Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Deutschland hat fertig

Hadmut
14.4.2019 1:12

Die Amis, die Russen und ich sehen das ähnlich:

Die WELT berichtet, dass die amerikanische Businessweek gleich einen ganzen Titel unter „Germany’s fragile future“ veröffentlicht hat:

„Germany’s fragile future“ steht auf der aktuellen Ausgabe der „Businessweek“, dem Wirtschaftsblatt aus New York, für das mehr als 2000 Journalisten in über 70 Ländern arbeiten. Und eigentlich wird Deutschlands Wirtschaft dort nicht nur als zerbrechlich dargestellt. Es ist eher ein Abgesang.

„Deutschland fühlt sich heute so an, als würde es die letzten Tage einer Ära erleben“, heißt es im Leitartikel. Es gebe eine Atmosphäre bevorstehender Veränderungen, auf die niemand vorbereitet scheine. Das Land bleibe zwar wohlhabend und politisch stabil. „Aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Deutschen selbstzufrieden die Bedrohungen für die Grundlagen ihres Wohlstands übersehen.“

Fahrzeughersteller, Bankensektor, alle würden es versäumen, ihre Hausaufgaben zu machen.

Und Deutschland sei zunehmend isoliert in der Welt, da in immer mehr G-20-Staaten – von den USA über Italien bis Brasilien – Populisten die Macht übernehmen und nationalistische Programme umsetzen.

All dies geschehe in Zeiten der Kanzlerdämmerung. „Die Welt wird bald eine ihrer stärksten Führungspersönlichkeiten verlieren“, heißt es über Angela Merkel. Sie habe das Land durch globale Krisen geführt, von der Finanzkrise über den Absturz Griechenlands bis zum Flüchtlingszustrom.

Sie habe nicht nur die deutsche Wirtschaftsmaschine am Laufen gehalten, sondern auch den Kontinent stabil. Annegret Kramp-Karrenbauer, ihre wahrscheinliche Nachfolgerin, sehen die Autoren dagegen eher als unbeschriebenes Blatt und politisches Leichtgewicht.

An der Stelle bin ich anderer Meinung. Meiner Ansicht nach wurde das Land durch die Kanzler Schröder und Merkel irreparabel beschädigt und ruiniert.

Über den russischen Außenminister Lavov heißt es auf dieser etwas dubiosen Blogseite:

Russian Foreign Minister Sergei Lavrov declared today that the Western, liberal model of society is dying, and a new world order is taking its place. Lavrov made the comments at his annual meeting with students and professors at the Foreign Ministry’s Diplomatic Academy, reported Russian state news agency TASS.

“The Western liberal model of development, which particularly stipulates a partial loss of national sovereignty – this is what our Western colleagues aimed at when they invented what they called globalization – is losing its attractiveness and is no more viewed as a perfect model for all. Moreover, many people in the very western countries are skeptical about it,” Lavrov said.

According to him, global development is guided “by processes aimed at boosting multipolarity and what we call a polycentric world order.”

Das ist insofern beachtenswert, weil mir der Begriff „New World Order” in letzter Zeit häufiger in Zuschriften auffiel, nur in entgegengesetzter Bedeutung: Ein sozialistisches Europa ohne Staaten, in dem alles auf Gender, Queer, Migration, Political Correctness gebügelt ist. Lavrov scheint damit aber zu meinen, dass gerade das gescheitert ist und sich alles in Richtung eines entgegengesetzten Modells bewegt.

Letztlich sehen es beide aus etwas unterschiedlichen Gründen. Die Amis meinen, wir fallen zurück, weil wir nicht mit dem neuen Weltmodell mitkommen, während die Russen meinen, dass dieses neue Weltmodell gerade stirbt, weil sich alle abwenden.

Man wird sehen.