Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Noch eine Anmerkung zu Geographie und Kartographie

Hadmut
29.9.2018 15:17

Ich hatte noch daran gedacht und es dann doch weggelassen.

Mir ging vorhin beim Schreiben des Artikels über Afrika durch den Kopf, dass die Kinderchen vielleicht alle durch die politisch korrekte Geographie und die Ablehnung der Mercator-Kartenprojektion beeinflusst sind und meinen, dass Afrika ja immer und auf jeder Karte als viel kleiner darstellt wird, als es ist, weil die (aus der Navigation entstandene) Mercator-Karte zur Winkelerhaltung die Flächen streckt, je stärker sie vom Äquator entfernt sind. (Einige besonders Gender-verstrahlte meinen, die Mercator-Projektion würde die Nordhalbkugel größer und die Südhalbkugel zu klein darstellen, was sowieso Quatsch ist, weil die Mercator-Projektion zwar verzerrt, aber immerhin symmetrisch zum Äquator.)

Allerdings habe ich das dann doch weggelassen, weil ich mir an einem Punkt mit mir selbst nicht einig war:

  • Halten die Jung-Tröten Afrika im Vergleich zu Europa nun für zu groß, weil sie sagen, da wäre noch soviel Platz?
  • Oder halten sie es für zu klein, weil sie das Migrationsproblem völlig unterschätzen?

Ich habe das deshalb weggelassen, um erst nochmal drüber nachzudenken.

Da schreibt mir nun ein Leser:

Gibt ja das Problemchen beim Globus, wie projeziert man’s auf die Kugel.
Das wird ja auch ideoligisch aufgeladen das Problem und das man Afrika auf einer Karte einfach kleiner darstellt als es in Wirklichkeit ist.
Und mit mapping befassen sich nur die, die später mal sowas wie Alias Maya oder Blender bedienen können wollen … so viele sind das nicht.

Sorry, wenn ich das jetzt mal so sage, aber: Die Projektion auf eine Kugel ist nicht das Problem. Denn die Erde ist (grob gesehen) eine Kugel. Deshalb ist ein Globus auch die korrekte Kartendarstellung.

Das Problem ist, das in die Ebene zu projizieren.

Eigentlich bestand das Problem gar nicht, weil es früher in jeder Schule und jedem Haushalt einen Globus gab. Und der Globs stellt es korrekt dar.

Wir haben aber die Generation Bildschirm, und Bildschirme sind derzeit eben flach. Die kapieren das nicht mehr mit kugelförmig. Deshalb versucht Google-Maps nun, Kugel-Maps zu sein und zeigt einen geometrischen Blick auf einen Quasi-Globus.