Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Karl Marx und das bedingungslose Grundeinkommen

Hadmut
8.8.2018 23:51

Ein Leser schickt mir ein Bibelzitat des heiligen Propheten.

Ich hatte doch gerade geschrieben, dass man am Heer der Pseudobewerber, die nur ihren Stempel für das Arbeitsamt haben, aber nicht arbeiten und sich nicht ernstlich bewerben wollen, ersichtlich wird, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht funktionieren kann. Die Verfechter schwafeln immer gerne, dass wenn man nicht arbeiten müsste, man eben nicht mehr arbeiten muss, was man nicht arbeiten will, sondern arbeiten kann, was man will, und die Menschen dann aus purer Arbeitsfreude alles arbeiten würden was zu arbeiten wäre. Was ich für Quatsch halte, die meisten Leute würden keinen Finger mehr rühren. Zeigt sich ja jetzt schon, die Firmen haben jede Menge Bewerber, aber keinen, der die Stelle auch will, weil die alle nur noch auf Arbeitsamt leben wollen.

Ein Leser weist mich dazu auf Psalm Marx/Engels, MEW 3, S. 33, 1846/1932 (MEW heißt wohl Marx-Engels-Werke) hin, in dem der Prophet verkündet habe (ich habe es nicht nachgeprüft, weil ich mein 44-bändiges Bibelwerk gerade nicht zur Hand, sondern an ein Flüchtlingswohnheim verliehen habe):

»”Sowie nämlich die Arbeit verteilt zu werden anfängt, hat Jeder einen bestimmten ausschließlichen Kreis der Tätigkeit, der ihm aufgedrängt wird, aus dem er nicht heraus kann; er ist Jäger, Fischer oder Hirt oder kritischer Kritiker und muss es bleiben, wenn er nicht die Mittel zum Leben verlieren will – während in der kommunistischen Gesellschaft, wo Jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.” – Die deutsche Ideologie. Marx/Engels, MEW 3, S. 33, 1846/1932«

Das stinkt nicht nur danach, die ideologische Vorgabe für das BGE zu sein, sondern hört sich auch 1:1 wie die feministische Begründung für Gleichstellung an, wo ja gefordert wird, dass Frauen nicht mit Ausbildung, Leistung und Karriereweg belästigt werden dürfen, sondern als „Quereinsteiger” und „Work-Life-Balance”-Bevorzuger direkt und ohne Vorwissen in jeden Führungsposten steigen können sollen. Oder eben auch der Ansatz, dass Frauen auch ohne Wissen und Können jede beliebige Professor haben könnten, Hauptsache, sie haben sie erst mal, das mit dem Wissen findet sich dann später irgendwie.

Wie konnten die eigentlich alle auf einen Spinner wie Marx reinfallen?

Und bestätigt sich wieder einmal mein Verdacht, dass der ganze Feminismus nur eine PR-Verkleidung für Marxismus ist? Nach der Devise, dass gegen Frauen keiner was sagen kann und damit dann als Speerspitze das Prinzip erst einmal etabliert und dann ausgeweitet wird?