Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die nächste Universitätsbetrugsbranche platzt

Hadmut
24.3.2019 11:27

Nach Geisteswissenschaftlern und Genderdeppen fliegt eine weitere Gruppe als Betrugs- und Pseudostudierte auf.

Bei den Briten brechen die Studentenzahlen im Bereich Mode ein. Immer mehr Leute fragen sich, ob man überhaupt ein Studium braucht, um im Modebereich zu arbeiten, und ob sich das teure Studium überhaupt rentiert.

Ein Magazin namens I-D beschreibt die Situation.

Whether attending university is a distant memory or your current daily dilemma, most of us remember the pressure and the expectation to finish school and progress to uni. Add in the complication of whether you should study a ‘safe’ academic degree, like Law or English, or follow your passion and pursue a degree in fashion or art in the hope that it’ll help you enter the fashion industry more smoothly, and the whole issue becomes even more stressful and confusing. And that’s not to mention the huge financial cost of three or more years of studying. So, is it worth it? Or, more importantly, is it necessary to study fashion to actually work in fashion?

Sie vergleichen das mit der Situation in den 90er Jahren, als das Studieren noch eine bezahlbare Angelegenheit war und Kosten und Nutzen noch in einem ganz anderen Verhältnis standen:

“College gives you a significant period in your life where your main focus is to study, experience and experiment with fashion,” James continues. “It’s a time to let your knowledge, skills and confidence grow, with the space, time and support to really find out who you are, what you are good at and what you really want to do. It’s also an opportunity to meet lots of like-minded people, and people very different to yourself, and often make lifelong friends too. All of that is invaluable.” Invaluable that might be, but the actual cold, hard value of a degree is wildly different to what it was in the 90s. 20 years ago, James’ path to success within the industry came through education, from BTEC to post-grad. But this was a different era, where education was less of a financial burden. “It was possible in the 80s and 90s to do one course after another, as you got grants from the government, or you could sign on the dole while studying part time. Of course, the whole system is not like that now, and from a financial point of view it’s more difficult for young people to afford to go to university.”

Das ist ein interessanter Aspekt. Früher (und so kenne ich das aus der Informatik auch) war die Universität vor allem ein Ort, an dem es zentral um das Thema ging, das man studiert hat, und wo man sich mit ganz vielen Leuten derselben Fachrichtung umgeben hat, wo man experimentieren konnte, und das nicht gegen eine lebenslange Verschuldung.

Mittlerweile ist Studieren so inspirierend wie ein Gang durch die Autowaschanlage und immer teurer geworden. Und das funktioniert nun offenbar nicht mehr:

In the past seven years, university fees have tripled, meaning today’s teenagers face tens of thousands of pounds of debt before even considering whether to compound that by taking out bank loans for post-grad courses. In fact, a recent study from the Learning and Work Institute found that the number of adults currently learning and in official education has dropped to its lowest point since 1996.

It doesn’t help that the Tory government has cut funding to arts education across the board, and made bureaucratic changes at secondary school level education to prioritise subjects like maths, English and science. This has led to a marked drop in students studying the arts. “Since 2010 the number of students taking art subjects at GCSE level has declined by 27% and is expected to decline further,” Sarah Mower said in 2018 as part of her role in the BFC to support emerging talent. “Combined with Brexit this threatens the future of Britain’s creative industries.” There is a further fear among education experts that the university funding model doesn’t support the arts, and that higher education cuts are disproportionately affecting them.

Und zunehmend fragen sich Studenten, ob ihnen das Studium überhaupt etwas gebracht hat:

Not everyone who has forked out cash for degrees at London’s top universities are as optimistic about the prospects the experience has given them. Connor Downey, who graduated from Central Saint Martins with a degree in menswear design in 2016, says he has mixed feelings about his experience. “To be honest, with the impact of social media I feel like going to uni is pointless,” he tells i-D. “I don’t feel as if I’ve gained anything from a degree at Central Saint Martins. While I’m thankful for the opportunity, these days it’s less about what uni you went to and more about what you have to offer as a person and designer.”

Auch das ist ein interessanter Aspekt, der mit dem Qualitätsverlust der Universitäten einhergeht. Früher ging es darum, an welcher Universität man war, und dann war die Bewerbungsgesprächsfrage auch schon fertig, weil Universitäten für bestimmte Qualitäten standen, und ein Abschluss mit dem Nachweis derselben verbunden war. Abschluss gut, alles gut.

Heute interessiert das keinen mehr, weil Universitätsabschlüsse anspruchs- und damit wertlos geworden sind.

