Fr.Käßmann mit Kinderschändern zu tun haben soll, ist mir auch nicht so ganz klar.


Hadmut
8.6.2010 19:18
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Ich habe nicht gesagt, daß sie unmittelbar was damit zu tun hat.

Wir finanzieren aber – was ich bisher nicht wußte – mit fast einer halben Milliarde Euro pro Jahr zwei Kirchen, die das meines Erachtens weder verdient noch nötig haben. Die Kinderschänderdebatte war schon ein guter Einblick in deren Denkweise. Eine Bekannte von mir war mal bei der Kirche in einem Bürojob angestellt, das war der schlimmste Arbeitgeber, den sie je hatte. Man hat ihr ganz massiv in das Privatleben eingegriffen. Ich habe an der evangelischen und der katholischen Kirche noch nichts positives gefunden, die sind häufig ein Quell für Streit, Ärger und Mißgunst.

Und dann kommen die daher, erregen sich darüber daß man sparen muß, aber bedienen sich selbst ungeniert aus dem Säckel.

Ich hätte es besser gefunden, wenn die mal mit gutem Vorbild vorangegangen wäre und – im Tausch gegen andere Sparmaßnahmen – den Verzicht der Kirche auf diese Gelder erklärt hätte.

Und wenn ich das mal persönlich anmerken darf: Die Gelder kommen ja gar nicht dier Kirchen oder den Bildungs-Aufgaben zugute. Es werden die Gehälter von alten Männern bezahlt, die in komischen lila Kleidern rumlaufen. Dafür fehlt mir das Verständnis.

Welche erhaltenswerten Bildungs-Aufgaben die Kirchen haben sollen, würde mich mal interessieren.

Kulturell kann ich gerade auch nicht nachvollziehen.

Die sozialen Aktivitäten der Kirche halte ich für ziemlich schlecht. Beispielsweise halte ich normale Kindergärten für sehr viel besser als kirchliche.

Und dann muß mir mal noch jemand erklären, wie das mit meiner verfassungsrechtlichen (positiven und negativen) Religionsfreiheit zu vereinbaren sein soll, daß ich mit meinen Steuergeldern die katholische und die evangelische Kirche mitbezahlen muß, obwohl ich beide nicht abkann.


rjb
8.6.2010 22:51
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Die “sozialen, kulturellen und Bildungs-Aufgaben, die die Kirchen derzeit tragen” werden zu ungefähr 90% vom Staat finanziert. Und weitere interessante Dinge kann man erfahren, wenn man z.B. mal nach Kirchen+Grundsteuer oder dergleichen googelt.
Die Kirchen sind einerseits von der Zahlung von Steuern weitgehend befreit (z.B. Grundsteuer), aber höchst eifrig bei der Sache, wenn es ums Einheben eigener “Kirchensteuern” geht. Eine Trennung von Kirche und Staat gibt es hierzulande nur scheinbar.


Stefan W.
9.6.2010 0:24
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Soziale, kulturelle und Bildungsaufgaben sehen z.Zt. so aus, daß – wie schon gesagt – 90-95% der Mittel aus den üblichen Töpfen kommen, d.h. daß der Steuerzahler die kirchlichen Kindergärten zahlt, und die kirchlichen Krankenhäuser zahlen die Krankenkassen, wie die kommunalen Krankenhäuser auch.

Der Unterschied ist nur, daß die Kirche ihre Diskriminierungspolitik in den Einrichtungen durchziehen kann, d.h. es wird von einem religiösen Kindergarten zuerst konfessionell gleiche Kinder aufgenommen, und erst wenn keine Plätze mehr frei sind die freien Plätze an Kinder anderer oder ohne Konfession angeboten, und das, obwohl 95% der Kosten von den Eltern eben jener Kinder auch aufgebracht wird.

Ich hätte da allenfalls Verständnis, wenn die Kirchen 5 oder 10% der Plätze diskriminierend vergeben dürften.

Ebenso skandalös: Die Mitarbeiter werden auch oft zu konfessionellem Gleichschritt geschwungen. Wozu soll eine Krankenschwester konfessionell gebunden sein? Hilft ihr das bei der Blutabnahme? Der Laborantin, dem Koch, der Ärztin, …? Katholische Einrichtungen werfen Mitarbeiter raus, wenn diese einen Mangel an Glauben dadurch dokumentieren, daß sie sich, nach einer Scheidung, wieder erneut verheiraten. Scharia in Deutschland.

