Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Gesellschaft für Informatik fordert mehr Informatikprofessorinnen

Hadmut
25.5.2018 0:20

Anspruch und Realität.

Golem berichtete die Tage schon (mit Verweis auf FAZ), dass zwar immer mehr Studenten ein Interesse an Informatik hätten, die Zahl der Studienanfänger steige, sich um 20 Prozent erhöht habe, während die Zahl der Professoren nur um 8 Prozent gestiegen sei. Weil in anderen Fächern stärker aufgebaut würde, sei der relative Anteil der Informatiker am gesamten Unipersonal sogar gesunken.

Das ist nicht unbedingt logisch und in dieser Darstellung wäre es eines Informatikers unwürdig. Denn mehr Studienanfänger zu haben heißt noch lange nicht, auch mehr Informatikstudenten zu haben. Kann ja sein, dass die da alle anfangen, weil das jetzt so in Mode ist und man die Frauen da hintreibt, und die alle in den ersten zwei Semestern hinschmeißen.

Deshalb sagt es auch nichts, wenn der relative Anteil am Uni-Personal sinkt, denn nur weil man die Geisteswissenschaftler mit sinnlosen Frauenprofessoren aufpumpt, heißt das noch lange nicht, dass die Informatik da mitziehen müsste.

Es ist auch nur bedingt so, dass die Zahl der Professoren im Verhältnis zu den Studenten steigen müsste, denn gerade in den Studienabschnitten mit schriftlichen Prüfungen skalieren Professoren mit ungefähr O(1), die brauchen nur mehr Mitarbeiter. Für den Professor ist das nämlich ziemlich egal, ob in der Vorlesung 500 oder 700 Leute sitzen, solange sie alle in den Hörsaal passen und die Vorlesung nur einmal gehalten werden muss. Die von der Menge abhängige Arbeit machen die Tutoren und die Assis.

Erst dann, wenn es an die mündlichen Prüfungen und die Bachelor- und Masterarbeiten geht, brauchen mehr Studenten auch mehr Professoren.

Tatsächlich hängt die Zahl der benötigten Professoren von der Breite der Lehrinhalte hab – von der Zahl der angebotenen Vorlesungen.

Was in Wirklichkeit hinter solchen Forderungen steckt, ist wieder mal die Frauenförderung. Man will mehr Beamtenstellen und Lebensvollfinanzierungen für Frauen, die man in den Geisteswissenschaften nicht mehr unterbringt.

Die Gesellschaft für Informatik, eher so eine Art Fluch, der auf der deutschen Informatik liegt, denn die sind ziemlich schädlich und kontraproduktiv, fordert nämlich zeitgleich ebenfalls mehr Informatikprofessuren:

Der Ländercheck Informatik von Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung zeigt, dass die Zahl der Studienanfänger im Bereich Informatik zwar überdurchschnittlich steigt, dass die Ausbildung des wissenschaftlichen Personals mit dieser Entwicklung aber nicht Schritt hält. Demnach sei nur jede zwanzigste Professur in der Informatik angesiedelt.

Naja. Erstens ist wissenschaftliches Personal nicht mit Professor identisch. Zweitens müssen Professuren nicht proportional mit den Studenten steigen. Drittens haben wir Frauenförderung, und da wird das Geld eben dahin gepumpt, wo Frauen hingehen, also vor allem in die anspruchslosen Schwafelfächer.

Und viertens ist die Gesellschaft für Informatik nicht in der Position so etwas zu fordern, die stecken viel zu tief im Korruptionssumpf der Berufungsränke drin und lassen es an der wissenschaftlichen Seriosität fehlen. Die GI ist ein übler Lobbyverband und hochpolitisiert, faktisch unmaßgeblich.

Berlin, 24. Mai 2018 – Die Digitalisierung ist der zentrale Treiber des gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Wandels. Die zunehmende Bedeutung der Informatik als die gestaltende Disziplin hinter der digitalen Transformation zeigt sich in den steigenden Studienanfängerzahlen: In den letzten fünf Jahren haben sich knapp 20 Prozent mehr Studienanfängerinnen und Studienanfänger für ein Informatik-Studium entschieden – im Wintersemester 2016/17 waren es 33.443.

Nöh.

Nur weil die Politik massenweise Leute in die Informatik pumpt, heißt das noch lange nicht, dass die deutsche Informatik gestaltend wäre. Das machen Google und Facebook. Und was Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft angeht: Da sind wir nur Getriebene, aber nicht Treiber.

Prof. Dr. Hannes Federrath, Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI): „Die Informatik ist die gestaltende Kraft des digitalen Fortschritts.

Informatik gestaltende Kraft des digitalen Fortschritts. Die Aussage ist zirkulär.

Aber selbst wenn: Es ist nicht die Universitätsinformatik. Von den Universitäten kommt nämlich nicht nur inhaltlich nichts, auch die Absolventen werden immer schlechter. Was hier in Deutschland überhaupt noch passiert, kommt fast nur aus den Firmen und Konzernen.

