Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Leserbrief aus Wien

Hadmut
30.1.2019 1:32

Einblicke, wie es abläuft.

Ich habe doch nun einige Artikel über Klima-Greta geschrieben. Unter anderem den da. Und wurde dafür zwar nie inhaltlich, aber unsachlich ungewöhnlich intensiv angegriffen. Wer es auf Twitter verfolgt hat, hat gesehen, dass mir da drei Leute auf extrem irrationale und unsachliche Weise nachgestellt haben, eine inhaltliche Argumentation, ein Gespräch nicht möglich war. Wo man nicht mehr das Gefühl hatte, es überhaupt noch mit interaktionsfähigen Menschen zu tun zu haben, nur Diffamierungs- und Herabwürdigungskrämpfe, darunter ein Krankenpfleger, der von gar nichts Ahnung hatte, sich aber (Dunning-Kruger) gerade aufgrund seiner Unkenntnis und Willkür für den Größten hält. Das war mir schon aufgefallen, weil ich das in der Form auch noch nicht erlebt hatte, dass da konzertiert welche auf mich losgehen.

Dass ich mich überhaupt mit denen so lange abgegeben hatte, lag an zwei Aspekten. Der eine ist, dass man sehr deutlich merkte, dass sie mich und mein Blog überhaupt nicht kannten, nie gelesen hatten, also irgendwer sie geschickt haben musste. Sie konnten nicht mal sagen, worüber sie sich bei mir so aufregten. Wussten aber grob verfälscht so ein paar Details, als ob sie da über einen der unter Linken typischen Feindsteckbriefe angespitzt worden wären. Und der andere Aspekt war, dass ich durch zwei Bemerkungen auf einen bemerkenswerten Zusammenhang mit einer anderen Sache gekommen bin, dazu demnächst mehr. Ich habe da was bemerkt.

Auffällig war, dass die Leute aus der intellektuellen Unterschicht kamen.

Und dass sie mir ständig vorwarfen, ich würde nicht auf das eingehen, was Greta sagt – dabei sagt sie ja inhaltlich eigentlich gar nichts. Nur so Moral- und Wir-dürfen-nicht-mehr-Geblubber. Auch irgendwie inkompatibel mit Autismus. Die sind doch so besonders sachlich-nüchtern-faktenbasiert. Ein Autist würde Zahlen präsentieren.

Heute nun bekam ich folgende E-Mail aus Wien mit bezug auf meinen oben verlinkten Artikel über Greta:

Subject: Ich finde es widerlich.

“Bei mir bleibt der Geschmack, dass das eine enorme Fake-News-Kampagne ist, und sich da jemand sogar eine (damals) 15-Jährige Autistin ganz bewusst vor den Karren spannt.

Ich finde es widerlich.”

Sie sind ein bemitleidenswerter weißer alter Mann. Auch von mir mein Beileid. Ich hoffe, dass Sie ihre Krankheit “völkischen Bewegung” bald überwunden werden kann. Ihr Artikel ist jedoch widerlich.

mit freundlichen Grüße,


[NAME], Mag.
Technische Universität Wien
Institute of Energy Systems and Electrical Drives
Energy Economics Group – EEG
Gusshausstrasse 25-29/370-3
A-1040 Wien
[…]

Name, Telefon und E-Mail habe ich mal weggelassen. Aus einem technischen Institut der Uni Wien.

Kurioserweise unterschreiben ja nahezu alle, die einen beschimpfen, „mit freundlichen Grüßen”.

„Völkische Bewegung”. Was soll ich mit denen zu tun haben? Ein Leser schrieb mir neulich, dass man in einem rechten Forum über mich schimpfe, weil ich den Begriff „völkisch” nicht leiden kann. Und die Linken halten mich für zur „völkischen Bewegung” gehörig?

Da werde ich hellhörig.

Wie kommt der Gedankenschritt von Klima und Greta zum linken Feindbild „völkische Bewegung” zustande, wenn doch diese Greta angeblich allein und auf eigene Faust arbeitet?

Zur Verifikation und um da einfach mal zu fragen, habe ich geantwortet (ohne freundliche Grüße):

Darf ich mal fragen, wie Sie mich in Verbindung mit einer “völkischen Bewegung” bringen?

Ich vermag Ihren Vorwurf nicht ansatzweise nachzuvollziehen oder zu verstehen.

Kurz drauf dessen Antwort:

Ja, das ist in der tat nicht ganz leicht nachzuvollziehen. Ich bin mir nur recht sicher, dass es einen Zusammenhang zwischen Antifeminismus, rechtem Denken und völkischen und nationalistischen Ideologien gibt.

Frau Natascha ST hat das gestern hier recht gut beschrieben:
https://twitter.com/Rabid_Glow/status/1089862934715617281

Warum greifen Sie Greta Thunberg und ihrer Familie persönlich an? Es scheint so, als ob Sie sich in Ihrer Männlichkeit angegriffen fühlen. Als Argument reich für Sie:
Eine 16 Jährige erscheint dauernd in den Medien.
Zu einem Thema von dem Sie nichts halten.
Da muss was faul sein, und deshalb muss Greta und ihre Familie diskreditiert werden…

Ich finde diesen Argumentationsstrang von Ihnen recht dürftig, und eher bemitleidenswert. Dies kenne ich vor allem von “völkischen Bewegungen”.

Ich hoffe ich konnte mich verständlich machen.

Das erste, was ich mich da gefragt habe, was an österreichischen Universitäten kaputt sein muss, wenn Leute mit so einer kaputten Denkweise an einen technischen Magister kommen können. Sowas kann doch keine ernsthafte Prüfung bestanden haben.