Daß ausgerechnet die Kirchen die Mitarbeiter unter Tarif bezahlen dürfen setzt dem ganzen die Krone auf, aber wenn man zum zweiten Mal drüber nachdenkt beginnt es Sinn zu haben: Das gläubige Schäfchen soll sich nicht mit weltlichen Freuden vom Paradies ablenken, dass ja unter der Erde liegt. Stattdessen soll das Geld den Kirchen zu gute kommen, die diese Gewinne zum Lobpreis des allmächtigen Herrn …

Wer sozial veranlagt ist, der darf aber über ‘Kirche von Unten’ und ‘Kirche der Befreiung’ unverbindlich ein wenig meditieren, das ist doch auch schön.


Die Kirche ist eine Machtstütze des Staates und das kostet nunmal.

http://www.spart-euch-die-kirche.de/images/tabellesubventionen.jpg

Das ist konzeptloses Gewurstel in der Politik. je mehr Köche, desto mehr Chaos. Am besten, wir fangen nochmal 1848 an.

Carsten

http://www.toonpool.com/user/1993/files/1vobobild005_864355.jpg


dasuxullebt
9.6.2010 8:43
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Typisches humanistisches Geschwurbbel “die böse Kirche ist schuld dass der Staat ihr Geld in den Arsch schiebt”. Die Frau sagte etwas gegen die Sparmaßnahmen beim Elterngeld für Hartz IV Empfänger, das ist ihr gutes Recht. Hätte sie lieber sagen sollen dass sie alles toll findet?

Und … Oh. My. God. Gleich eine halbe Milliarde Euro? Für Leute die selbst nach den frisierten Statistiken von humanistischen Fundamentalisten (Giordano-Bruno-Stiftung und Konsorten) für zwei Drittel der Bevölkerung einen relevanten Dienst erweisen. Das ist ja fast ein Zwölftel dessen was die Atommüllendlagerung jedes Jahr verschlingt. Und fast ein Viertel der bundesweiten jährlichen Studiengebühren.

Zweifelsohne, DA müssen wir jetzt ansetzen wenn wir sparen wollen! DAS ist ein wichtiges Thema. Vor allem weil wir GERADE JETZT keine anderen Probleme haben.

[Übrigens am Rande: was ist das für ne Blogsoftware die JS und Cookies für Kommentare braucht?]


Hadmut
9.6.2010 9:04
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Oh, das hätte sie durchaus sagen dürfen, die Meinung ist allgemein vertretbar.

Nur: Um das ethisch einwandfrei sagen zu dürfen, hätte sie dazu einfach jemand anderes sein müssen. Fürs Steinewerfen sollten die zuständig sein, die nicht im Glashaus sitzen.

Am Rande: Das mit JS ist ein spezieller Spamfilter, weil ich sonst vor Blogspam das Sonnenlicht nicht mehr sehen würde. Und ich hasse Captchas (und halte sie auch für sicherheitstechnisch blöd).


Der Paul
9.6.2010 11:48
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Ich dachte ja schon, dass die Kirchen genug Geld mit der Kirchensteuer einnehmen, doch diese Zusatzeinnahmen sind der Oberhammer. Vielleicht hätte ich besser konvertieren und Bischof werden sollen. So kann es wirklich nicht sein. Vor allem der Kommentar mit Hinweis auf die Kindergärten gefällt mir richtig gut – da kommt mir fast die Galle hoch, wenn ich überlege, wie lange es gedauert hat, einen Kindergartenplatz für unseren Kleinen zu finden.


dasuxullebt
9.6.2010 16:53
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Wie gesagt, ich sehe nicht, in welchem “Glashaus” sie sitzt. Sie kriegt Geld vom Staat für ihre Arbeit, das kriegen prinzipiell alle, bei denen die Regierung findet dass sie eine staatliche Unterstützung verdienen.

Das kriegen zum Beispiel Bauern auch, und ehrlichgesagt regt es mich bei denen viel mehr auf und man sollte das endlich mal abschaffen, dann würde nämlich endlich mal auffallen wie ineffizient und umweltschädlich die moderne Landwirtschaft eigentlich ist. Die Beträge der Agrarsubventionen dürften auch erheblich höher sein als das halbe Milliärdchen das die Kirchen bekommen.

