Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Von wegen Neuseelandvideos und -fotos

Hadmut
6.2.2019 20:12

Ach, Leute…

Ich hätte noch einiges an Fotos und Videos aus Neuseeland, noch ein paar Drohnenvideos (um die einige ausdrücklich gebeten hatten), Planschen mit wilden Delfinen auf Armlänge draußen im offenen Meer und noch ein paar Sachen. Jetzt bin ich schon zwei Monate wieder da und habe die immer noch nicht gebracht, und irgendwie ist dann da schon der Witz weg, aber momentan ist mir das Tagesgeschehen einfach wichtiger. Ich halte das gerade für sehr, sehr wichtig, was in diesem Land passiert, was kaputt geht, was gerade an brachialen Aktionen zur Zerstörung der Gesellschaft läuft. Jeden Tag gibt es gerade die Granateinschläge.

Ich komme mir gerade vor wie in Kriegsberichterstatter, der denen vom Krieg erzählt, die mittendrin sitzen.

Heute morgen war ich so auf dem Weg zur Arbeit und kam mir irgendwie vor wie ein Protagonist in einem Dystopie-Roman. Eine Romanfigur, die selbst noch nicht weiß, was auf der nächsten Seite steht, aber irgendwer blättert ständig eine Seite weiter, und mit jeder Seite wird es schlimmer.

Man diskutiert ja im Fernsehen häufig über „Überfremdung”. Wisst Ihr, was mir schon länger auffällt? Bin ich in Neuseeland oder Australien am wirklich anderen Ende der Welt unterwegs, komme ich mir nicht fremd vor. Weil die Leute englisch sprechen und ich sie verstehe. Zwar nicht ganz so gut wie in deutsch, manchmal muss ich nachfragen, aber prinzipiell kann ich die Sprache, verstehe, worüber sich die Leute am Nachbartisch oder auf der Sitzbank hinter mir unterhalten.

Gehe ich in Berlin zur Arbeit, dann höre ich oft so um die fünf oder auch mal zehn fremde Sprachen, von denen ich nicht nur kein Wort verstehe, sondern die ich noch nicht einmal einordnen kann. Deutsch höre ich meist gar nicht mehr. Hier jedenfalls. In Neuseeland schon ab und zu mal. Mir ist es in Berlin, Innenstadtring, schon zweimal passiert, dass mich Leute, die mich nach dem Weg fragen wollten, vorher erst einmal fragten „Sprechen Sie Deutsch?”

Wisst Ihr, was ich dieses Jahr noch gar nicht gesehen habe?

Fahrkartenkontrolleure.