Die Kultusministerien in den Ländern müssen neue Informatik-Lehrstühle in substantieller Größenordnung schaffen, um der steigenden Bedeutung des Fachs gerecht zu werden und den Bedarf der Studierenden und des Arbeitsmarkts zu decken. Nur so kann die Qualität in der Ausbildung und die Zahl der künftigen Gestalterinnen und Gestalter des digitalen Wandels gesteigert werden.“

Ich dachte immer, für Professuren wären die Wissenschaftsminister zuständig, aber gut.

Das Problem ist, dass die Qualität der Ausbildung in Informatik an vielen Unis heute unter aller Sau ist, viele Universitäten bekommen kein ordentliches Informatikstudium mehr zusammen. Der Lehrkörper ist meist völlig kaputt, das Curriculum nicht mehr greifbar. Hauptproblem die Umstellung vom Diplomstudiengang auf das planlose Chaos des Masterstudiums – und Frauenförderung.

Und genau da hängt der Hammer:

Der Ländercheck Informatik offenbart ein weiteres, leider bereits bekanntes Manko: Bundesweit ist das Informatik-Studium nach wie vor männerdominiert. Zwar sei der Frauenanteil seit 2011 in fast allen Bundesländern gestiegen aber trotz der großen Anstrengungen in den Hochschulen seien nur 20 Prozent der Informatik-Studierenden weiblich. Dagegen sei der Anteil internationaler Studierender in der Informatik überdurchschnittlich hoch.

Prof. Dr. Hannes Federrath: „Um mehr Frauen für eine Karriere in der IT und der Informatik zu begeistern, muss unser Bildungssystem viel früher ansetzen: Wir müssen Mädchen bereits in der Schule von den kreativen Gestaltungsmöglichkeiten durch informatische und informationstechnische Systeme überzeugen. Wir müssen mehr angehende Lehrer und vor allem Lehrerinnen zur Aufnahme eines Informatikstudiums bewegen und so entsprechende Rollenvorbilder schaffen.“

Schon bisher hat die Frauenförderung und die damit verbundene Herabsenkung der Leistungsanforderungen auf Null das Informatikstudium kaputt gemacht. Ganze Lehrstühle werden von Frauen gekapert, die dann pro Forma viele oder alle Informatikvorlesungen anbieten, aber immer denselben Genderscheiß erzählen, weil sie nichts anderes als dieses Phantasiegefasel können. Von verschiedenen Universitäten wurde mir berichtet, dass das schon dazu führt, dass wesentliche Ausbildungsinhalte nicht mehr angeboten werden können und Studenten statt Informatik irgendeinen Gender- und Sozioquatsch nachweisen müsssen.

Mit dieser Frauenförderung – und in dem Kontext bin ich ja damals auch mit der GI heftig aneinandergeraten – und der damit verbundenen Aufgabe jeglicher fachlicher Qualität und Ansprüche erreicht man genau das Gegenteil dessen, was man vorgibt:

Denn Frauen werden an den Informatikfakultäten überhaupt nicht als Vorbilder aufgefasst, sondern im Gegenteil als Witzfiguren und Gewitterziegen.

Der erste Grund ist, dass man sich eben nicht wie in den Geisteswissenschaften durchschwafeln und hinter beliebigen Behauptungen verschanzen kann, sondern man das einfach merkt, dass die nichts können. Man hat Quoten durchgesetzt, die weit über der Zahl verfügbarer befähigter Frauen lagen und deshalb Professuren mit allem besetzt, was irgendwie weiblich aussah, Rest egal.

Dazu kam der von Feministinnen und linker Politik geäußerte und durchgesetzte Ansatz, dass Frauen für eine Professur einfach gar nichts können müssen, wichtig sei nur, dass sie die Professur erst einmal haben. Der Rest finde sich dann schon irgendwie. In Geisteswissenschaften fallen unfähige Professoren nicht so sehr auf, da gibt es kaum Befähigungskontraste. In Informatik merkt man das aber sehr schnell und sehr stark, wenn jemand keine Ahnung hat.

Der nächste Grund ist, dass Feministinnen der Auffassung sind, dass Ausbildung und das Erlernen eines Berufs nur was für Männer seien, weil nur denen sowas Spaß mache. Deshalb dürfe man das von Frauen nicht erwarten, weil sie das ja strukturell benachteilige. Frauen würden Work-Life-Balance bevorzugen, und müssten deshalb aus unqualifizierte Seiteneinsteiger gleich direkt in die Führungspositionen gesetzt werden, weil nur das die Geschlechtergerechtigkeit und Ergebnisgleichheit herstellen könnte.

Und das Ergebnis ist eben, dass sich der Eindruck gebildet und verfestigt hat, dass Frauen für leeres Geschwätz und Unfähigkeit stehen, auch wenn das nur ein Teil ist. Es sind halt so viele und man drückt das immer mehr durch.