Das bissel Geld was die bekommen ist Peanuts, und – sorry – bisher hat sich niemand groß drüber beschwert, ich wage zu bezweifeln, dass dies überhaupt einem Großteil der Mitarbeiter so bewusst ist. (Außerdem würde mich in dem fall – wenn wir schon so kleinlich sind – interessieren in welchem Anteil das Geld überhaupt an die evangelischen Kirchen gehen.)

“Mit Wasser predigen und Wein saufen” trifft bei der Käßmann wohl auch nicht zu, denn die ist evangelisch, da gibts normalerweise kein Weihwasser und der Wein beim Abendmahl wird jedem gereicht (was übrigens ein nicht zu vernachlässigender Unterschied zum katholischen Abendmahl ist, einer der zentralen Stellen, wo sich Evangelische von Katholischen abgrenzen wollen).

Aber zweifelsohne, die Glaubwürdigkeit fördert soetwas in Zeiten wo alle “den Gürtel enger schnallen” sollen natürlich nicht. Vorschlag: Die Käßmann hat doch sicher irgendwo ein Büro mit ner (Mail)adresse wo man hinschreiben kann. Schreib ihr deine Bedenken doch einfach. Vielleicht bewirkt das was. Ansonsten scharst du vielleicht Fundi-Humanisten um dich, aber bewirken tust du nichts.


Stefan W.
9.6.2010 17:36
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“Wasser predigen” hat nichts mit Weihwasser zu tun. Weihwasser, damit werden Panzer und Felder gesprenkelt, damit sie die Ungläubigen zusammenschießen oder mehr Ertrag liefern. Oder zur Taufe. Getrunken wird es nicht.

Bei den Katholiken kann auch Wein gereicht werden – allerdings glauben diese, dass das das Blut Jesu sei, nachdem es ‘gewandelt’ wurde.


quarc
11.6.2010 17:32
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Ich kenne da einen interessanten Blog, dessen Autor sich schon öfter
darüber beklagt hat, dass Aussagen häufig nicht nach ihrem Inhalt
bewertet werden, sondern danach, wer sie äussert. Die Ansicht dieses
Autors teile ich, und finde es deshalb überhaupt nicht schlimm oder
scheinheilig, wenn Käßmann die Sparmaßnahmen kritisiert; umso mehr, als
sie von diesen Sparmaßnahmen selbst nicht betroffen sein wird und es
also nicht um die Verteidung der eigenen kirchlichen Privilegien geht.

Eine andere Frage ist natürlich, warum man die Kritik an diesen
Maßnahmen aus dem Mund irgendwelcher Kirchenvertreter gewichtiger nimmt,
als aus dem Mund irgendeines Dorftrottels vor dem Kiosk.
Meiner Ansicht nach ist das nicht erforderlich, aber für diese
ungleiche Wahrnehmung in der Öffentlichkeit kann Frau Käßmann nichts.
Die Alternative wäre gewesen, sich gar nicht zu äußern oder die
Sparmaßnahmen zu befürworten. Beides hätte aber ebenfalls die entsprechenden
Scheinheiligkeitsvorwürfe provoziert, wenn man z.B. das Verhalten der
Kirchen als Arbeitgeber sieht.

Ehrlich gesagt geht mir Frau Käßmann weitaus weniger auf die Nerven
als die vielen Theologen, Pfarrer und Frömmler in den Parteien.
Da ist der politische Einfluß meiner Ansicht nach schwerwiegender
als die Geldfragen.

Natürlich gibt keinen vernünftigen Grund dafür, dass die Kirche ihre
Mitgliedsbeiträge nicht selbst einzieht (wie jeder Kaninchenzüchterverein),
sondern dies durch den Staat erledigen läst, der neben den Kosten auch auf
auf zu versteuerndes Einkommen verzichtet. Der Kulturkampf ist halt nicht gewonnen, sondern es
ist allenfalls ein unbequemes Unentschieden.


Hadmut
11.6.2010 19:21
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Da hast Du mich falsch verstanden.

Wenn ich mich darüber ereifere, daß Aussagen nicht nach Inhalt sondern nach Person bewertet werden meine ich damit die Frage der fachlichen Richtigkeit oder der Wertigkeit. Im Wissenschaftsbereich gilt Ober sticht Unter und nicht Richtig sticht Falsch.

