Ansichten eines Informatikers

Die jugendliche Methode: 73 Terawattstunden

Hadmut
9.2.2019 11:26

Mal eine Anmerkung zur Ökobilanz der jungen Generation.

Ich hatte ja neulich mal einen Rant „Dumme, dumme Kinder” darüber abgelassen, wie dämlich unsere Demo-Jugend ist, die gleichzeitig enorm Energie vergeudet und dann die Alten beschimpft, weil sie eine lebenswerte Zukunft haben will.

Die Frankfurter Rundschau (…was, die gibt’s noch?) schreibt:

Der Analysedienst „Digiconimist“ schätzt, dass der jährliche Verbrauch von 73 auf 47 Terawattstunden gesunken ist – das ist freilich immer noch eine Strommenge, mit der man rund 4,3 Millionen US-Haushalte versorgen kann, und so viel, wie ganz Singapur verbraucht. Andererseits wird durch den Rückgang beim Handel auf einen Schlag ein großer Teil der Bitcoin-Rechner für die Betreiber unwirtschaftlich – die Geräte werden ausgemustert und landen auf dem Elektroschrott.

Die Rechner einfach nur abzuschalten, bis die Nachfrage wieder anzieht, kommt für die Betreiber meist nicht infrage, erläutert der Berliner Energieexperte Fabian Reetz. Die übliche Lebensdauer der Geräte sei so kurz, dass bei einer Wiederaufnahme des Betriebs ohnehin wieder neue, schnellere „Miner-Generationen“ verwendet würden. Weiteres Problem: Für die Spezialcomputer gibt es weder andere Einsatzzwecke noch Gebrauchtmärkte. Quasi über Nacht entstehen so riesige Mengen Elektroschrott, und zwar vor allem in China. Dort findet wegen niedriger Strompreise nämlich ein Großteil des digitalen Schürfens statt – in der Südprovinz Sichuan, wo Wasserkraftwerke Elektrizität liefern, und nahe den Kohlekraftwerken in der Inneren Mongolei.

Bisher geht die Rechnerhochrüstung für die Kryptowährungen weiter.

Soviel wie ganz Singapur verbraucht.

Wart Ihr mal in Singapur? Singapur ist ziemlich groß.

Nur mal so: Gerade erst, so zum Kryptowährungshype, wurde uns das Kryptogeld als die Währung der jungen Leute vorgestellt, die nicht mehr mit Geldscheinen und altbackenen Staatswährungen unterwegs sein wollten, sondern sowas virtuelles, globales, staatenloses, bankenloses haben wollten, sowas, was man nicht physisch in der Tasche mit sich herumträgt.

Mal abgesehen davon, dass das als Währung eine Katastrophe ist, weil der Wert rein fiktiv ist und keine Volkswirtschaft und keine Rohstoffe dahinterstehen: Es ist auch ökologisch eine Riesenschweinerei.

Sollte man der Demo-Jugend auch mal unter die Nase reiben und auch mal schauen, wer da für Kryptowährung und gleichzeitig auf dem Ökotrip ist.

Und im Gegensatz zu Dieselmotoren hat das Kryptowährungszeug gar keinen Nutzen, ist völlig überflüssig. Nur Zeitgeist-Hype und Spekulationsblase, die aus rein gar nichts besteht. Grotesker Energieverbrauch für einfach rein gar nichts. Aber Jugend-kompatibel.

Wie gesagt: Mich würde dann mal interessieren, wieviel Energie die Zensurfilter so verbrauchen und wieviel Hardware die benötigen und damit Herstellung und Verschrottung verursachen.