Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

„non-verbal cues”

Hadmut
17.1.2018 23:22

Mmmh.

Diverse Leser schreiben mir gerade, dass Blogger Fefe gerade den plötzlichen Tod von #MeToo verkünde.

Kann ich mir ehrlich gesagt gerade nicht vorstellen. Die Botschaft hör ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube.

Seit wann lassen sich Feministinnen im Blutrausch von solchen Kleinigkeiten wie Unsinnigkeiten, Falschen Beschuldigungen, Peinlichkeiten, Lächerlichkeiten abhalten? Da finden sie nur noch mehr Beute, die sie als frauendiskriminierend beschuldigen können.

Im Gegenteil: Es geht da laut Fefe ja um sowas wie „non-verbal cues” – Frau geht freiwillig mit Typen in dessen Wohnung um zu bumsen, geht extra mit, und sagt dann hinterher, sie habe „non-verbal cues” – nicht verbale Fingerzeige – gegeben. Was soll das sein? Zieht sich aus, hüpft mit ihm in die Kiste, und gibt heimlich Zeichen, dass sie nicht will? Wie Lügen mit gekreuzten Fingern?

Natürlich ist es Schwachsinn.

Ganz enormer Schwachsinn.

Aber kein außergewöhnlicher Schwachsinn. Feministinnen erzählen seit Jahren solchen Schwachsinn und sind bisher ja auch damit durchgekommen. Das dürfte eher darauf hinauslaufen, dass sich „non-verbal cues” zum neuen „Nein” entwickelt: „non-verbal cues heißt Nein”. Spätestens dann, wenn der Maas davon erfährt.

Ich habe mal gegoogelt. Der SPIEGEL schreibt zu dem Fall:

Es kommt zu unterschiedlichen sexuellen Handlungen, von denen Ansari heute sagt: Mir schien das alles einvernehmlich. Und die Autorin sagt: Es war die schlimmste Nacht meines Lebens. Sie habe auf unterschiedliche nonverbale Arten versucht, deutlich zu machen, dass sie das nicht will, aber Ansari habe nicht nachgelassen und es immer wieder versucht.

Naja, bisher hieß die Hürde „Nein heißt Nein”, und jetzt soll auch „Nichts sagen heißt Nein” gelten, das schwedische Modell, wonach man vorher ausdrücklich zustimmen muss.

Letztlich heißt es aber auch nur, dass man Frauen nicht ernst nehmen kann. „auf unterschiedliche nonverbale Arten versucht, deutlich zu machen, dass sie das nicht will” Wie ist sowas mit einer Frauenquote in Vorständen und verantwortlichen Positionen zu vereinbaren? Kommen die dann auch mit „nonverbalen Arten”, wenn sie was nicht wollen?

Die Süddeutsche schreibt ebenfalls, etwas seltsam, dass sich da die Meinungen spalten.

Die Frage ist aber: Wenn das jetzt zu Zweifeln an #MeToo führt, wo war das Hirn der Presse dann bisher? Das war ja früher schon alles so bekloppt.

Der wesentliche Punkt ist: Man hätte eigentlich bei #Aufschrei und #MeToo aufschreiben sollen, wer da alles mitmacht. Damit es nicht hinterher wieder mal keine gewesen sein mag.