Ich habe ja auch nicht gesagt, daß das falsch wäre, was Käßmann sagt. Ich habe gesagt, daß die Kirche nicht in der Position ist, solche Agitation zu betreiben. Man kann nicht einerseits den Staat ausnehmen und sich dann darüber beschweren, daß er sparen muß.


jemand
11.6.2010 21:33
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Was ich oft als störend empfinde ist die Gleichsetzung von Kirche (evangelischer und katholischer) mit einer christlichen Wertvorstellung. Wir Bürger in Europa haben nun mal viele gescheite christliche Werte, wie z.B. nicht töten, keine Gewalt ausüben, nicht stehlen, nicht lügen, nicht betrügen, Armen und Kranken helfen, etc.

Leider sind sich weder die christlich demokratische Union noch die Kirche dieser Werte bewusst und letzteres war leider auch schon immer so.
Die breite Masse hat aber derartige Wertvorstellungen, ich finde da muss man differenzieren. Ich denke Jesus wäre traurig, wenn er sehen würde, was die Kirche aus seinem Dasein gemacht hat.
Wie die CDU Politik macht, hat mit christlichen Werten leider wenig zu tun.
Christliche Werte leiten sich meines Erachtens nach nur von Jesus Christus und seinen Ideen und Aussagen ab. Sie sind den buddhistischen Werten sehr ähnlich (ja, es haben schon immer alle abgeschrieben^^) und kurz gesagt Wert- und Moralvorstellungen, die dem friedlichem Zusammenleben von Menschen dienen.
Wenn man z.B an die Geschichte vom barmherzigen Samariter denkt und dann an das neue Sparpaket muss man sich schon fragen, was soll daran christlich sein?! (Besserer Vergleich fällt mir gerade nicht ein, bin nicht so bibelfest.)
Jeder Krieg, ob im Kosovo oder in Afghanistan oder sonst wo ist mit christlichen Werten nicht zu vereinbaren, daher kann ich die Konstitution Kirche mit ihren Dogmen und ihrer diskriminierenden Personalpolitik und die CDU auch nicht akzeptieren, gerade weil ich christliche/buddhistische Wertvorstellungen habe.
Die anderen Parteien sind da zwar auch nicht besser, aber haben wenigsten kein C im Namen und pochen nicht ständig auf die angeblichen christliche Werte, die sie vertreten.
Ja, die Kirche und die CDU sind scheinheilig, christliche Werte haben aber Hand und Fuß und die find ich gut!
Ich finde es auch eigentlich schön und amüsant, wenn Frau Käßmann die CDU kritisiert, das hat doch irgendwie was. Deine Einwände finde ich allerdings auch berechtigt.

MfG


quarc
17.6.2010 20:02
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Mir fällt kaum ein Sachverhalt ein, bei dem ich der Kirche eine Position
einräumen könnte, sich glaubwürdig zu äußern; insofern kann ich Dir kaum
widersprechen. Nur wäre die umkegekehrte Position genauso verwundbar:
man kann nicht einerseits den Staat ausnehmen und dann einfordern, dass
er spart. Käßmann hatte insgesamt drei Möglichkeiten:

(1) die Sparmaßnahmen kritisieren. Folge: Dein Vorwurf.
(2) die Sparmaßnahmen befürworten. Folge: der Vorwurf der Scheinheiligkeit,
weil die Kirche selbst von diesen Sparmaßnahmen nicht betroffen ist.
(3) sich gar nicht äussern. Folge: der Vorwurf, sich nicht für die
Betroffenen einzusetzen, weil man nicht selbst betroffen ist.

Man sieht. Egal, was sie gesagt (oder nicht gesagt) hätte. Die Flanke
wäre zum Vorwurf offen gewesen. In mehreren Telepolis Artikeln werden
interessante Maßnahmen zur Aufbesserung des Haushalts vorgestellt
(Teil 1, Teil 2 und Teil 3, von denen
einer die Abschaffung der Kirchensteuer ist. Da wäre die Reaktion der
Kirche interessant, aber leider haben die Vorschläge keine Aussicht auf
Verwirklichung.


Hadmut
17.6.2010 20:10
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Falsch. Sie hätte

(4) mal sagen können, daß die Kirch zuviel Geld vom Staat nimmt und es nicht nötig ist, aus Steuermitteln den goldenen Bischofs-Popanz und millionenschwere Residenzen zu finanzieren (siehe SPIEGEL) und den Vorschlag unterbreiten können, doch lieber bei der Kirche statt bei den Armen zu sparen.

