Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Verfassungsschutzbericht

Hadmut
28.4.2019 11:52

Die WELT zetert rund um einen Verfassungsschutzbericht herum und schreibt:

Gewaltbereite Rechtsextreme organisieren sich neu

Es gibt Hinweise darauf, dass sich Rechtsextreme auf ein „Bürgerkriegsszenario“’ und „den befürchteten Zerfall der öffentlichen Ordnung“ vorbereiteten. Dies schließe auch den Gebrauch von Schusswaffen ein, schreibt das Bundesamt für Verfassungsschutz. […]

Bürgerkriegsszenario? Zerfall der öffentlichen Ordnung?

Ist das denn so falsch und abwegig?

Sind wir nicht genau auf dem Weg dahin? In Berlin sehe ich täglich, wie die öffentliche Ordnung jeden Tag so ein Stückchen mehr zerfällt. Es sind manchmal Kleinigkeiten, wie dass sich immer weniger Leute daran halten, auf U- und S-Bahnhöfen nicht zu rauchen und es auch niemand mehr durchsetzt oder überhaup ein Verbotsschild raushängt. Es geht weiter mit dem Straßenverkehr. Immer weniger Leute halten sich auch nur entfernt noch an Verkehrsregeln. Diese Woche bin ich von einem Radfahrer, der über den Gehweg zwischen den Fußgängern durchflitzte, angefahren worden. Der blieb nicht stehen, drehte sich nicht mal rum. Eigentlich Unfallflucht, interessiert aber keinen mehr. Einfacher Diebstahl wird schon gar nicht mehr verfolgt. Drogendealer in manchen Gegenden an jeder Ecke. Die U-Bahn-Station hier gleicht einer Müllhalde. Immer mehr wird vollgepisst und vollgekackt.

Was ist das, wenn nicht Zerfall der öffentlichen Ordnung?

Ist es nicht sogar erklärtes Ziel linker Parteien, die öffentliche Ordnung abzuschaffen? Weil so „konservativ”?

Bürgerkrieg?

Wie weit sind die Vorgänge im Ruhrgebiet noch von einem Bürgerkrieg entfernt? Wie oft liest man, dass Polizisten, die nur eine Verkehrsordnungswidrigkeit verfolgen wollen, plötzlich 50 oder 200 Leuten gegenüber stehen, die sie angreifen? Oder die Feuerwehr berichtet, dass sogar sie angegriffen wird.

Wie weit ist das noch von einem Bürgerkrieg entfernt?

Oder um es entfernungstechnisch etwas greifbarer, realer zu fragen: Wie weit ist Sri Lanka noch von uns entfernt?

Was glaubt Ihr, was hier los ist, wenn wir in eine Rezession schlittern und der Staat den Unterhalt für all die Netto-Empfänger nicht mehr zahlen kann?

Zum heterogenen Umfeld gehören sowohl rechtsextreme Prepper – Menschen, die sich auf einen Zusammenbruch der Zivilisation vorbereiten und ihn womöglich herbeiträumen – als auch rechte Soldaten und Polizisten. Solche losen und sich oftmals überschneidenden Netzwerke seien typisch für die heutige rechtsextremistische Szene.

Heterogen.

Wieder dieses Doppelsprech. Immer wenn es gut dastehen soll, spricht man von „Diversität”. Wenn es gerade nachteilig aussehen soll, dann nennt man es „Heterogenität”.

Zerfall der öffentlichen Ordnung und Bürgerkrieg

Ich will es mal negativ-ausschließend formulieren: Bisher sehe ich nicht, wohin sonst als in Zerfall der Ordnung und Bürgerkrieg diese Gesellschaft schlittern könnte. Für mich ist die Frage nicht ob, sondern wann.

Warum?

Wie ich schon so oft beschrieben habe: Dieser ganze linke Komplex hat nichts anderes vor, als alles Bestehende zu zerstören (einschließlich der öffentlichen Ordnung), und hofft, dass sich aus irgendwelchen unbekannten Gründen dann automatisch das sozialistische Paradies eröffnet.

Bis heute habe ich keine einzige Darstellung gesehen, zu welcher Gesellschaft man eigentlich hin will, wie die Gesellschaft zukünftig eigentlich aussehen und funktionieren soll. Das Konkreteste, was ich bisher gehört habe, war die Antwort, dass es eben keine einem Bild entsprechende Gesellschaft, sondern immer alles irgendwie im Wandel sein soll, mal so, mal so. (Warum schreien sie dann so, dass die politische Meinung gerade wieder nach rechts wandert? Entspräche das nicht ihrem Ziel?) Also dass man durch Abwesenheit jeglicher Ordnung das Glück finde.

Insofern ist das, was hier als Erwartungshaltung der Rechten, nämlich Zerfall öffentlicher Ordnung, inhaltlich deckungsgleich mit den Zielen der Linken, nur etwas anders formuliert. Da heißt es eben „Weißer Mann abschaffen”, meint aber dasselbe.

Ich sehe derzeit beim besten Willen nicht, wie die derzeitige Entwicklung der Gesellschaft auf etwas anderes als Zerfall hinauslaufen könnte.

Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber dazu müsste mir jemand erklären, worauf die derzeitige Politik eigentlich hinauslaufen und wie das dann funktionieren könnte. Und das konnte bisher keiner.

Und dann ist da noch der historische Aspekt:

Noch nie in den letzten 100 Jahren hat Sozialismus funktioniert. Am Ende stand immer Zerfall der Ordnung.