Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Das so aufgeräumte Wohnmobil

Hadmut
21.11.2018 10:36

Das täuscht.

Mehrere Leute hatten erstaunt angefragt, warum das Wohnmobil im Video so aufgeräumt aussieht. Ob ich so ein pingeliger Mensch wäre.

Das täuscht.

Wenn ich (wie jetzt gerade) abends hier sitze, oder morgens aufwache, liegt hier auch alles rum. Auf der Fläche auf dem Kühlschrank/unter dem Fernseher stehen der Wasserkocher und die ganzen Ladegeräte, weil da die beiden Steckdosen sind. Die Klamotten liegen rum (oder hängen zum Trocknen nach dem Baden im Meer oder Regen), das Kamerazeugs liegt verstreut, auf dem Tisch habe ich den Rechner, was zu Trinken, was zu Essen, in der Ecke die Mülltüte, die Schubladen und Schrankfächer stehen offen, und so weiter und so fort.

Nur: Das ist keine Wohnung. Das ist ein Wohnmobil. Das Ding fährt, und gerade in Neuseeland nicht nur geradeaus, sondern über viele engkurvige Straßen.

Alles, was lose rumliegt, fliegt dann im Auto herum oder fällt herunter.

Deshalb muss man jeden Morgen (es sei denn, man weiß vorher, dass man irgendwo zwei Nächte bleibt und das Fahrzeug nicht bewegt) alles, wirklich alles wieder einräumen, wegschließen, alle Schubladen und Fächer verriegeln. (Die haben so Drücker, drückt man die Knöpfe rein, ist das alles flach und verriegelt, drückt man nochmal, kommen sie raus, es ist entriegelt und man hat einen Griff.

Was natürlich geht, ist, dass man während der Fahrt mal ein feuchtes Handtuch oder feuchte Klamotten zum Trocknen auf die Bänge auslegt, aber mehr geht nicht.

Sogar wenn man alles präzise auf- und weggeräumt und verriegelt und verramelt hat, hat so ein Wohnmobil einen charaktertischen Scheppersound: In jeder Kurve scheppern nämlich die Tassen und Topfe im Schrank.

Deshalb sah es auf dem Video so aufgeräumt aus. Das hatte ich morgens nach dem Aufräumen kurz vor der Abfahrt gedreht. Eigentlich war das schon nach der Checkout-Time, zu der man weg sein muss, aber ich war morgens noch unten am Meer und weil sowieso nichts los war, hatten sie das sehr entspannt gesehen.

Es war übrigens der Campingplatz, in dem mich die Maori gefragt hatte, warum die Deutschen immer sagenj, dass sie so weit weg von Deutschland wollen wie möglich. Aufgrund meiner Antwort hatte sie mir nämlich einen Campingplatzbereich zugewiesen, der eigentlich gerade nicht in Betrieb war und bei dem deshalb Toiletten und Duschen wegen Renovierung geschlossen waren, ich also die 250 Meter bis zum nächsten Bereich laufen musste, aber da hatte ich einen ganzen Campingplatzbereich für mich alleine mit Extra-Blick aufs Meer. Wie gewünscht. Deshalb war denen das auch egal, ob ich etwas später losfahre.