Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Linken, die Seenot und der Indianer

Hadmut
13.4.2019 12:07

Grumpfz.

Seenot.

So, so.

Leute, die mit am Strand zusammengeklebten Schlauchbooten ein paar hundert Meter rausfahren, um sich im tiefen Gewässer abholen zu lassen, und von vornherein erst gar keinen Treibstoff und keine Vorräte für eine Meeresüberfahrt mitnehmen, also von vornherein gar nicht vorhaben, es auf eigenem Weg zu schaffen, nennen die „Seenot”.

Wer glaubt diesen Quatsch eigentlich noch?

Da geht es um nichts anderes als Menschenhandel, ich habe das ja mal beschrieben, warum ich das für moderne Sklavenschiffe und eine Art Home-Delivery-Kolonialismus halte. So eine Kreuzung aus Negersklave und Pizzaservice, man muss nicht mehr kolonialisieren, man lässt bringen. VEB Baumwollplantage fehlt noch. Australien hat die Einreise rigoros unterbunden – und seitdem keinen Ertrunkenen und keine Seenot mehr gehabt. Wir betreiben da Schlepperschiffe und haben regelmäßig ein paar Ertrunkene, die dann auch pressewirksam als fotogene Leiche angeschwemmt werden.

Drollig finde ich ja auch das Foto mit Klingbeil, dem Kevin-Syndrom und den drei Hormon-Zombies. Anscheinend läuft gerade ziemlich viel in der linken Politik mit jungen willigen dekorativen Frauen. Erstaunlich finde ich dabei auch, dass man da drei junge, eher zierliche Frauen sieht und die als „@seawatchcrew” vorgestellt werden. Mal abgesehen davon, dass die Arbeit auf so einem Menschenfischkutter ziemlich hart ist und man auf den „Rettungsvideos” als Retter meist nur starke weiße Männer sieht, siehe etwa

und Frauen, wenn, dann als Ärztin, dann fragt man, wozu die da noch junge Mädels mitnehmen würden. Man kann auf diesen Videos auch mal schauen, wo da die Treibstofftanks sein sollen. Zu der Frage hatte ich hier und hier schon mal geschrieben, Seenot im Faktencheck. Die bräuchten etwa einen Kubikmeter Diesel, bei Benzin noch mehr, um überhaupt eine Chance auf Ankunft zu haben, den sieht man aber nirgends. Auch diese Karte sollte man sich ansehen. Das sieht alles nach enormem Fake aus, zumal es mal irgendwo ein Video davon gab, wie man dort Ertrinkenden-Fotos gemacht hat, und hinterher standen die alle auf, weil das Wasser nur hüfttief war. Sicherlich nicht immer so, aber ein Grund für genaues Hinschauen.

Aber selbst wenn man mal unterstellt, dass das alles echt sei:

Ich hatte gerade geschrieben, dass es Schätzungen gibt, wonach sich die Zahl der Menschen in Afrika bis 2050 von einer auf zwei Milliarden verdoppeln wird. Wieviel will man denn mit dem Schiff holen? 500 Millionen? Die ganze zusätzliche Milliarde?

Es wird zwangsläufig eine Grenze geben, ein Ende des Imports. Nur: Je länger man wartet, desto härter wird er ausfallen. Wie kann man jetzt behaupten, dass es humanitäre Pflicht und wertvoll wäre, wenn man genau weiß, dass das harte Ende irgendwann kommt und es umso härter werden wird?

Jeder Rettungsschwimmer lernt übrigens, dass Eigensicherung vor Fremdrettung geht.

Was das mit einem Indianer zu tun hat? Ich war auf der USA-Reise 1999 auch in einem Pueblo der – erstaunlich – Pueblo-Indianer, wir wurden da in der Gruppe vom Häuptling rumgeführt, ein freundlicher, eloquenter Mann, der auch aufforderte, ihn zu fragen, was man fragen will. Nachdem er erzählt hatte, dass nur noch die Hälfte ihrer Jugend im Pueblo wohnen will und die andere Hälfte lieber in die großen Städte zieht, fragte ich ihn, wo sie glauben, in 200 Jahren zu stehen. Er guckte mich sehr seltsam an, man sah im am Gesichtsausdruck an, dass er „Was ist denn das für eine absurde Frage?” dachte, und sagte mir dann nach einer Denkpause freundlich aber bestimmt „We don’t care about future.” Zukunft und Vergangenheit kommen in ihrem Weltbild nicht vor, sie leben im Hier und Jetzt.