Dazu kommt, dass viele Studiengänge eben doch keinen Inhalt vermittelt haben, sondern sich deren Wert auf das oben angesprochene Zusammentreffen mit Leuten gleichen Geistes beschränkte. Das alte, das analoge Zusammentreffen. Das aber haben die Social Media längst abgelöst und sind damit zu einer Alternative für das geworden, was die einzige Substanz vieler Studiengänge ausmacht:

Interestingly, as university fees have shot up, social media has almost simultaneously cemented itself as an increasingly viable alternative to the more traditional routes of education – perhaps even rivalling the latter in the access it offers to both an audience and industry contacts.

“Social media gives students a much wider opportunity to connect themselves and their work to the global world,” explains Rob Phillips, Creative Director for the School of Design and Technology at London College of Fashion. “They’re context savvy. […]

So, if social media is available – for free – and can provide both audience and access, does that in turn mean fashion degrees are becoming obsolete?

Das ist sicherlich ein handfester Grund, dass die Social Media in Konkurrenz zu Universitäten treffen, was das Zusammenkommen mit Leuten gleicher Fachlage betrifft.

Es hat in meinen Augen aber noch einen anderen, richtig ironischen Grund.

Schaut man sich an, welche Fächer inzwischen als Betrug, als nutzlos, als leeres Gelaber herausstellen, dann sind das vor allem typische (oder neuerdings typische) Frauenfächer: Geistes- und Sozialwissenschaften, Gender, Mode, Kunst. Es sind die Fächer, in die man im Zuge des Feminismus alle die Frauen hineinversorgt hat, die man in die Universitäten gepumpt hat.

Eine Zeit lang hat das funktioniert, indem man den Ausstoß befähigungsloser Frauen per Frauenquote in die Industrie und den öffentlichen Dienst verklappt hat wie Giftmüll auf Hochsee.

Aber ähnlich wie die Ozeane voll Plastikmüll sind, ist die Gesellschaft inzwischen voller Polit- und Quotenartefakte, und inzwischen entsteht ein Rückstau. Man weiß nicht mehr wohin mit all diesen kaputtstudierten Sondermüll-Leuten und nun stapeln sie sich, und keiner weiß, was man damit machen könnte. Die Industrie hat nämlich angefangen, selbst zu sortieren und sich die Guten zu nehmen.

Hat man sich jemals gefragt, wie es sein könnte, dass Frauen – selbstverständlich – genauso qualifiziert und so gut wie Männer seien, obendrein 21% billiger sein sollen, noch dazu für den Unternehmenserfolg ungemein wichtig, durch ihre schiere Anwesenheit per Diversität alles besser machen und Firmen den Weg zur Zukunft eröffnen sollen, und trotzdem wollen sie so wenige haben, dass man sie mit Frauenquoten zwangsimplantieren muss? Wie dumm muss man sein, um das zu glauben? Reicht Dummheit dazu überhaupt, oder muss man auch noch Geisteswissenschaftler, Journalist oder sowas sein?

Während man einerseits nutzlose Leute auf Müllhalde produziert hat, schreit es auf der anderen Seite Fachkräftemangel. Effekte der Planwirtschaft.

Die Ironie daran ist ja nun, dass hinter diesem ganzen Frauen-in-die-Universität-Drücken der geisteswissenschaftlich-dumme poststrukturalistische Aberglaube steht, alles sei nur Gerede, alles sei nur ansozialisiert. Alles beschränke sich auf ein sozial-kulturelles Umfeld, das man einfach etwas umprogrammieren müsste. Man muss einfach nur Frauen einen Doktorgrad verpassen, ihnen einen weißen Kittel anziehen und sie in ausreichender Zahl auf dem Campus aufstellen, noch ein bisschen „Forschung” daherfaseln lassen, und dann sozialisiert sich das schon irgendwie ein, gewöhnt man sich daran. So würden Wissenschaftler gemacht, denn Wissenschaft sei nicht mehr als das.

Und damit ergibt sich dann ein selbstverstärkender Kreislauf. Denn wenn man auf diese Weise Dummen-Clubs wie die Soziologie eröffnet und denen dann Rhetorik-Mittel für Dumme an die Hand gibt, wie etwa einfach alles abzustreiten, alles als „sozialisiert” und „zu dekonstruieren” anzusehen und das dann „Hinterfragen” zu nennen, sie also in selbstbestätigender Dummen- und Dümmsten-Rhetorik zu trainieren, dann verstärkt sich das irgendwann selbst.

Geisteswissenschaftler haben das Studium auf dummes Gerede und Sozialisierung reduziert – und verlieren deshalb gerade gegen die Social Media, weil die beides besser, einfacher, und vor allem viel billiger können.

Wer braucht noch Kunst- und Geisteswissenschaftler, seit wir Twitter und Facebook haben?