Ein Phänomen, das mich persönlich sehr interessiert und das ich immer gerne beschreibe, sind selbstverstärkende Fehler, bei denen man versucht, ein Problem zu beheben und es dadurch immer schlimmer macht. Ein Beispiel waren die Todesfälle in einem Krankenhaus, nachdem man in einem Narkosegerät innen die Schläuche für Sauerstoff und Narkosegas verwechselt hatte. Eine Chefanästhestin, mit der ich mich darüber mal unterhalten habe, sagte dazu, dass das höllisch sei, denn es falle nicht auf, solange man die Narkose halte, weil man da 50/50 gäbe. Will man die Narkose beenden, dreht man das Narkosegas ab und gibt nur noch Sauerstoff. Merkt man, dass der Patient nicht „kommt”, gibt man mehr Sauerstoff. Und macht es dadurch schlimmer. Ein anderes Beispiel habe ich bei einer Sicherheitsuntersuchung in einem Krankenhaus gefunden, nämlich dem PC, der die Fräse steuerte, mit der man die Masken für die Bestrahlungen bei Hirntumoren erstellte. Was wäre, wenn ein Hacker eindringt und die Maske für einen Patienten verändert? Man würde daneben schießen und statt des Tumors gesundes Nachbargewebe treffen und zunächst reversibel, dann irreversibel schädigen und zerstören. Würde man das merken? Die Ärzte staunten. Ja, man würde es merken, dass es zu Hirnstörungen kommt. Aber man würde es als Auswirkungen des Tumors fehlinterpretieren – und die Bestrahlung wegen der Dringlichkeit intensivieren, und damit die Schäden durch den Fehler vergrößern.

Ein solcher Fehler ist die Frauenförderung.

Man sagt, man wolle Frauen als Vorbilder und den sozioligischen Ansatz, dass Frauen als Professorinnen akzeptiert würden, wenn sie erst mal drin sind. Und weil es nicht funktioniert, wie man sich das vorstellte, intensiviert man das nun.

Es wirkt aber genau kontraproduktiv. Je mehr Frauen man in die Informatik drückt, und je mehr man die Anforderungen absenkt und je mehr unbefähigte Frauen man da reindrückt, weil man nicht genug befähigte hat, desto lächerlicher wirkt die Frau.

Kommt dann noch dazu, dass man absichtlich und gezielt die leistungslose Ergebnisgleichstellung betreibt und dann noch von „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit” skandiert, dann muss das auf wirklich jeden wie eine absurde Witznummer wirken.

Man ist – und das würde seriösen Informatikern nicht passieren, aber das sind die bei der GI eben nicht – auf den soziologischen Schwindel reingefallen, dass es reiche, wenn Frauen quantitativ vertreten sind und es auf die Qualität nicht ankäme, man auf die Qualität zugunsten der Quantität zu verzichten habe. Unsere liebe Verfassungsrichterin Baer als Obergenderistin vertritt ja auch die Auffassung, dass es Qualität nicht gibt, dass das nur ein Mythos sei, den sich böse Männer erdacht haben, um Frauen auszugrenzen. Qualität und Frauen seien nicht vereinbar.

Der Ansatz war so dämlich, dass man im Ergebnis zwar viele Frauen in Lebensversorgungsstellen eingepflanzt hat, aber den allgemeinen Eindruck hervorgerufen hat, das Frau und Qualität zwei diametrale, disjunkte, unvereinbare Verschiedenheiten seien, dass Frauen für alles Dumme stünden. Taktisch-strategisch war das einfach strunzdumm.

Dazu kommt dann die feministische Streitsucht und das ganze dumme Gekeife.

Und damit ist die Frau einfach nicht Vorbild für solche, die Informatiker(innen) werden wollen, sondern steht nur noch dafür, dumm, unerträglich und quotenzwangsbezahlt zu sein.

Nie war Informatik so prägnant und eindeutig männlich wie seit der Frauenförderung. Als es nur Männer in der Informatik gab, hat man einfach keine Frauen im Vergleich gesehen, da war das eher so, dass man einfach nicht wusste, was Frauen können, weil sie sich nicht dafür interessieren. Jetzt hat man den Vergleich. Der hätte eigentlich für Frauen auch nicht schlecht ausgehen müssen, aber weil man eben zur Quantität mit Dummen aufmunitioniert hat, stehen sie jetzt eben ziemlich dumm da. Und an einer ganzen Reihe von Universitäten gehen Studenten erst gar nicht zu Vorlesungen von Frauen, weil die als wertlos und in ihrem Genderblödsinn als unerträglich gelten. Das zählt wie nicht gehalten.

Und wie bei den beschriebenen selbstverstärkenden Fehlern hören Politik und GI mit dem Quatsch nicht auf, sondern verstärken ihn immer mehr.

Die Frau sollte als Vorbild aufgebaut werden, aber sie steht für ostentative Inkompetenz, die kraft Geschlecht trotzdem voll durchbezahlt und verbeamtet wird.