Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Bitcoin-Betrug

Hadmut
3.3.2018 22:06

Mal ne Warnung.

Ihr kennt doch sicher die Betrugsmasche, bei der man per Massenmail Leute anschreibt, sie könnten was verdienen, indem sie Waren verkaufen oder sonst auf irgendeine Weise Zahlungen von Leuten bekommen und das Geld dann abzüglich einer „Provision” an ihre Auftraggeber im Ausland, meist per Western Union, weiterleiten. Ist natürlich alles Schwindel, es werden Waren verkauft, die es nicht gibt, oder krumme Zahlungen mit geklauten Kreditkarten vorgenommen.

Wer sich darauf einlässt und glaubt, er könne da Geld verdienen, handelt sich eine Menge Ärger, Schadensersatzansprüche und womöglich Knast ein, weil man sich damit an Betrug und Geldwäsche beteiligt.

Gerade habe ich so ein Angebot in der Variante Bitcoin bekommen:

in dieser mail bieten wir Ihnen ein hohes Gehalt und viele andere Vorteile. Das Ziel unserer Arbeit ist das Trading mit Kryptowährung. Jedermann kann bei uns ohne Vorkenntnisse gleich beginnen Geld zu verdienen. Unser Unternehmen bietet Ihnen einen attraktiven Nebenverdienst bis zu 3600 € im Monat an, bei nur wenigen Arbeitsstunden. Ihre Arbeitszeit ist flexibel und kann Ihren Wünschen angepasst werden.

Der Arbeitnehmer hat keine eigenen Ausgaben und muss keine technische Kenntnisse mitbringen. Ihre Aufgabe ist es die Bitcoins für unsere Kunden zu erwerben, das Geld dafür bekommen Sie vorher und die Provision von 20% behalten Sie gleich ein. Falls Sie interessiert sind, möchten wir Sie kennenlernen. Hierfür mailen Sie uns eine Email an: …

Eigentlich müsste hier gleich doppelt jedem klar sein, dass das Betrug ist: Dem, der sich darauf einlässt, und dem, der da Bitcoins kauft. Schon mit geringer Menge Nachdenkens muss man darauf kommen, dass das Einkaufen von Bitcoins (oder irgendwas anderem, was nach Kursen gehandelt wird) unmöglich eine Marge allein für Handlanger abwerfen kann und dass man so eine Dienstleistung locker per Software erledigen lassen könnte.

Es bleiben die beiden üblichen Betrugsmethoden: Entweder verkauft man gutgläubigen Käufern Bitcoins, die sie nie kriegen, oder man es gibt keine Kunden, und die Auftraggeber „kaufen” sie selbst, indem sie unter dem Namen von Leute auftreten, deren Kreditkarten- oder sonstige Zahlungsdaten geklaut wurden, und die suchen nun einen Dummen, der seinen Namen und sein Konto hergibt und das kriminelle Geschäft erledigt. Durch den Bitcoin-Hype kommt noch die Gefahr obendrauf, dass man durch ein Angebot unter Kurs besonders viele gierige Dumme einfängt.

Ich kann jeden nur dringend davor warnen, darauf hereinzufallen.