Dann hätte sie sogar meine Achtung verdient.


dasuxullebt
18.6.2010 2:01
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@Hadmut: Wieso geht es nicht in deinen Schädel rein dass die Frau evangelisch ist?

Wenn sie die Katholen kritisieren würde dass sie teuere Residenzen baut und ihre Bischöfe verwöhnt, dann wäre das ebenfalls eine sehr streitbare Position, also auch dein (4) fällt weg.

Ich sage nicht dass die evangelische Kirche nicht auch Geld verprasst, ganz einfach, weil ich dazu nichts weiß. Wenn du motzen willst, stell erstmal dazu Nachforschungen an! So ist das nur populistische Hetze!

Meines Wissens bekommen kirchliche Behindertenheime und Schulen entsprechendes Geld vom Staat, ansonsten habe ich keine Ahnung davon – ich weiß nur dass die Kirchenheizung in den meisten evangelischen Kirchen, und selbst in kleinen Münstern, zumindest im fränkischen Raum durch die Kollekte bezahlt wird, also von der jeweiligen nutzenden Kirchengemeinde selbst. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass – wenn nicht andere, zum Beispiel Denkmalschützerische Interessen vorliegen – dann der Staat wirklich so viel dafür ausgibt.


Hadmut
18.6.2010 9:45
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@dasuxuliebt: Für wie blöd hältst Du mich eigentlich?

Natürlich weiß ich, daß die Frau evangelisch ist. Die Katholen akzeptieren ja keine Frauen als Pfarrer.

Aber wieso geht das nicht in deinen Schädel rein, daß ich die die evangelische Kirche für nicht viel besser halte als die katholische? Die werden ja auch aus Steuergeldern gepinselt. Und trotzdem hätte sie auch was über die katholische Sagen können.

Ich halte generell nichts von den christlichen Kirchen. Es gibt zwar deutliche Abstufungen und Unterschiede, für mich sind die aber trotzdem alle unter Null.


dasuxullebt
19.6.2010 18:29
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Es geht nicht darum dass irgendeine Kirche besser als eine andere ist. Es geht darum dass du über die Goldbehängten Bischöfe schimpfst (durchaus zurecht) und sie als Argument nimmst warum die Käßmann mit ihrer Aussage scheinheilig ist, und als Quellen lediglich Berichte über die katholische Kirche nimmst. YAII!

Wenn eine evangelische nur-fast-bischöfin die Katholiken anflamed dass sie zu viel Geld bekommen, hat das sicherlich keine positiven Konsequenzen, es wird eher die Fronten zwischen Konservativen und Freizügigen verhärten, und ich finde das eher ungut (denn wer im Zweifelsfall gewinnt hat man schon oft gesehen). quarc’s Einwand ist also absolut richtig, und deine Alternative (4) ist aus genannten Gründen keine Alternative, RTPA!

Wie gesagt, ich weiß was ich sehe, ich weiß dass sicher nicht alles Geld sinnvoll eingesetzt wird, aber bis mir irgendein unabhängiger (also nix von wegen frisierte Zahlen der Giordano Bruno Stiftung) Beleg vorliegt dass die staatlichen Subventionen für die evangelischen Kirchen in großem Maße nicht den Einrichtungen zugute kommen bei denen der Staat zu blöd ist sie selber zu führen (Krankenhäuser, Behindertenheime, etc.), glaube ich das auch nicht. Nicht weil ich die Kirchen verteidigen will, sondern weil ich nicht auf irgendwas Rumtrampeln will was ich nicht weiß.

Es ist hier auch egal was du von den Kirchen hälst, ich halte auch nicht allzu viel davon (finde es aber gut dass es sie gibt, wenn ich das Gesocks sehe das sonst noch so alles Einfluss auf breite Bevölkerungsteile hat), aber ich halte auch nichts vom modernen arroganten Humanismus, dem Fundi-Atheismus dem du anscheinend angehörst, die alle Kirchen über einen Kamm scheren und sich irgendwie einbilden die Kirchen würden alle eine gemeinsame Weltverschwörung bilden, und alles was sie tun wäre scheinheilig und berechnend.

