Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Elektronikschrott

Hadmut
16.3.2019 20:21

Ist mir jetzt auch noch nicht passiert.

Ich war heute mal wieder auf meinem sehr selten gewordenen Samstagseinkauf. Kommt fast nicht mehr vor, dass ich mit dem Auto einkaufen fahre, insbesondere, seit ich direkt hinter einem Supermarkt wohne, aber manchmal muss es halt doch sein, zumal ich noch ein paar Nicht-Lebensmittel-Sachen brauchte.

Seit ein paar Wochen sammle ich in zwei Kunststoffboxen Elektronikschrott, ausgemustertes Zeug, einen kleinen Fernseher, der nur DVB-T kann, zwei uralte Notebooks mit kaputtem Akku und so. Nahezu alles, was ich da rausgeworfen habe, war mindestens zehn Jahre alt und in Gebrauch gewesen. Deshalb fuhr ich einen kleinen Umweg, um am Recycling-Hof vorbeizufahren, wo man eben auch Sperrmüll, Elektronikschrott und sowas abgeben kann.

Ich komme da also hin, und wenn man reinfährt, kommt erst mal einer und will wissen, was man abgeben will, um einem dann die passenden Anweisungen zu geben, was, wie, wohin und so.

Ich da also Scheibe runter und gesagt, was ich loswerden wollte, da entschuldigte der sich ganz aufgeregt, war ihm offenkundig peinlich. Das gehe heute nicht mehr, die Container seien voll.

Weil ich da noch was gekauft habe und an deren Verkaufsfenster war, habe ich nochmal gefragt, ob das irgendwie Streik oder Störung oder mal wieder Berliner Fehlfunktion ist. Ich habe da ja schon öfters was abgegeben, und normalerweise steht da für Elektroschrott so ein Seecontainer, die Türen vorne weit offen. Da geht man dann 5 bis 10 Meter in den Container rein und schmeißt sein Zeug ganz hinten in die Ecke und am besten oben drauf auf den Haufen. Da kann man sich dann in Fernseherweitwurf üben, auch einem sehr schweren alten Farbdrucker habe ich da mal das Fliegen beigebracht. Alles, was ich da abgegeben habe, war entweder richtig kaputt oder wirklich völlig veraltet.

Und die sagten mir da nun – sichtlich fassungslos – dass ihnen allein am heutigen Samstag über x hundert Leute (ich glaub, er sagte siebenhundert, bin mir aber nicht mehr ganz sicher) Elektroschrott gebracht hätten und sie heute morgen noch zwei völlig leere Container da hätten, und die schon seit Mittag randvoll und zu wären, sie seitdem alle abweisen müssen. Sowas hätten sie noch nie erlebt. Einer sagte mir in breitestem Berlinerisch (ich übersetze): „Ich weiß auch nicht, wo die das alles herhaben.”

Der Elektronischrott-Umsatz nähme beängstigende Ausmaße an.

Die werden schier überrollt vom Elektronikmüll.

Fand ich beachtlich.

Während sich die Medien und Parteien im Greta-Rausch überschlagen, weil ein paar Kinder ohne jeden Nutzen und Effekt freitags die Schule schwänzen, als ob das dem Klima nutzen würde, wenn die alle zur Demo fahren, nimmt der Elektronik-Konsum, nimmt die Durchwegwerf-Gesellschaft immer weiter zu.

Und ich habe nicht so den Eindruck, dass es die Alten sind, die massenhaft Elektronik kaufen und wieder wegwerfen. Das Zeug, was ich weggeworfen habe, war auch schon mehrfach auf- und umgerüstet, einen Notebook hatte ich von einem Kollegen, der den selbst vor 4 Jahren schon ruasgeworfen und deshalb verschenkt hatte.

Vielleicht sollte man erst mal da anfangen, bevor man sich in Gruppenfreitagsmasturbation ergeht.