Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Einweichen im Aquaventure-Park in Dubai

Hadmut
30.10.2018 15:01

Pfff.

Heute [Nein, gestern. Als ich angefangen habe, den Text zu schreiben, war es heute, eben war es gestern und jetzt ist es schon vorgestern] habe ich keine Bilder gemacht, denn ich war im Aquaventure Park in Dubai. Und da hatte ich keine Kamera dabei, weil ich die nicht mit ins Schwimmbad nehm. (Das heißt, schon, eine kleine GoPro, dann dort aber keine Lust, weil ich nichts gesehen habe, was mir erlaubt und interessant erschien.)

Ich gehe ja sehr gerne in Aqua-Parks, und der soll der beste in Dubai sein (im anderen, dem Wild Wadi, war ich 2010), aber ich fand ihn ziemlich mittelmäßig und dafür sehr teuer. Aus irgendwelchen Gründen, die mir nicht ersichtlich waren, hat das dort dann noch deutlich mehr gekostet als es vorher auf irgendeiner Webseite hieß, und weil es ziemlich umständlich war, dorthin zu kommen, stand ich dann da und habe für Eintritt und ein Schließfach (dafür nehmen sie spearat 55 Dirham, fast 15 Euro Tagesmiete für ein winziges Fach) 420 Dirham, also 105 Euro gezahlt. Und habe mich geärgert, weil ich heute morgen noch was zu tun hatte und dort noch etwa 2 oder 3 Kilometer zu Fuß gegangen bin, also erst gegen 13:40 dort war und sie dann um 17:30 schon wieder schließen.

Erst im Nachhinein fiel mir ein, dass ich das womöglich auch deutlich billiger hätte haben können, wenn ich mal den Eintrittskartendealer im Hotel danach gefragt hätte.

Da konnt man da rein und sucht erst mal diese Attraktionen, weil nicht gleich klar ist, dass es da einen großen Wasserring gibt, in dem man sich um den Park treiben lässt, und viele Attraktionen dann vom Wasser aus anschwimmt. Das nun wieder war nicht einfach, weil man dafür so einen großen Schwimmring braucht, so einen, auf dem man sitzt und der zwei Griffe hat. Es war nämlich nicht klar, wo es die gibt. Also habe ich gefragt und die Antwort fand ich frappierend. Die gibt’s nicht. Also nicht so, dass man die irgendwo einfach holen kann. Man muss schauen, ob irgendwo jemand einen aufgibt und schauen, dass man sich den schnappt. Allerdings seinen gerade alle in Gebrauch. Und das, obwohl der Park nicht voll war.

Moment mal, fragte ich, habe ich das jetzt richtig verstanden? Ich bin gerade über 10 Kilometer gefahren und habe gerade 420 Dirham Eintritt gezahlt, und kann (und darf) jetzt nicht ins Wasser, weil nicht genug Ringe da sind, und außer Wasser gibt’s hier nichts?

Antwort: Äh … ja. So ist es, Sir.

Einer empfahl mir dann, doch erst mal mit der ganz großen Sturzrutsche anzufangen, weil man für die als einzige keinen Schwimmring brauche. Auf dem Weg dorthin habe ich dann doch noch einen gefunden, mir dafür später aber einen Anschiss eingefangen, weil ich nicht gemerkt hatte, dass das ein Ring für Kinder sei. Die sind genauso groß wie die für die Erwachsenen, aber das Loch in der Mitte ist mit einer zusätzlichen Folie verschlossen, damit Kinder da nicht ärschlinks durchfallen können.

Die Rutschen … naja.

Am Schluss wollte ich noch mit einer der größeren rutschen und dann dann eine gefühlte Stunde in der Schlange. Weil die so verwinkelt ist, dass man an keiner Stelle sieht, was noch vor einem liegt, und das zog sich dann. Da stand ich dann eine gute Stunde an für einen Rutsch, der es nicht wert war.

Die Unverschämtheit daran: Am oberen Ende mündete die Warteschlange nicht etwa an der Rutsche, sondern in einem toten Ende, da war das Ende der Warteschlange einfach zu. Denn sie verkaufen gegen Aufpreis auch Vordrängeleintrittskarten, und solange Leute mit orangenem Band kommen, haben die Vorrang. Und nur wenn da gerade keiner mehr ist, dürfen ein paar Leute aus der langen Schlange mal durch. Und ich hatte mich schon gewundert, warum das so ruckweise ging.

Auch an anderer Stelle wurde ich beim Eingang zu einer Rutsche mal mit der Trillerpfeife angepfiffen, weil ich ein Schild nicht verstanden hatte, das symbolisieren sollte, dass das hier der Seiteneingang ist und man das orangene Aufpreis-Armband braucht.

Letztlich bekam man da drin am meisten für sein Geld, wenn man die Rutschen einfach ignorierte und sich im Kreiskanal trieben lies. Dann war man wenigstens im Wasser und bekam dort ab und zu mal ein paar Stromschnellen ab.

Letztlich betrachte ich solche Freizeitparks mit solchen Problemen als Betrug.

Denn durch diese Verkaufstricks mit Pauschaleintritt verkaufen sie viel mehr Fahrzeit, als sie tatsächlich haben, und kaschieren das, indem sie die Leute in Warteschlangen stellen oder im Kreis treiben lassen. Und dann noch die Nebenkosten: Handtuch – kostet. Schließfach – kostet. Zugang zu allem – kostet. Wollen Sie nicht gleich noch die Combo mit Mittagessen? kostet. Und es kostet alles Mondpreise. Draußen wollten sie für eine Kugel Eis umgerechnet 4 Euro.

Ich fand alles zwar schon nett gemacht, aber einfach unverschämt überteuert.

Auch wenn die Werbung schreit, das es der tollste, schönste, größte … ist, ich kann ihn nicht empfehlen.

Außerdem muss man noch an die Spitze der Palm Jumeihra fahren, dieser im Meer künstlich aufgeschütteten Halbinselchengruppe mit Häusern für Reiche. Ich fand das ziemlich ernüchternd. Und langwierig obendrein. Langweilig auch noch. Trüb, denn das Wasser in diesen Kanälen scheint nicht mehr als Salzwasser und Sand zu sein, ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Fische da regelmäßig reinbewegen. Auf dem Hinweg bin ich von der Metro ca. 2 Kilometer zur Monorail gegangen (und dabei an der besagten University vorbeigekommen), auf dem Rückweg habe ich gemerkt, dass man von dort auch mit der Tram zur Metro fahren kann. Weil mein Chauffeur seinen freien Tag hatte und alle meine Rolls Royce und Bentleys gerade in der Inspektion waren, musste ich armes Würschtl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Viel mehr als einweichen war es letztlich nicht.