Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Das dumme Geschwätz der Senatorin Ramona Pop

Hadmut
4.12.2018 20:05

Beobachtung vom Tage.

Der einschlägig bekannte Tübinger grüne Bürgermeister Boris Palmer hat mal wieder einen abgelassen. Er sagte über Berlin:

In der Hauptstadt hält Palmer es nicht lange aus. „Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands.“ Es klappe einfach gar nichts in Berlin. „Ich komme mit dieser Mischung aus Kriminalität, Drogenhandel und bitterer Armut auf der Straße als spießbürgerliche, baden-württembergische Grünen-Pflanze schlicht nicht klar. Ich will diese Verhältnisse in Tübingen nicht.“

Da hat er Recht. Und wer (außer Linken) würde solche Verhältnisse schon wollen?

Die Berliner Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop antwortete patzig:

Man muss sich mal ganz langsam und Stück für Stück klarmachen, welche enorme Dummheit hinter dieser Antwort steckt.

Der erste Punkt ist diese „Dann bleib doch weg”-Denke. Als ob irgendetwas besser würde, wenn der Kritiker fernbleibt. Immerhin ist nicht jeder Bürgermeister, und viele können sich eben nicht aussuchen, wo sie wohnen, weil es äußere Zwänge gibt. Es ist so auf dem Niveau des einer Marie Antoinette (angeblich zu Unrecht) nachgesagten Ausspruches „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen”. Wenn’s ihnen nicht gefällt, sollen sie doch woanders hingehen.

Eine solche Sichtweise könnte man vielleicht dann noch akzeptieren, wenn die Zustände a) von der hiesigen Bevölkerung gewünscht b) das ganze finanziell autark und c) Berlin nicht Bundeshauptstadt wäre. Solange aber die Leute auch hier vom Dreck und der Unfähigkeit angewidert sind und Berlin über den Finanzausgleich von Bundesländern wie Baden-Württemberg durchgefüttert werden muss, kann man sich solche Töne nicht leisten. 2017 hat Berlin 4,2 Milliarden Euro bekommen und bekommt trotzdem nichts auf die Reihe, weil die Politik mit solchen Nüssen und Quotenunfällen wie Ramona Pop geflutet ist.

Es wird gerade so hingestellt, als führten „Metropole, Vielfalt, Tempo und Lebenslust” zwangsläufig dazu, dass nichts funktioniert. Ähnlichen Unfug redet der regierende Bürgermeister Müller:

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller nannte Palmers Aussage einen „Generalangriff auf die Hauptstadt, der weder sachgerecht noch parteipolitisch zu erklären ist“. Palmer arbeite in einer dörflichen Struktur, die hier nicht zu finden sei, sagte er nach der Senatssitzung am Dienstag.

Und wenn’s um dummes Geschwätz geht, dann ist auch Sawsan Chebli nicht weit, von der jemals irgendetwas intelligentes oder brauchbares gehört zu haben ich mich gerade beim besten Willen nicht erinnern könnte:

Hätte diese Frau jemals irgendetwas nützliches oder vernünftiges gesagt? Oder wenigstens die Klappe gehalten?

Über vier Milliarden pro Jahr zu nehmen und dann zu sagen „Wir brauchen Sie hier nicht” ist Realitätsverlust.

Ich war gerade auf Reise und dabei in Auckland (1,4 Millionen Einwohner) und Dubai (3 Millionen). Die kriegen es hin. Da funktionieren die wesentlichen Dienste, es ist sauber, es ist sicher, die Infrastruktur läuft, alle wesentlichen Dienstleistungen laufen einwandfrei.

Und um auf Pops Geblubber zurückzukommen: Beides sind Metropolen, beide haben mehr „Vielfalt” als Berlin, weitaus mehr Tempo und Lebenslust sowieso. Andere Städte könnte ich auch erwähnen, Sydney (5 Millionen), Melbourne (4,72 Millionen), Singapur (5,6 Millionen), Peking (21 Millionen), die das alle ordentlich hinkriegen, soweit ich das bei Besuchen selbst sehen und erkennen konnte.

Es ist also keineswegs so, dass die bloße Größe und Eigenschaft der Metropole zwangsläufig zu Versagen führen würde.

Es ist so, dass die Berliner Inkompetenz und politische Unfähigkeit dazu führt, dass Berlin am Geldtropf hängt und trotzdem nur ein großer dysfunktionaler Müllhaufen ist. Übrigens haben alle der oben gelisteten Städte gut funktionierende Flughäfen.

Das zentrale Problem ist, dass die Berliner Politiker einfach viel zu unfähig sind. Und das liegt ganz sicher nicht am Palmer.