Und den Mut deine Einwände direkt an die evangelische Kirche zu schicken scheinst du dann doch nicht zu haben – auch irgendwie scheinheilig. Keine fünf Klicks nach Gugel findet sich nämlich http://www.ekd.de/service/4075.html – viele viele E-Mail-Adressen. Ich glaube kaum dass du eine großartige Antwort bekommen würdest – aber dann hättest du wenigstens etwas in der Hand. Bis jetzt ist das Ganze nur Hetze!


Hadmut
20.6.2010 20:40
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@uxul, 19.6.: So ein Geschwätz. Als ob ich hier nur was in mein Blog schreiben dürfte, wenn ich mich vorher mit denen persönlich rumstreite. Und das mit dem “Mut nicht zu haben” halte ich für beleidigend, so die übliche Masche um andere Meinungen anzugreifen.

Du hast das Prinzip der freien Meinungsäußerung entweder nicht verstanden oder willst es gezielt untergraben. Ich muß mir meine Kritik nicht erst von der evangelischen Kirche genehmigen lassen. Ich muß auch dort niemand anmailen. Ich habe überhaupt keine Lust mich mit diesen Leuten irgendwie herumzustreiten. Und auch keine Zeit.

Ich habe den sehr starken Eindruck, daß Du von der schnellen Diffamierungstruppe bist, die jeden Kritiker erst mal mit Mist bewirft.

Entweder Du änderst Deine Argumentationsweise oder Du fliegst hier raus.


dasuxullebt
20.6.2010 20:27
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Nur ergänzend http://www.sueddeutsche.de/politik/katholische-kirche-zollitsch-reiche-staerker-besteuern-1.962397 – reg dich lieber darüber auf. Die Käßmann ist wirklich kein gutes Hassobjekt.


Hadmut
20.6.2010 20:35
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Halt mal die Luft an. Kritik an jemandem zu üben oder etwas nicht zu mögen heißt noch lange nicht, es zum Hassobjekt zu machen.

Ich mag diese Art von Polemik durch Übertreibung und Schwarz-Weiß-Malerei gar nicht.


dasuxullebt
20.6.2010 22:09
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> @uxul, 19.6.: So ein Geschwätz. Als ob ich hier nur was in mein Blog
> schreiben dürfte, wenn ich mich vorher mit denen persönlich
> rumstreite. Und das mit dem “Mut nicht zu haben” halte ich für
> beleidigend, so die übliche Masche um andere Meinungen anzugreifen.

Ich habe nie gesagt dass du irgendetwas nicht in dein Blog schreiben darfst. Wo kämen wir da hin?

Aber wenn man unpassende Annahmen macht um seine Conclusio zu folgern und auf diese dann auch noch besteht sollte man halt auf entsprechende Verwirrung gefasst sein.

Es ist dein gutes Recht Kommentare die dir nicht passen nicht freizugeben oder zu löschen.

Die Vehemenz mit der du deine Meinung (gegen jede Argumentation) abschirmst erweckte in mir jedenfalls den Anschein dass dir das Thema besonders wichtig ist, deshalb die Aufforderung zu handeln statt sich nur zu beschweren, bzw. sich an der richtigen Stelle zu beschweren.

Ich hielt dies für eine Diskussion, und meine Kommentare für Beiträge zu ebendieser. Sollte ich dich, wie du meintest, beleidigt haben, möchte ich mich dafür entschuldigen, denn das war nicht meine Absicht.


Hadmut
20.6.2010 22:29
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Ich schirme meine Meinung nicht gegen jede Argumentation ab, sondern ich bin der Meinung, daß ich mir in meinem eigenen Blog nicht jeden Blödsinn an den Kopf werfen lassen muß.

Wenn mir jemand vorwirft, daß ich “nicht den Mut hätte” die Kirche anzumailen, dann ist das keine Gegenargumentation, sondern da will mir einer unter der Gürtellinie mit Dreck werfen. Das ist doch ein völlig dämlicher und unsachlicher Vorhalt, der auf andere Leser einen schlechten Eindruck machen soll, ohne irgendwas zur Sache gesagt zu haben.

Und ich halte das, was Du hier reinträgst überhaupt nicht für eine Diskussion, sondern für den Versuch, eine Diskussion zu hemmen, die Dir nicht paßt. Es ist ja nun sehr deutlich zu bemerken, daß Du die Käßmann verteidigen willst und deshalb mit unsachlichen Methoden attackierst.