Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Gangs of Marzahn – Angst vor dem Sommer

Hadmut
24.3.2019 11:51

Wird es das letzte Jahr für Berlin?

Gerade hatten wir die Massenschlägerei am Alexanderplatz. Dazu kamen in letzter Zeit diverse Zeitungsartikel über Gangs und Bandenkriminalität, die sich da ihre Territorien greifen und kontrollieren, oft Einkaufszentren.

Ich möchte mal einen aktuellen Artikel des Tagesspiegels herausgreifen: Gangs of Marzahn – Polizei befürchtet Eskalation der Jugendgewalt am Eastgate

Pöbeleien, Raub und Prügel: Immer wieder gibt es Ärger mit Jugendlichen an der Marzahner Promenade. Die Polizei bekommt das Problem kaum in den Griff.

Die Opfer hatten keine Chance. Erst traf den 56-Jährigen ein Schlag mit einer Plastikflasche auf den Kopf, er ging zu Boden. Dann traten mehrere Jugendliche auf ihn ein, entrissen ihm seine Bauchtasche und suchten das Weite. Der Mann blieb schwer verletzt zurück.

Fünf Tage später eine ähnliche Attacke: Als ein 22-Jähriger sich mit einer Gruppe junger Leute anlegte, bekam er zunächst eine Faust ins Gesicht und bezog anschließend Prügel und Tritte von der ganzen Truppe. Die nahm ihm Rucksack, Jacke und Uhr ab und flüchtete. Als ein Passant zu Hilfe eilte, bewarfen die Angreifer die beiden Männer noch mit Steinen. […]

Die Vorfälle sind nur die jüngste Verschärfung eines Problems, das die Polizei schon länger nicht in den Griff bekommt. Seit zwei Jahren gibt es in und an dem Einkaufszentrum immer wieder Ärger mit größeren Jugendgruppen. Die „Gefahr durch Jugendliche mit Migrationshintergrund“ habe „hinsichtlich Häufigkeit und Schwere von Gewalttaten“ sowie Aggressionen auch gegen Polizisten „eine neue Qualität erreicht“, heißt es in einer internen Lagebeurteilung, die dem Tagesspiegel vorliegt. […]

Die Aussichten sind nicht gut: „Mit Beginn der warmen Jahreszeit ist eine weitere Eskalation zu erwarten.“

Heißt: Angst vor dem Sommer.

Gut möglich, dass Berlin fällt, und das in diesem Jahr. Nämlich dann, wenn die Polizei nicht mehr dagegen ankommt. Sie darf jetzt schon nicht durchgreifen, aber früher oder später ist sie auch an dem Punkt (wenn nicht schon längst), an dem sie es auch nicht mehr kann. Aus dem Ruhrgebiet hieß es neulich, dass die Clans den Staat ablehnen und die Gegend übernehmen wollen, und dass sie sich derzeit nur deshalb noch einigermaßen ruhig verhalten, weil sie sich mit der eigenen Reproduktion beschäftigen, bis sie einfach viel mehr als die Polizei sind – und wir bezahlen sie dabei und dafür per Hartz IV, Flüchtlingsgeld, freien Wohnungen und so weiter.

Das Einkaufszentrum im Berliner Nordosten ist seit 2017 im Fokus der Polizeiarbeit. Mit Beginn der kalten Jahreszeit hätten sich dort „sukzessiv aufwachsend“ Jugendgruppen von „bis zu 40 Personen“ nach Schulschluss getroffen, teilt die Polizei auf Anfrage mit. Regelmäßig kommt es demnach zu Pöbeleien gegenüber Passanten, Lärmbelästigungen und Straftaten wie Diebstahl, Raub und Körperverletzungen.

Anscheinend haben sich regelrechte Gangs zusammengefunden: Die Polizei berichtet von mehreren Gruppen, die auch immer wieder in Streit geraten. „Die Auseinandersetzungen untereinander finden zumeist zwischen Jugendlichen verschiedener Ethnien, aufgrund unterschiedlicher kultureller und regionaler Sozialisation, statt“, heißt es.

Trotz aller Konflikte zwischen den Gruppen lässt sich ein Muster erkennen: Sie bestehen meist aus jungen Männern, die als unbegleitete Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan kamen und sich früher am Alexanderplatz aufhielten, sowie aus jungen Frauen, die im Bezirk wohnen.

Beachtlich, dass es überhaupt in der Presse auftaucht, denn üblicherweise wird ja immer nur über die grassierende rechte Gewalt berichtet.

Ich hatte es diese Woche zwar schon einmal im Blog, aber weil es so schön – und vor allem dieselbe Zeitung – ist, nur mit 9 Jahren Unterschied, wie sich der Tagesspiegel damals noch geäußert hatte:

Das ist der Artikel dazu, vom November 2010.

Mentales Altersheim – Jugendbanden und Demographie

In Berlin gibt es ausländische Jugendbanden. Das ist ein Problem. Noch größer wäre das Problem, wenn es sie nicht gäbe. Malte Lehming

Sie sind jung, mutig, mobil, hungrig, risikobereit, initiativ. Solche Menschen braucht das Land. Natürlich ist es nicht schön, wenn Jugendliche – ob mit türkischem oder libanesischem Hintergrund – in den Straßen von Berlin Banden bilden, Reviere verteidigen und mit Messern hantieren. Aber hinter der Kritik an ihrem Verhalten verbirgt sich oft bloß der Neid derer, die Vitalität als Bedrohung empfinden, weil sich die eigene Mobilität auf den Wechsel vom Einfamilienreihenhaus in die Seniorenresidenz beschränkt. Lieber ein paar junge, ausländische Intensivtäter als ein Heer von alten, intensiv passiven Eingeborenen. […]

Eine solche Gesellschaft braucht vor allem junge, tatkräftige, durchsetzungsfähige, agile Menschen, um das psychologische Gesamtgefüge auszugleichen. Ein Volk, das schnurstracks in die Seniorenrepublik der Schneeköpfe tapst, schafft sich in der Tat selbst ab. Zu Recht beklagen wir die Kriminalität vieler ausländischer Jugendgangs. Aber das Maß an Phantasie, Mut und Vitalität, was deren Mitglieder oft aufbringen, zeigt auch: In diesen Menschen steckt, im Gegensatz zu den mentalen Altersheimern, noch ein Wille, ein Drang. Das sollten wir zu würdigen lernen – und uns fragen, wie wir die positiven Eigenschaften der Jugendlichen trennen können von den negativen Zielen, auf die sie sich richten. Wenn Deutschland nicht einmal mehr Jugendbanden hat, ist alles zu spät.

Man muss einfach nur Tagesspiegel 2010 mit Tagesspiegel 2019 vergleichen, dann weiß man, was man von Journalismus und linken Versprechungen zu halten hat.