Ich habe das ja schon häufig beschrieben, dass Linke ihre Maßstäbe ständig ändern und vor allem immer so einen Tautologien-Dualismus fahren, aus dem sie immer alles folgern, weil die Thesen zusammen immer jeden Standpunkt abdecken. Bestes Beispiel: Feminismus. Es gibt zwei Arten von Feminismen. Den Gleichheits- und den Unterschiedsfeminismus. Ersterer beruht darauf, dass alle Menschen gleich sein und es keine Geschlechter und keine Unterschiede gibt. Der zweite beruht darauf, dass Männer und Frauen grundverschieden sind und alles so gebaut sein muss, dass es die besonderen Bedürfnisse und Unterschiede der Frauen berücksichtigt, von der Knieprothese bis zum Aussehen von Computern und Stellenanzeigen.

Wenn man gleichzeitig die Thesen vertritt, dass Männer und Frauen unterschiedslos gleich und total verschieden sind, und man sich immer das als Argument nimmt, was man gerade braucht, dann kann man alles herleiten. Weil man dann im Prinzip insgesamt eine Tautologie als Standpunkt hat. Als würde man politische Forderungen damit begründen, dass eben 3=3 wäre.

Genau so läuft es hier:

Einmal wird mit und einmal ohne Zukunft argumentiert.

Braucht man’s gerade mit Klima, dann heißt es, Zukunft retten, dann demonstrieren junge linke Frauen dafür, dass man doch bitte an ihre Zukunft denken müsse, und ihnen ein bequemes Luxusleben ermöglichen möge.

Geht es aber um Menschenschlepper, dann stellt kein Mensch die Frage, wie die Zukunft aussehen soll und dass diese Menschen dann eben jener Jugend, die freitags für Klima demonstriert und den Generationenvertrag kündigen will, auf der Tasche liegen wird.

Es hat überhaupt noch nie jemand gefragt, wie das eigentlich zusammenpasst, dass alte weiße Alt-68er und Stasi-Ruinen hier zum Zwecke des Sozialismus alles kaputt machen und die Jugend dann später mal damit klarkommen soll.

Schon bei der Mietendiskussion merkte man, dass denen ihr (fehlendes) Zukunftskonzept gerade um die Ohren fliegt, weil bei der Teddybär-Hurra-Orgie der großen Neo-Migrationswelle so um 2015 nie jemand daran dachte, wie das eigentlich mal mit dem Wohnen aussehen soll.

Insofern könnte man Linke und SPD ja auch mal fragen, wo diese Leute eigentlich alle mal wohnen und wovon sie leben sollen. Und ob man nicht weniger Tote hätte, wenn man den ganzen Mist bleiben ließe.

Denn auch das finde ich seltsam: Man hört und liest immer von den Sklaven- und Folterlagern in Libyen, durch die sie durch müssten. Warum sie aber überhaupt losreisen und was die Verhältnisse da sind, von wo aus sie losgereist sind, das hört man verdammt selten. Oder wer ihnen das erzählt, dass sie da losreisen müssten.

Die zentrale Frage, die man da stellen müsste, ist, ob die selbsternannten Seenotretter damit nicht eher Seenotverursacher sind, falls überhaupt Seenot vorliegt. Ich habe da manchmal so den Verdacht, dass man Tote ganz bewusst in Kauf nimmt und auch will, um die nötigen Bilder zu bekommen.

Das wiederum erinnert mich an die Versicherungsbranche. Die können das ja auch nicht gebrauchen, wenn es keine Schadensfälle gibt, weil dann niemand eine Versicherung braucht. Da muss es ab und zu tragisch-entsetzliche Fälle geben, damit die Leute eine Versicherung für erforderlich halten.