Schon die Logik: Ich müsste an „völkischer Bewegung” leiden, und das müsste ich dann ja von mir selbst wissen, in welchen Bewegungen ich wäre, und dann sagt er, es wäre nicht leicht zu erklären und zu verstehen, als ob er mir etwas erklären wolle, was ich selbst noch gar nicht wüsste. Denken die Leute kein bisschen nach, bevor sie so einen Schrott mailen?

Er ist sich „recht sicher”, dass es einen Zusammenhang gäbe, und deshalb unterstellt er mir, an der „Krankheit völkisches Denken” zu leiden, weil ich Klima-Greta (nein, eigentlich nicht mal die, sondern das Pressetheater drum herum) kritisiert habe.

Ich fühle mich, so meint er, „in meiner Männlichkeit angegriffen”. Nein. Ich versichere, dass es zwischen Greta und meiner Männlichkeit wirklich gar keinen Zusammenhang gibt. Ich fühle mich da als Bürger von Presse und Politik verarscht und der Demokratie beraubt. Und ich muss nicht um meine Männlichkeit bangen, um eine Meinung zu haben und sie zu äußern. Vielleicht ist das an der Uni Wien so, aber nicht bei mir. (Was auch insofern grotesk ist, weil ja die linken Gender Studies immer den Vorwurf erheben, dass Wissenschaft frauenausgrenzend ist, weil von Männern gemacht, die vom eigenen Geschlecht völlig abstrahieren und sich entkörperlichen. Es ist einfach so selbstwidersprüchlich, willkürlich und dämlich, ständige Maßstabsverschiebungen. Die Leuten kommen sich immer so überlegen vor und merken gar nicht, wie knalledumm sie wirken. Ich kann da manchmal kaum an mich halten, wenn ich das so überdeutlich wahrnehme, wie dumm manche Leute drauf sind.)

Was man sich aber eben mal anschauen sollte, ist diese Folge von Tweets, die der da verlinkt (Achtung, das ist nur der erste, da kommen so ca. 15 bis 20 hinterher):

Die blubbert sich einfach irgendeinen Phantasiemist voller Denkfehler zusammen, hanebüchenster Blödsinn, indem sie sich zusammenreimt, dass nur Nationalisten und völkischen Denker überhaupt etwas gegen Frauen sagen könnten, weil die Frau ja nur deren Vorstellungen von völkischer Rolle verletze. Kritik an einer Frau – dann muss man völkischer Nationalist sein, sonst könnte ja niemand Frauen kritisieren.

Ich hatte mich schon gewundert: Was haben denn Greta und Klima mit „völkischer Bewegung” zu tun? Antwort: Gar nichts. Sie ist weiblich. Also muss man „völkischer Denker” sein. Schmeckt einem nicht, was sie kocht: Völkisches Denken. Sagt man ihr, dass sie sich verrechnet: Völkisches Denken. Jede Form von Kritik an irgendwas Weiblichem: Völkisches Denken. Was man warum kritisiert, spielt gar keine Rolle mehr. Mann kritisiert Frau: „Völkisches Denken”.

Ich werde da mal noch eine Stellungnahme der Uni Wien einholen.

Auffällig ist aber: Auch der weiß wieder gar nichts über mich oder mein Blog. Auch der links, nicht gerade vernunftbegabt, und irgendwoher gegen mich aufgehetzt.

An dem Fall gibt es noch mehr Ungereimtheiten. Die Mutter eines Asperger-Kindes schrieb mir heute, dass da was nicht stimmen kann. Autisten schwänzen keine Schule. Sie sind regelmäßigkeitsgebunden. Das wäre ein Unding, vom Stundenplan abzuweichen. Erklärbar sei dies nur damit, dass es einen höherwertigen, strikteren Plan gibt, den sie mit weiteren Hinweisen auf Veröffentlichung damit erklärt, dass Mutter und Vater auf diesem Klima- und No-Fly-Tick sein müssen, und deshalb die Tochter versuche, Aufmerksamkeit der Eltern zu erlangen, indem sie sich an deren Plan hält.

Die Basler Zeitung schreibt:

Ist diese Rolle für ein junges Mädchen mit Asperger die richtige, ist das noch gesund? In den letzten Wochen wurde bekannt, dass Greta im Hintergrund von zahlreichen und in Klimafragen teils extremen PR-Agenturen beraten wird, andere würden sagen: gesteuert.

Ein Mädchen, das mit elf Jahren depressiv wurde ob des «menschengemachten Klimawandels», nichts mehr essen wollte, danach die Mutter zur Vegetarierin bekehrte und den Vater zum Veganer, und die mit den Eltern schimpft, wenn sie die Quittungen kontrolliert und findet, diese hätten zu viel Unnützes gekauft: Ist es gut, dass ihre Obsession, ihr manisches Verhalten in aller Öffentlichkeit ausgeschlachtet wird?

Offensichtlich steckt da ein System und ganz viel Kalkül dahinter, das von hysterischen Medien unhinterfragt verbreitet wird. Was damit verbessert wird, ist schleierhaft. Es erscheint wenig vorbildlich, diesem jungen Menschen seine Furcht zu lassen, sie gar zu bestärken, anstatt ihre Ängste zu lindern.

So sollten Eltern nicht mit ihren Kindern umgehen, vor allem dann nicht, wenn dieses an einer Form von Autismus leidet. Wenn Kritiker jetzt von «Kindesmissbrauch» sprechen, ist das hart, aber nicht völlig unbegründet.

Wenn das mal nicht in Suizid endet. Mich erinnert die Pressemeute an Lady Diana.

Der Umstand, dass da auf einmal gleich mehrere Leute auf mich losrennen, die mich und mein Blog überhaupt nicht kennen, deutet für mich auf eine konzertierte Aktion hin.